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Maria und Alexandra renovieren ein Haus in Sibiel, einem Dorf in den rumänischen Karpaten. Sie schleifen Dielen, schmieden Türgriffe, arbeiten Fensterrahmen auf, dichten das Dach ab. Sie sprechen zum ersten Mal über den Umgang mit ihrer Trauer. Ihr Vater Alexandru oder Tata, Rumänisch für Papa, ist 2013 mit 83 Jahren gestorben. Da war Maria 24, Alexandra 21 Jahre alt.
Er war nie ganz in Deutschland angekommen, sein Herz für immer in Rumänien geblieben, in dem Land, das er auf der Flucht vor dem kommunistischen Regime Ceausescus verlassen hatte. Sein Testament endete mit den Worten, dass seine Töchter in seinem Willen weiterleben sollen. Was heißt das? Wie sollen sie leben? Hütete der Vater ein Geheimnis? Eine Audiodoku über die Suche nach einer Familiengeschichte zwischen Rumänien und Deutschland, zwischen kommunistischem Regime und Demokratie, Freiheit und Exil, Republik und Revolution, Sehnsucht und Schweigen.
Von Alexandra Bidian
Regie: Giuseppe Maio
Der gleichnamige Dokumentarfilm in der ARD Mediathek: https://www.ardmediathek.de/film/schon-lange-kein-fruehling-mein-vater-rumaenien-und-ich/Y3JpZDovL25kci5kZS80ODc4IHByb3BsYW5fMTk2MzMyNTQ0
Die Sächsische Schweiz – auch Elbsandsteingebirge genannt – gehört zu den attraktivsten Klettergebieten Deutschlands. Jedes Jahr besuchen mehr als zwei Millionen Besucher das Gebiet zwischen Erzgebirge und Lausitzer Bergland, dringen zahlreiche Bergsteiger auf ihrer Suche nach neuen Aufstiegen in die hintersten Winkel des Gebirges vor.
Der Autor Tobias Barth, selbst begeisterter Hobbysportler, begibt sich mit dem Rucksack, Seil und Mikrophon in die Bergwelt, übernachtet unter Felsüberhängen und trifft bei seinen Touren Wochenendkletterer und Sportfreunde, die seit ihrer Kindheit in die Felswände steigen.
Von Tobias Barth
Regie: Ingo Colbow
Tausende Totenschädel aus Afrika lagern in den ethnologischen Museen Deutschlands. Im Deutschen Kaiserreich wollte man an diesen Relikten wissenschaftlich beweisen, dass die Bewohner Afrikas „Untermenschen“ waren. Jahrzehntelang hat der pensionierte Gymnasial-Lehrer Gerhard Ziegenfuß dafür gekämpft, dass ein Schädel, ein Mitbringsel seines Großonkels und Missionars Alois Ziegenfuß, dorthin zurückgebracht wurde, wo er hingehörte: Nach Namibia, ehemals Deutsch-Südwestafrika. Nachdem dies 2018 erfolgt war, hätte sich der 80-Jährige endlich zur Ruhe setzen können. Doch zu viele Fragen standen noch offen. Welche Rolle spielten die deutschen Missionare während des Aufstands der Herero- und Nama-Ethnien? Inwiefern trugen sie zum Völkermord bei? Die Rolle der deutschen Kirche in Deutsch-Südwestafrika ist in seiner Tragweite noch nicht erfasst.
Autor: Bernhard Pfletschinger
Eine jesidische Familie zwischen Hoffnung und Abschiebung
Im Sommer 2014 überfällt der sogenannte Islamische Staat den Nordirak. Tausende Jesidinnen und Jesiden werden ermordet, entführt und versklavt. Familie Qasim überlebt den Völkermord nur knapp. Jahre später findet sie Schutz in Deutschland – wo der Bundestag den Jesiden öffentlich Sicherheit zugesagt hatte. Doch plötzlich droht der sechsköpfigen Familie die Abschiebung. Sie seien Wirtschaftsflüchtlinge, heißt es, ihre Heimat sei mittlerweile wieder sicher. Die Familie beschließt, gegen den Ablehnungsbescheid zu klagen.
Während in Deutschland die rechtlichen Verfahren laufen, reisen die Autorinnen in den Nordirak. Sie besuchen das während des Kriegs zerstörte Haus der Familie Qasim, sprechen mit Angehörigen und fragen: Wie sicher ist die Region heute wirklich für Jesidinnen und Jesiden? Und welche Perspektiven haben Rückkehrerinnen und Rückkehrer?
Am 22. Juli 2025 eskaliert der Fall Qasim: Mitten in der Nacht wird die Familie aus ihrer Unterkunft in Lychen geholt und in den Irak abgeschoben – obwohl ein Urteil noch unmittelbar bevorsteht. Johanna Sagmeister und Maria C. Wölfle begleiten die dramatischen Stunden zwischen Eilanträgen, widersprüchlichen Behördenaussagen und politischen Versprechen. Erst durch die Berichterstattung der Autorinnen für den rbb wird der Fall bundesweit bekannt. Medien, Politik und Öffentlichkeit reagieren, der brandenburgische Innenminister schaltet sich ein und kündigt an, die Familie zurückholen zu wollen. Am Ende entscheiden elf Minuten über das Schicksal der Familie.
Autorinnen: Maria Caroline Wölfle & Johanna Sagmeister
Party. Ohrenbetäubende Salsa-Kombo. Auf der Tanzfläche paradieren Männer mit bestickten Kleidern und Blumen im Haar, andere stolzieren in Anzügen wie Pfauen umher. Berlin? San Francisco? Ein Event zum Christopher Street Day? Nein, ein kleiner Ort im Südwesten Mexikos - einem Land, das sonst eher für Machismo und Homophobie bekannt ist. Hier im erzkatholischen Juchitán werden die „Muxes“ gefeiert – das „dritte Geschlecht“: feminine Männer, Männer in Frauenkleidern, Trans-Frauen, homo- oder bisexuell orientiert. Der Großteil der Bevölkerung liebt ihre Muxes, ist stolz auf die Diversität, die als Teil der uralten Kultur der Zapoteken verstanden wird. Und doch ist Juchitán alles andere als ein queeres Paradies. Diskriminierung auch innerhalb der Familien und brutale Überfälle auf Muxe gehören hier zur Tagesordnung. Mit: Carolina Vera, Inka Löwendorf, Ole Lagerpusch u.a. Produktion: rbb/NDR 2019 Regie: Philippe Brühl Redaktion: Gabriela Hermer
Im gesamten arabischen Raum ist die syrische Sängerin Mais Harb ein Star. Mit ihren Songs, die sie während des Krieges geschrieben hat, wurde sie zur Stimme all derer, die gegen das fanatische Blutvergießen und Morden sind.
Von Gabriela Hermer
Mit Malina Ebert, Gabriela Hermer Meriam Abbas
Brodski Varoš ist ein unscheinbarer Ort im Osten Kroatiens. Hier, im Hinterhof einer kleinen Provinz-Schule, lebt der pensionierte Hausmeister Stjepan Vokić. Vor 28 Jahren rettete Stjepan einer verletzten Baby-Störchin das Leben. Da sie nicht mehr fliegen konnte, nahm er sie zu sich, baute ihr ein Nest und nannte sie "Malena" – auf Kroatisch: "Die Kleine".
Dann, 2002, trat ein männlicher Storch in ihr Leben: Klepetan, der "Klapperer". Seitdem kam Klepetan jedes Jahr zu Malena. Sie verbrachten die Sommermonate im Nest zusammen mit ihrer Brut, bis Klepetan und die Kleinen sich am Ende des Sommers auf den Weg nach Afrika machten. Diese außergewöhnliche Liebesgeschichte aus Kroatien lockte jede Menge Journalisten und Besucher aus der ganzen Welt in Stjepans Hinterhof. Doch hinter dem wunderbaren Märchen steckt das tägliche Leben eines Mannes, der sich abmüht, die Storchendame am Leben zu erhalten.
Die kroatische Originalfassung des Features wurde mit dem Prix Europa 2021 ausgezeichnet.
Von Marta Medvešek
Regie: Marta Medvešek, Bodo Pasternak
In fast jeder Familie gibt es Geheimnisse. Etwas steht im Raum, über das nicht gesprochen wird. Auch in der Familie unserer Autorin Merle Hilbk gab es solch ein Geheiminis – über zwei Generationen hinweg. Bis sich ein unbekannter Mann mit russischem Akzent meldete, der den Namen der Familie nicht richtig aussprechen konnte – aber behauptete, sie seien verwandt.
Um das Rätsel ihrer Verwandtschaft zu lösen, forschte die Autorin über viele Jahre hinweg in Archiven, fand bisher unbekannte Fotos auf dem Dachboden ihrer Eltern und reiste bis nach Kasachstan. Eine bewegende Spurensuche nach den gemeinsamen Wurzeln und verborgenen Geheimnissen einer Familie, die durch Diktaturen und Kriege zerbrochen wurde.
Von Merle Hilbk
Sprecher*innen: Yekaterina Nesytowa, Timo Weisschnur, Torsten Föste
Nach 28 Jahren verliert Norbert Kabbeck seinen Arbeitsplatz als Schlosser. Mit der Arbeit sind die sozialen Kontakte zu den Kolleg:innen verschwunden, der Rhythmus des Lebens ist verloren gegangen. Plötzlich ist nichts mehr wie vorher. Mit knapp 50 Jahren wird Norbert zum Handlanger bei Zeitarbeitsfirmen. Erstsendung: 21.2.2007 Autor und Regisseur: Reinhard Schneider Produktion: rbb/DLR Kultur/WDR 2007
Leben, schreiben, atmen. Eine Einladung zum Schreiben“ – so heißt eines der erfolgreichen Bücher von Doris Dörrie. Schon der Titel sagt, wohin die Reise geht: ins eigene Leben. Doris Dörrie will Lust machen, dieses Leben im eigenen Schreiben neu zu entdecken und es wiederum als Inspirationsquelle für das Schreiben zu nutzen. In ihren Lesungen lässt sie das Publikum schreiben und erntet hunderte glücklicher Gesichter. Der Autor Horst Konietzny begleitet Doris Dörrie bei ihrer Arbeit und betreibt mit ihren Anregungen den Selbstversuch, glücklich zu werden. Produktion: rbb 2020 Regie: Horst Konietzny
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