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By Marina WetzlmaierSociety & Culture
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  • Wie sinnvoll ist ein Taubenfütterungsverbot?

    In Linz ist es jetzt verboten, Tauben in der Öffentlichkeit zu füttern. Sauberkeit und Hygiene sind als Gründe genannt worden. Alternativen zeigt eine Expertin der JKU auf.

    Seit Herbst 2023 gibt es das Taubenhaus am TNF Turm am Gelände der Johannes Kepler Universität (JKU) in Linz. Dort werden die Tauben betreut, die sich am Gelände und der näheren Umgebung befinden. Sie haben Futter, frisches Wasser, Nist- und Schlafplätze. Die Idee für das Taubenhaus entstand dadurch, dass der Kot der Tauben an den Gebäuden und am Boden sehr störend und mit großem Putzaufwand verbunden war.

    Munise Cobet, eigentlich vom Institut für physikalische Chemie, hat ein Konzept entwickelt, wie man die ortsansässigen Tauben an einem Ort bündeln könnte und mit einem Taubenschlag den Dreck auf dem restlichen Gelände minimieren kann. Sie und andere Ehrenamtliche kümmern sich um die Reinigung und das Füttern der Tiere. Die Leiterin der Stabstelle für Nachhaltigkeit, Maria Buchmayr, fand den Vorschlag recht schlüssig. Weniger Schmutz und erhöhtes Tierwohl waren gute Argumente. Normalerweise werden Taub „vergrämt“ also mit Netzen oder Spikes davon abgehalten, sich an Gebäuden niederzulassen. Das sei nicht besonders effektiv, meint Cobet und zeigt Fotos von Nestern, die auf solchen Stacheln gebaut wurden. Auch Verletzungen sind keine Seltenheit, wenn sich Tiere in kaputten Netzen verheddern.

    Fütterungsverbot löst das Problem nicht

    Auf das Fütterungsverbot angesprochen, meint Cobet, dass es wenig bringen würde. Zuerst einmal würden die Taubenansammlungen in der Stadt mit einem Hygieneproblem gleichgesetzt. Das stimme schon einmal nicht, da die Menge an Tauben sich nicht groß ändern würde, sie würden sich nur noch mehr auf die ganze Stadt verteilen, anstatt gebündelt an Plätzen, wo zum Beispiel bis jetzt Ehrenamtliche Futter ausgelegt hätten. Ohne dieses würden Tauben noch verzweifelter auf Essenssuche gehen und ungeeignetes Futter fressen. Essensreste, Erbrochenes, all das führt zu dem bekannten weißen, klebenden Kot. Mit artgerechter Fütterung von Körnern, ist der Kot trocken und lässt sich leicht entfernen. Laut ihr sind im JKU Taubenschlag schon über 1.300 kg Kot entsorgt worden. Ein weiterer Aspekt ist, dass kranke, hungrige Tauben einen noch höheren Bruttrieb hätten. Dieser ist genetisch bedingt, aber zumindest würden gesunde Vögel seltener brüten. Gesunde Tauben würden sich auch mausern, also das alte Gefieder abwerfen und neues wachsen lassen. In dieser Zeit brüten sie auch nicht.

    Eiertausch gegen Überpopulation

    Im Taubenhaus der JKU werden die Eier der dort ansässigen Tauben gegen Plastikeier getauscht, nach drei Wochen werden diese entfernt und die Tauben geben für ca. zwei Monate „Ruhe“. Überwachte Orte mit artgerechtem Futter und Eiertausch sieht Munise Cobet als einzige langfristige Lösung für Tauben in der Stadt. Die Population könne so auf artgerechte Weise kontrolliert werden, ohne dass Tiere verhungern müssten.

    Der größte Verursacher von Tauben sei die Züchtung. Es werden extrem viele Tiere freigelassen für Rennen, wo Tauben Strecken von bis zu 800 km zurücklegen müssen. Schaffen das die Tiere nicht, was über 50 Prozent der Tiere sind, werden sie von Züchter*innen nicht wieder eingesammelt und landen so in den Städten. Auch weiße Tauben, die bei Hochzeiten freigelassen werden, oder Brieftauben, werden sich selbst überlassen. Da diese Tauben Haustiere und keine Wildtiere sind, können sie nicht alleine überleben.

    Cobet wünscht sich ein Umdenken in der Gesellschaft. Tauben sind saubere, intelligente Tiere, die besser behandelt werden müssten. Sie verstehe es auch nicht, dass Kinder Tauben jagen, oder sogar nach ihnen treten. Das würde man mit Katzen und Hunden auch nicht machen. Buchmayr sieht es positiv, dass es Anfragen gäbe von Gemeinden und Einrichtunge, um auch anderorts Taubenhäuser zu errichten.

    Weiterführende Links:

    FROzine „Tauben in der Stadt“, der Verein Streunertauben stellt seine Arbeit vor

    Taubenschlag Pilotprojekt in Wien

    Aussendung Stadt Linz zum Taubenfütterungsverbot

    46 min
  • Welspride für queere Sichtbarkeit
    Alessandro Schatzmann und Lisa Wolfesberger sprechen über die Notwendigkeit einer Prideparade in Wels und wie queere Sichtbarkeit Akzeptanz fördern soll.
    Die Welspride war seit zwei Jahren in Planung, bevor sie dann heuer zum ersten Mal im Mai stattgefunden hat. Über 20 Leute haben sich gleich gefunden, die mithelfen wollten, erzählt Alessandro Schatzmann, Gemeinderat der Grünen in Wels und Teil des Organisationsteams. In Wels gebe es keine dezidierten queeren Räume, wo sich die Community zusammenkommen könne. Daher haben diese Planungstreffen viel dazu beigetragen, dass man sich auch gegenseitig findet und austauschen kann. Auch das Bewerben auf Social Media hätte viel dazu beigetragen, dass sich Leute gefunden haben. In den sozialen Medien ist die Welspride aber auch eine Welle an Hassnachrichten entgegen geschlagen. Schatzmann und Wolfesberger konnten es gelassen nehmen, sie haben sich im Endeffekt darüber gefreut, dass Kommentare, egal in welcher Form, die Reichweite gesteigert haben.
    Sie sprechen darüber, dass es im ländlicheren Raum schwieriger sein kann, out zu leben. Es fehle die Anonymität der Großstadt und die Politik sei oft konservativer eingestellt. Die beiden haben gemerkt, dass es Vorbehalte gab beim Sponsoring oder beim Aufhängen der Plakate in Geschäften. Firmen hätten Angst, sich als LGBTQIA+ (Lesbisch, Gay, Bisexuell, trans, queer/questioning, inter, asexuell) freundlich zu positionieren. Es gäbe Ängste, dass man dann selber ausgeschlossen würde, so Wolfesberger.
    Prides sind politische Veranstaltungen, die Welspride hat konkrete Forderungen wie z.B.:
    • Beflaggung der Gebäude mit Regenbogenfahnen
    • Fördertöpfe für queere Vereine und Veranstaltungen
    • Akzeptanz und Wissen durch Kampagnen verbreiten
    • Anlaufstellen für queere Jugendliche schaffen
    • Die nächste Welspride wird am 12. Juni 2027 stattfinden.
      54 min
    • Diskurs. Das Wissenschaftsnetz | Kriegsverbrecher als Nationalhelden

      Diskurs. Das Wissenschaftsnetz

      In diesem Beitrag vom FROzine erfahren Sie mehr über Diskurs. Das Wissenschaftsnetz. Welche Bedeutung die Wissenschaftsvermittlung heute in einer Zeit von fake news und Co haben, wie es von der Idee zur neuen Ausgabe kommt, und welche Ziele Diskurs. Das Wissenschaftsnetz verfolgt, erfahren Sie in dieser Folge.

      Science not silence‘ gab die Bewegung March for Science im Jahr 2017 als Motto gegen das Abwerten wissenschaftlicher Erkenntnisse und gegen die Verbreitung „alternativer Fakten“ aus. Das Ziel einer evidenzbasierten Politik droht verloren zu gehen. Immer häufiger bauen politische Argumente auf beliebigen Behauptungen auf, die sich nicht selten als falsch herausstellen. Mehr noch: Wissenschaftlich vielfach bestätigte Erkenntnisse über den Klimawandel, das Bildungssystem, die soziale Ungleichheit u.v.m. werden von einigen gesellschaftspolitischen AkteurInnen geleugnet.

      In dieser Situation tritt Diskurs. Das Wissenschaftsnetz dafür ein, dass wissenschaftliche Erkenntnisse ihre Bedeutung für den öffentlichen Diskurs und für politische Entscheidungen (wieder)erlangen. WissenschafterInnen sind heute verstärkt aufgerufen, sich mit ihrem Wissen aktiv einzubringen. Eine zivilgesellschaftliche Initiative zur Unterstützung engagierter WissenschafterInnen und zum Transfer kritischen Wissens wird daher dringend benötigt.

      Sie soll als neue Schnittstelle zwischen Wissenschaft und öffentlicher Debatte zur Erreichung folgender gesellschaftspolitischer Zielsetzungen beitragen:

      • Erhalt und Erweiterung der Demokratie
      • Sicherung und Stärkung der Rechtsstaatlichkeit
      • Sozial-ökologischer Umbau
      • Geschlechtergerechtigkeit und Anti-Diskriminierung
      • Verringerung sozialer und politischer Ungleichheit
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        Kriegsverbrecher werden Nationalhelden

        Vor dem Hintergrund eines Geschichtsstreits mit Polen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj das Gesetz zur Einrichtung einer nationalen Heldengedenkstätte unterschrieben. Das geht aus einer Bekanntmachung des ukrainischen Parlaments hervor, wie die Agentur Ukrinform gestern berichtete. Polen hatte das Vorhaben heftig kritisiert. Denn in dem Pantheon sollen künftig auch Angehörige der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) geehrt werden. Die nationalistischen Untergrundkämpfer waren für Massenmorde an Polen und Juden vor allem in Wolhynien in der heutigen Westukraine während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg mit Zehntausenden Opfern verantwortlich. Dieser Beitrag ist vom 15.10.2026, von Radio Orange.

        https://cba.media/podcast/kein-kommentar

        51 min
      • Weltempfänger: Präsidentschaftswahl Brasilien
        Präsidentschaftswahlen in Brasilien
        Brasilien steht vor einer entscheidenden Stichwahl. Auf der einen Seite der linke Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, auf der anderen Flávio Bolsonaro, Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro. Das Ergebnis der ersten Wahlrunde am 04. Oktober zeigt, wie stark die Rechte in Brasilien weiterhin ist. Aber um diese Wahl zu verstehen, reicht der Blick auf die beiden Kandidaten nicht aus. Brasilien ist geprägt von ungleicher Verteilung des Reichtums und Rassismus. Wer nur auf die großen Städte im Süden schaut, übersieht dabei einen erheblichen Teil dieser Wirklichkeit. Darüber sprach RDL mit Adelaide Ivánova. Sie ist Dichterin, Journalistin und Aktivistin für das Recht auf Wohnen. Sie kommt aus Recife im Nordosten Brasiliens und lebt heute in Berlin.
        Gespräch zum Nachhören
        Landraub – ein vergessenes Problem?
        Mapuche in Chile kämpfen um Land und Selbstbestimmung. In Südafrika prägt die ungleiche Landverteilung bis heute das Leben vieler Menschen – etwa in Kapstadt. Betroffene fordern Spatial Justice. Wie koloniales Unrecht, Landkonflikte und Kämpfe um räumliche Gerechtigkeit zusammenhängen beleuchten Finja Naundorf, Nele Spürkmann und Raphael Fröhlich in einem Beitrag. Sie studieren in Freiburg Sozial- und Kulturanthropologie. Der Beitrag entstand im Rahmen des Praxisseminars »Friedensinitiativen im Radio hörbar machen« gemeinsam mit dem Süd-Nord-Funk.
        Beitrag zum Nachhören
        Friedensarbeit von Studierenden in Dehli
        Frieden – was bedeutet das eigentlich? Ist Frieden nur die Abwesenheit von Gewalt, oder gehört dazu auch gesellschaftliche Veränderung? In Delhi setzen sich Studierende gegen Diskriminierung, Korruption und politische Gewalt ein. Mit den Cockroach Protesten wird die Frage von Gewalt und Gewaltlosigkeit für einen gesellschaftlichen Frieden neu gestellt. Ronja Mann und Lotte Leibner haben Studierende gefragt: Was bedeutet Frieden für sie – und wie kann Friedensaktivismus aussehen? Ein Beitrag von Süd-Nord-Funk.
        Beitrag zum Nachhören
        Moderation: Nora Niemetz
        CC-BY Musik: Ronald Kah
        50 min
      • Horizon-Europe-Projekt | Jugend Quadball Cup in Linz
        Horizon-Europe-Projekt | Jugend Quadball Cup in Linz

        In dieser Ausgabe des FROzines zuhören: ein Beitrag zum Mediengespräch „Europas Natur verbinden und schützen: Von politischen Zusagen zur praktischen Planung“ von Diskurs – das Wissenschaftsnetz und ein Interview mit dem ASKÖ Quadball Linz über den bevorstehenden Autumn Youth Quadball Cup.

        Naturschutz ist Teamarbeit

        Vom 19. – 30. Oktober 2026 findet die 17. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt in der armenischen Hauptstadt Jerewan statt. Bei der Konferenz soll überprüft werden, wie weit die die Vertragsstaaten bei der Umsetzung des Kunming-Montreal-Rahmenwerks für biologische Vielfalt vorangekommen sind. Das Kunming-Montreal Rahmenwerk wurde nach der 15. Convention of Biological Diversity verabschiedet. Dabei waren 188 Staaten vom 6. bis 19. Dezember 2022 im kanadischen Montreal zusammengekommen um ein Rahmenwerk bezüglich des Schutzes der Biodiversität und Artenvielfalt festzulegen.

        Der Biodiversitätsrahmen legt vier Überziele und 23 Zielvorgaben fest, die bis 2030 erreicht werden sollen, um den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten, umzukehren und eine nachhaltige Nutzung der Biodiversität zu gewährleisten. 

        Die EU hat diese Ziele in die ersten vier Ziele der EU-Biodiversitätsstrategie übernommen. Um die gesetzten Ziele in Taten umsetzen zu können wurde das Horizon-Europe-Projekt NaturaConnect ins Leben gerufen. Das Projekt ist eine Kooperation von 22 Partnerinstitutionen unter Leitung des International Institute of Applied Systems Analysis, kurz IIASA. Es dient dazu einen Bauplan für ein Transeuropäisches Naturnetzwerk zu erarbeitet. Dieser Bauplan liefert Daten, Methoden, Werkzeuge und Kapazitäten sowie einen konkreten räumlichen Plan, um die drei gebietsbezogenen Ziele in der EU und benachbarten Ländern umsetzen zu können. Die Biodiversitätsstrategie soll nicht nur Lebewesen und ihre Habitate schützen, sondern auch dabei helfen Europa langfristig autonomer und krisenresilienter zu gestalten .

        Beim Mediengespräch von Diskurs – das Wissenschaftsnetz am 13. Oktober 2026 stellten drei Expert:innen und Mitarbeiter:innen des Projekts ihre Ergebnisse vor. Carla Freund beschrieb den politischen Kontext und was Europa nach Jerewan mitbringt. Piero Visconti und Martin Jung erläuterten die Wissenschaft hinter NaturaConnect und wie politische Entscheidungsträger.innen ihre Ergebnisse nutzen können. Im Kern ging es vor allem um die Bedeutung internationaler und grenzübergreifender Zusammenarbeit, um die Ziele zum Schutz der Arten und Biodiversität wirksam und langanhaltend umsetzen zu können.

        Nähere Informationen zum Mediengespräch und den Ergebnissen des Projekts:

        Medienmappe-IIASAHerunterladen

         

         

        Sucher, Hüter, Schnatz

        Das sind Begriffe, die einigen bekannt vorkommen könnten. Die Rede ist von Quadball, vormals als Quidditch bekannt, benannt nach dem fiktiven Sport aus den Harry-Potter-Romanen. 2022 folgte dann die Abgrenzung und die Umbenennung in Quadball.

        Der Vollkontaktsport versteht sich als queerfreundlich und geschlechtergerecht. So sieht das Regelwerk beispielsweise vor, dass Spieler*innen mit dem Geschlecht auf dem Feld stehen, mit dem sie sich identifizieren. Somit ist auch eine Teilnahme als nichtbinärer Spieler*in möglich.

        In Linz ist Quadball beim ASKÖ gleich mit zwei Mannschaften vertreten: den Steelcity Snidgets und den Donau Donnervögeln, der U16-Jugendmannschaft. Letztere spielen am 17. und 18. Oktober beim Autumn Youth Quadball Cup gegen Jugend-Vereine aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Tschechien um den Sieg.

        Bereits zum fünften Mal richtet der Verein ASKÖ Quadball Linz das Turnier aus.

        Vorstandsvorsitzende*r Kai Bogner von ASKÖ Quadball Linz spricht mit Anna Jungwirth im Interview über den Sport und den anstehenden Cup.

         

        https://askoe-quadball-linz.at/quadball.php

        https://www.instagram.com/steelcitysnidgets

        54 min
      • Tag der offenen Tür im KIJUK

        Heute sind wir beim KIJUK – Kinder und Jugendkompetenzzentrum in St. Isidor, Leonding zu Besuch am Tag der offenen Tür. Gemeinsam mit der Leiterin Barbara Leonfellner haben wir uns im Haus umgesehen, das vielfältige Programm und das großartige Angebot kennengelernt, sowie der hauseigenen Band, die sogar selbst Musik zu Ehren dieses Tages komponiert hat, unsere ganze Aufmerksamkeit bei ihrer musikalischen Darbietung geschenkt. Zum 10 jährigen Bestehen ein wirklich wunderbarer Tag der offenen Tür.

        https://www.caritas-ooe.at/hilfe-angebote/menschen-mit-behinderungen/therapie-und-beratung/kijuk-st-isidor

        27 min
      • Tag der offenen Tür im KIJUK und Bauernkriegdenkmal Pinsdorf

        Tag der offenen Tür im KIJUK

        Heute sind wir beim KIJUK – Kinder und Jugendkompetenzzentrum in St. Isidor, Leonding zu Besuch am Tag der offenen Tür. Gemeinsam mit der Leiterin Barbara Leonfellner haben wir uns im Haus umgesehen, das vielfältige Programm und das großartige Angebot kennengelernt, sowie der hauseigenen Band, die sogar selbst Musik zu Ehren dieses Tages komponiert hat, unsere ganze Aufmerksamkeit bei ihrer musikalischen Darbietung geschenkt. Zum 10 jährigen Bestehen ein wirklich wunderbarer Tag der offenen Tür.

        https://www.caritas-ooe.at/hilfe-angebote/menschen-mit-behinderungen/therapie-und-beratung/kijuk-st-isidor

        Bauernkriegdenkmal Pinsdorf

        400 Jahre nach dem Oberösterreichischen Bauernkrieg führt die Spurensuche nach Pinsdorf, an einen der Schauplätze der letzten Kämpfe zwischen den aufständischen Bauern und dem Heer des Generals Pappenheim. Mehr als 2.000 Menschen kamen dabei ums Leben. Was ist von diesem historischen Konflikt geblieben?

        Denkmäler erzählen von Erinnerung und Vergessen, archäologische Funde geben Einblick in die Schicksale der Menschen von damals. Jutta Leskovar berichtet von den „Toten von Lambach“, einem Massengrab, das Mitte der 1990er-Jahre entdeckt wurde. Brigitte Heilingbrunner spricht über die Funktion von Denkmälern und darüber, warum viele von ihnen erst Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte später entstanden sind. Regisseur Joachim Rathke nähert sich dem Bauernkrieg über das Theater – mit einem Stück über den Studenten und Prediger Casparus. Und Siegfried Kristöfl zeigt, wie die Ereignisse von damals bis heute in unserer Sprache nachwirken.

        Eine Spurensuche zwischen Geschichte und Erinnerung – und nach dem, was vom Bauernkrieg bis heute geblieben ist.

        51 min
      • Interview mit dem Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus

        In der heutigen FROzine Ausgabe hören Sie ein Studiogespräch mit dem Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus.

        In Oberösterreich sind beachtlich viele Gruppen antifaschistisch und antirassistisch aktiv. Es handelt sich um ein buntes Spektrum: Die Zugänge der Gruppen – politische, religiöse, kulturelle, humanitäre – sind genauso verschieden wie die Überzeugungen, Strukturen und Herangehensweisen.

        2001 haben sich diese Organisationen zum „Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ zusammengeschlossen und bis heute bringt das Netzwerk viele Vorteile mit sich: Der Informations- und Wissensaustausch befruchtet gegenseitig, Beobachtungen und Wahrnehmungen zu Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit werden breiter kommuniziert, es ergeben sich Synergien zwischen den Organisationen und die Durchsetzungsfähigkeit gegenüber der offiziellen Politik ist wesentlich größer. Das Netzwerk gehört auch zu den regelmäßigen Ansprechpartnern zahlreicher Medien.

        Es gibt laufenden Kontakt durch Antifa-Netzwerk-Infos per E-Mail, es kommt immer wieder zu gemeinsamen Aktivitäten und regelmäßigen Netzwerk-Treffen.

        Sie hören Ralf Schinko im Gespräch mit Robert Eiter, ein Interview mit dem Sprecher des Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus.

        Im Anschluss hören Sie einen Beitrag von Radio Corax zum Thema: Kontinuität der NS-Verfolgung als „assozial, arbeitsscheu und sexuell verwahrlost“.

        Eine oft vergessene und spät anerkannte Gruppe der Verfolgten des Nationalsozialismus sind die als asozial und/oder sexuell verwahrlost Betitelten. Dieses Stigma traf im großen Maße auch junge Menschen, die unter dieser Betitelung oftmals in sogenannte Jugendschutzlager inhaftiert worden sind und dort Zwangsarbeit, oftmals bis zum Tod verrichten mussten. Und doch wird diese Gruppe der Verfolgten erst seit 2020 offiziell von der Bundesregierung als Opfer des NS-Regimes anerkannt. Über die Dimensionen und Kontinuitäten dieser Verfolgung sowie den langen Weg zur Anerkennung sprach Konsti aus der tagesaktuellen Redaktion mit Prof. Dr. Esther Lehnert. Sie lehrt seit mehr als 10 Jahren an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin zur Theorie, Geschichte und Praxis sozialer Arbeit. Sie promovierte zur sozialen Arbeit im Nationalsozialismus und forscht u.a. zu den Themen Gender und Rechtsextremismus sowie Jugendhilfe/Heimerziehung in der BRD und DDR. vom 5.10.2026

        1 hr 1 min
      • Weltempfänger: Wohnungskrise in Spanien

        Spaniens allumfassende Wohnungskrise

        Vor zwei Wochen kam es zu Massenprotesten in Spanien, als die 87-jährige behinderte María del Carmen Abascal aus ihrer Wohnung auf die Straße gesetzt wurde. In ihrer Wohnung hatte sie 71 Jahre gelebt und stets ihre Miete gezahlt. Ein „Geierfonds“, wie Aktivist*innen auch die Firma Urbagestión bezeichnen, hatte die Wohnung vor acht Jahren gekauft und die vorhergehende Miete von monatlich 500 Euro auf 1.650 Euro dann mehr als verdreifacht. Das ist aber nur ein Symptom eines größeren Problems. Die komplette Wohnraumsituation in Spanien. Die sozialdemokratische Regierung unter Pedro Sánchez hat es nicht geschafft diese äußerst angespannte soziale Frage zu lösen. Zuletzt haben sie sogar schwache Vorstöße des linkeren Koalitionspartners Sumar ausgebremst. Radio Corax unterhielt sich mit dem Journalisten Ralf Streck über die aktuelle Lage in Spanien. Letzte Woche ist María del Carmen Abascal im Krankenhaus nach der Zwangsräumung verstorben.

        Beitrag zum Nachhören

        KI-Agenten kontrollieren

        Künstliche Intelligenz ist längst nicht mehr nur ein Werkzeug, das auf unsere Fragen antwortet. Sogenannte KI-Agenten sollen zunehmend selbstständig Aufgaben übernehmen, Entscheidungen treffen und mit anderen Systemen zusammenarbeiten. Das klingt zunächst nach einer technischen Weiterentwicklung. Aber es wirft eine ziemlich grundlegende Frage auf: Was passiert, wenn eine solche KI nicht mehr das tut, was wir von ihr verlangen? Eine aktuelle Studie hat genau das untersucht. KI-Agenten bekamen die Information, dass sie abgeschaltet werden sollen. Einige versuchten daraufhin, ihre Abschaltung zu verhindern, sie veränderten Dateien, legten Kopien an oder versuchten andere Agenten zur Unterstützung zu bewegen. RDL sprach mit der Wissenschaftsjournalistin Eva Wolfangel, die über diese Studie und ihre möglichen Folgen in der ZEIT kürzlich einen Artikel (leider mit Bezahlschranke) geschrieben hat.

        Beitrag zum Nachhören

        Moderation: Nora Niemetz CC-Musik: Ronald Kah

        50 min
      • Mit kaleido.teen Potenzial entdecken
        Am 26. September ist kaleido.teen von migrare vorgestellt worden. Ein Workshop, der Stärken und Potenziale von jungen Menschen sichtbar machen soll.
        migrare, ein Verein zur Unterstützung von migrantischen Personen, hat die Workshopreihe kaleido.teen entwickelt. Jungen Menschen, die noch keinen Pflichtschulabschluss haben, oder gerade im Übergang in die Arbeitswelt sind, soll damit geholfen werden, ihre Stärken zu finden. Diese Stärken sollen dann auch dazu genutzt werden, um Berufsfelder sichtbarer zu machen, zu denen sie passen könnten.
        Besonders wenn die Schullaufbahn nicht komplett geradlinig verläuft, oder aufgrund der Noten schon viele Absagen kommen, soll das Kompetenzprofil, dass bei kaleido.teen erarbeitet wird unterstützen. In der Keynote von Julia Bock-Schappelwein vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) war der Fokus stark darauf gelegt, dass es sich die Wirtschaft nicht mehr leisten könne, diese jungen Menschen zurückzulassen. Durch den demografischen Wandel gibt es weniger Personen im erwerbsfähigen Alter, umso wichtiger sei es, diese so lange wie möglich in der Beschäftigung zu halten.
        In einer Podiumsdiskussion mit Julia Bock-Schappelwein (WIFO), Edna Imamovic (private pädagogischen Hochschule der Diozöse Linz) und Marion Klimmer (VSG) wurden die Schwierigkeiten besprochen, die Jugendliche mit Migrationsbiografie haben könnten, um erfolgreich ins Arbeitsleben zu starten. Es kann schon damit beginnen, dass Schule als ein Angstort wahrgenommen würde, oder es von den Eltern aus keine Unterstützung gibt beim Lernen oder organisatorischen Dingen. Es müsse auch unbedingt beachtet werden, dass viele Jugendliche mit Migrationsbiografie von Rassismus und Diskriminierung betroffen seien. So würden Mädchen, die ein Kopftuch tragen, nur Absagen erhalten oder es komme zu rassistischen Aussagen während der Lehrzeit. Hier müsse man mit interkultureller Kompetenz dagegen wirken.
        Das Konzept von kaleido.teen und wie es entwickelt wurde, haben Amra Hamzić, Lisa Filzmoser und Ekaterina Jungbauer von migrare vorgestellt. Jugendliche würden nicht oft hören, was sie gut können, sondern eher, wo ihre Schwächen liegen. Es falle ihnen schwer, die eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten zu benennen und diese dann mit Berufsfeldern zu verknüpfen. Mit selbstgestalteten Kompetenzkarten, die mit Illustrationen ausgestattet sind, wobei auf Diversität im Bezug auf Aussehen und Geschlechter und Behinderung geachtet wurde, erstellen die Workshopteilnehmenden ein Kompetenzprofil, das auch einem Bewerbungsschreiben beigelegt werden kann.
        Bei der Auswahl der Kompetenzen hat das Projektteam darauf geachtet, bei der Lebensrealität der Jugendlichen anzusetzen, z.B. Wissen zu Social Media, und Bild- oder Videobearbeitung. Die Karten sind in 14 Sprachen übersetzt worden.
        Am Ende soll das Ergebnis sein, dass Jugendliche Kompetenzen benennen und wertschätzen können. Die eigenen Fähigkeiten werden mit beruflichen Möglichkeiten verbunden.
        Die Vorstellung von kaleido.teen hat im Wissensturm stattgefunden, durch den Tag hat die Journalistin und Autorin Marina Wetzlmaier moderiert.
        Wir bedanken uns bei Dorf TV für die Audioaufnahme.
         
        58 min

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