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Seit gut anderthalb Jahren steht Claudia Buch jetzt an der Spitze der EZB-Bankenaufsicht. Von der Omnipräsenz ihres Vorgängers Andrea Enria ist sie allerdings weit entfernt. Gefühlt verging ja kaum eine Woche, in der Enria nicht über die Ticker von "Bloomberg" oder "Reuters" lief. Der Italiener warnte die Banken vor diesem und vor jenem, fürchtete dies und fürchtete das, hatte hier eine Idee und da eine Anregung.
Claudia Buch dagegen? Hält sich sehr viel mehr zurück. Jedenfalls öffentlich. Und jedenfalls bislang. Im Jahr 2014 kam die Wirtschaftsprofessorin vom IWH (also vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle, deren Präsidentin sie war) zur Bundesbank. Dort zeichnete sie als Vizepräsidentin lange Zeit für die Bereiche Finanzstabilität bzw. Statistik verantwortlich – die Bankenaufsicht übernahm sie erst im April 2023, ein dreiviertel Jahr vor ihrem Aufstieg zur Chefin des "Single Supervisory Mechanism" der EZB.
Ein möglicher Grund für Buchs öffentliche Zurückhaltung: Während bei Enria anfangs der Verdacht mitschwang, er könnte mit Blick auf die üppigen NPL-Bestände italienischer Banken zu aufsichtlicher Nachsicht neigen, muss auch seine Nachfolgerin den Eindruck vermeiden, die Interessen der Banken ihres Heimatlands zu sehr im Blick zu haben – etwa, wenn es um die europäische Einlagensicherung geht. Es fällt jedenfalls auf, dass Buch, wenn sie bislang öffentlich in Erscheinung tritt, dies eher in ausländischen Medien wie der "Financial Times" oder bei "Le Monde" tut.
Umso stolzer sind wir, dass wir Claudia Buch als Gast für unseren kleinen Podcast haben gewinnen können. Wobei es an spannenden Themen ja nicht mangelt, von der Konsolidierung des europäischen Bankensektors (oder vom Versuch der Konsolidierung) bis hin zur "Aufsicht light"-Debatte.
Hier noch die Links zu den im Podcast erwähnten EZB-Papern:
Zur Profitabilitätslücke zwischen US-Banken und europäischen Instituten:
Zu den Effekten der "Too big to fail"-Effekten (FSB-Studie)
Zu den aufsichtlichen Vorstellungen zu M&A im Bankwesen:
==
Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de
Seit gut anderthalb Jahren steht Claudia Buch jetzt an der Spitze der EZB-Bankenaufsicht. Von der Omnipräsenz ihres Vorgängers Andrea Enria ist sie allerdings weit entfernt. Gefühlt verging ja kaum eine Woche, in der Enria nicht über die Ticker von "Bloomberg" oder "Reuters" lief. Der Italiener warnte die Banken vor diesem und vor jenem, fürchtete dies und fürchtete das, hatte hier eine Idee und da eine Anregung.
Claudia Buch dagegen? Hält sich sehr viel mehr zurück. Jedenfalls öffentlich. Und jedenfalls bislang. Im Jahr 2014 kam die Wirtschaftsprofessorin vom IWH (also vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle, deren Präsidentin sie war) zur Bundesbank. Dort zeichnete sie als Vizepräsidentin lange Zeit für die Bereiche Finanzstabilität bzw. Statistik verantwortlich – die Bankenaufsicht übernahm sie erst im April 2023, ein dreiviertel Jahr vor ihrem Aufstieg zur Chefin des "Single Supervisory Mechanism" der EZB.
Ein möglicher Grund für Buchs öffentliche Zurückhaltung: Während bei Enria anfangs der Verdacht mitschwang, er könnte mit Blick auf die üppigen NPL-Bestände italienischer Banken zu aufsichtlicher Nachsicht neigen, muss auch seine Nachfolgerin den Eindruck vermeiden, die Interessen der Banken ihres Heimatlands zu sehr im Blick zu haben – etwa, wenn es um die europäische Einlagensicherung geht. Es fällt jedenfalls auf, dass Buch, wenn sie bislang öffentlich in Erscheinung tritt, dies eher in ausländischen Medien wie der "Financial Times" oder bei "Le Monde" tut.
Umso stolzer sind wir, dass wir Claudia Buch als Gast für unseren kleinen Podcast haben gewinnen können. Wobei es an spannenden Themen ja nicht mangelt, von der Konsolidierung des europäischen Bankensektors (oder vom Versuch der Konsolidierung) bis hin zur "Aufsicht light"-Debatte.
Hier noch die Links zu den im Podcast erwähnten EZB-Papern:
Zur Profitabilitätslücke zwischen US-Banken und europäischen Instituten:
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