FROzine

FROzine

By Marina WetzlmaierSociety & Culture
Download on the App Store

FROzine episodes

  • Beitrag: Das FLINTA Radkollektiv Radieschen

    Das Radkollektiv Radieschen hat sich in Linz gegründet für gemeinsame Ausfahrten und Vernetzung von Radbegeisterten.

    Seit Frühjar 2026 gibt es das Kollektiv. Die Idee dahinter war, gemeinsam Rad zu  fahren. Vor allem längere Ausfahrten raus aus Linz stehen am Programm. Das Besondere ist, dass sich Radieschen an alle Level und Räder richtet. Egal ob Rennrad oder Citybike, Radsportler*in oder Gelegenheitsfahrer*in, alle sind willkommen. Bei den Fahrten wird immer aufeinander Rücksicht genommen, Pausen gibt es so viele, wie benötigt werden.

    Lou und Emma, zwei der Mitgründer*innen von Radieschen betonen, dass es nicht um Wettbewerb und Schnelligkeit geht. Austausch und Community stehe im Fokus. Während der Fahrt miteinander plaudern und sich besser kennenlernen sei wichtiger, als die Strecke in kürzest möglicher Zeit zu bewältigen. Dafür haben sie auch schon abwertende Kommentare erhalten. Richtig schlimm finden es beide nicht, sie fänden es eher bestärkend, Platz einzunehmen, gerade auch in einem Raum, der öfter von Männergruppen dominiert würde.

    Radieschen möchte ein sicherer Ort für FLINTA (Frauen, Lesben, inter, nichtbinäre, trans, und agender) Personen sein. Das bedeutet, dass cis Männer (die sich mit dem männlichen Geschlecht, das sie bei der Geburt zugewiesen bekommen haben, identifizieren) nicht Teil der Radieschen sein können. Das war den Gründer*innen wichtig, da es gerade bei Sportgruppen oft eine binäre Trennung in Männer und Frauen gibt. Trans oder nichtbinäre Personen fänden dann in solchen Räumen keinen Platz, oder könnten sich unwohl fühlen.

    Radieschen bietet Platz für diejenigen, die einen safer space möchten und vernetzt Radbegeisterte. Für die Zukunft wünschen sich Lou und Emma, dass Mitglieder des Kollektivs selbst Ausfahrten vorschlagen. So soll eine nachhaltige Motivation geschaffen werden, gemeinsam Rad zu fahren.

    38 min
  • ME/CFS Mahnwache und Radclub Radieschen

    ME/CFS Mahnwache am 6. August 2026

    ME/CFS ist eine immer noch weitgehend unerforschte und oft übersehene chronische Krankheit.

    ME – oder ME/CFS steht für Myalgische Enzephalomyelitis, bzw. Chronisches Fatigue Syndrom. Die in Folge von Virusinfektionen auftretende neuroimmunologische Erkrankung schränkt das Leben der Betroffenen massiv ein. Infolge von körperlicher oder kognitiver Anstrengung tritt die Post-Exertionelle Malaise auf, die zu einer zeitversetzten Verschlechterung der Symptome führt, bis hin zum sogenannten Crash, dem körperlichen Zusammenbruch, bei dem Betroffene einen rapiden Leistungs- und Energieabfall erleiden und mitunter tagelange Bettruhe benötigen.

    ME tritt meist in Folge einer Virusinfektion auf, oft durch Epstein-Barr oder Influenza-Viren verursacht. Durch die COVID-19-Pandemie stieg die Anzahl der ME Betroffenen noch einmal deutlich an. Laut der Österreichischen Gesellschaft für ME/CFS liege die Anzahl der in Österreich Betroffenen bei 26.000 – 80.000 Personen. Durch die Pandemie könne sich die Anzahl noch einmal verdoppelt haben.

    Die Erkrankung hat unterschiedliche Schweregrade, von mildem ME bis hin zu einer sehr schweren Ausprägungsform. Selbst eine milde Form der Erkrankung bedeutet für die betroffenen Personen jedoch schon Einschränkungen in der Mobilität, der Arbeitszeit- und Freizeitgestaltung. Für Severe ME/CFS Patient:innen werden selbst die scheinbar kleinsten Aufgaben wie Aufstehen oder Essen zur Unmöglichkeit. Fehlende Forschung und medizinisches Fachpersonal, mangelhafte soziale Absicherung sowie ein nicht vorhandenes gesellschaftliches Bewusstsein für die Erkrankung führen oft zum Tod der Betroffenen. Um auf diese Missstände aufmerksam zu machen, hielt die Initiative MUT (ME Unterstützung und Teilhabe) am 6. August – zwei Tage vor dem internationalen Severe ME Awareness Day am 8. August – eine Mahnwache und Protestreden vor dem Gesundheits- und Sozialministerium in Wien.

    Sie forderten die gesellschaftliche Aufarbeitung der jahrzehntelangen Vernachlässigung von ME/CFS, mehr Forschungsgelder und die generelle Verbesserung der gesellschaftlichen Sichtbarkeit von betroffenen Personen, damit diese nicht unbeachtet daheim in Vergessenheit geraten.
    Dabei legten sie auch Leichensäcke vor dem Ministerium ab – als Erinnerung und Mahnung an die sinnbildlich und buchstäblich durch ME/CFS Begrabenen und Vergessenen.

    Interview FLINTA Fahrradclub Radieschen

    Heute berichten wir über den ersten Linzer FLINTA Fahrradclub, der sich dieses Jahr neu gegründet und es sich als Ziel gesetzt hat, Diskriminierung und Ausgrenzung im Radsport entgegenzutreten. Aylin Yilmaz spricht im Interview mit den Gründungspersonen über die Idee und die Entstehung des Fahrrad-Kollektivs.

    59 min
  • Mühlviertel 110kV und 5 Jahre Taliban-Herrschaft

    Mühlviertel 110kV

    In dieser Ausgabe vom FROzine hören Sie einen Beitrag zur und mit der Bürger_innen-Initiative Mühlviertel 110kV.

    Rudolf Niederwimmer war bei Melanie Schiller im Studio zu Gast und hat uns Rede und Antwort gestanden.

    Die Initiative beschäftigt sich schon seit 2018 mit der Möglichkeit eines Erdkabel-Baus im Mühlviertel, welche aber bis dato keine Realisierung erfahren hat.

    Fragen wie „Warum hat sich das Mühlviertel ein Erdkabel verdient?“ oder „Welche Auswirkungen hätte eine Freiluftleitung auf die Natur / Landschaft / die Anwohner_innen?“ wurden erläutert.

    Warum auch der Stromverbrauch aus dem Netz zurückgeht und was das mit erneuerbaren Energien auf sich hat, erfahren Sie in dieser Folge vom FROzine.

    Im Anschluss hören Sie einen Beitrag zu:

    Fünf Jahre Taliban-Herrschaft: Wie leben Frauen und Mädchen heute in Afghanistan?

    Am 15. August 2026 jährt sich die erneute Machtübernahme der Taliban in Afghanistan zum fünften Mal. Seitdem wurden die Rechte und Freiheiten von Mädchen und Frauen systematisch eingeschränkt – von der Bildung bis hin zur Teilhabe am öffentlichen Leben.

    Doch wie sieht diese Realität für Frauen aus, die heute noch in Afghanistan leben?

    Anlässlich des Jahrestages hat Silvia Schwarz von der Münchner Gruppe der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (WILPF) mit einer Frau aus Afghanistan gesprochen. Sie berichtet im Interview persönlich über ihren Alltag, die Einschränkungen und darüber, was es bedeutet, als Frau unter der Herrschaft der Taliban zu leben.

    Aus Sicherheitsgründen verwendet sie dabei ein Pseudonym. Sie lebt weiterhin in Afghanistan. Das Interview wurde auf Englisch geführt und wird im Original wiedergegeben.

    Ein Gespräch, das eine Perspektive hörbar macht, die viel zu selten zu uns durchdringt: die Stimme einer Frau, die selbst von den Entwicklungen betroffen ist.

    Das Interview wurde zum 15. August 2026 – fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban – von der IFFF – Internationale Frauenliga auf LoraMuc veröffentlicht.

    51 min
  • Unversorgt seit 1969

    Bei der Aktion zum ME/CFS Awareness Tag 2026 berichten Menschen über immer noch fehlende medizinische Versorgung und soziale Absicherung.

    ME/CFS steht für Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome. Das ist eine schwere Multisystemerkrankung, die oft nach einer Virusinfektion auftritt. Symptome sind unter anderem Gelenksschmerzen, Schwindel, Magen-Darm Beschwerden, Schlafstörungen, POTS (Posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom). Eines der Hauptmerkmale ist die sogenannte Post-Exertional Malaise (PEM), eine Verschlechterung des körperlichen Zustandes nach körperlicher oder geistiger Anstrengung. PEM tritt zeitverzögert auf und kann sogar zu einer dauerhaften Zustandsverschlechterung führen.

    ME/CFS ist seit 1969 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannt, bis heute gibt es aber keine Heilung, oder Behandlung. In Österreich schätzt man die Zahl der Erkrankten auf ca. 80.000 Personen. Jedes Jahr wird am 12. Mai am ME/CFS Awareness Tag darauf aufmerksam gemacht, dass diese Personen großteils medizinisch unversorgt sind und auch keine soziale Absicherung erfahren. Viele Mediziner*innen kennen die Krankheit nicht, oder sie wird als psychosomatisch diagnostiziert. Dabei ist ME eine neurologische Erkrankung mit körperlichen Symptomen. Manche Personen sind großteils bettlägrig, halten keine Reize aus und müssen in dunklen Zimmern mit so wenig Geräuschen wie möglich liegen. Die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) stuft diese Personen teilweise als arbeitsfähig ein, wie man auf der Kundgebung am 9. Mai am Platz der Menschenrechte in Wien von einigen Angehörigen erfährt.

    Eine Recherche von Dossier, APA und ORF hat gezeigt, dass Gutachter*innen der PVA mit teils veralteten Unterlagen geschult werden, wo ME als psychische Krankheit dargestellt wrd. In Gesprächen hört man die Verzweiflung der Menschen, Expert*innen seien eigentlich immer privat zu zahlen, auch sonstige Kosten für Medikamente und Behandlungen müssen selbst gestemmt werden. Dass Pflegegrade und Berufsunfähigkeit meistens abgelehnt werden und Betroffene dann dagegen klagen hört man auch immer wieder.

    Die We&Me Foundation der Bäckereifamilie Ströck sammelt Geld für die Forschung, damit in Zukunft schnellere Diagnosen gestellt werden können und auch die Versorgung besser funktionieren soll. Die Österreichische Gesellschaft für ME/CFS betreibt Aufklärungsarbeit und hilft bei der Umsetzung von Forschungsprojekten mit.

    37 min
  • Neue Transparenzpflichten für KI und neue AEC-Rampe

    Habt ihr schon einmal etwas vom AI Act gehört? Das ist ein EU Gesetz zu Künstlicher Intelligenz, das am 1. August 2024 inkraft getreten ist. Es ist das erste staatenübergreifende Regelwerk im Umgang mit KI. Ziel ist es, einen verantwortungsvollen, sicheren und fairen Einsatz von KI-Systemen zu gewährleisten. Der AI Act ist nach und nach inkraft getreten. Seit 2. Feber 2025 sind inakzeptable Technologien wie Sozialkreditsysteme verboten. Da geht es um die Belohnung oder Bestrafung von sozialem Verhalten. Seit 2. August 2025 traten dann Regelungen für die Nutzung von generativer KI für die Erstellung von Text und Bild inkraft. Alle weiteren Bestimmungen des KI-Gesetzes sind ab 2. August diesen Jahres wirksam. Sie bringen unter anderem neue Pflichten für die Anbieter*innen und Betreiber*innen von KI-Systemen. Dabei geht es um Offenlegung, Transparenz und Information.Was das für den Einsatz von KI bei Radio FRO bedeutet, darüber haben Aylin Yilmaz und David  Winkler-Ebner im Studio von Radio FRO gesprochen.

    Seit Monaten wurde gebaut, nun ist sie fertig: Seit Mittwoch, 22. Juli, kann die neue Rampe beim Ars Electronica Center befahren und begangen werden. Einen Meter breiter ist sie geworden. Damit soll gewährleistet werden, dass Fußgänger*innen und Radfahrer*innen die Rampe gemeinsam und sicher benutzen können. Aylin Yilmaz war bei der Eröffnung dabei und hat erste Eindrücke eingefangen.

    55 min
  • EXPOsed 2027 – Interview

    Dieser Beitrag lief im FROzine am 29.07.2026

    EXPOsed Network

    Die EXPO 2027 in Belgrad gilt als eines der größten politischen und wirtschaftlichen Projekte Serbiens in den kommenden Jahren. Während die Regierung das Großereignis als Motor für Modernisierung, internationale Sichtbarkeit und wirtschaftliches Wachstum präsentiert, wächst zugleich die Kritik. Im Fokus stehen Fragen zur Transparenz, zu öffentlichen Kosten, zu Korruptionsrisiken sowie zu den sozialen und ökologischen Auswirkungen der umfangreichen Bauprojekte.

    Für diese Ausgabe des FROzine haben wir mit dem Netzwerk EXPOsed gesprochen. Das dezentral organisierte Netzwerk aus Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und Mitgliedern der serbischen Diaspora in Europa sowie in Nord- und Südamerika setzt sich dafür ein, alle Fakten und Informationen rund um die EXPO 2027 öffentlich zu machen und eine kritische Debatte über das Projekt anzustoßen. Auf der eigenen Webseite sammelt das Netzwerk Dokumente, Analysen und Berichte zu Themen wie öffentliche Sicherheit, finanzielle Transparenz, Umweltfolgen und Korruption.

    Die Gesprächspartner*innen möchten aus Sicherheitsgründen anonym bleiben. Deshalb wurde das Interview von Anneta Trimis und Anna Jungwirth nachvertont. Im Gespräch berichten die Mitglieder*innen von EXPOsed nicht nur über ihre Arbeit als Netzwerk, die Kritik an der EXPO 2027, sondern auch, weshalb Anonymität für sie notwendig ist.

    32 min
  • Serbia Expo(sed) 2027

    Im heutigen FROzine hören Sie ein (nachvertontes) Interview mit dem Netzwerk EXPOsed über die Lage rund um die EXPO 2027 in Serbien, sowie einen Auschnitt aus einer Paneldiskussion zu den Studierendenprotesten in Serbien.

    EXPOsed Network

    Die EXPO 2027 in Belgrad gilt als eines der größten politischen und wirtschaftlichen Projekte Serbiens in den kommenden Jahren. Während die Regierung das Großereignis als Motor für Modernisierung, internationale Sichtbarkeit und wirtschaftliches Wachstum präsentiert, wächst zugleich die Kritik. Im Fokus stehen Fragen zur Transparenz, zu öffentlichen Kosten, zu Korruptionsrisiken sowie zu den sozialen und ökologischen Auswirkungen der umfangreichen Bauprojekte.

    Für diese Ausgabe des FROzine haben wir mit dem Netzwerk EXPOsed gesprochen. Das dezentral organisierte Netzwerk aus Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und Mitgliedern der serbischen Diaspora in Europa sowie in Nord- und Südamerika setzt sich dafür ein, alle Fakten und Informationen rund um die EXPO 2027 öffentlich zu machen und eine kritische Debatte über das Projekt anzustoßen. Auf der eigenen Webseite sammelt das Netzwerk Dokumente, Analysen und Berichte zu Themen wie öffentliche Sicherheit, finanzielle Transparenz, Umweltfolgen und Korruption.

    Die Gesprächspartner*innen möchten aus Sicherheitsgründen anonym bleiben. Deshalb wurde das Interview von Anneta Trimis und Anna Jungwirth nachvertont. Im Gespräch berichten die Mitglieder*innen von EXPOsed nicht nur über ihre Arbeit als Netzwerk, die Kritik an der EXPO 2027, sondern auch, weshalb Anonymität für sie notwendig ist.

    Paneldiskussion: Studierendenproteste in Serbien

    Im zweiten Teil der Sendung hören Sie einen Ausschnitt aus der Diskussionsrunde über die Studierendenproteste in Serbien. Zu hören sind Ausschnitte aus einer Podiumsdiskussion mit Studierenden und Journalist*innen über die Protestbewegung, ihre Organisation und die politischen Entwicklungen im Land.

    An der Diskussion am 15.April 2026 nahmen Davud Delimeđac, Natalija Petrović und Tatjana Rašić teil. Moderiert wurde das Gespräch von Tamara Cvetković. Das Gespräch war Teil der Reihe „Days of Attention – Student Protests in Serbia“ an der Universität Wien.

    Der Beitrag kommt von Vienne REC von Radio Orange.

    51 min
  • Hype vs. Kulturgut: Ube
    Ube wird gerade als neuer „Foodtrend“ gefeiert. Die lila Yamswurzel wird in Getränken und Desserts verarbeitet, kritisiert wird, dass der philippinischen Ursprung dabei ausgeklammert wird.
    Ube, die Yamswurzel, die in den Phillippinen ihren Ursprung hat fällt durch ihre kräftige lila Farbe auf. Die besondere Farbe ist es wahrscheinlich auch, warum Ube gerade so gehyped wird. In Kaffee- oder Matchagetränken, in Kuchen und Eis wird Ube hauptsächlich verarbeitet.
    Bei diesen Trends wird aber oft auf deren Ursprünge vergessen und welche Bedeutung die Nahrungsmittel in den jeweiligen Kulturen hat. Das Stern Magazin schreibt zum Beispiel salopp: „Das giftige Grün dominierte in den vergangenen Monaten die Cafés: Matcha-Latte, Kuchen mit Matcha, Matcha-Eis. Der pulverisierte Grüntee aus Japan ist zum weltweiten Trend geworden, Influencer befeuerten den Hype. Doch nun folgt auf Grün Lila: Der neue Food-Trend dieses Jahres soll die philippinische Yam-Knolle Ube sein.“ Matcha ist in Japan tief verankert in der Teekultur, kein kurzweiliger Hype. Ube ist ein Grundnahrungsmittel auf den Philippinen, Menschen aus der Community kritisieren den Umgang mit ihrem Kulturgut. Teilweise seien in Ube Produkten gar keine richtige Ube drin, es würde lila eingefärbt werden. Das enttäuscht besonders, wenn man beim ersten Schluck oder Biss nicht auf den nussig-vanilligen Geschmack der Ube trifft.
    Wie kann man respektvoll mit Nahrungsmittel anderer Kulturen umgehen? Jennifer Merx von der Halo-Halo Community, einem Netzwerk von und für Phillipinn*innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, hat mit Melanie Schiller gesprochen und Fragen wie zum Beispiel „Wie umgehen mit dem neuen Trend?“, „Welche Möglichkeiten der Wertschätzung gibt es?“, „Cultural Appropriation oder appreciation?“ geklärt.
    Welche Zusammenhänge es zwischen post-kolonialen Strukturen und der Yamswurzel auf sich hat, erklärt Jennifer Merx. Es sei auch das perfekte Produkt zur Vermarktung, aufgrund der schönen lila Farbe, und würde auf Social Media Kanälen auch genau deswegen so einschlagen. Außerdem spricht es durch seinen Ursprung auch eine gewisse Wellness-Bubble an, da der Wurzel gesunde Eigenschaften zugesprochen werden.
    Was beispielsweise Starbucks mit dem Farbwechsel auf der Speisekarte zu tun hat, hören Sie in diesem Interview.
    Einerseits gibt es in der phillippinischen Community Freude darüber, dass Ube in Europa so großen Anklang findet,
    andererseits gibt es aber auch die Sorge, dass die Wurzeln der Superknolle auf der Strecke bleiben.
    Trend als Chance
    Die Kinderschutzorganisation PREDA (Peoples Recovery, Empowerment and Development Assistance) setzt sich auf den Philippinen dafür ein, missbrauchten Kindern zu helfen, sie aus der Zwangsprositution oder aus Gefängnissen zu befreien. Um diese Arbeit zu finanzieren werden Mangos angebaut und zu Produkten verabeitet, die dann in Weltläden gekauft werden können. Petra Geiger-Kletzl vom Weltladen Eisenstadt und für PREDA tätig, erklärt, dass die Mangos von dem indigenen Volk der Aeta angebaut werden, um auch diese zu unterstützen, in dem ein fairer Preis für die Produkte bezahlt wird.
    2026 wird zum ersten Mal Ube angepflanzt, dieses soll als Püree Anfang nächsten Jahres in den Weltläden erhältlich sein. Die Kleinbäuer*innen selbst wussten von dem globalen Hype, aber waren sich dem Ausmaß nicht vollends bewusst, so Geiger-Kletzl. Dort sehe man das Interesse als Chance, um gute Ubeprodukte anbieten zu können und das eigene Kulturgut teilen zu können. Ob es auch die Sorge gibt, dass der Hype 2027 schon wieder vorbei ist? Wenn einem der richtige Geschmack von Ube zusage, dann würde man es auch weiterhin kaufen. Dann ein faires Produkt anbieten zu können zahle sich auch weiterhin aus, meint Geiger-Kletzl.
    49 min
  • Weltempfänger: Solidarische Landwirtschaft in Japan

    Solidarische Landwirtschaft in Japan

    Die solidarische Landwirtschaft kommt ursprünglich aus Japan. Tonia, von der Garten Coop und seit 9 Jahren Gärtner*in wollte schon immer mal dort hin, um sich das anzusehen. Sie erzählt von ihrer Reise, Anbau, Verteilung, Landschaft und Schmetterlingen, aber auch vom kollektiven Umgang mit Naturkatastrophen und menschengemachten Katastrophen, wie dem Klimawandel. Auch queeres Leben in Japan kommt kurz zur Sprache. RDL führte das Gespräch.

    Gespräch zum Nachhören

    EU-Vernichtungsverbot für neuwertige Textilien

    Seit 19. Juli 2026 gilt in der EU ein Vernichtungsverbot für Textilien und Schuhe. Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert die neue EU-Regelung. Damit sollen Abfälle vermieden und Ressourcen geschont werden. Doch es gibt Ausnahmen. Und zwar jede Menge. Deshalb droht das neue Zerstörungsverbot unwirksam zu werden, warnt die Deutsche Umwelthilfe. Heike Demmel sprach mit Viola Wohlgemuth, senior expert für Textilien und Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe.

    Gespräch zum Nachhören

    Obdachlos in der Hitzewelle

    Die Hitzewellen haben in Europa erneut gezeigt, wie lebensgefährlich extreme Temperaturen für obdachlose Menschen sind. Ohne Zugang zu Schatten, Wasser oder Rückzugsorten steigt das Risiko schwerer gesundheitlicher Folgen bis hin zum Tod erheblich. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG-W) fordert seit Jahren in Deutschland, Hitzeschutz als festen Bestandteil sozialer Infrastruktur zu verankern. RDL sprach darüber mit Sabine Bösing.

    Gespräch zum Nachhören

    Moderation: Nora Niemetz CC-BY Musik: Ronald Kah, floating piano

    50 min
  • PK zum Rechenzentrum Kronstorf
    In dieser Ausgabe des FROzines erfahren Sie mehr über die von GLOBAL2000 verübte Kritik am Rechenzentrum in Kronstorf, sowie über den sensationellen Fund von „der Schamanin aus Bad Dürrenberg.
    PK zum Rechenzentrum Kronstorf
    GLOBAL 2000 kritisiert massive Umweltauswirkungen – Umweltschutzorganisation fordert verschärfte Regularien vor weiteren Genehmigungen
    Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 kritisiert die massiven Umweltauswirkungen des geplanten Google-Rechenzentrums in Kronstorf. Wie Wirtschaftslandesrat Achleitner medial bekannt gab, soll dieses Rechenzentrum nun noch größer werden. Schon bisher wurde von einem Energiebedarf ausgegangen, mit dem man mehr als 900.000 Haushalte versorgen könnte. Zum Vergleich: In ganz Oberösterreich gibt es 676.000 Haushalte. Jetzt habe Google um eine Vergrößerung des Rechenzentrums um das Eineinhalbfache angesucht. Dadurch ginge nicht nur der Flächen-, sondern auch der Wasser- und Stromverbrauch noch weiter durch die Decke.
    Für den Bau von Rechenzentren gibt es keine ausreichenden Auflagen, und das obwohl die Milliardenprojekte enorme Flächen verbauen und einen hohen Wasser- und Stromverbrauch haben. Dazu kommen große Mengen Abwärme, die, im Fall von Kronstorf, ungenutzt die Enns erwärmen. Diese Energieverschwendung darf nicht einfach in Kauf genommen werden. Das Problem: Trotz der enormen Dimensionen des Google-Rechenzentrums in Kronstorf ist keine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgesehen. GLOBAL 2000 fordert Wirtschaftslandesrat Achleitner auf, keine vorschnellen Genehmigungen zu erteilen: “Es braucht ein Moratorium, eine strategische Denkpause, für den Bau von Rechenzentren in Österreich. Bevor wir wild drauf los bauen, müssen Gesetze und Regularien nachgeschärft werden – so können Umweltauswirkungen minimiert und ein effizienter und sparsamer Einsatz von Rechenzentren sichergestellt werden,” fordert Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000. Wir berichten von der Pressekonferenz.
    Die Schamanin – von Bad Dürrenberg
    Bei Bauarbeiten im Jahr 1934 in Bad Dürrenberg stießen Arbeiter auf eine archäologische Sensation: ein außergewöhnlich gut erhaltenes, rund 9.000 Jahre altes Grab. Wie sich herausstellte, handelte es sich um die letzte Ruhestätte einer Schamanin aus der Mittelsteinzeit. Nach vielen Analysen und gründlicher Forschung ist das Grab der Schamanin seit Ende März in einer Sonderausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) zu sehen.
    Ich traf mich mit der Archäologin und Kuratorin Josefine Biedinger, um mehr über den Fund zu erfahren. Gemeinsam haben wir darüber gesprochen, was diese Frau so besonders macht, was es bedeutete eine Schamanin zu sein und welche weiteren spektakulären Beigaben in ihrem Grab zu finden waren.
    Falls ihr Interesse bekommen habt, dann schaut gerne beim Landesmuseum für Vorgeschichte vorbei. Die Sonderausstellung wird dort noch bis zum 07. Februar 2027 laufen. Ein Beitrag von RadioBlau, vom 14.7.2026
    51 min

About FROzine

From the publisher's feed

Das Infomagazin von Radio FRO FROzine ist eine offene, für jeden zugängliche und mitgestaltbare Redaktion im Freien Rundfunk OÖ, die durch eine Koordinationsstelle geleitet und unter Mithilfe von VolontärInnen abgewickelt wird.