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Im heutigen FROzine hören Sie die Ergebnisse der bundesweiten Erhebung zum Zustand der Sozialhilfe in Österreich. Durchgeführt wurde diese von der Armutskonferenz, sie befragte 700 Expert*innen der sozialen Praxis vor Ort.
Schatten und Wahrnehmungsbericht der Armutskonferenz
Die Armutskonferenz, als Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, über Armut in Österreich zu informieren und diese auch aktiv zu bekämpfen, führte zum Jahreswechsel 2025 auf 2026 eine bundesweite Erhebung zum Zustand der Sozialhilfe in Österreich durch. Ziel dieser Erhebung war die umfassende Bestandsaufnahme der Sozialhilfe, es wurden sowohl positive als auch negative Entwicklungen abgefragt. Insgesamt nahmen 700 Expert*innen aus der Praxis an der Studie teil. Die zentralen Ergebnisse: Die Sozialhilfe wird als letztes soziales Netz, sowie als wichtiges Mittel zur Armutsbekämpfung angesehen, dennoch äußert sich ein großer Teil der Expert*innen kritisch, da sie bei vielen Aspekten deutliches Verbesserungspotential sehen.
Die Punkte, die am häufigsten kritisiert werden:
Zur geplanten Reform der Sozialhilfe
Durch die geplante Reform der Sozialhilfe und der Gesetzesverschärfungen in mehreren Bundesländern befürchten viele Expert*innenweitere Verschlechterungen.
Die größten Sorgen sind hierbei:
Der ganze Bericht „Vom Zustand der Sozialhilfe in Österreich. Schatten und Wahrnehmungsbericht“, welcher die Studie, die Grafiken und Auswertungen der Befragung, sowie Zitate der Exper*innen beinhaltet finden Sie hier.
– Bild: ©Amutskonferenz
Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe vom FROzine. Heute berichten wir von der Präsentation des 11. Antimuslimischen Rassismus Reports.
Die Dokustelle Österreich stellt am 11.6.2026 ihren Antimuslimischen Rassismus Report vor. Im Jahr 2025 verzeichnete die Dokustelle Österreich insgesamt 1684 rassistische Übergriffe gegen MuslimInnen und muslimisch wahrgenommene Personen. Am Podium waren Rumeysa Dür-Kwieder, Dunia Khalil und Hüseyin Güneş. Außerdem hören Sie im Anschluss noch ein kurzes Interview mit Dunia Khalil über die Dokustelle Österreich.
https://dokustelle.at/fileadmin/Dokuments/Reports/Report_2025/Antimuslimischer_Rassismus_Report_2025.pdf
Gleichstellung von Menschen mit Behinderung
Am 5. Mai findet jedes Jahr der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt, und an diesem Tag lud Timo Möller von RadioZ Markus Pogadl und die Vertrauenspersonen Felix und Barbara ins Studio ein. Dabei sprach Timo mit ihnen nicht nur über die Arbeit als Werkstattrat und Vertrauenspersonen, sondern auch darüber, wie wichtig Werkstatträte sind. Markus ist Werkstattrat bei der Lebenshilfe Forchheim, außerdem ist er Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte Bayern e.V. (LAG), und gemeinsam thematisierten sie auch eine faire Bezahlung für die Beschäftigten.
Gespräch zum Nachhören
Hitze im Land
Viele Städte und Orte in Europa erleben wie in Österreich momentan eine extreme Hitzewelle. In Deutschland gilt beispielsweise Freiburg als besonders hitzebelastet. Die Stadt zählt zu den sonnenreichsten und wärmsten Städten der Republik. Doch es gibt Lösungen, denn sie sieht sich zugleich als Vorreiterin bei der Klimaanpassung. Doch wie gut schützt Freiburg wirklich, und das vor allem jene, die am stärksten gefährdet sind: obdachlose Menschen, Ältere und Menschen in beengten Wohnungen? RDL sprach darüber mit Harald Schaich , dem stellvertretenden Leiter des Umweltschutzamtes der Stadt Freiburg. Auch Linz erlebt eine ungewöhnliche Hitzewelle, als Reaktion öffnete die Stadt bereits frühzeitig einige Coole Orte. Das sind speziell eingerichtete Räume im Innenraum, die allen, die Schutz vor Hitze suchen, offen stehen. Alle Orte und deren Öffnungszeiten finden sich auf www.cooleslinz.at. Hitzetipps und wertvolle Hinweise zum Umgang mit Hitze finden sich auf der Website der Stadt Linz, zu dem kann über den Linzer Hitzeschutzplan nachgelesen werden.
Gespräch zum Nachhören
Moderation: Nora Niemetz
CC-BY Musik: Ronald Kah, water song
Im heutigen FROzine sprechen wir mit Jana und Diyana über ROSA einen Verein, der in Griechenland sichere Räume für Frauen* auf der Flucht schafft. Sie erzählen von ihren Erfahrungen vor Ort, den Herausforderungen, denen geflüchtete Frauen begegnen, und warum Schutzräume wichtiger denn je sind.
Was macht ROSA?
ROSA ist ein gemeinnütziger Verein, der sich dafür einsetzt, Safer Spaces für Frauen* auf der Flucht zu schaffen und humanitäre Hilfe geschlechtersensibel zu gestalten.
Mit einem ausgebauten Truck fahren ehrenamtliche Helfer*innen täglich vier Geflüchtetencamps in Südgriechenland an. Rund um den Truck entsteht ein geschützter Raum ausschließlich für Frauen. Dort bietet ROSA unter anderem ein mobiles medizinisches Beratungszimmer, kostenlose Menstruationsprodukte, Workshops sowie Kinderbetreuung an. Das zentrale Anliegen ist es, einen Ort zu schaffen, an dem Frauen* Sicherheit, Privatsphäre und Unterstützung finden können.
Frauen, Kinder und queere Menschen sind auf der Flucht häufig besonderen Risiken und Formen von Gewalt ausgesetzt. ROSA begegnet diesen Herausforderungen mit konkreten Unterstützungsangeboten und schafft Räume, in denen Betroffene sich austauschen und Hilfe in Anspruch nehmen können.
ROSA in Österreich
Die Lokalgruppe ROSA Wien wurde im Oktober vergangenen Jahres gegründet. Seitdem engagiert sie sich auf verschiedenen Ebenen. Einerseits macht sie auf die prekären und menschenunwürdigen Bedingungen in Geflüchtetencamps an den europäischen Außengrenzen aufmerksam. Andererseits leistet sie politische Bildungsarbeit, um die besonderen Herausforderungen und Gefährdungen sichtbar zu machen, denen Frauen, Kinder und queere Menschen auf der Flucht begegnen.
Neben der Bildungsarbeit unterstützt ROSA auch Geflüchtete in Österreich. Sie besuchen einmal im Monat die Caritas-Unterkunft in Wien für geflüchtete und wohnungslose Menschen, um dort SaferSpaces für Frauen* zu schaffen. Außerdem besuchen sie monatlich die Erstaufnahmestelle Traiskirchen, ebenfalls um Räume zu schaffen, bei denen Frauen unter sich sein können.
Durch Informationsveranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzungsarbeit setzt sich ROSA Wien dafür ein, das Bewusstsein für diese Themen zu stärken und die Bedeutung sicherer Räume für besonders vulnerable Gruppen hervorzuheben.
In dieser Folge vom FROzine hören Sie etwas zum Frauentanzclub „Resis.danse“. Ein Interview mit dem Urgestein Karin Erhart bringt Ihnen die Geschichte des Vereins näher.
Der Frauentanzclub „Resis.danse“ hatte in den 80er Jahren seinen Beginn. Gleichgeschlechtliches Tanzen war damals jedoch noch nicht so akzeptiert, wie das heute ist. Zur Geschichte des Vereins, den Highlights, verschiedenen sozio-politischen Gegebenheiten berichtet Karin Erhart, eine der jahrelangen Begleiterinnen und Mitbegründerin sowie Tanzlehrerin.
https://www.resisdanse.at/verein.php
Außerdem hören Sie ein Gespräch mit dem Bündnis „Leipzig steht zusammen“ über die bundesweite Proteste gegen die Kürzungen im Sozialbereich und für gerechte Arbeitsbedingungen. Am Montag gab es dazu auch eine Kundgebung in Leipzig am Naschmarkt. Vom 16.6. von Radio Blau.
In dieser Folge vom FROzine erfahren Sie etwas über den Dokumentarfilm „Dog Days Of Montenegro“ von Elena K. Richtsfeld und Marie-Therese Jahn.
Dog Days of Montenegro begleitet die Tierschützerin Milica bei ihrem täglichen Einsatz für Straßenhunde in ihrer Stadt. Der Film folgt ihr von ihrer Arbeit im Hotel über ihre tägliche Tour zu Hunden auf freien Feldern, in notdürftigen Einzäunungen und an verlassenen Orten. Dabei dokumentiert der Film nicht nur das Leid und die Hoffnung der Tiere, sondern beleuchtet auch strukturelle Zusammenhänge: gesetzliche Lücken, unkontrollierte Zucht, mangelnde Kontrolle und die Diskrepanz zwischen bestehenden Tierschutzgesetzen und deren Umsetzung.
Nächstes Screening ist am 20.6. an der Kunstuniversität in Linz, HP6, Strafsachengalerie.
www.richfield.at
Wie können junge Menschen mit der chronischen Krankheit ME/CFS umgehen und wie werden sie unterstützt? Der Verein UN:LOCKJU vernetzt Betroffene und leistet politische Arbeit.
ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome) ist eine schwere, chronische Multisystemerkrankung, die oft nach einer Virusinfektion auftritt. Die Krankheit ist seit 1969 bekannt, aber bis heute gibt es keine Heilung oder offizielle Behandlung.
Die Symptome reichen von Gliederschmerzen, bis Konzentrationsstörungen, zu Schwindel, Herz-Kreislauf Problemen und Verschlechterung des Gesamtzustandes nach körperlicher oder geistiger Anstrengung, die sogenannte Post–Exertional Malaise (PEM). Diese Verschlechterung tritt zeitversetzt ein und kann eine permanente Folgen für Betroffene haben.
Trotz dieser vielen Symptome wird ME/CFS oft bei Begutachtungen für das Pflegegeld oder ähnliches nicht anerkannt. Ärzt*innen würden nicht genug über die Krankheit wissen und teils mit veralteten Unterlagen arbeiten, wie auch eine Recherche von Dossier, APA und ORF zeigt. Auch Ruth Karner, Vorsitzende des Vereins UN:LOCKJU hat damit Erfahrung. Sie und viele Eltern bekommen kein Pflegegeld für ihre erkrankten Kinder, was eine finanzielle Belastung darstellt. Eltern müssen oft Stunden reduzieren oder teilweise ganz den Job aufgeben, um ihre Kinder zu pflegen. Manche ME/CFS erkrankten schaffen keine eigenständige Nahrungsaufnahme oder Körperpflege mehr.
UN:LOCKJU wurde gegründet, um Eltern und Betroffene zu vernetzen und auch mit der Politik in Kontakt zu treten, um Verbesserungen schneller herbeizuführen. Für Kinder und Jugendliche ist oft ein regulärer Schulbesuch kaum möglich. Die Kraft reicht nicht, die Klassenzimmer sind zu hell und laut und wenn Gedächtnisprobleme vorliegen, kann dem Unterricht nicht gefolgt werden. Lösungsvorschläge würden hier oft von Schule zu Schule individuell angeboten, allgemein gilt, dass in jedem Gegenstand eine Note eingetragen werden muss, um das Jahr positiv abschließen zu können.
Für alle Fächer den Stoff lernen ist für viele Kinder eine zu große Hürde. Hier müsse es Gesetzesänderungen geben, die mehr Flexibilität anbieten, so Karner. Sie gibt als Beispiel Abendschulen an, wo Kurse modulartig besucht werden können. So könne man in einem Semester drei Fächer belegen und sich weiterarbeiten.
Karner und viele andere Angehörige und Betroffene setzen Hoffnung in die Forschung und fordern auch, dass hier Politik und Medizin mehr Dringlichkeit zeigen würden.
Headerbild: Sergej Preis/Deutsche Gesellschaft für ME/CFS
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