ekonomy mit K - der Wirtschafts-Podcast des Kölner Stadt-Anzeiger

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By KStA, Kölner Stadt-Anzeiger, Martin Dowideit, Michael GreuelBusinessNewsBusiness NewsManagement
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ekonomy mit K - der Wirtschafts-Podcast des Kölner Stadt-Anzeiger episodes

  • Ralf Reichert: "Diese Milliarde jetzt - eigentlich ist sie egal"
    Der Kölner Ralf Reichert hat ESL zum Weltmarktführer für E-Sports aufgebaut.

    E-Sports sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem Milliardengeschäft geworden. Einen großen Anteil daran trägt ESL aus Köln-Mülheim, früher unter dem Namen Turtle Entertainment bekannt.

    Das Unternehmen veranstaltet etwa große Turniere und Ligen für Spieler von Counter Strike, einem sogenannten Ego-Shooter. Dabei treten zwei Teams gegeneinander an und versuchen eine Bombe der gegnerischen Mannschaft zu entschärfen oder das gegnerische Team zu eliminieren.

    Tobte früher eine Debatte über die Gefahren von "Killerspielen" sind Computerwettkämpfe mittlerweile ein Milliardengeschäft. Denn verschiedene Konzerne und Marken versuchen darüber attraktiv bei vor allem jüngeren Menschen zu werden und ihre Produkte bekannt zu machen.

    Ralf Reichert hat den Trend vor vielen anderen erkannt und Köln gemeinsam mit einigen Mitgründern zu einer der Hauptstädte des E-Sports gemacht. Trafen sich anfangs 50 Zuschauer zu digitalen Wettkämpfen, füllt ESL jetzt regelmäßig die Lanxess Arena oder auch eine Arena im polnischen Kattowice. Statt Karenval zu feiern, wird Reichert am Karnevalswochenende nach Polen reisen und dort die erste Großveranstaltung seit vielen Monaten besuchen - Corona bedingt war das Geschäft lange nur digital möglich.

    Den Einstieg Saudi-Arabiens beim Unternehmen, das zuvor mehrheitlich einer schwedischen Gruppe gehörte, verteidigt Reichert im Podcast mit klaren Worten - trotz Kritik an der Menschenrechtssituation in dem arabischen Land. Saudi-Arabien öffne sich und habe einen Wandel angestoßen. Reichert hat seine letzten Anteile im Zuge der Transaktion ebenfalls verkauft, will aber als Executive Chairman weiter die strategische Entwicklung des neuen Gaming-Konzerns ESL Faceit verantworten.

    1 hr 2 min
  • „Gerade junge Menschen fallen häufig auf Cyber-Attacken rein“
    SoSafe-Mitgründer Niklas Hellemann über Cyber-Sicherheit, Kölner Fahrradwege und Psychologie.

    Die eine Mail ist besser, die andere schlechter getarnt, Fakt ist aber: Phishing-Mails bekommt fast jeder und noch immer fallen etliche Menschen auf sie herein, weiß SoSafe-Mitgründer Niklas Hellemann. Die Kölner imitieren Cyberattacken, und helfen so Mitarbeitern in Unternehmen, diese zu erkennen und nicht darauf hereinzufallen. Denn die Folgen können enorm sein: Regelmäßig stehlen Hacker persönliche Daten wie zum Beispiel Kontozugriffsinformationen; sie können aber auch die Versorgung der Bevölkerung mit Kraftstoffen unterbinden oder gar jene von Krankenhäusern, was im schlimmsten Fall Menschenleben kosten kann.

    Dass es immer nur ältere Menschen seien, die auf Cyberangriffe hereinfielen, räumt Hellemann gleich zu Beginn aus dem Weg. Einmal im Jahr bringt das Unternehmen einen aktuellen Report heraus, erklärt er im Podcast „ekonomy mit K“. „Gerade die jungen Menschen fallen sehr häufig darauf herein“, sagt er. Sie würden sich sehr neugierig im digitalen Raum bewegen und viele Daten teilen. Er empfiehlt daher sowohl jung als auch alt, verdächtige Mails genauer zu begutachten. „In Sicherheit wiegen ist falsch, in Panik herumzurennen ebenfalls – wir werben einfach für den bewussten Umgang damit.“

    SoSafe versucht daher auch nicht, mit erhobenem Zeigefinger auf Menschen zuzugehen, sondern über einen spielerischen Weg samt Quiz und Lerneffekt. Es komme auf die richtige Ansprache und eine Verteidigungsstrategie an. „Die Idee des Menschen als Schwachstelle, die finden wir ganz schrecklich und das führt auch nicht zum Ziel“, sagt der Diplom-Psychologe.

    Die Lösung kommt an, denn SoSafe kann auf eine namhafte Kundschaft blicken. Erst im Januar haben zudem Investoren 73 Millionen US-Dollar in das Unternehmen aus Ehrenfeld gesteckt. SoSafe denkt unterdessen weiter und hat große Pläne: denn obwohl die Kölner schon mehr als 300 Mitarbeiter weltweit beschäftigen, suchen sie fast 70 weitere neue Mitarbeiter.

    35 min
  • „Ich habe nur ein Drittel unseres Teams persönlich getroffen“
    Sastrify-Mitgründer Sven Lackinger über das Start-up, die Finanzierungsrunde, warum sie kein Büro haben und die Kölner Start-up-Szene.

    Es war im Oktober 2020 als Maximilian Messing und Sven Lackinger ihr Start-up Sastrify gegründet haben. Ihr Ziel: Software-Lizenzverkäufe für Unternehmen günstiger machen. Mit dem positiven Nebeneffekt, wie sich herausgestellt hat, dass immer mehr Unternehmen zusätzlich von der durch Sastrify ermöglichte Zeitersparnis berichten.

    Zwar ist die Lösung einfach erklärt, doch dahinter stecken durchaus komplexe Vorgänge: In einer Datenbank sammelt das Start-up sämtliche Informationen über Preise für Software-Lizenzen. Mitarbeiter können genau einsehen, bei welchem Anbieter welche Rabatte erzielt wurden und wie viel Einsparpotenzial noch besteht. „Der Kunde zahlt uns dafür eine Lizenzgebühr pro Jahr – wir geben das Versprechen, dass wir mehr einsparen als wir kosten“, sagt Lackinger im Podcast ekonomy mit K. „Das hat bisher immer funktioniert.“ Zu den Kunden zählen besonders jüngere Unternehmen wie der Schnelllieferdienst Gorillas, der Onlinemöbelhändler Westwing oder die Laufapp Adidas Runtastic.

    Dass Sastrify auf ein Büro verzichtet, ist der Pandemie geschuldet. Messing und Lackinger gründeten im Oktober 2020, also kurz bevor der zweite Lockdown begann. Es sei nicht die passende Zeit für ein eigenes Büro gewesen – seitdem hat man das Prozedere beibehalten: „Einige von uns arbeiten von Zuhause aus, andere aus dem Co-Working-Space, manche von Inseln oder Städten im Süden, da sind wir total flexibel“, sagt Lackinger.

    Ob sich eine Zentrale nun lohnt, ist zudem fraglich, da das Team von Sastrify sehr digital und international aufgestellt ist. „Wir sind mittlerweile 70 Leute in 15 Ländern, von Nigeria bis in die USA", sagt er. „Ich habe davon vielleicht ein Drittel persönlich gesehen.“ In Köln sitzen rund 10 bis 15 Mitarbeiter, schätzt er. Man treffe sich aber regelmäßig zum gemeinsamen Mittagessen.

    39 min
  • „Bei Kaffee aus dem Supermarkt läuft meistens sehr viel schief“
    Mitgründerin Anna Schättgen über Giovanna Kaffee, den Kaffeemarkt und faire Arbeitsbedingungen.

    Fast eine glückliche Fügung war es, dass sich Anna Schättgen und Gio Hidalgo bei Aufnahmen für Schättgens „Kaffeesahne Podcast“ im Juni 2020 wiedertrafen, denn beiden spielte die Pandemie nicht wirklich in die Hände. „Gio hat 2019 gegründet und angefangen, Kaffee aus ihrem Heimatland Ecuador zu importieren“, erzählt Schättgen im Podcast ekonomy mit K. Dementsprechend konnte sie nicht mehr nach Ecuador reisen. „Ich habe Anfang 2020 gegründet und wollte Workshops und Kaffeeevents machen – die haben dann pandemiebedingt natürlich nicht so gut funktioniert.“

    Gemeinsam haben beide im Herbst 2020 Giovanna Kaffee gegründet, um Hidalgos Kaffee über einen von Schättgen betriebenen Onlineshop zu verkaufen. Fair und nachhaltig sollten Produktion und Handel sein, damit das Geld in die richtigen Hände fließt, wie Hidalgo in einer Sprachnachricht erklärt. „Ich wollte den Rohkaffeeimport anders machen, ich wollte das so direkt, so fair, so nachhaltig wie möglich machen“ – daher stünden zwischen den Kaffeeproduzenten und Kaffeekonsumenten lediglich Schättgen und sie selbst. Gehälter der Produzenten beispielsweise seien einsehbar. Hidaldo sagt, sie wäre zweimal im Jahr vor Ort, einmal vor und einmal während der Ernte, um sich mit den Kaffeeproduzentinnen auszutauschen, die Qualität zu optimieren und neue Produzentinnen zu schulen.

    Die Zusammenarbeit findet beispielsweise mit einer Frauenkooperative statt, zu der sich rund 400 Frauen aus Ecuador zusammengeschlossen haben, um ihren in Mischkultur angebauten Kaffee gemeinsam zu vermarkten. „Oft ist es so, dass Frauen in Kooperativen produzieren, die aber von einem Mann verwaltet werden“, bei dieser sei es anders, so Schättgen. „Es gibt so viele Frauen, die im Kaffeebereich arbeiten, aber meist sind sie diejenigen, die hinter der Theke stehen und den Kaffee anbauen – sobald es aber um die Verwaltung und irgendwas mit Geld geht, liegt es in Männerhand.“ Sie wollten sich als Frauen in den Vordergrund stellen. „Es geht darum, präsent zu sein, damit sich andere Frauen und Mädchen vorstellen können, das auch zu machen.“

    Der Onlineshop von Giovanna Kaffee soll schon Anfang März durch ein Ladenlokal ergänzt werden. Am Kleinen Griechenmarkt, zwischen Wolkenburg und Agrippabad, haben die beiden eher zufällig über Ebay Kleinanzeigen einen Laden gefunden, „der sehr unscheinbar aussah und nicht immens hohe Mieten hatte". Primär soll dort der – auch unverpackt mögliche – Kaffeebohnenverkauf stattfinden, außerdem sollen dort Workshops und Vorträge angeboten werden.

    Finanziert haben sie den Laden durch ein Crowdfunding, bei dem sie 17.000 Euro eingesammelt haben. "Es werden jetzt Möbel gebaut, das ist das kostenintensivste, außerdem haben wir ein paar gebrauchte Sachen von anderen Röstereien gekauft“, sagt Schättgen. Generell sei die Zusammenarbeit mit anderen Röstereien sehr gut, so werden die beiden auch weiterhin die Röstmaschinen von anderen lokalen Anbietern nutzen.

    Auch, wenn in den letzten Jahren immer mehr lokale Röstereien eröffnet haben, sei der Markt nicht gesättigt, so Schättgen. Ihr Anteil liege gerade mal bei rund fünf Prozent. Mit Blick auf die Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhne wird sie skeptisch: „Wenn ich in den Supermarkt gehe und da ein Kilogramm Fairtrade-gesiegelter Kaffee sechs Euro kostet, wovon 2,19 Euro Kaffeesteuer abgehen, dann kann das einfach nicht funktionieren. An der anderen Seite kann nicht genug übrig bleiben, weil da viele Menschen zwischen stecken, die alle davon leben wollen.“ Daher empfiehlt Schättgen, genau auf Transparenz zu achten und lieber bei lokalen Röstereien zu kaufen. „Bei Kaffee aus dem Supermarkt läuft meistens sehr viel schief.“

    1 hr 4 min
  • Ohne Eventim „hätten wir Insolvenz anmelden müssen“
    Lanxess-Arena-Chef Stefan Löcher

    Lesen Sie den Artikel zum Podcast auf ksta.de

    Hunderte Absagen und verschobene Veranstaltungen, harte Auflagen für die Besucherzahlen – die Lanxess Arena ist von der Pandemie getroffen. Dennoch sagt Arena-Geschäftsführer Stefan Löcher, dass das Unternehmen „zumindest klarkomme“ und keine hohen Verluste mache, auch nicht im Jahr 2022 – vorausgesetzt es gebe bald wieder eine Normalisierung der Regeln für Veranstalter.

    In den ersten zehn Jahren des Bestehens ab 1999 sei das anders gewesen. Da habe quasi fortwährend die Insolvenz gedroht, berichtet der 50-Jährige. Er arbeitet seit 22 Jahren für die Arena und ist seit 2010 alleiniger Geschäftsführer.

    Seit einigen Jahren betreibt Löcher die Arena im Auftrag des Konzernveranstalters und Tickethändlers CTS Eventim. Die Muttergesellschaft hilft jetzt, die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Krise zu überbrücken.

    So stellte Eventim im vergangenen Jahr eine explizite Bescheinigung aus, für alle Verpflichtung der Arena im Jahr 2021 einzustehen. „Hätten wir diese Konzernstruktur nicht und wären noch in der alten Struktur, hätten wir mit Sicherheit schon längst Insolvenz anmelden müssen“, sagt Löcher.

    44 min
  • „In 30 Berufsjahren habe ich das überhaupt noch nicht erlebt“
    Rhein-Energie-Chef Dieter Steinkamp über Strom- und Gaspreise und CO2-Neutralität

    Normalerweise freuen sich Unternehmen über neue Kunden. Doch die teilweise enormen Preissprünge auf dem Strom- und Gasmarkt in den vergangenen Monaten haben zur verkehrten Welt geführt. Stromanbieter wussten nicht so recht, was sie mit neuen Kunden anfangen sollten – auch die Rhein-Energie. Zeitweise verweigerte sie freiwillige Wechsel in die eigenen Tarife.

    Das Unternehmen ist in Köln und der Region mit seinen Beteiligungen an regionalen Stadtwerken der sogenannte Grundversorger für Strom und Gas. Als Grundversorger muss das Unternehmen einspringen, wenn andere Lieferanten ausfallen. Und das ist zuletzt reihenweise passiert - durch Insolvenzen oder Kündigungen.

    „Wir haben inzwischen rund 25.000 Kunden (…) auf den Tisch gelegt bekommen“, sagt Rhein-Energie-Chef Dieter Steinkamp. Alle erhielten Strom und Gas, doch die benötigten Energiemengen hatten die Kölner nicht im Einkauf vorhersehen können. Dadurch musste die Rhein-Energie zu hohen Preisen adhoc an der Börse zukaufen und die Endtarife teilweise drastisch erhöhen.

    Im Podcast kündigt Steinkamp eine Normalisierung an. Der zwischenzeitliche Rekordpreis von 72,8 Cent für Neukunden in der Strom-Grundversorgung werde reduziert. Für Bestandskunden bietet der Ausblick nach vorne wenig Erquickliches: Der Strompreis werde solange wie möglich stabil gehalten, doch der Gaspreis voraussichtlich noch ein weiteres Mal im Jahr 2022 erhöht werden - nach einer ersten Erhöhung zum Jahreswechsel.

    Das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 wird Steinkamps Nachfolger Andreas Feicht vorantreiben müssen. Bislang hat das Unternehmen ein sehr kleines Portfolio an eigener Solar- und Windstromproduktion, produziert hauptsächlich mit Erdgas und setzt die komplette Ökostromversorgung der Privatkunden durch den Zukauf von europäischen Ökostrom um.

    50 min
  • „Wir werden leider bis heute in die Schublade Freizeit gesteckt"
    Just-Fit-Mitgründer und -Chef Frank Böhme spricht über das Image der Fitnessbranche und über ihre schwierige Situation in der Coronakrise.

    Dieses Jahr feiert die Fitnessstudio-Kette „Just Fit“ ihr zwanzigjähriges Bestehen. Gemeinsam mit seinem besten Freund Hans Schwarzenberg sowie mit seinem Bruder Jörg und seinem Cousin Michael hat Frank Böhme das Unternehmen im Jahr 2002 gegründet. Mittlerweile betreibt das Unternehmen über 20 Objekte im Großraum Köln. Mit unterschiedlichen Konzepten, um sowohl mit den günstigen als auch mit den hochpreisigen Konkurrenten mitzuhalten. Böhme selber führt den Erfolg aber nicht nur darauf zurück, sondern besonders auf seine Mitarbeiter, wie er immer wieder betont.

    Zwar ist das Geschäft mit der Fitness in den letzten Jahren extrem gewachsen, doch umso härter wurde es durch die Coronakrise erwischt. Fitnessstudios mussten als erste schließen und durften als letzte wieder öffnen. Böhme hat etliche Maßnahmen und Investitionen getroffen wie zum Beispiel neue Lüftungsanlagen zu installieren, um den Clubbetrieb sicher gestalten zu können. Doch in der Zwischenzeit haben etliche Nutzer gekündigt. Die seit Ende Dezember geltende 2G+-Regelung dürfte die Situation nicht vereinfachen. Die Regierung für ihre Maßnahmen zu kritisieren hingegen, sei einfach, so Böhme. „Ich hätte als Unternehmer das ein oder andere sicher anders gemacht als die Regierung“, sagt er.

    "Ich hätte mir gewünscht, dass die Gesundheitsbranche Fitness mehr gesehen wird", sagt Böhme, der auch politisch für die Branche aktiv ist. Zwar gebe es auch die stereotypischen Bizepstrainierer, aber er verweist vor allem auf ältere oder erkrankte Menschen, die das Studio bräuchten, um gesund und aktiv zu bleiben. „Wir werden leider bis heute in die Schublade Freizeit gesteckt.“

    Während der Lockdowns hat das Unternehmen keine Einnahmen durch Clubmitglieder erhalten. "Wir verschulden uns lieber beim Staat", sagt Böhme. Man habe alle Vermieter, Dienstleister bezahlt, auch die Zentrale sei voll weitergelaufen.

    „Wir haben alles bezahlt, aber wir haben uns dafür für die nächsten Jahre leider extrem verschuldet“.

    Wie Just Fit sein Jubiläumsjahr feiern wird, sei aufgrund der Pandemie noch nicht klar, sagt Böhme. Pläne für die Zukunft des Unternehmens hat er allerdings einige, wie er im Podcast andeutet.

    1 hr 7 min
  • „Wir hatten dramatische Situationen mit Impfgegnern“
    Susanne Jost, St. Agatha Krankenhaus, Köln-Niehl

    Das Kölner Krankenhauses St. Agatha ist klein, das Haus hat insgesamt nur etwa 170 Betten. Doch natürlich versorgen auch dort die Ärztinnen und Ärzte, die Pflegerinnen und Pfleger Corona-Patienten auf der Intensivstation. Geschäftsführerin Susanne Jost berichtet im Gespräch von einigen besonders dramatischen Vorfällen.

    Zwei Impfgegner hätten „trotz ausführlicher Erklärung durch unsere Ärzte und durch unsere Pflegenden, was ihnen in den nächsten Tagen, in den nächsten Stunden passieren wird […] trotzdem unser Haus verlassen und sind dann zu einem viel zu späten Zeitpunkt erneut mit dem Rettungsdienst wieder zu uns eingeliefert worden und wir konnten dann eben nicht mehr helfen.“

    Im Interview spricht Jost auch über die Leistung und Belastung der Pflegekräfte. „Wir haben sicherlich sehr gefrustete Mitarbeiter. Das wäre absurd, das anders darzustellen“, sagt sie. Neben der psychischen Belastung seien vor allem beanspruchende Arbeitszeiten an Randzeiten und Wochenendzeiten eine Herausforderung, um neues Personal zu finden.

    Sie erwartet auch, das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Unternehmen wegen der Impfpflicht für Gesundheitsberufe verlassen werden: „Ich denke bei den wenigen, zumindest bei uns, die sich gegen eine Impfung ausgesprochen haben, wird es nach jetzt zwei Jahren sehr, sehr schwierig sein, sie von etwas anderem zu überzeugen.“

    Für die Zukunft des Krankenhauses setzt Jost weiter auf Spezialisierung: Schilddrüsen-Operationen und die Psychatrie und psychosomatische Versorgung sind die Spezialgebiete in dem Niehler Krankenhaus.

    40 min
  • „Als Büroentwickler darf man oft umziehen“
    Der Chef des Kölner Immobilienunternehmens Art Invest Real Estate spricht über den IHK-Häuserstreit und den Gewerbekomplex in Mülheim.

    Ein Vorzeigeprojekt von Art Invest Real Estate ist aktuell ein komplett neu entwickeltes Quartier namens I/D Cologne auf dem Gelände des ehemaligen Mülheimer Güterbahnhofs. Bis 2026 sollen auf rund sieben Hektar Fläche etliche Gebäude mit Büroflächen, gastronomischem Angebot sowie ein Fitnessstudio, ein Sportplatz und öffentliche Plätze entstehen. Prominente Mieter und Käufer gibt es mit Siemens, Cancom, Design Offices, L’Osteria und Five Guys schon einige.

    Zunächst erhielt das Projekt jedoch Gegenwind. Mülheimer Interessensvertreter hatten sich darum bemüht, dass auf dem Gelände Flächen für den dringend in der Stadt benötigten Wohnraum ausgewiesen werden. Nun ist es aber doch ein Büroensemble geworden. „Das ist städtebaurechtlich nicht anders möglich, weil wir immer noch nah an produzierenden Industriebetrieben sind“, sagt Art-Invest-Chef Markus Wiedenmann. Diese hätten ein Lärmemissionsrecht. „So begrüßenswert die Schaffung von Wohnraum ist, darf sie auch nicht dazu führen, dass Industrie und Gewerbe massiv aus der Stadt vertrieben werden.“ Er baut aber darauf, dass die Lärmschutzregeln für urbane Gebiete in Zukunft etwas gesenkt werden, damit in solchen Gebieten ebenfalls mehr Wohnraum geschaffen werden kann.

    Neben Köln ist Art Invest auch in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Wien und London vertreten, dabei hat Wiedenmann das Unternehmen erst im Jahre 2010 mitgegründet. Zuvor war er beim Immobilienunternehmen Tishman Speyer in Frankfurt beschäftigt, doch die Stadt bezeichnet er als ‚Übergangsstadt für einige Jahre‘. „Der Treiber war eigentlich die private Situation: Meine Frau und ich hatten das Glück, dass sie mit Zwillingen schwanger wurde. Die bevorstehende Geburt war dann der Anlass in unsere Heimatstadt Köln zurückzukehren und auch der Anstoß, in Köln ein neues Betätigungsfeld zu suchen und mit Partnern Art Invest zu gründen“.

    Die IHK und das Lofthaus

    Mit der Industrie- und Handelsammer (IHK) Köln hatte Art Invest zuletzt einen größeren Kunden. Diese wollte ursprünglich auf dem Gelände des I/D Cologne einen von Wiedenmanns Unternehmen entwickelten neuen Sitz namens Lofthaus beziehen, da die Sanierung des bisherigen Sitz zu teuer geworden wäre. Doch schon vor diesem Beschluss brach unter den IHK-Mitgliedern wegen der Uneinigkeit mit dem Umgang des Kammersitzes ein regelrechter Streit aus. Er endete darin, dass man sich letztlich gegen das Lofthaus entschied und der Kauf rückabgewickelt wurde.

    „Wir finden es schade, dass sich die IHK unter der neuen Führung eine neue Vision aufgespannt hat – ich kann die Vision aber verstehen, so ist es nicht“, sagt Wiedenmann. Nicht nur das, auch hatte Art Invest das Gebäude stark auf die Wünsche der IHK ausgerichtet. „Wir sind jetzt erstmal sehr zuversichtlich, dass wir im kommenden Jahr einen guten Ersatz für die IHK finden.“

    52 min
  • „Es gibt Lieferprobleme an jeder Ecke“
    Maneli Rezvani ist Kölner Großhändlerin für Smartphones und Tablets.

    Im Jahr 1987 kam Maneli Rezvani mit Ihren Eltern aus dem Iran nach Köln. „Am 11. November sind wir in Frankfurt gelandet, sind nach Köln und da hat man schon die ersten Jecken gesehen. Und wir dachten, alle Kölner seien so!“, erinnert sie sich.

    In den Jahren danach wurde sie nicht nur selber jeck, sondern startete zunächst als Event-Managerin, dann als Managerin in Mobilfunkunternehmen und gründete schließlich ihr Großhandelsunternehmen iVisions. Sie verkauft mit 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Elektronik an Netzbetreiber und Großkunden.

    Mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft sieht sie Lieferengpässe. „Es sind abertausende Bestellungen, die nicht bedient werden können – aufgrund der Lieferstörungen. Wir sind aber nicht die einzigen Betroffenen, die gesamte Industrie ist betroffen. Wir können nur hoffen, dass wir Anfang des Jahres ein wenig mehr an Problembewältigung erreichen können.“, sagt sie. Es seien aus Asien kaum Container frei und die Luftfracht habe nur begrenzte Kapazität, um das zu kompensieren.

    Trotz der Herausforderungen wächst die Firma. Sie suche „nach Talenten und neuen Mitarbeitern. Es ist nicht einfach, an gute Leute ranzukommen.“

    36 min

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Das K steht für Köln – und so sprechen im Wechsel Martin Dowideit und Michael Greuel, Mitglieder der Chefredaktion des Kölner Stadt-Anzeiger, in ekonomy mit K mit interessanten Persönlichkeiten der Wirtschaft aus Köln und der Region. Themen sind Erfolge und Niederlagen, unternehmerische Herausforderungen und das Verhältnis zu Köln und der Region. Zum Interview kommen Wirtschaftsgrößen, aber auch Unternehmerinnen und Unternehmer mit einfach interessanten Geschichten, Werdegängen und Lösungsansätzen.

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