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Andreas Zimmermann zeigt in seiner Ausstellung in der FHV Galerie Fotoarbeiten, in denen er sich mit dem Kinderspielzeug LEGO, einem System zur Imitation von Realität, auseinandersetzt.
Während in früheren Arbeiten von Zimmermann das Gegenständliche im Vordergrund stand und die digitalen Konstruktionsergebnisse erst beim näheren Betrachten ihre abstrakten Strukturen offenbarten, verkehrt er in seinen neuen Arbeiten diese Regel ins Gegenteil. Die Fotografien geben sich zunächst als abstrakte Konstruktionsergebnisse zu erkennen, bei denen systematische Anordnungen dominieren. Dem Betrachter und der Betrachterin zeigt sich eine rhythmische Struktur, die sich perspektivisch bis ins Unendliche zu erstrecken scheint. Erst durch das visuelle Sezieren der Bildelemente treten Perspektiven zutage, die sich mit Hilfe von Erinnerungsprozessen als architektonische Gebilde entschlüsseln lassen. Der Entstehungsprozess seiner Bildkonstruktionen ist dabei unverändert geblieben. Zimmermann baut auch für seine neuen Arbeiten mit Hilfe von LEGO- Steinen Modelle von Bauwerken, die er nach und nach fotografisch ablichtet. Bis zu 200 Einzelaufnahmen werden von ihm am Computer zusammengesetzt, bis eine Struktur entsteht, die entweder in ihrer Gesamtheit oder aufgrund der Summe ihrer Einzelteile an Stadtlandschaften oder Hochhäuser erinnert. Das für LEGO typische Baukastensystem findet in der computergestützten Bearbeitung durch Zimmermann seine logische Weiterführung.
Blumen stehen für Schönheit und Vollkommenheit, versinnbildlichen aber ebenso Vergänglichkeit und Tod. Seit Beginn der Fotografie wurden blühende Pflanzen in ihrer vergänglichen Schönheit abgelichtet. Karl Blossfeldt, Irving Penn, Edward Weston, Robert Mapplethorpe kommen uns in den Sinn, wenn wir an fotografische Abbildungen von Blumen denken. Ornamentales, Graphisches, Abstraktes, Erotisches entdecken wir in ihren Bildern.
Annabelle Fürstenau erweitert das Spektrum der Pflanzenfotografie um eine zunächst typologisch, fast botanisch-wissenschaftlich anmutende Facette. Für ihre Fotografien bricht sie die vollkommene Schönheit unversehrter Blütenstände, zerlegt sie in ihre einzelnen Bestandteile und ordnet diese neu an. Immer gleiche Teile werden zueinander sortiert, es entstehen Anordnungen von Wiederholungen und Varianten aus dem „Zeichensatz“ je einer Pflanze. Doch diese Ordnung besteht nur für kurze Zeit: eine falsche Bewegung während der Arbeit, ein heftiger Atemzug und aus der fragilen Ordnung entsteht Chaos. Und schon kurze Zeit nach der Aufnahme welken die Pflanzenteile und das Bild wandelt sich erneut.
Die Fotografie bewahrt das Bild der von der Künstlerin erarbeiteten temporären Ordnung und jenes der unversehrten frischen Pflanzenteile. Nur hie und da schleicht sich die Vergänglichkeit gleich einem Kommentar ins Bild: ein welkes Blatt, eine braune Stelle in der sonst makellosen Schönheit, ein Teil, das „aus der Reihe tanzt“ oder sich anders krümmt als die nebenliegenden Teile es tun.
Die Ästhetik der Bilder weist über die sachliche Ordnung des Botanischen hinaus: Sie entziehen sich in ihrer eigenartigen Schönheit der rein wissenschaftlichen Betrachtung. Im Ergebnis assoziieren die Neuordnungen der Blütenteile eine bekannt wirkende, doch unlesbare Schrift. Die Blätter scheinen mit rätselhaften Zeichen bedeckt, gleich einer unbekannten Blütenschrift. Diese verweist jedoch auf nichts als sich selbst. Ihr Geheimnis liegt an der Oberfläche. Die Lektüre erschließt Formen- und Farbreichtum jeweils einer bestimmen Blüte, eines bestimmten Blütenstandes.
Er gehört zur Königsklasse aller Publikationsarten von Fotografie: der Bildband
Einige der besten internationalen Neuheiten, die im letzten Jahr erschienen sind, werden beim Deutschen Fotobuchpreis ausgezeichnet und vom 4. Dezember 2012 bis 25. Jänner 2013 in der FHV Galerie gezeigt.
Der Stuttgarter Fotograf und Journalist Andreas Langen, Mitglied der Fotobuchpreis-Jury, erläutert die Konzepte und Qualitäten der diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger. Diese Einführung eröffnet die Ausstellung, in der alle prämierten Titel dem Publikum frei zugänglich sind - zum Blättern, Lesen und Genießen.
Hölderlin. Eine Winterreise
In all seinen Projekten lotet der Fotokünstler Kai-Olaf Hesse mit den Mitteln der künstlerischdokumentarischen Bildsprache Felder sozialer und historischer Landschaften aus.
"Das Ich im Anderen"
Zoltan Jokay lebt und arbeitet in München. Seit zwei Jahrzehnten gehört er zu den renommiertesten deutschen Porträtfotografen. Seine Arbeiten wurden vielfach international ausgezeichnet, u.a. erhielt er das Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung (1990), den Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie (1995) und den Förderpreis der Stadt München (2000).
Die Porträtserie Inbetweens beschäftigt sich mit der intensiven und spannungsvollen Zwischenwelt von Jugendlichen. Bei Jugendlichen entwickeln sich Körper, Psyche und Verstand in Abhängigkeit von der eigenen Erfahrung und der Umwelt, und sie tun dies unterschiedlich schnell. Während Jugendliche körperlich und intellektuell Erwachsenen ähnlich, manchmal sogar überlegen sein können, hinken die Psyche und die Selbsteinschätzung oft hinterher.
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