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Sinan Köylü (1/2 Sinu) war bei mir. Es ist wieder eine sehr politische, aktuelle Folge geworden. Sinan berichtet von rassistischen Erfahrungen und den Umgang damit. Diese Erfahrungen hat er gesammelt und in seinem neuen Song "Deutschland, Deutschland 21" verarbeitet (VÖ: 16.07.). Wir haben über den neuen Song, Rechtsruck in Europa, Identität, Hanau, Unrecht & Identität gesprochen.
Hinweis: Wir haben das Interview vor dem EM Finale und den anschließenden rassistischen Übergriffen auf BPoC in England aufgezeichnet. Deshalb werden diese Ereignisse nicht thematisiert.
Über Sinu:
SINU ist ein deutsch-türkisches Indie-Pop Duo. Tiefgehende Vibes, sphärische Klangwelten mit flirrenden, lyrischen Texten, die die deutsche Sprache geschickt und ungewohnt musikalisch einsetzen. Gefühlvoll, aufgeweckt, nachdenklich, gesellschaftskritisch.
In einer bilingualen Kindheit verwurzelt schreibt Sänger und Texter Sinan Köylü Songs auf deutsch und türkisch, die durch ihren Klangreichtum, ihre poetische Qualität und Schönheit, den Raum erfüllen und gängige Sprachklischees des Deutschen wie des Türkischen ad acta legen. Zusammen mit Drummer und Backingvokalist Tim Zeimet entsteht Musik, die hinhören lässt, einen emotionalen Sog erzeugt, in ihren Bann zieht. Musik, die nicht egal ist.
Musik die das Publikum packen, wach- und aufrütteln will. Treibende, moderne Beats, eine ungewohnt tiefe Stimme, die immer wieder plötzlich ins Falsett ausbricht, minimalistisch Gitarren und ein kathartischer Vibe zeichnen die Musik von SINU aus und erinnern an große Vorbilder wie Bon Iver, Milky Chance, Ry X.
Von Liebe über Rausch und Vergänglichkeit hin zu Rassismus- und Konsumkritik, widmen sich SINU auch jenen wichtigen Themen, die in der deutschsprachigen Poplandschaft zu wenig Beachtung finden.
Sascha und Michi von der Berliner Pop/Rock Band Alex Mofa Gang waren zu Gast. Wir haben zum Beispiel darüber gesprochen, was alles Fake ist in unseren Leben, vor allem natürlich auf Social Media, über das Soli Festival „All Hands On Deck“, über (fast) 10 Jahre Bandgeschichte und über die Doppeldeutigkeit im neuen Song „Was am Ende bleibt“ (VÖ: 02.07.21), der einerseits toxische Freundschaften und Beziehung thematisiert, andererseits aber auch als Kritik am Gesellschaftsdruck und daraus resultierender Depression verstanden werden kann.
David von Walking On Rivers aus Dortmund war da. Wir haben unter anderem über die beste vegane Pizza in Dortrmund, die neue EP "Time to Lose Control", Songtexte mit Inhalt, Konzerte und den Neuanfang der Band gesprochen,
Über Walking On Rivers (© Ina Neumayr | popup-records):
Walking On Rivers teilen mit Time To Lose Control ihre neue EP, die
am 04. Juni erschien. Die EP stellt für die einstige Indie-Folk Band aus Dortmund einen Neuanfang dar, wobei sie beweist, wie schwammig Genregrenzen sein können. Dieses musikalische ‚Out-of-the-Box‘ Denken spiegelt sich auch in den Texten der einzelnen Stücke wider, die mit einer versierten Gesellschaftskritik Hoffnung auf Veränderung geben. Dabei verlieren Walking On Rivers nichts von ihrem hoffnungsvollen Indie-Pop zwischen Folk-Pop-Melodien, treibenden Beats und Indie-Riffs, passend zum neuen Schwung im Indie-Game, der von Acts wie den Giant Rooks oder Fil Bo Riva befeuert wird.
Zusammen mit dem Produzenten Sven Ludwig (OK Kid, Xul Zolar, Lina Maly) an ihrer Seite, fanden Walking On Rivers einen Sound, der ihre Roots erkennen lässt und zugleich weit darüber hinaus wächst. So erzählen sie auf ihrer neuen EP von ihrem unbändigen Willen zum Musikmachen („Overachiever“), rufen in gesellschaftskritischer Manier zur konsequenten Veränderung des Status Quo auf („Stay In The Box“) oder regen mit Zeilen wie „Time to lose control / for all my life I’ve tried to fit the norm / I’m longing for a place to call my own“ zur Emanzipation von sozialen Normen an („Time To Lose Control“).
Nach einer EP, mehreren erfolgreichen Singles und zahlreichen Gigs auf verschiedenen Festivals, musste sich die Band nach einigen personellen Veränderungen der Frage stellen „Wo wollen wir überhaupt hin?“ – eine gute Gelegenheit für eine ehrliche Bestandsaufnahme. „Uns brachte das letzte Jahr an einen Punkt, uns dieser Frage zu stellen“, erklärt Sänger David Laudage. „Die Antwort hat uns gut gefallen. Da war so eine Art trotzige Euphorie, auf die dann eine sehr kreative Phase folgte.“ Das Ergebnis ist die neue EP Time To Lose Control (VÖ: 04.06.2021) auf der Walking On Rivers zusammenbringen, was gut zusammengehört: Simples, kraftvolles Songwriting, das den Lagerfeuer-Test besteht, gepaart mit gefühlvollen Texten und teilweise ekstatischen Arrangements. Ein beeindruckender Neuanfang.
Die Wiener Pop-Künstlerin Gini hat am Freitag (18.06.) ihre erste EP auf Englisch veröffentlicht. In ihrer Musik zelebriert sie alle Facetten des Frauseins. Als Billie Steirisch macht sie auf Tik-Tok (feministische) Comedy. Wir haben unter anderem über Stereotypen, toxische Beziehungen, Musikvideos & DIversität gesprochen.
Über Gini (© Mona-Lina Promo, Laura):
Das ehrliche und kraftvolle Debüt der aufstrebenden Musikerin und TikTokerin ist ein Aufschrei gegen sexistische Normen, Stereotype und Vorurteile. Gleichzeitig ist die Platte aber auch eine Einladung für alle, sich selbst in ihrer wunderbaren Einzigartigkeit zu feiern. Während Gini sich in der Single "Be Around" von ihrer selbstbewussten Seite zeigt und offen über Selbstbestimmung und Emanzipation spricht, lässt sie auf "Leaving You Behind" Verletzlichkeiten zu: Auf dem Song besingt sie das Ende einer toxischen Beziehung und wie schwer es manchmal ist, sich als Betroffene daraus zu lösen. In "Gameboy" wiederum verpackt sie das
Thema Beziehungen satirisch und verdeutlicht, dass sie sich nicht in Machtspiele
verwickeln lässt - ganz egal, wie niedlich und unterwürfig ihr Aussehen erscheinen mag. "Gini Tonic" liefert außerdem mehrere Soundtracks für den Sommer: so versprühen die Songs "Weekend Mode" und "Nice Place" unendlich gute Laune und warme Vibes. Der Intro-Track "Attention" zieht besonders große Aufmerksamkeit durch spannende RnB-Einflüssen auf sich.
Das sagt Gini über ihr Debüt:
"Gini Tonic ist für mich eine Art Streifzug durch die Facetten meiner Persönlichkeit. Von emotional, verletzlich bis hin zu erheiternd und satirisch ist alles enthalten. Ich denke, dass ich mit dieser EP nicht nur meine eigenen Themen, sondern auch Themen der Gesellschaft aufgreife. Ich möchte eine Stimme für Menschen, die aus dem Rahmen fallen sein. «Nur wenn wir Grenzen überschreiten, können wir was bewirken» ist das Motto. Wenn man die EP chronologisch durchhört, merkt man, dass sich die Songs von tiefgründig, dramatisch und dunkel zu happy, frech und erfrischend entwickeln. Wie eine kleine Evolution."
Die charismatische Sängerin Gini wohnt in Wien, kommt ursprünglich aber aus der Steiermark, wo auch ihr TikTok-Alter Ego "Billie Steirisch" seinen Ursprung findet. Mit feministischer Comedy, politischen Statements und satirischen Inhalten begeistert sie dort mehr als 95.000 Follower*innen. Sei es mit ihren Videos oder Songs - Gini hat immer ein großes Ziel vor Augen: Sie möchte ihren Fans Mut zusprechen, zu sich selbst zu stehen und die Kraft dafür aufzubringen, sich gegen Sexismus und andere Diskriminierungsformen zu wehren - oder ihnen zumindest zeigen, dass sie nicht alleine damit sind. Diese starke Message gelingt ihr mit eingängigen und kraftvollen Popsongs.
Kaltenkirchen war das zweite Mal bei mir. Das letzte Mal war er vor gut einem Jahr zum Interview da, aber innerhalb des Jahres ist eine Menge passiert bei ihm. Kaltenkirchen ist von einem Soloprojekt zur Gruppe aus zwei Personen geworden. Das war natürlich Thema, aber vor allem haben wir über Mental Health und Panikattacken gesprochen, denn das thematisiert Kaltenkirchen auf seinen neuen EPs.
Über Kaltenkirchen (© Antischlager):
Im ersten Halbjahr 2021 veröffentlicht Kaltenkirchen vier EPs, in denen er den Umgang mit seinen wiederkehrenden Panikattacken und deren persönlichen Verarbeitung behandelt. Die EPs, die aus jeweils drei Titeln bestehen, beziehen sich konzeptionell auf die unterschiedlichen Phasen, die Kaltenkirchen ganz persönlich mit Panik verbindet. Am 11. Juni erscheint die dritte EP: „PHASE 3: IMMER NOCH“, mit einer Mischung aus grungigem, smoothem Pop. Hoffnungsvoll und an sich selbst appellierend geht er in die vorletzte Phase seiner Verarbeitung.
Kaltenkirchen möchte mit den Releases den offenen Umgang mit Panikattacken fördern und den Diskurs rund um dieses Thema voranbringen – und sich außerdem, aufgrund der Auseinandersetzung mit dem Thema, ebenfalls seinem therapeutischen Behandlungsziel näher bringen.
Die Berlinerin Floss hat Freitag (04.06.) ihre Debut-EP released. Vor ihrer Musikkarriere arbeitete sie als Modedesignerin in Paris und L.A. für JC de Castelbajac und Jeremy Scott. Wir haben über ihren Wandel, Female Empowerment, Konsequenzen und Happiness Ping Pong gesprochen.
Über Floss:
Aufgewachsen im Norden, führte ihr bisheriger Weg über London und Hamburg nach L.A. und Paris, denn zuletzt arbeitete sie unter anderem als Modedesignerin für Fashion-Größen wie JC de Castelbajac (ihren „King of Fashion, Art & Rock & Roll“) und Jeremy Scott. Schon immer von sämtlichen Facetten der Popwelt fasziniert, zog sie 2018 aus der französischen Metropole weiter nach Berlin, wo schließlich FLOSS geboren wurde: ein Ventil, um ihre vielen, vielen
Einflüsse zu kanalisieren und sie mit weiteren persönlichen Vorlieben (satte Bässe, schillernde Farben, etwas Kitsch) zu kombinieren. Mal als Impulsgeberin für eine bessere Welt. Oder einfach für mehr Farbe, mehr Bewegung auf dem Dancefloor. Nach den allerersten Veröffentlichungen „Earth to Santa (I Am My Own Gift)“ (inkl. Video-Gastauftritt von Joko Winterscheidt als Weihnachtsmann) kündigte FLOSS, die sich im Team von curatedbyGIRLS für Gleichberechtigung und bei Junge Helden e.V. für Organspende-Aufklärung einsetzt, schon 2020 mit der Single „Floss Like A Boss“ ihre erste EP an.
(© Timo Böker, 42 Is The Answer)
Babsi Tollwut (31) aus Berlin ist Teil einer antifaschistischen und queer-feministischen Musikszene. Das zeigt sich auch in ihrer neuen EP "Rapisoden" über die wir mit ihr gesprochen haben. Es ging um Haltung, Hate, Antifaschismus, Queer-Feminismus, Rapisoden & Boom bap Rap.
Über Babsi Tollwut:
Die Rapperin und Wahl-Berlinerin Babsi Tollwut feiert Release ihrer EP „RAPISODEN“. Unter sogenannten Repisoden versteht man wiederkehrende beispielhafte Situationen und Stereotype. Im Falle der neuen EP von Babsi Tollwut vorgebracht in Rap-Form. Mit „RAPISODEN“ liefert Babsi Tollwut nicht nur einen würdigen Nachfolger ihres 2019 veröffentlichten Debütalbums „HipHop ist im Arsch“, sondern vor allem auch ein Zeugnis über ihren künstlerischen wie auch musikalischen Reifungsprozess der letzten beiden Jahren. „RAPISODEN“ erscheint mit sechs starken Tracks, die insgesamt ruhiger daherkommen, jedoch mit der für Babsi Tollwut typischen Wut und Schlagfertigkeit.
(© Mona Lina / Nelle)
Die all-female Band Dives aus Wien war da. Wir haben über Alltagssexismus, Vorurteile, Unterrepräsentanz von Frauen in der Musikbranche, das Rock am Ring Line-Up & die "Burger-Trilogie" gesprochen.
Über Dives:
Das Trio Dives aus Wien – bestehend aus Dora De Goederen, Tamara Leichtfried und Viktoria Kirner – hat schon mit seinem Debüt „Teenage Years Are Over“ erstaunlich international Wellen geschlagen. Die neue Single „Burger“ begeistert uns gleich auf mehreren Ebenen: musikalisch, lyrisch und auch in der visuellen Darreichung. „Burger“ ist ein bissig-genialer Indie-Rock-Song über Sexismen und Körpernormen, die sich nämlich vor allem im Alltag zeigen, wenn ein Dude fragt: „Can you really eat a whole burger?“ Die Single kommt außerdem mit einem von der 3D-Animationskünstlerin Sarah Kreuz realisierten Video und mit einem Game im 80ies-Style, das in jedem Browser spielbar sein wird. (© FACTORY 92)
Der Münchner Rapper tiduz. war zu Gast. Wir haben uns über Sexismus, politische Bildung, weiße Privilegien, seine EP "Milch & Honig" und seine Jugend in Hamm unterhalten.
Über tiduz.:
Deutschrap, der auf sexistische Inhalte, Mackertum und Markenfetischismus verzichtet, ist schon lange kein Nischenthema mehr. Statt toxische Männlichkeitsbilder zu reproduzieren und sich dabei die Weste mit der Ausrede von künstlerischer Freiheitreinzuwaschen, zeigen Rapper:innen, dass es auch anders geht: tiduz. ist einer von ihnen. Der Münchner MC verbindet HipHop mit Politik und schafft es dabei trotz komplexer Inhalte, einen Sound zu kreieren, der sowohl zum Feiern im Club, als auch zum darin Versinken auf langen Zugfahrten einlädt. tiduz. steckt den Finger tief in die Wunde und macht dabei keinen Unterschied, ob es die seines konservativen Nachbarn oder die eigene ist.
Bis zum Projekt tiduz. war die Reise allerdings lang. Mit 15 Jahren spielte er in seiner ersten Band als Gitarrist –erst mit 25 und einem Umzug in die Niederlande kam der Umbruch: Die Gitarre wich für das Mikrofon. Nach etlichen weiteren Umzügen, landet tiduz. 2019 schließlich in München und lernt auf einer Jam den Rapper und Produzenten Manoo kennen. Die beiden beschließen einen Song zu machen -und produzieren eine ganze EP zusammen. Auch Live stehen tiduz. und Manoo mittlerweile gemeinsam auf der Bühne und erschaffen einzigartige Konzerterlebnisse, die sämtliche HipHop-Hände mit Muskelkater nach Hause schicken.
tiduz. macht keine Musik für Hintergrundbeschallung –seine Texte verlangen nach Aufmerksamkeit. Wer genau zuhört, bekommt Geschichten erzählt, wie sonst von guten Freund:innen nach zuviel Bier. Jedoch mit mehr Struktur, perfekt geflowt und immer ohne Blatt vor dem Mund. Solange er diese gewaltige Rap-Power noch nicht live performen kann, schreibt tiduz. immer weiter an neuer Musik. 2020 erschien bereits die EP „Der Regen kommt noch“–knapp ein Jahr später legt er mit „Milch & Honig“ jetzt nach. Die ersten Songs für das nächste Release sind bereits in Arbeit.
Marcus, Andi & Lucas von Olympya waren da. Eigentlich kommen die Jungs aus’m Hip-Hop (Funkverteidiger), haben sich jetzt aber zur Band Olympya entwickelt und machen eine Mischung aus NDW, Post-Punk, Elektro, Schweinerock, Hip-Hop und Pop. Auf dem Weg zu ihrem Album Auto haben sie schon ein komplettes Album aufgenommen und dann weggeworfen. Darüber haben wir gesprochen, aber auch über Rap Battles in den 90ern im Osten, das Wegrennen vor Nazis in der Schulzeit und Zukunftspläne.
Über Olympya:
Mit seiner neuen Band Olympya unternimmt der Rapper Marcus Borchert aka Pierre Sonality den radikalsten Schritt seiner Karriere. Zielsicher überführt die Hamburger Band auf ihrem ersten Album „Auto“ NDW, Post-Punk, Dark Wave, Hip-Hop und Pop zu hochinfektiösem, modernem Pop.
Wir leben in postdistinktiven Zeiten und das ist auch gut so. Warum? Weil das Kenntlichmachen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Peer Group zwar einerseits die Herausbildung einer scheinbar individuellen Identität erleichtern kann – im hormonellen Dauerfeuer der Teenagerzeit unbedingt von wohltuender Wirkung –, aber ästhetisch ist mit Abgrenzung natürlich nichts gewonnen. Insofern gilt: Freiheit für die Musik, umarmen wir die Disparität!
Nehmen wir die Gruppe Olympya, die die neue Grenzenlosigkeit perfekt verinnerlicht hat. Auf ihrem ersten Album „Auto“ übertragen die Hamburger die schnodderige Euphorie und den punkgeschulten Breitwand-Rock von Neue-Deutsche-Welle-Vertretern wie Extrabreit oder Nichts mit der unterkühlten, elektronisch grundierten Ästhetik jener Tage sowie einem direkten Zug zum Refrain.
Der besondere Verdienst der Gruppe Olympya liegt in der Weise begründet, wie sie das Beste an der Neuen Deutschen Welle dem Schreckens-Ghetto jener entsetzlichen NDW-Ü-50-Partys entzerren und unter Hinzunahme einer gewissen Düsternis und einer klaren Hip-Hop-Perspektive zurück ins Licht führen. Man denkt hier immer wieder an Songs wie „Radio“ von Nichts, „Eisbär“ von Grauzone und natürlich an Extrabreit. Aber das sind Stücke, an die sich heute kaum noch jemand erinnern kann.
Darin liegt ja der Clou begründet: Auch Olympya können diese Musik naturgemäß nicht aus erster Hand kennen, weshalb ihre Perspektive darauf eine andere, zeitgemäße ist. NDW, Post-Punk, Elektro, Schweinerock, Hip-Hop und Pop verdichten Olympya mühelos zu einer hochinfektiösen, enorm mitreißenden, modernen Popmusik, die bei allem Geschichtsbewusstsein ganz und gar im Hier und Jetzt zu verorten ist.
All diese Welten und noch viel mehr führen Olympya zusammen und belegen damit nicht zuletzt: Kein musikalisches Genre ist jemals dated, es geht immer nur darum, wie die Musik mit Leben und Bedeutung gefüllt wird. Insofern ist Olympya exakt die Band, auf die wir gewartet haben. Sie kommen genau zur richtigen Zeit.
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