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Eine harte Zeit liegt hinter Hitschler, das Hitschies-Kaubonbons produziert, mit Brause gefüllte Ufos oder Weingummi-Schnüre. „Das Unternehmen war in einer schwierigen Lage, als ich es übernommen habe“, sagt Hitschler-Becker. Sein Großvater hatte das Unternehmen bis zu seinem Tod 2010 geprägt, danach führte ein familienfremder Geschäftsführer die Geschäfte – der Spirit des Familienunternehmens war verloren gegangen, sagt der jetzige Chef. Und er arbeitet mit Überschwang daran, die Firma zu modernisieren und der Marke mehr Kraft einzuhauchen.
Einige weitreichende Entscheidungen hat das Mitglied der vierten Generation der Familie in den vergangenen Jahren getroffen. Die Produktion unter anderem Namen etwa für Discounter hat er eingestellt. Die Zentrale hat er aus einem drögen Bürogebäude in Köln mitten in der Coronakrise nach Hürth verlegt – in eine ehemalige RTL-Produktionshalle mit Loft- und Start-up-Atmosphäre. Und der Produktionsstandort in Michelstadt im Odenwald wird innerhalb der Stadt auf ein größeres Gelände umziehen, modernisiert und vergrößert werden.
Etwa 300 Mitarbeiter, davon 200 in Köln, hat der E-Commerce-Dienstleister Cleverbridge. Mitgründer Marti Trzaskalik spricht im Interview über das Wachstum der vergangenen 15 Jahre - von einem der hässlichsten Büros der Stadt an der Aachener Straße hin zu einem Mittelständler mit internationaler Reputation.
cleverbridge sieht sich als Spezialist für den Software-Verkauf im Internet und fühlt sich in der Nische wohl. Durch den Verkauf von 65 Prozent der Anteile an den Investor EMH Partners wollen die Gründer die Flexibilität gewinnen, um unter anderem durch Zukäufe schneller wachsen zu können.
Das Geschäft von Werbeunternehmerin und Netzwerkerin Emitis Pohl hat während der Corona-Pandemie gelitten. Auch ein Versuch, einen Gewürzhandel mit ihrem Geburtstland aufzubauen, war durch Sanktionen erschwert worden. Jetzt will sie als Sozialunternehmerin durchstarten. Was genau sie vorhat, verrät sie noch nicht - aber die Werbeagentur will sie in jedem Fall weitergeben, verrät sie exklusiv in "ekonomy mit K".
Ihr Engagement etwa für sozial beanchteiligte Frauen soll zu einem Kern Ihres Schaffens werden. Die guten Kontakte vor allem in die CDU, können dabei sicherlich hilfreich sein. Eine sehr gute Freundin ist Serap Güler, die für den Bundestag kandidatiert, auch der ehemalige CDU-MdB Wolfgang Bosbach gehört zum engeren Netzwerkkreis Pohls.
In der Vergangenheit hatte Pohl mit klarer Kante gegen kriminelle Ausländer für Aufsehen gesorgt, vor allem nachdem sie in der Silvesternacht 2015/16 in Köln selbst begrapscht worden war. An ihrer politischen Ansicht ("Fördern und fordern") hat sich nichts geändert. Aktiv kandidieren möchte sie aber nicht. "Ich wäre die unbeliebteste Politikerin Deutschlands", sagt sie.
Ganz in der Nähe der Kölner Universität hat der heute 30-Jährige Wolfram Uerlich vor etwas mehr als drei Jahren mit goFlux gestartet. Er hatte als Student immer wieder übervolle Busse beobachtet, die von fast leeren Autos passiert wurden. So wuchs die Idee, Mitfahrten innerhalb der Stadt zu organisieren - anders als Mitfahr-Apps, die sich vor allem auf lange Strecken fokussieren.
Mittlerweile ist das Unternehmen auf etwa 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewachsen und die App bei einigen Firmen im Einsatz, um das gemeinsame Pendeln von Beschäftigten zu erleichtern. Aber auch Verkehrsunternehmen bieten den Service an - beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) beginnt gerade ein Betatest in der App, wo jetzt auch Fahrten von goFlux-Nutzern anzeigt werden als Alternativen zu Bus und Bahn.
Mit einer großen Werbekampagne nach den Sommerferien will Uerlich die Firma in der breiten Bevölkerung bekannter machen und so zeigen, dass eine größere Zahl an Fahrten angeboten wird. Funktioniert die Marketing-Aktion wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Investoren dem Unternehmen Geld für den nächsten Wachstumsschub zur Verfügung stellen. Der Wunsch: Bis Ende des Jahres soll externes Kapital in die Firmenkasse fließen, um dann nach Köln auch andere Städte zu erschließen.
Der Chef des Kölner Motorenherstellers Deutz wünscht sich Unterstützung der Politik, um den Absatz klimafreundlicherer Antriebe in Traktoren und Baumaschinen anzukurbeln. „Es würde uns natürlich helfen, wenn bei städtischen Ausschreibungen an Bauunternehmer die Anforderung gestellt wird, CO2-neutrale Geräte einzusetzen oder elektrische Antriebe“, sagt Vorstandschef Frank Hiller.
Die Hauptprodukte von Deutz sind und bleiben aber Verbrennungsmotoren. Im vergangenen Jahr hat der Konzern ein Krisenjahr durchlitten. In der Corona-Pandemie war die Nachfrage nach Baumaschinen und Traktoren eingebrochen. Kunden fragten die Aggregate des Unternehmens mit Sitz in Köln-Porz weniger nach. Der Umsatz brach um fast 30 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro ein, der Verlust betrug 108 Millionen Euro. Hunderte Mitarbeiter mussten das Unternehmen verlassen, viele der 4500 verbliebenen Beschäftigten mussten Gehaltseinbußen zustimmen. Vorstandschef Frank Hiller kürzte auch die Forschungs- und Entwicklungsausgaben.
Im laufenden Jahr bessert sich die Geschäftslage. „Der Markt kommt relativ stark wieder zurück, das ist sehr erfreulich“, so Hiller. So dürfte sich der Spielraum erhöhen, alternative Antriebe voranzutreiben. Das Ziel ist ein Umsatzanteil mit Elektro-Antrieben von fünf bis zehn Prozent in den Jahren 2023/24. Das Löwengeschäft werden also Diesel-Motoren bleiben, vor allem auch durch eine Expansion des China-Geschäfts.
Seit Ende vergangenen Jahres ist Sandra Schneeloch für die Grünen Mitglied im Kölner Stadtrat und hat sich dort der Wirtschafts- und Finanzpolitik verschrieben. Sie ist Sprecherin ihrer Partei im Finanzausschuss, der über die Haushaltslage der Stadt und die stadteigenen Betriebe wacht.
Sie hat eine Reihe von Ämtern bei städtischen Unternehmen erhalten. Sie ist Aufsichtsratsvorsitzende der Abfallwirtschaftsbetriebe, der AWB, und Mitglied im Verwaltungsrat der Sparkasse KölnBonn.
Im Stadtrat hat sie erfolgreich einen Antrag eingebracht, der die Stadt verpflichtet hat, ein "Zero-Waste-Konzept" zu erarbeiten. Das Ziel sei Müll zu vermeiden. Doch es sei auch klar: „Wir werden die AWB nicht arbeitslos machen“.
Die bundesweite Debatte über schnellere Erhöhungen der Spritpreise unterstützt Schneeloch mit voller Überzeugung. Benzin „kann für mich nicht teuer genug sein“, sagt sie.
Sandra Schneeloch ist in Bergisch Gladbach geboren, im Kölner Agnesviertel zu Hause und hat eine Karriere bei verschiedenen Banken gemacht. Von der Ausbildung bei der Kreissparkasse über die VR Bank in Bergisch Gladbach, die Deutsche Bank in Irland, London und dem Rheinland zur HSBC in Köln. Derzeit macht sie ein Sabbatical und kann sich dadurch intensiv ihren politischen Ämtern widmen.
Trusted Shops bietet Siegel für E-Commerce-Firmen an, Versandversicherungen für Online-Shopper und betreibt ein System, um Produktbewertungen im Internet zu verifizieren. Zu den Kunden zähle unter anderem Volkswagen. Der Autokonzern sammele so Kundenmeinungen etwa zu seinen Elektroautos ID.3 und ID.4.
Trusted Shops stecke weiterhin im Wandel zu einem Tech-Unternehmen, sagt Geschäftsführer Jean-Marc Noël. Der Schwerpunkt auf dem Vertrieb von Internetsiegeln verschiebe sich zu technologischen Lösungen. Aber der Vertrieb bleibe natürlich wichtig und nutze auch Technologie, um erfolgreich zu sein.
Seit vielen Jahren ist der Internetkonzern Rocket Internet mit 25 Prozent an Trusted Shops beteiligt. Rocket-Chef Oliver Samwer stehe immer mit Rat und Tat zur Seite, wenn er benötigt werde. Man pflege „ein sehr gutes Verhältnis“. Trusted Shops sei „supergut gewachsen“ und damit „wahrscheinlich eines der besten Investments, das er gemacht hat“, sagt Noël.
Melanie Schwartz hat noch während ihre Studiums die Leitung des Unternehmens übernommen und seitdem Krisen gemeistert und das Unternehmen auf Wachstum getrimmt. Die Corona-Pandemie durchsteht Mühlenkölsch dank Kurzarbeit-Regelung und Überbrückungshilfen.
Auf dem Kölsch-Markt ist das eigene Bier eines der teuersten und hat einen Marktanteil von etwa drei Prozent. Die deutlich größere Früh-Brauerei hat das Kölsch "Schreckenskammer" im hochpreisigen Kölsch-Segment gegen Mühlenkölsch platziert, sagt Schwartz. Doch sie nimmt die Konkurrenz gelassen hin.
Investitionen in eine größere Brauerei in Lövenich hat Schwartz zurückgestellt - wegen der Folgen der Corona-Krise, nicht wegen zunehmender Konkurrenz durch andere Marken.
Ubirch bedeutet so viel wie "Du, Birke" und umschreibt ein Hobbyprojekt, das eine Lichtinstallation an einer Birke in Köln zum Leuchten gebracht hat. Die digitale Vernetzung von Dingen ist das Aufgabengebiet von Ubirch und der digitale Impfnachweis das prominenteste Projekt des Unternehmens.
Doch Gründer und CEO Stephan Noller hat bereits mehrere Firmen gegründet und unter anderem auch den digitalen Mini-Lerncomputer Calliope mini erdacht und mit zur Marktreife gebracht. Hunderttausende Schüler lernen mit dem Gerät programmieren. Eine von der Platine gespielte Star-Wars-Melodie hat den damaligen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel von dieser Entwicklung überzeugt, erzählt Noller im Podcast.
Was Kölner besonders gerne hören: Nach einigen Jahren in Berlin, ist Noller gerne nach Köln zurückgekehrt. Nicht nur, weil man im Rheinland eine hohe Lebensqualität hat. Sondern auch, weil am Song Tommi von AnnenMayKantereit eben einiges Wahres dran sei:
"Da ziehen wir alle irgendwann wieder hin
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