
Sign up to save your podcasts
Or


Einen besonders guten Ruf hat der Gebäudesektor nicht, wenn es um das Thema Klimafreundlichkeit geht. Das weiß auch Johannes Fütterer, Mitgründer von Aedifion. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Betriebsdaten aus Gebäudeautomationssystemen digital und cloudbasiert zu verarbeiten.
Fütterer unterscheidet beim Energieverbrauch in Neubau und den Betrieb im Bestand. Letzteres sei die Hauptaufgabe des Unternehmens. „Wir unterstützen aber auch Bauherren bei Neubauaktivitäten, Gebäude nachhaltig und energieeffizient mit hohem Nutzungskomfort zu realisieren.“
Doch gerade im Bestand gibt es in Sachen Optimierung etliche komplexe Stellschrauben: „Wenn man das Problem wirklich lösen will, dann kommt man eigentlich nicht drumherum zu investieren, dekarbonisieren, den Energieträger zu wechseln und zu elektrifizieren", sagt er. „Das ist ein wichtiges Thema, um Gebäude zu einem Bestandteil eines zukünftigen Energiesystems werden zu lassen – und da liegt noch eine Menge Arbeit im volkswirtschaftlichen Sinne vor uns.“
Im Gegensatz zu klassischen Betriebsoptimierern geht Aedifion zugleich einen Schritt weiter: „Erst muss man ein System richtig einstellen, dann kann man mit fortschrittlichen Methoden noch mehr rausholen", sagt Fütterer. Damit meint er zum Beispiel Künstliche Intelligenz, die aus typischen Nutzungsmustern lernt: Wird ein Konferenzraum beispielsweise montags immer erst ab 10 Uhr gebraucht, so heizt die KI den Raum so, dass er auch erst um 10 Uhr wirklich warm ist.
Wenn es um Unternehmensziele geht, äußert sich der Co-Geschäftsführer des Kölner Start-ups Baesiq, Nils Eiteneyer, recht ambitioniert: Denn obwohl das Unternehmen, das für seine Rucksackmarken Aevor und Pinqponq bekannt ist, mit den Umständen in seinen Produktionsstätten und den Emissionen recht transparent umgeht, betont er immer wieder „Da geht noch mehr!“ oder „Wir müssen besser werden.“ Denn dabei geht es auch um das Image des Unternehmens, für das er ein klares Ziel hat: „Wir wollen das europäische Patagonia werden.“
Doch die Corona-Krise hatte Baesiq zunächst einen Strich durch die Rechnung gemacht: Zwar sei man mit einem eigenen Onlineshop und etlichen digitalen Vertriebspartnern durchaus breit aufgestellt, doch durch den ausbleibenden Verkauf im stationären Handel, brachen Verkäufe weg. Letztlich sei man zwar besser durch die Krise gekommen als erwartet, sagt Eiteneyer, doch gut lief es dennoch nicht.
Doch wie viele andere Unternehmen, muss sich Baesiq noch einer anderen Herausforderung stellen: „Wir sind definitiv von der Lieferkrise betroffen“, sagt Eiteneyer im Podcast. Die Produktionsstätten des Unternehmens befinden sich in Vietnam, das logistisch an die Hochseehäfen Asiens angeschlossen ist.
Es gibt derzeit so viel Geld, dass Investoren in junge Firmen stecken wollen, dass es teilweise zu „absurden Themen“ kommt, berichtet Nicolas Gabrysch im Gespräch. So habe er schon erlebt, dass Geldgeber ein Angebot deutlich verbessert hätten, nur weil Firmengründer sich zwei Tage nicht auf eine E-Mail gemeldet hätten. Dies geschehe „aus Angst der Investoren, diesen Deal irgendwie zu verlieren.“
In der Szene werde zunehmen kritisch darauf geschaut, ob man „sich nicht in einer beginnenden Blase“ befinde.
In Deutschland gibt es mittlerweile etwa zwanzig sogenannte Einhörner. Damit sind Unternehmen gemeint, die noch relativ jung sind und mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden. Das hänge unter anderem mit der „unheimlichen Kapitalschwemme“ zusammen, so Wirtschaftsjurist Gabrysch.
In Köln gibt es noch kein Einhorn, doch er setze darauf, dass das Übersetzungsportal DeepL „das Rennen vielleicht machen könne“. Das Unternehmen aus Köln-Ehrenfeld gehört zu den Mandanten von Osborne Clarke und ist zuletzt extrem stark gewachsen.
Wo drückt der Schuh bei den Mittelständlern? Die Frage stellt sich der Interessenverband Die Familienunternehmer auf Bundesebene in Berlin und in 16 Regionalkreisen – denn rund 90 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind laut Frank Oelschläger Familienunternehmen.
Als frisch gewählter neuer Regionalvorsitzender des Regionalkreises der Metropolregion Köln Bonn der Familienunternehmer folgt er nun auf Olaf Ziegs.
Im Gespräch spricht Oelschläger nicht nur über sein eigenes Unternehmen, das Logistikunternehmen Gilog sondern auch über die wirtschaftliche Entwicklung in der Region und seine Sicht auf die IHK und den Streit um das Mülheimer Lofthaus.
Digitalisierung, Klimawandel, Finanzkrisen und Pandemien haben gezeigt, dass sie ein doch eigentlich etabliertes Wirtschaftssystem durchrütteln können. Die Prorektorin der Universität zu Köln, Bettina Rockenbach, ist sich aber sicher, dass unser Wirtschaftssystem schon viel vertragen kann.
Mehr noch, Disruption könne helfen, dass schnell ein Wandel herbeigeführt wird und Abläufe neu strukturiert werden können. Bewiesen hat das die Corona-Pandemie: Digitale Meetings sind zur Norm geworden.
Doch die Zyklen, in denen sich gesellschaftliche und wirtschaftliche Umstände neu arrangieren, werden immer kürzer, erklärt die Kölnerin. Sie fordert daher, dass nicht nur auf technologische Möglichkeiten und Errungenschaften, sondern auch auf gesellschaftliche Auswirkungen derer geachtet wird.
Traditionelle türkische Süßwaren wie Baklava gehören zum Angebot, aber auch Pralinen. Doch den größten Umsatz macht die Feinkonditorei Hasan Özdag aus Köln mit individuellen Torten – mit Spiderman, Feuerwehrautos, Brautpaaren oder Piraten dekoriert.
Zum 35-jährigeen Jubiläum wird das Stammgeschäft komplett neu eingerichtet und deutlich vergrößert. Mittlerweile hat die Konditorei 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – und vier von Ihnen sind nur damit beschäftigt, Figuren für Tortenverzierungen zu modellieren.
Doch neues Personal zu finden, ist eine Herausforderung. Und da kann es schonmal Konflikte mit der Handwerkskammer geben. Auch mit steigenden Preisen für Rohstoffe wie Mehl, Butter oder Pistazien kämpft Özdag. Ein Teil wird an die Kundschaft weitergegeben werden müsssen.
In Köln-Ossendorf hat die Firma ihren Sitz, die Shows wie "Wer wird Millionär?" oder "The Masked Singer" produziert. Endemol-Shine-Geschäftsführer Fabian Tobias erklärt im Interview, warum die Branche ganz gut durch die Corona-Krise gekommen ist, weshalb trotz des Streaming-Booms die Zahl der Sendeplätze für Unterhaltungsshows im TV steigt und weshalb Köln immer noch Standortvorteile bietet.
Der Kampf um Rechte von internationalen Sendungen sei mittlerweile hart und professionalisiert. Während früher vor allem Formate aus Großbritannien und den USA importiert wurden, habe sich das geändert. Eigene Formate und Importe aus anderen Ländern hätten an Bedeutung gewonnen. Vor allem das Gespür für das deutsche Publikum sei sehr wichtig, wenn Sendungen aus anderen Nationen angepasst werden.
"Wir haben Fehler gemacht", sagt er über homophobe Äußerungen, die bei "Promis unter Palmen" gefallen sind und ausgestrahlt wurden. Dadurch dass es keine Moderation der Sendung gab und die Einordnung erst in einer Sendung unmittelbar nach der Ausstrahlung erfolgt sei, sei nicht die gewünschte Wirkung erzielt worden.
In der zehnten Generation führen zwei Frauen den Fleisch- und Lebensmittelproduzenten Hardy Remagen in Hürth. Fast 300.000 Würste und 140.000 Frikadellen am Tag verlassen die Fabrik, gehen in Stadien, Betriebskantinen, Restaurants oder auf Jahr- und Weihnachtsmärkte.
Nina Remagen kümmert sich um die Betriebswirtschaft, ihre Schwester Nane ist für die Produktion und Qualitätssicherung zuständig. Da gebe es schon mal Reibereien um Verpackungsdesign oder neue Produkte, sagt Nina im Podcast-Gespräch. Doch es gebe immer ein Egebnis.
Unter anderem setzt die Firma mittlerweile auch auf vegane Produkte. Unter anderem im Angebot, ein fleischloses Pulled Pork. „Wir selbst haben nicht gemerkt, dass es veganes Essen ist“, berichtet die Chefin von einer Blindverkostung.
Remagen beliefert fünf Bundesligisten mit Stadion-Würsten. „Jede Region hat ihren eigenen Wurstgeschmack“, erklärt die Wurstproduzentin. "Kein Stadion hat die gleiche Wurst." Das gilt natürlich vor allem für den 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach … die Rivalität erstreckt sich bis auf den Grillrost.
Schon während der Schulzeit in Köln erkannten Uğur Şahins Mitschüler, dass er besonderes Talent in Mathematik und Naturwissenschaften besaß. Auf dem Schulhof scherzten Sie beim Rauchen, dass er sie irgendwann als Mediziner vor dem Lungenkrebs bewahren würde – und sie daher ungehemmt weiterrauchen könnten. Zu der Anekdote sagt er heute nur: „Ich glaube, Prävention ist immer besser als die Therapie.“
Tatsächlich steht Biontech jetzt auch davor, den Durchbruch neuer Krebstherapien mit Hilfe der mRNA-Technologie zu schaffen. Das Kapital aus dem erfolgreich entwickelten Impfstoff gegen Covid-19 gibt dem Unternehmen finanzielle Unabhängigkeit. Mehrere Studien treiben Uğur Şahin und seine Frau Özlem Türeci voran, um ihren Traum zu erfüllen: auf einzelne Patienten maßgeschneiderte Präparate für die Krebstherapie zu entwickeln.
Die Impfstoff-Arbeit gerät dabei nicht aus dem Blick. Şahin hält die Einführung eines Covid-Impfstoffs für unter 12-Jährige bis Ende des Jahres für realistisch. Und er empfiehlt weiterhin eine Kombination aus Impfstoffen und zusätzlichen Schutzmaßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie - besonders in geschlossen Räumen. Denn die aggressive Delta-Variante sorge dafür, dass sich viele Ungeimpfte ansteckten und dadurch die Inzidenzen in die Höhe getrieben würden.
Şahin begrüßt, dass es eine Debatte darüber gibt, ob Auffrischimpfungen sinnvoll sind und für wen sie genau empfohlen werden.
Die Corona-Krise hat Gaffel wie anderen Kölner Brauern schwer zugesetzt. Mittlerweile haben die Brauhäuser und belieferten Gaststätten wieder geöffnet. Und bevor die wieder drohen geschlossen zu werden, kann sich Gaffel-Chef Heinrich Philipp Becker auch vorstellen, die "2G-Regeln" einzuführen, also nur Geimpfte und Genesene in die eigenen Lokale wie das "Gaffel am Dom" zu lassen.
„Bevor das Gaffel am Dom und alle unsere Gastronomien, mit denen wir zusammenarbeiten, geschlossen werden müssen, würden wir als Unternehmen das auch machen“, sagt Becker im Gespräch.
Eine Sache ist bei Gaffel wie der Konkurrenz von Früh oder Reissdorf gleich: „Kölsch, das ist unser Kernprodukt“, sagt Becker. Wie Legosteine bilde es das Fundament. Doch darauf platziere er immer wieder kleinere andere Bausteine – mehr als die anderen Kölner Konkurrenten.
Vor mehr als zehn Jahren gelang die Etablierung von Fassbrause im Markt, die von vielen Brauereien nachempfunden wurde. Zuletzt ist Gaffel Wieß auf den Markt gekommen. "Wir sind erfolgreich damit, neue Produkte in den Markt zu bringen", sagt Becker.
In Köln-Porz hat er drei ehemalige Standorte zu einem zusammengefasst und in eine eigene Fass-, Dosen- und Flaschenabfüllung investiert. Wurde früher Gaffel in andere Städte gefahren, um abgefüllt zu werden, geschieht dies mittlerweile auch in Köln. „98 Prozent füllen wir selber ab“, sagt Becker.
From the publisher's feed

310 Listeners