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By Marina WetzlmaierSociety & Culture
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FROzine episodes

  • Zum Verrückt werden: Stimmen hören und Psychose

    Am Donnerstag, den 1. Oktober, hat im Wissenturm Linz die Veranstaltung Welttag Stimmenhören 2026 „Zum Verrücktwerden: Stimmenhören und Psychose“ stattgefunden.

    Rund 5% der Menschen hören im Laufe ihres Lebens Stimmen. Es gibt verschiedene Gründe und Ursachen für diese Stimmen, die sowohl positiv als auch negativ sein können. Ein möglicher Auslöser, vor allem oft für quälende und belastende Stimmen, sind Psychosen. Deshalb wollen wir uns heuer speziell diesem Thema, nämlich Stimmenhören in Phasen von Psychose, widmen.

    Moderiert von Mag. Christian Lang

    Den Fachvortrag von Mag.a Raphaela Ulrich „Jenseits der Realität – Stimmen hören bei Psychose“ hören Sie nun im Anschluss. Betroffene sowie Begleitende Personen kommen auch zu Wort.

    Mag.a Raphaela Irene Ulrich ist Klinische Psychologin sowie Psychotherapeutin (Systemische Familientherapie) und bringt eine langjährige Erfahrung im sozialpsychiatrischen Bereich mit. Sie ist Regionalteamleiterin der GO-ON Suizidprävention in Weiz und arbeitet in ihrer privaten Praxis inGraz.

    www.RUpsychologie.at

     

    https://a.storyblok.com/f/295420/x/9b7a9befb1/2026_flyer_welttag-stimmenhoren_web.pdf

    1 hr
  • Weltempfänger: Proteste in Frankreich
    Proteste an französischen Schulen stoßen auf Gegenkampagne
    In Frankreich gibt es erneute Proteste. Eine gewisse Wucht scheinen vor allem die Schülerinnen und Schüler zu haben, die gegen zu große Klassen von 35 Schüler*innen und schlechte Lernbedingungen protestieren und zahlreiche Schulen blockieren. Auch Studierende gehen u.a. gegen neue Studiengebühren auf die Straße. Am 29. September demonstrierten zudem frankreichweit etwa 200.000 Menschen gegen die Sparpläne der Regierung. Ein Grund dafür ist unter anderem das Einfrieren der Löhne im öffentlichen Dienst, wo es seit Jahren zu Reallohnverlusten kommt. Über die aktuellen Proteste sprach RDL mit Frankreichkorrespondenten Bernard Schmid. Er ist freier Journalist und Jurist und lebt in Frankreich.
    Beitrag zum Nachhören
    Wie „woke“ ist KI?
    KI ist heutzutage kaum noch weg zu denken. Sie erleichtert Aufgaben des alltäglichen Lebens und ermöglicht z.B. einfaches Erstellen von Texten und Bildern. Aber oft ist KI nicht so objektiv, wie wir vielleicht denken. Denn sie reproduziert oft die diskriminierenden Strukturen der echten Welt. Zu dem Thema hat Radio Corax mit der Politikwissenschaftlerin Katharina Mosene gesprochen. Sie setzt sich für die Integration intersektionaler feministischer Ansätze im Bereich der Internet Governance ein, wobei ihr Fokus auf der Identifizierung von tradierten Vorurteilen (Biases) im Bereich der Künstlichen Intelligenz sowie auf ethischen Fragen beim Einsatz von Algorithmen in Wirtschaft und Gesellschaft liegt.
    Beitrag zum Nachhören
    Kakao-Preis unter den Produktionspreisen in den Hauptproduktionsländern
    Die ivorische Regierung hat den Kakaopreis für die Erntesaison 2026/27 auf 1.200 FCFA (1,83 Euro) pro Kilogramm festgelegt. Damit liegt der Preis unter den Produktionskosten von rund 1.322 FCFA und deutlich unter dem existenzsichernden Niveau. Die Menschenrechts-Organisation INKOTA kritisiert das börsenbasierte Preissystem, das die Risiken vor allem den ohnehin sehr armen Kakaobäuerinnen und -bauern überlässt. Schokoladenunternehmen sollen viel mehr die Differenz durch zusätzliche Prämien ausgleichen und faire Mindestpreise garantieren. Gemeinsam mit Partnerorganisationen fordert INKOTA außerdem eine Reform der europäischen Regeln gegen unfaire Handelspraktiken. RDL sprach mit Mirjam Hägele zur Entwicklung dieser Volatilität und den Möglichkeiten auch von den Verbraucher*innen dagegen anzugehen.
    Beitrag zum Nachhören
    Moderation: Nora Niemetz
    CC BY Musik: Ronald Kah, water song
    50 min
  • Calle Libre Festival Linz und Street Art
    Calle Libre Festival 2026 in Linz
    Am 18. und 19. September verwandelte sich das Gelände der Post City Linz, dem ehemaligen Logistikstandort und Verteilzentrum der Post AG, in Zusammenarbeit mit dem Urban Art Kollektiv Calle Libre in das größte Street Art Ensemble des Landes. Der Gebäudekomplex, der nach dem Umzug des Postverteilerzentrums nach Allhaming lange Zeit als Austragungsort verschiedener Kunst und Kulturveranstaltungen diente, bis zuletzt dem Ars Electronica Festival, soll in den nächsten Jahren abgerissen und neu bebaut werden mit einem Mix aus Wohn- und Gewerbebauten. Über die genaue Zukunft der Post City werde laut Post-Generaldirektor Walter Oblin in den nächsten zwei Jahren entschieden. Doch vor dem Abriss solle das Areal noch einmal neu genutzt werden.

    Gesprochen haben bei der Pressekonferenz zum Calle Libre Festival: Jakob Kattner (Kurator und Vorstandsvorsitzender Calle Libre), Walter Oblin (Generaldirektor Österreichische Post AG), Margot Nazzal (Landeskulturdirektorin OÖ) und Dietmar Prammer (Bürgermeister von Linz)

    Auf insgesamt 2744 Quadratmetern stellen 8 unterschiedliche nationale und internationale Künstler:innen ihre Wandgemälde aus, die unter dem Motto „Addressing Tomorrow“ stehen. Die Kunstwerke verbinden Motive von Natur und Technologie miteinander. Zu sehen sind Linda Steiners sanftmütige Riesin auf der rechten Fassadenseite, die Brennnessel und Skorpion hält und das Wandgemälde von Manuel Skirl, welches klassische Bauernbilder mit floralen Elementen verbindet.
    Zu den weiteren ausstellenden Personen gehören Coins, Mario Naise und Noel aus Österreich sowie Salab aus Frankreich, JahOne aus Bulgarien und der spanische Spidertag, dessen leuchtendes interaktives Wandgemälde den Uhrturm ziert.
    Das Calle Libre (span. für „Freie Straße“) ist Kulturprojekt und Festival, welches 2014 in Wien startete und seitdem zum größten Street Art Festival in Zentraleuropa avancierte. Es versucht Kunst öffentlich zugänglich zu machen, Sichtbarkeit für Street Art und Urban Aesthetics auf kuratierten Wänden zu kreieren und zum Dialog anzuregen.
    Jakob Kattner, Gründer des Festivals, bringt gemeinsam mit seinem Team jährlich verschiedene nationale und internationale Künstler*innen nach Wien, um sie dort ihre Kunst ausstellen zu lassen. Neben den Wandgemälden und Installationen verbindet das Calle Libre auch Workshops, Urban-Artist-Touren und Musikveranstaltungen.
    „Gemeinsames Malen als Flucht vor den Alltagssorgen“ Das Kunstkollektiv Perras Bravas aus Mexiko
    Beitrag von südnordfunk im Radio Dreyeckland Freiburg von freie-radios.net: https://www.freie-radios.net/138347
    Ciudad Juárez – eine Stadt, die seit den 1990er Jahren zum Synonym für Frauenmorde geworden ist. Hier, in der mexikanischen Grenzmetropole, wurde der Begriff Femizid zum ersten Mal verwendet. Hier wuchsen junge Frauen auf, für die Gewalt, Mord und das Verschwinden von Mädchen zur Alltagsrealität gehörten.
    Drei von ihnen haben sich zusammengetan: Die Künstlerinnen Poli no Police, Nayo und C Is for Scorpio nennen sich Perras Bravas – Bissige Hündinnen. Mit Street Art erobern sie sich den öffentlichen Raum zurück, der ihnen als Frauen verwehrt werden sollte. Sie kleben Paste-Ups an Wände, malen Graffiti und schaffen damit nicht nur politische Kunst, sondern auch einen Safe Space füreinander.
    Kathrin Zeiske hat das feministische Kollektiv in Ciudad Juárez getroffen und mit ihnen gesprochen.
    Mein erstes Graffiti
    Beitrag von Radio corax aus Halle von freie-radios.net: https://www.freie-radios.net/137368
    Egal ob auf Clubtoiletten im Stadtbild oder auf S-Bahnen, Graffiti ist aus dem Stadtbild nicht wegzudenken. Auch Joana und Vito von der tagesaktuellen Redaktion waren zusammen malen. Für Joana war es das erste Mal, dass sie mit der Dose gesprayt hat. Genau genommen nicht so gaaanz das erste Mal – aber es ist das erste eigene Bild dabei rumgekommen. Vito erklärt, wie man einen Buchstaben aufbaut, wie man eine Outline zieht und erzählt, wie er früher das ganze Dorf zugetaggt hat. Währenddessen versucht Joana das Erklärte umzusetzen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Wir nehmen euch mit an die Wand!
    47 min
  • Safe Abortion Day in Linz & Verein unSICHTBAR
    Safe Abortion Day in Linz

    Die Safe Abortion Day Initiative entstand 1990 auf dem 5. Feministischen Treffen Lateinamerikas und der Karibik (EFLAC) und setzte sich für die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in Lateinamerika und der Karibik ein. Der Aufruf wurde von internationalen und lokalen feministischen Netzwerken in zahlreichen Ländern Europas, Afrikas, Asiens und Nordamerikas aufgegriffen und weitergeführt.

    Seit 2022 vernetzt sich das „Bündnis 28. September“ österreichweit rund um den Safe Abortion Day, um Bewusstsein für das Thema zu schaffen und veranstaltet zahlreiche Workshops, Diskussionsrunden, Infostände und Demonstrationen in Wien, Innsbruck, Salzburg, Graz und Linz.

    In Linz fanden dieses Jahr mehrere Aktionen am Hauptplatz und eine Prozession durch die Innenstadt statt. CatCallsOfLinz, Mitglied der internationalen Bewegung Chalkback.org, kreidete Abtreibungsmythen auf den Boden den Infostand am Linzer Hauptplatz, um so auf Irrtümer und Fehlschlüsse bezüglich des Themas Abtreibung aufmerksam zu machen.

    Ab 15 Uhr konnte man auch auch an einem Abortion Quiz teilnehmen, und so sein eigenes Wissen zu dem Thema testen. Der Infostand wurde von verschiedenen feministischen und FLINTA Organisationen und Vereinen aufgebaut, darunter das Frauenbüro Linz und das Frauen*Volksbegehren.

    Ab 16 Uhr zog von der Domgasse aus die Prozession der Hl. Abortia durch die Linzer Innenstadt. Daran beteiligt waren das fvk – fem voice kollektiv, maiz, M. C. Monster* und das Perchta* Kollektiv Linz, die sich mit lautem Trommeln, Protestrufen und in kreativen Perchta-Verkleidungen für das Recht auf einen freien und sicheren Schwangerschaftsabbruch stark machten.

    Weitere Informationen zum Safe Abortion Day Linz unter https://www.linz.at/frauen/132067.php

    und zum Safe Abortion Day Österreich unter https://www.safeabortionday.at/

     
    Eröffnung der Infostelle des Vereins unSICHTBAR in Linz
    Am 18. September hat die Beratungsstelle des Vereins unSICHTBAR in der Hauptstraße 66 in Linz eröffnet. Den Verein gibt es schon über drei Jahre und bietet Familien Unterstützung dabei, wenn sie Kinder mit unsichtbaren Behinderungen oder Neurodivergenz haben, oder auch als Erwachsene selbst betroffen sind. Bei einer Behinderung kommt oft das Bild von Rollstühlen oder Blindenstöcken in den Sinn, an chronische Erkrankungen, Autismus, ADHS denken wenige.
    unSICHTBAR bietet Beratungen für Eltern an, Austauschtreffen für Betroffene und es wird auch psychosoziale Elternberatung geben. Die ehrenamtlichen Mitarbeitenden erzählen, dass die meisten Personen damit Probleme haben, Unterstützungsleistungen in Anspruch zu nehmen, oder überhaupt Informationen zu finden, was möglich wäre.
    Am Anfang herrsche viel Überforderung und hier möchte unSICHTBAR ansetzen. Mit niederschwelliger Beratung und Austausch auf Augenhöhe. Die Obfrau, Selina Junger, ist selber Mutter eines Kindes mit Beeinträchtigung, daher weiß sie gut genug, welche Hürden es bei Behörden gibt. Egal ob schon eine Diagnose vorhanden ist, oder auch dieser Weg noch bevorsteht, unSICHTBAR ist in Oberrösterreich, der Steiermark und Niederösterreich vertreten und möchte weiterhin so viele Personen wie möglich erreichen. Egal ob mit einem Anruf, einer E-Mail oder jetzt in Linz vor Ort.
    59 min
  • Solidaritätsfilmabend zu Protesten in Georgien
    Dokumentarfilm „Inner Blooming Springs“ und Podiumsdiskussion über die Proteste in Georgien
    Am Montag, den 21. September zeigte das Urania Ceenema in Zusammenarbeit mit Amnesty International Österreich den Dokumentarfilm „Inner Blooming Springs“ der georgischen Regisseurin Tiku Kobiashvili. Neben dem Film wurde auch eine Reportage über den georgischen Schauspieler Andro Chichinadze gezeigt, welcher in Folge seiner Unterstützung der Proteste seit zwei Jahren in Haft sitzt.
    Während der anschließenden Podiumsdiskussion, klärten die Amnesty-Expert:innen Marcel Zippenfenig und Ruth Dellinger über die aktuelle Menschenrechtslage in Georgien auf und machten auf den Fall des inhaftierten georgischen Schauspielers Andro Chichinadze aufmerksam. Dieser wurde in Folge seiner Teilnahme an den Protesten festgenommen und zu zwei Jahren Haft verurteilt.
    „Inner Blooming Springs“
    Die Dokumentation Inner Blooming Springs oder im georgischen Original „Shinagani gazapkhulebis q’vaviloba“ feierte im Jahr 2025 seine Premiere bei der Berlinale und begleitet Tiku Kobiashvili und ihre engen Freunde Tina Matchavariani und Luka Chibukhaia dabei, wie sie die Zeit der Proteste miterleben und auch selbst auf die Straßen von Tbilisi gehen um zu demonstrieren. Dabei geraten auch sie und ihre Freundesgruppe in die Schusslinie der Polizei. Doch ihr Rückhalt untereinander und ihre Entschlossenheit die Geschehnisse festzuhalten sind ungebrochen. Sie versprechen sich, dass wenn jemand aus dem Kreis bei einer Demo festgenommen wird, Tiku das filmen soll. Der Film handelt von Zusammenhalt und dem Erwachsenwerden inmitten politischer Unruhen und Chaos, wobei die einzige Konstante die Freundschaft zwischen ihnen bleibt.
    Die 22-jährige Tiku Kobiashvili ist Fotografin, Filmstudentin und Filmemacherin. Sie hat einen Bachelor-Abschluss in audiovisueller Kunst vom Georgian Institute of Public Affairs. Derzeit absolviert sie eine Ausbildung zur Kameratechnikerin und Kameraassistentin.
    Politische Situation in Georgien und die Protestbewegung
    Bereits seit 2024 dauern die pro-europäischen und pro-demokratischen Proteste in Georgien an. Im Mittelpunkt stehen die Kritik an der Regierungspartei Georgischer Traum, Vorwürfe von Wahlbetrug rund um die Parlamentswahl 2024 und die zunehmende politische Annäherung Georgiens an Russland.
    Ein zentraler Streitpunkt ist das „Foreign Agents Law“, das Organisationen und Medien mit erheblicher ausländischer Finanzierung zur Registrierung verpflichtet. Kritiker:innen sehen darin eine Einschränkung der Zivilgesellschaft und eine Orientierung am russischen Vorbild. Viele NGOs verweigerten die Registrierung. 2025 wurden die Maßnahmen gegen regierungskritische Organisationen weiter verschärft.
    Ende November 2024 verschärfte sich die politische Situation zusätzlich: Premierminister Irakli Kobachidze kündigte eine Aussetzung des EU-Beitrittsprozesses bis 2028 an. Dies führte zu weiterer Kritik aus der Bevölkerung und Europa, während der russische Präsident Wladimir Putin die Entscheidung begrüßte.
    Seitdem dauern die Proteste an. Es kommt infolgedessen zu Polizeigewalt, Verhaftungen und Strafverfahren gegen Demonstrierende, Journalist:innen und Personen des öffentlichen Lebens.
    Besonders bei politischen und protestbezogenen Verfahren komme es laut Amnesty wiederholt zu Verstößen gegen das Recht auf ein faires Verfahren. Verurteilungen und Verwaltungsstrafen würden sich häufig überwiegend oder sogar ausschließlich auf Aussagen der Polizei stützen, während die Beweislast faktisch auf die Angeklagten verlagert werde. Dadurch seien Tausende Menschen mit Geld- oder Freiheitsstrafen belegt worden, ohne dass die Rechtmäßigkeit, Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen ausreichend geprüft worden sei. Gleichzeitig nehme auch der politische Einfluss auf Medien sowie auf den Kunst- und Kulturbereich zu.
    Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2024 weigerte sich die ehemalige Präsidentin Salome Surabischwili, die Wahl ihres Nachfolgers Micheil Qawelaschwili anzuerkennen. Wie viele Demonstrierende erkennt sie dessen Präsidentschaft bis heute nicht an. Gleichzeitig wird der politische Einfluss von Surabischwili und anderen Oppositionspolitiker:innen durch die Regierungspartei Georgischer Traum zunehmend eingeschränkt. Da es kaum noch politische Führungspersönlichkeiten gibt, die die Protestbewegung anführen, organisieren und koordinieren die Bürger:innen die Demonstrationen zunehmend selbst.
    Trotz der zunehmenden Repressionen setzen sich die Proteste fort. Die Bevölkerung hält weiterhin an ihren Forderungen nach Demokratie und Freiheit fest. Gleichzeitig nimmt die internationale mediale Aufmerksamkeit für die Protestbewegung deutlich ab. Während Georgien insbesondere 2024 noch stark im Fokus der internationalen Berichterstattung stand, ist das Interesse inzwischen zurückgegangen. Die internationale Berichterstattung ist jedoch von hoher Bedeutung, damit die Proteste und die Situation der georgischen Bevölkerung nicht in Vergessenheit geraten.
    Die Partei Georgischer Traum und Bidzina Ivanischwili
    Georgischer Traum wurde 2012 vom Milliardär Bidzina Ivanischwili als breites Oppositionsbündnis gegen den ehemaligen Präsidenten Micheil Saakaschwili gegründet, dem dieser die Unterdrückung der Demonstartionen 2007 und eine zunehmende Kontrolle der Meinungs- und Medienfreiheit vorwarf. Die Partei gewann die Parlamentswahl 2012 und regiert Georgien seither.
    Unter Iwanischwili und der heutigen Parteiführung strebt die Partei eine Politik der nationalen Souveränität, konservativer und LGBTQ+ feindlicher Werte sowie eine Annäherung an Russland an. Das Verhältnis zur EU und zu westlichen Institutionen ist dagegen konfliktreicher geworden.
    Bidzina Iwanischwili ist ein georgischer Unternehmer und Milliardär, der sein Vermögen vor allem in Russland im Banken- und Rohstoffgeschäft aufbaute. Er war 2012–2013 Premierminister, zog sich danach formal aus der Politik zurück und kehrte 2023 als Ehrenvorsitzender des Georgischen Traums zurück. Aufgrund seines großen politischen und wirtschaftlichen Einflusses gilt er weiterhin als zentrale Figur der Partei.
    49 min
  • Fairteiler und Schöne neue Öffentlichkeit

    In dieser Sendung hören Sie einen Beitrag zum Angebot des „Fairteiler“ vom Verein foodsharing und wie soziale Medien den Nachrichtenkonsum junger Menschen verändern und welche Auswirkungen das auf Journalismus, Glaubwürdigkeit und Demokratie hat.

    Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung!

    So lautet das Motto der Kooperation zwischen der Stadtbibliothek Linz und dem Verein foodsharing. Mit einem sogenannten „Fairteiler“ bekommen noch genießbare Lebensmittel eine zweite Chance. Dort können Lebensmittel kostenlos abgegeben und mitgenommen werden. Seit August gibt es einen solchen Fairteiler auch in der Stadtbibliothek im Wissensturm – mittlerweile der siebte Standort in Linz.

    Der Verein foodsharing entstand 2012. Mittlerweile hat sich daraus eine internationale Bewegung mit mehr als 500.000 Nutzer:innen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern entwickelt. Getragen wird der das Konzept „Fairteiler“ von Ehrenamtlichen, welche die jeweiligen Standorte betreuen, Lebensmittel von Betrieben abholen und den „Fairteiler“ regelmäßig bestücken.

    foodsharing bietet außerdem Möglichkeiten zur Weiterbildung und zum Mitmachen. Dazu gehören beispielsweise die sogenannten Essenskörbe. Über diese können Privatpersonen überschüssige Lebensmittel anbieten, die anschließend von anderen kostenlos abgeholt werden können.

    Yasmine Elsalakawy war im Wissensturm und hat Anna Lischka (Wissensturm) und Ruth (foodsharing) zum Konzept und Zusammenarbeit befragt!

    Der „Fairteiler“ im Wissensturm in Linz! (Foto: Aylin Yilmaz | Radio FRO)

     

    Schöne neue Öffentlichkeit

    Unsere Öffentlichkeit verändert sich, besonders die der jungen Menschen. Nachrichten werden heute vor allem über Soziale Medien konsumiert. Das wirft die Frage auf: Was macht das mit unserer Nachrichtenlandschaft?

    Die Öffentlichkeit in den sozialen Medien ist ein Raum voller Informationen, aller Art. Fast jeder kann ungefiltert zur Medienmacherin werden und die eigene Wahrnehmung einer breiten Masse zugänglich machen.

    Doch es gilt zu differenzieren: Welche Informationen sind recherchiert? Wie lassen sie sich belegen? Wie finden klassische Medien ihren Platz in dieser neuen Öffentlichkeit? Und welche Rolle spielt eine breite, diverse Medien- und Öffentlichkeitslandschaft für unsere Demokratie?

    Tamara Ehs ist Politikwissenschafterin und arbeitet als Demokratieberaterin. Sie erforscht, was Demokratie ausmacht und wie Medien und deren Glaubwürdigkeit miteinander verflochten sind. Am 21.09. hielt sie im Rahmen der Pressekonferenz „Schöne neue Öffentlichkeit“, veranstaltet vom PR-Ethikrat, einen Vortrag über den Zugang junger Menschen zu journalistischer Arbeit und was das mit dem Demokratieverständnis macht.

    Beitragsgestaltung: Anneta Trimis

    41 min
  • 30 Jahre Verein PIA & Gesetz zu digitaler Gewalt
    Der Verein PIA feiert sein Bestehen seit 30 Jahren
    Heute geht es um den Verein PIA, der seit nunmehr 30 Jahren Aufklärungs- und Präventionsarbeit beim Schutz vor sexualisierter Gewalt leistet und an betroffene Personen psychotherapeutische Hilfe vermittelt. Fälle wie die von Gisele Pelicot in Frankreich und auch zuletzt im oberösterreichischen Marchtrenk erschütterten die Gesellschaft. Doch diese Beispiele sexualisierter Gewalt und Missbrauchs sind bei weitem keine Einzelfälle. Trotzdem ist das Thema oftmals mit Scham verbunden, sodass Betroffene nicht die Hilfe erhalten, die sie benötigen. Genau dem möchte der Verein PIA entgegenwirken. Anlässlich des Jubiläums begrüßte Radio FRO Viktoria Grünberger, Vorstandsobfrau, zu einem Interview im Studio.
    Weitere Informationen zum Verein, dessen Gründungsidee, Unterstützungsarbeit und der bevorstehenden Jubiläumsfeier gaben Viktoria Grünberger und Vereinsgründerin Christa Pühringer bei einer Pressekonferenz am 22. September 2026 in den Räumlichkeiten des Oberösterreichischen Presseclubs.
    Gesetzesentwurf zu sexualisierter Gewalt im digitalen Raum
    Nach den Missbrauchsvorwürfen von Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen legte die deutsche Justizministerin Stefanie Hubig von der SPD einen Entwurf für ein Gesetz gegen sexualisierte Gewalt im digitalen Raum vor. Radio Corax interviewte die Netzreferentin der Linken im Bundestag, Anne Roth zum Gesetzesentwurf. Der Beitrag wurde der Seite freie-radios.net entnommen und wird ungekürzt wiedergegeben.
    46 min
  • HOSI Schulworkshops & Beaver Dam Analog
    HOSI Schulworkshops
    Die Schulworkshops von der HOSI Linz sind ein Aushängeschild der Organisation und sehr wichtig im Demokratie-Verständnis für unsere Gesellschaft. Richard Steinmetz und Christoph Pichler, die beide Schulworkshops an unterschiedlichen Schulen machen, geben uns Antworten darüber, warum diese von Bedeutung sind, was sie in den Workshops mit den Jugendlichen besprechen und wie da Vorurteile abgebaut werden können.
    Pressekonferenz zu Beaver Dam Analog im Alten Rathaus
    Linz erlebte dieses Jahr eine ausgeprägte Dürreperiode. Das Niederschlagsdefizit zusammen mit den hohen Temperaturen führten vielerorts zum Austrockenen vom Gewässersystemen in und um Linz.
    Die schwere Dürre zeigt sich in den niedrigen Pegelständen, hohen Wassertemperaturen und den ausgetrockneten Abschnitten der Urfahraner Bäche und den damit rückläufigen Lebensräumen der dort beheimateten Tier- und Pflanzenarten.
    In Zusammenarbeit mit den städtischen Fachbereichen setzt das Beaver Lab sogenannte Beaver Dam Analogs ein, um die Gewässersysteme des Haselbachs und des Urfahraner Sammelgerinnes vor dem Austrocknen zu schützen. Insgesamt 21 Biberdammimitate helfen dabei, das Wasser zu stauen und so länger im Gewässersystem zu halten.
    Bei der Pressekonferenz am 14. September im Alten Rathaus gaben Umweltstadträtin Eva Schobesberger und Finanzreferent Stadtrat Thomas Gegenhuber gemeinsam mit Franziska Thurner und Fabian Holzinger vom Beaver Lab einen Überblick über das Projekt.
    47 min
  • Gewaltambulanz gehört ausgebaut

    Bei einer Kundgebung wurde gefordert, dass das Angebot der Gewaltambulanz in Linz 24/7 verfügbar sein muss. | Bei der Urban Nature Quest können Bürger*innen Naturbeobachtungen einreichen.

    „Ich ging drei mal durch die Hölle!“

    Am 9. September fand vor dem Landhaus in Linz eine Kundgebung für eine durchgehend geöffnete Gewaltambulanz in der oberösterreichischen Landeshauptstadt statt. Seit Jänner 2026 gibt es am Kepler Universitätsklinikum eine Gewaltambulanz. Sie ist werktags von 7 bis 15 Uhr geöffnet – exklusive Mittwochsdiensten.

    Auslöser für die Kundgebung war der Fall der trans Frau Viola. Nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung wurde sie in zwei Linzer Krankenhäusern abgewiesen und erst im dritten versorgt. Sie wandte sich an das MOMENT Magazin und machte ihren Fall öffentlich. Was darauf folgte: Transfeindlichkeit, Schuldzuweisungen und eine Verschiebung der Debatte.

    Bereits 2025 setzte sich Didem Wenger, Juristin und Organisatorin der Kundgebung, mit einer Petition für eine Gewaltambulanz in der oberösterreichischen Landeshauptstadt ein. Als Vorbilder dienten andere österreichische Städte wie Wien, Graz oder Innsbruck, in denen entsprechende Strukturen bereits existieren.

    Mehr über die Petition und die Entwicklungen rund um eine Gewaltambulanz könnt ihr in dieser FROzine-Sendung aus dem Jahr 2025 nachhören.

    Notrufnummern:

    • Frauenhelpline: 0800 222 555
    • Gewaltschutzzentrum OÖ: 0732 60 77 60
    • Männerinfo: 0800 400 777
    • Helpchat: www.haltdergewalt.at
    • Urban Nature Quest 2026

      Der Naturschutzbund Österreich ruft vom 18. bis 21. September dazu auf, im städtischen Gebiet Flora und Fauna zu beobachten. Egal ob im Garten, am Balkon oder am Straßenrand, Bürger*innen sollen Fotos von Tieren und Pflanzen machen, die ihnen im Alltag begegnen. Diese Aktion ist ein sogenanntes Citizen Science Projekt. Bei diesen werden Bürger*innen zu Hobbywissenschaftler*innen und sammeln Daten, die von Expert*innen ausgewertet werden.

      Stadttauben. Foto: clumsycolours @ Instagram

      Bei der Urban Nature Quest sollen anhand der Fotos die Vielfalt im Stadtgebiet erforscht werden. Welche Pflanzenarten sind oft vertreten und welche davon sind unter Umständen invasive Arten? Im urbanen Raum gibt es eine große Artenvielfalt, wobei Gärten eine große Rolle spielen können. Gut angelegt, können sie Lebensraum bieten oder sogenannte Grünbrücken bilden, erklärt Carolina Trcka-Rojas, Ökologin vom Naturschutzbund Österreich. Diese Brücken helfen Tieren dabei, Wege sicherer zurückzulegen. So könnten Straßen, und somit Autos, vermieden werden.

      Ebenfalls wichtig zu beachten sei, dass weniger mehr ist. Das Gras höher stehen lassen, nicht alles, was für uns Menschen „Unkraut“ ist, entfernen, Laub in einer Ecke des Gartens einfach liegen lassen – ein bisschen faulsein hilft der Natur! Tiere finden Futter und Lebensraum in einer Umgebung, die immer weniger Platz bietet und durch den Klimawandel auch widriger wird.

      Alle Informationen, wie man bei der Urban Nature Quest teilnehmen kann und was alles beobachtet werden soll, findet man hier.

      54 min
    • Club of Rome Austria/Genderbias am österreichischen Arbeitsmarkt/Kongress der Utopien in Quedlinburg
      Club of Rome Austria – Interview mit Martin Hoffmann
      Die Energiewende allein macht noch keine gerechte Zukunft. Im Interview mit Michael Diesenreither erklärt Martin Hoffmann, Generalsekretär vom österreichischen Club of Rome, warum Armutsbekämpfung, weniger Ungleichheit, die Stärkung von Frauen sowie eine Ernährungs- und Energiewende zusammengehören. Anhand einer interaktiven Simulation in der Ausstellung „Power Playground“ zeigt er, wie diese fünf Hebel zusammenwirken – und warum soziale Gerechtigkeit entscheidend dafür ist, Veränderungen gemeinsam voranzubringen.
      Link zu Club Of Rome Austria
      https://www.clubofrome.at/
      Link zu Earth4All.life
      https://earth4all.life/
      Genderbias und strukturelle Ungleichheit am österreichischen Arbeitsmarkt – Vortrag von Diskurs. Das Wissenschaftsnetz
      In Sachen pro Kopf BIP und Arbeitsproduktivität befindet sich Österreich im EU-Verglich auf Platz 6 und es hat den niedrigsten Anteil an unfreiwilligen Befristungen – doch was die Teilzeitbeschäftigung, insbesondere bei Frauen, und den Gender Pay Gap angeht, glänzt Österreich weniger. Insbesondere die hohe Teilzeitbeschäftigungsquote bei Frauen ist der ungleichen Verteilung von Care-Arbeit und der geringen Betreuungsquote von Kleinkindern unter drei Jahren geschuldet. Diese Daten gehen aus dem diesjährigen Arbeitsmarktmonitor hervor, welcher von der WIFO im Auftrag der Arbeiterkammer Wien erstellt wurde und die Arbeitsmarktsituation in Österreich mit der im Rest Europas, auf Basis von Eurostat Daten, analysiert und vergleicht.
      Der Ökonom Helmut Mahringer und die Soziologin Nadja Bergmann präsentierten beim Online Diskurs von Das Wissenschaftsnetz vom 23. Juli 2026, die wissenschaftlichen Ergebnisse, Zahlen und Fakten zum Thema Gender Bias am österreichischen Arbeitsmarkt.
      #PlatzderRepublik: Kongress der Utopien in Quedlinburg
      Der Beitrag von Radio Corax aus Halle ist zum Kongress der Utopien am 4. September in Quedlinburg.
      Der Kongress der Utopien entstand als Antwort auf die Resignation der Menschen, die in Folge zahlreicher nationaler sowie internationaler Krisen eingetreten ist. Doch gerade in Krisenzeiten sei nichts schlimmer und kontraproduktiver als eine lähmende Resignation, schreibt der Kongress auf dessen Website.
      Der „Kongress der Utopien“ ist eine dreijährige, deutschlandweite Veranstaltungsreihe mit rund 50 Veranstaltungen, die sich mit möglichen Zukunftsmodellen und Utopien beschäftigt. Dabei kommen Perspektiven aus Wissenschaft, Literatur, Kunst, Medien, Politik und Wirtschaft zusammen. Das Programm umfasst unter anderem Vorträge, Lesungen, Podiumsdiskussionen, Filmabende, Workshops und kulturelle Performances. Die Veranstaltungen finden vor Ort, online und hybrid statt. Der „Kongress der Utopien“ soll Zukunft nicht nur diskutieren, sondern gemeinsam, interdisziplinär und möglichst vielen Menschen zugänglich gestalten – sowohl vor Ort als auch digital.
      Der Beitrag wurde der Website freie-radios.net entnommen und wird in einer gekürzten Fassung wiedergegeben.
      1 hr

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