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Die Votivkirche hätte auch in der Nähe des Oberen Belvedere stehen können. Für das Rathaus war schon die Baugrube gegenüber dem Stadtpark ausgehoben, von den Wienern respektlos "Communalloch" genannt. Die Universität hätte im Bereich Schwarzspanierstraße, bzw. heutigem Standort der Votivkirche gebaut werden sollen, davon zeugt noch Ferstels altes Chemisches Institut auf der Währinger Straße. Das Parlament sollte in zwei getrennten Häusern tagen. Für das Wiener Stadtmuseum war die Schmelz vorgesehen, obwohl Otto Wagner den Karlsplatz bevorzugte. Alle Gebäude sind da - aber eben woanders.
Weiter geht es in dieser Staffel mit Bauten und städtebaulichen Maßnahmen für Wien, die teilweise von öffentlichen Stellen ausgeschrieben waren, oft aber auch von Architekten als nötig erachtet, ausgearbeitet und öffentlich gemacht wurden, dann aber wieder in der Versenkung verschwanden. Einige Ideen waren großartig, andere kurios, die meisten dem Zeitgeschmack unterworfen, alle aber hätten das Stadtbild von Wien nachhaltig verändert.
Die Idee, über geplante, aber nicht ausgeführte Projekte in Wien zu sprechen, bestand schon einige Zeit und kommt jetzt, bestärkt durch eine Führung im Wien Museum zur Ausführung. Wir beginnen in dieser Folge mit Verkehrsprojekten seit dem 19. Jahrhundert. Der Bogen spannt sich von der Idee einer Pferdeeisenbahn im ehemaligen Stadtgraben bis zu einem Zentralbahnhof auf der Donauinsel. Wien wäre wahrlich anders, wenn einige dieser Pläne umgesetzt worden wären! Wir danken dem Wien Museum für die Anregungen!
Der Begriff "Hoflieferanten" scheint erstmals 1782 im Hofkalender auf. Darunter gab es nicht nur Erzeuger und Lieferanten von Luxuswaren, sondern auch heute nicht mehr gebräuchliche Berufe wie Peitschenmacher, Blasebalgerzeuger u.a.m. Im ausgehenden 18. Jahrhundert zählten dazu nicht einmal dreißig Berufe, am Ende der Monarchie waren 506 Hoflieferanten bekannt, darunter Juweliere, Schneider, Klavierfabrikanten ebenso wie Lieferanten von Gütern des täglichen Lebens. Tauchen wir ein in die Welt der K.u.K. Hoflieferanten!
Obwohl der Kohlmarkt streckenmäßig nicht sehr lang ist, hat er viel an Geschichte und G´schichtln zu bieten. Daher gibt es eine dritte Folge über diese teuerste Straße Wiens, in der wir von der Hofkonditorei Demel und anderen Hoflieferanten, die sich in der Nähe der Hofburg angesiedelt haben, berichten.
Weiter geht es am Kohlmarkt: Einerseits mit Lustbarkeiten, sei es das Wachsfigurenmuseum des Joseph Müller, sei es das Kohlmarktkino, seien es die zahlreichen Kaffeehäuser, sei es die Sardellenkönigin, andrerseits mit den Geschäften von weltberühmten Marken, welchen leider zahlreiche alteingesessene Läden weichen mussten. Ebenso bekannt wie Adolf Loos zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Hans Hollein im letzten Drittel, auch seine Handschrift ist am Kohlmarkt zu sehen. Davon und von einigen G´schichtln dahinter erzählen wir in dieser Folge.
Der Kohlmarkt, schon in der Zeiten Vindobonas einer der wichtigsten Handelswege nach Westen, hat seinen Namen vom Handel mit Holzkohle. Schon seit dem 12. Jahrhundert wurde er besiedelt, jedes Haus hat eine andere Geschichte zu erzählen. Der Kohlmarkt ist eigentlich gar keine Einkaufsstraße.
Nicht nur auf dem sie umgebenden Friedhof, auch unter der Michaelerkirche wurden Bestattungen vorgenommen. Während vom Friedhof keine Spur mehr sichtbar ist, sind in der Gruft noch Särge aus lange zurückliegenden Zeiten erhalten. In der Kirche selbst sind Grabplatten von hier beerdigten Personen sichtbar. Auf einer Fläche von 800 m2 befinden sich 19 Grüfte, die miteinander verbunden sind, weitere sechs sind nicht zugänglich, Durch einen ständigen Luftzug, der durch Öffnungen von der Gruft ins Freie entstand, sowie eine gleichmäßige Temperatur wurden manche Leichen mumifiziert, manche sind skelettiert.
Gastmoderation: Daniela Kraus
Der Michaelerplatz hat seit der Römerzeit große Bedeutung. Im Laufe der Zeit hat er sich von einer Kreuzung zu einem der wichtigsten und repräsentativsten Plätze Wiens entwickelt, einerseits zur Einstimmung auf die Hofburg, andrerseits als "architektonisches Stillexikon", hier kann man die Stilentwicklung durch die Jahrhunderte verfolgen.
https://on.orf.at/video/14323163/studio-2-vom-15052026
Gastmoderatorin: Daniela Kraus
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