FROzine

FROzine

By Marina WetzlmaierSociety & Culture
Download on the App Store

FROzine episodes

  • Weltempfänger: Fussball-WM und Menschenrechte
    Fußball WM – Love Football, Hate Fascism
    Die Kampagne „USA 2026 – Love Football, Hate Fascism“ von Fairness United ruft seit Monaten zum Boykott der Fußball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada auf. Im Gespräch erläutert Susanne Franke von Fairness United und der Schalker Fan-Initiative die Kritik an FIFA und Gastgeberländern. Sie geht auch auf die Frage ein, ob ein Boykott des Turniers ein wirksames politisches Signal sein kann. Fairness United setzt sich für Menschenrechte im internationalen Fußball ein. Gemeinsam mit Fangruppen, NGOs und Gewerkschaften wendet sich die Organisation gegen Rassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit und andere Formen der Diskriminierung.
    Gespräch zum Nachhören
    Shadow Society – zur Situation von Geflüchteten in Schweden
    Während Schweden gemeinhin als Leuchtturm für Wohlfahrtsstaatlichkeit gilt, existiert abseits davon eine „Schattengesellschaft“: Menschen ohne Papiere fallen oft aus allen Versorgungssystemen heraus und sind auf die Arbeit von Ehrenamtlichen angewiesen. Dies führt zu einer massiven Verelendung – eine Entwicklung, die sich auch in Deutschland abzeichnet und mit Inkrafttreten der GEAS-Reform neue Dynamik bekommen könnte. Wir haben mit Sofie S. Gregersen gesprochen. Sofie ist Doktorandin im EU-Verbundprojekt ASYKNOW. Das Gespräch ist in Englisch mit kurzen Zusammenfassungen auf Deutsch.
    Gespräch zum Nachhören
    Moderation: Nora Niemetz
    CC-BY Musik: Ronald Kah, water song
    50 min
  • Der Zustand der Sozialhilfe

    Im heutigen FROzine hören Sie die Ergebnisse der bundesweiten Erhebung zum Zustand der Sozialhilfe in Österreich. Durchgeführt wurde diese von der Armutskonferenz, sie befragte 700 Expert*innen der sozialen Praxis vor Ort.

    Schatten und Wahrnehmungsbericht der Armutskonferenz

    Die Armutskonferenz, als Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, über Armut in Österreich zu informieren und diese auch aktiv zu bekämpfen, führte zum Jahreswechsel 2025 auf 2026 eine bundesweite Erhebung zum Zustand der Sozialhilfe in Österreich durch. Ziel dieser Erhebung war die umfassende Bestandsaufnahme der Sozialhilfe, es wurden sowohl positive als auch negative Entwicklungen abgefragt. Insgesamt nahmen 700 Expert*innen aus der Praxis an der Studie teil. Die zentralen Ergebnisse: Die Sozialhilfe wird als letztes soziales Netz, sowie als wichtiges Mittel zur Armutsbekämpfung angesehen, dennoch äußert sich ein großer Teil der Expert*innen kritisch, da sie bei vielen Aspekten deutliches Verbesserungspotential sehen.

    Die Punkte, die am häufigsten kritisiert werden:

    • die Soforthilfe funktioniert nicht  
    • die Wohnkosten sind zu gering,
    • Härtefallregeln fehlen,  
    • Menschen mit Behinderungen wird ein selbstbestimmtes Leben verweigert,  
    • Hilfestellung und Angebote fehlen,  
    • Entscheidungsfristen am Amt sind zu lang,  
    • große Mängel im behördlichen Vollzug.
    • Zur geplanten Reform der Sozialhilfe

      Durch die geplante Reform der Sozialhilfe und der Gesetzesverschärfungen in mehreren Bundesländern befürchten viele Expert*innenweitere Verschlechterungen.

      Die größten Sorgen sind hierbei:

      • die Anrechnung der Familienbeihilfe auf die Sozialhilfe gefährdet eine Kindergrundsicherung,
      • die geplante Integrationsphase mit gekürzten Leistungen,
      • weitere Absenkungen der Höchstsätze.
      • Der ganze Bericht „Vom Zustand der Sozialhilfe in Österreich. Schatten und Wahrnehmungsbericht“, welcher die Studie, die Grafiken und Auswertungen der Befragung, sowie Zitate der Exper*innen beinhaltet finden Sie hier.  

        – Bild: ©Amutskonferenz

        50 min
      • Antimuslimischer Rassismus Report 2025

        Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe vom FROzine. Heute berichten wir von der Präsentation des 11. Antimuslimischen Rassismus Reports.

        Die Dokustelle Österreich stellt am 11.6.2026 ihren Antimuslimischen Rassismus Report vor. Im Jahr 2025 verzeichnete die Dokustelle Österreich insgesamt 1684 rassistische Übergriffe gegen MuslimInnen und muslimisch wahrgenommene Personen. Am Podium waren Rumeysa Dür-Kwieder, Dunia Khalil und Hüseyin Güneş. Außerdem hören Sie im Anschluss noch ein kurzes Interview mit Dunia Khalil über die Dokustelle Österreich.

        https://dokustelle.at/fileadmin/Dokuments/Reports/Report_2025/Antimuslimischer_Rassismus_Report_2025.pdf

        1 hr 1 min
      • Weltempfänger: Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

        Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

        Am 5. Mai findet jedes Jahr der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt, und an diesem Tag lud Timo Möller von RadioZ Markus Pogadl und die Vertrauenspersonen Felix und Barbara ins Studio ein. Dabei sprach Timo mit ihnen nicht nur über die Arbeit als Werkstattrat und Vertrauenspersonen, sondern auch darüber, wie wichtig Werkstatträte sind. Markus ist Werkstattrat bei der Lebenshilfe Forchheim, außerdem ist er Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte Bayern e.V. (LAG), und gemeinsam thematisierten sie auch eine faire Bezahlung für die Beschäftigten.

        Gespräch zum Nachhören

        Hitze im Land

        Viele Städte und Orte in Europa erleben wie in Österreich momentan eine extreme Hitzewelle. In Deutschland gilt beispielsweise Freiburg als besonders hitzebelastet. Die Stadt zählt zu den sonnenreichsten und wärmsten Städten der Republik. Doch es gibt Lösungen, denn sie sieht sich zugleich als Vorreiterin bei der Klimaanpassung. Doch wie gut schützt Freiburg wirklich, und das vor allem jene, die am stärksten gefährdet sind: obdachlose Menschen, Ältere und Menschen in beengten Wohnungen? RDL sprach darüber mit Harald Schaich , dem stellvertretenden Leiter des Umweltschutzamtes der Stadt Freiburg. Auch Linz erlebt eine ungewöhnliche Hitzewelle, als Reaktion öffnete die Stadt bereits frühzeitig einige Coole Orte. Das sind speziell eingerichtete Räume im Innenraum, die allen, die Schutz vor Hitze suchen, offen stehen. Alle Orte und deren Öffnungszeiten finden sich auf www.cooleslinz.at. Hitzetipps und wertvolle Hinweise zum Umgang mit Hitze finden sich auf der Website der Stadt Linz, zu dem kann über den Linzer Hitzeschutzplan nachgelesen werden.

        Gespräch zum Nachhören

        Moderation: Nora Niemetz

        CC-BY Musik: Ronald Kah, water song

        50 min
      • integra 2026
        integra, die Messe für Pflege, Rehabilitation und Therapie hat wieder in Wels stattgefunden. Das FROzine gibt einen kleinen Einblick von den Aussteller*innen.
        Die integra hat vom 10. bis 12. Juni in der Messe Wels stattgefunden. Neben den Ständen gab es Workshops und Vorträge rund um Inklusion, Pflege und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Viele Stände haben technische Neuheiten im Bereich der Hilfsmittel vorgestellt. Zum Beispiel einen Rollstuhl, mit dem man Treppen rauf- und runterfahren kann. Auch Hilfsmittel speziell für Kinder, oder Geräte, die bei der Kommunikation unterstützen sind gezeigt worden.
        Neben der technischen Seite haben sich auch Vereine und Organisationen vorgestellt, bei denen behinderte Menschen Austausch und Unterstützung finden. Zum Beispiel die Selbsthilfe Oberösterreich, dem Dachverband für Selbsthilfegruppen. Manuela Bruckmüller hat erklärt, dass solche Gruppen sehr gut angenommen werden, da Betroffenen der Austausch miteinander sehr wichtig sei und in solchen geschützen Räumen alle nachvollziehen können, wie es einem mit Krankheiten oder Behinderungen ginge, was Außenstehende dann oft nicht nachvollziehen könnten.
        Auch die Behindertenanwältin, Christine Steger, war vor Ort. Sie meint, dass sich auf gesellschaftlicher noch viel tun müsse, um wirklich Inklusion und Gleichstellung von behinderten Menschen in Österreich gewährleisten zu können. Sie bemängelt, dass zum Beispiel im Architekturstudium barrierefreies Bauen nur ein Freifach sei. Auch gewisse technologische Fortschritte würden nicht für alle positiv sein, Touchscreens können von blinden oder sehbehinderten Menschen nicht bedient werden, was bei Bezahlungen mit Bankomat zu Schwierigkeiten führen kann.
        Wenn man denkt, aufgrund der Behinderung diskriminiert zu werden, kann sich an die Behindertenawaltschaft wenden, dazu gibt es Informationen hier: https://www.behindertenanwaltschaft.gv.at/
        Headerbild: Messe Wels
        50 min
      • ROSA – Safe Space für Frauen auf der Flucht

        Im heutigen FROzine sprechen wir mit Jana und Diyana über ROSA einen Verein, der in Griechenland sichere Räume für Frauen* auf der Flucht schafft. Sie erzählen von ihren Erfahrungen vor Ort, den Herausforderungen, denen geflüchtete Frauen begegnen, und warum Schutzräume wichtiger denn je sind.

        Was macht ROSA?

        ROSA ist ein gemeinnütziger Verein, der sich dafür einsetzt, Safer Spaces für Frauen* auf der Flucht zu schaffen und humanitäre Hilfe geschlechtersensibel zu gestalten.

        Mit einem ausgebauten Truck fahren ehrenamtliche Helfer*innen täglich vier Geflüchtetencamps in Südgriechenland an. Rund um den Truck entsteht ein geschützter Raum ausschließlich für Frauen. Dort bietet ROSA unter anderem ein mobiles medizinisches Beratungszimmer, kostenlose Menstruationsprodukte, Workshops sowie Kinderbetreuung an. Das zentrale Anliegen ist es, einen Ort zu schaffen, an dem Frauen* Sicherheit, Privatsphäre und Unterstützung finden können.

        Frauen, Kinder und queere Menschen sind auf der Flucht häufig besonderen Risiken und Formen von Gewalt ausgesetzt. ROSA begegnet diesen Herausforderungen mit konkreten Unterstützungsangeboten und schafft Räume, in denen Betroffene sich austauschen und Hilfe in Anspruch nehmen können.

        ROSA in Österreich

        Die Lokalgruppe ROSA Wien wurde im Oktober vergangenen Jahres gegründet. Seitdem engagiert sie sich auf verschiedenen Ebenen. Einerseits macht sie auf die prekären und menschenunwürdigen Bedingungen in Geflüchtetencamps an den europäischen Außengrenzen aufmerksam. Andererseits leistet sie politische Bildungsarbeit, um die besonderen Herausforderungen und Gefährdungen sichtbar zu machen, denen Frauen, Kinder und queere Menschen auf der Flucht begegnen.

        Neben der Bildungsarbeit unterstützt ROSA auch Geflüchtete in Österreich. Sie besuchen einmal im Monat die Caritas-Unterkunft in Wien für geflüchtete und wohnungslose Menschen, um dort SaferSpaces für Frauen* zu schaffen. Außerdem besuchen sie monatlich die Erstaufnahmestelle Traiskirchen, ebenfalls um Räume zu schaffen, bei denen Frauen unter sich sein können.

        Durch Informationsveranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzungsarbeit setzt sich ROSA Wien dafür ein, das Bewusstsein für diese Themen zu stärken und die Bedeutung sicherer Räume für besonders vulnerable Gruppen hervorzuheben.

        46 min
      • Resis.danse – der Frauentanzclub

        In dieser Folge vom FROzine hören Sie etwas zum Frauentanzclub „Resis.danse“. Ein Interview mit dem Urgestein Karin Erhart bringt Ihnen die Geschichte des Vereins näher.

        Der Frauentanzclub „Resis.danse“ hatte in den 80er Jahren seinen Beginn. Gleichgeschlechtliches Tanzen war damals jedoch noch nicht so akzeptiert, wie das heute ist. Zur Geschichte des Vereins, den Highlights, verschiedenen sozio-politischen Gegebenheiten berichtet Karin Erhart, eine der jahrelangen Begleiterinnen und Mitbegründerin sowie Tanzlehrerin.

        https://www.resisdanse.at/verein.php

        Außerdem hören Sie ein Gespräch mit dem Bündnis „Leipzig steht zusammen“ über die bundesweite Proteste gegen die Kürzungen im Sozialbereich und für gerechte Arbeitsbedingungen. Am Montag gab es dazu auch eine Kundgebung in Leipzig am Naschmarkt. Vom 16.6. von Radio Blau.

        51 min
      • Weltempfänger: Griff nach Gold
        Griff nach Gold
        Zusammen mit Glenn Jaeger hat Carlos Gomez das Buch „Griff nach Gold die andere Geschichte der Fußballweltmeisterschaft“ geschrieben. In dem Buch ordnen die Autoren die Fußball-WM als globales, politisches Ereignis ein. Dabei ist diese Literatur keine Sammlung von Sportanekdoten, sondern ganz im Gegenteil eine kritische Gesellschaftsanalyse. Machtinteressen und Kolonialismus werden ebenso in den Blick genommen wie Kommerz rund um das Turnier. Die Darstellung folgt dem Verlauf der Weltmeisterschaften von 1930 bis zum Turnier in Nordamerika 2026 in 23 Kapiteln. Jedes Kapitel startet mit dem historischen Hintergrund und setzt sich dann kritisch mit den sportlichen Entwicklungen auseinander. Nils Brock und Pamela Cuadros haben für den südnordfunk ein Interview mit Carlos Gomez geführt. Das Buch ist im Februar 2026 im PapyRossa Verlag erschienen.
        Interview zum Nachhören
        Kolonialismus-Erinnerung in Deutschland
        Die deutsche Kolonialgeschichte wird bis heute nur am Rande erinnert, und das obwohl viele Initiativen seit Jahrzehnten dafür kämpfen, dass koloniales Unrecht als Teil der deutschen Geschichte anerkannt wird. Im Mai haben Vertreter*innen verschiedener Organisationen einen offenen Brief im Bundestag übergeben. Ihre Forderung: Der Bund müsse endlich seiner Verantwortung gerecht werden und die Erinnerung an den deutschen Kolonialismus dauerhaft in der offiziellen Gedenkkultur verankern. Darüber sprach Radio Dreyeckland mit Tahir Della. Er ist Teil des Vorstandes von Decolonize Berlin e.V. und spricht für die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland.
        Gespräch zum Nachhören
        Geflüchtete Frauen und Kinder auf dem Mittelmeer
        Die Flucht über das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Migrationsrouten weltweit – besonders für Frauen und Mädchen. Viele von ihnen sind bereits vor oder während der Flucht massiver Gewalt ausgesetzt und geraten auf See in akute Lebensgefahr. Die zivile Seenotrettung von SOS Humanity versucht, genau dort einzugreifen: retten, versorgen, begleiten, und hinsehen, wo sonst nur wenige wirklich hinschauen wollen. Radio Dreyeckland sprach mit Jovita Pander, die selbst mehrfach als Menschenrechtsbeobachterin auf dem Rettungsschiff Humanity 1 im Einsatz war.
        Gespräch zum Nachhören
        Moderation: Nora Niemetz
        CC-BY Musik: Ronald Kah, summerkeys, heaven touch slow
        50 min
      • Dog Days Of Montenegro

        In dieser Folge vom FROzine erfahren Sie etwas über den Dokumentarfilm „Dog Days Of Montenegro“ von Elena K. Richtsfeld und Marie-Therese Jahn.

        Dog Days of Montenegro begleitet die Tierschützerin Milica bei ihrem täglichen Einsatz für Straßenhunde in ihrer Stadt. Der Film folgt ihr von ihrer Arbeit im Hotel über ihre tägliche Tour zu Hunden auf freien Feldern, in notdürftigen Einzäunungen und an verlassenen Orten. Dabei dokumentiert der Film nicht nur das Leid und die Hoffnung der Tiere, sondern beleuchtet auch strukturelle Zusammenhänge: gesetzliche Lücken, unkontrollierte Zucht, mangelnde Kontrolle und die Diskrepanz zwischen bestehenden Tierschutzgesetzen und deren Umsetzung.

        Besondere Aufmerksamkeit gilt den Hunden, die Milica aus gefährlichen Situationen rettet – darunter Dio, der heute bei einer der Filmemacherinnen lebt. Die Geschichten dieser Tiere führen zu einer grundlegenden Frage: Welche Verantwortung tragen wir Menschen gegenüber jenen Tieren, die wir einst domestiziert haben?
        Erzählt wird aus Milicas Perspektive, ergänzt durch Interviews mit ihrer Unterstützerin Nicole sowie geplante Gespräche mit Expert:innen und Hundehalter:Innen von Straßenhunden. Der Film schafft Bewusstsein für länderübergreifenden Tierschutz, würdigt Milicas Engagement und fragt: Was braucht es, damit Hilfe nicht nur individuell, sondern strukturell wirksam wird?

        Nächstes Screening ist am 20.6. an der Kunstuniversität in Linz, HP6, Strafsachengalerie.

        www.richfield.at

        Instagram: dog.days.of.mentenegro

        1 hr 1 min
      • ME/CFS bei Kindern

        Wie können junge Menschen mit der chronischen Krankheit ME/CFS umgehen und wie werden sie unterstützt? Der Verein UN:LOCKJU vernetzt Betroffene und leistet politische Arbeit.

        ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome) ist eine schwere, chronische Multisystemerkrankung, die oft nach einer Virusinfektion auftritt. Die Krankheit ist seit 1969 bekannt, aber bis heute gibt es keine Heilung oder offizielle Behandlung.

        Die Symptome reichen von Gliederschmerzen, bis Konzentrationsstörungen, zu Schwindel, Herz-Kreislauf Problemen und Verschlechterung des Gesamtzustandes nach körperlicher oder geistiger Anstrengung, die sogenannte Post–Exertional Malaise (PEM). Diese Verschlechterung tritt zeitversetzt ein und kann eine permanente Folgen für Betroffene haben.

        Trotz dieser vielen Symptome wird ME/CFS oft bei Begutachtungen für das Pflegegeld oder ähnliches nicht anerkannt. Ärzt*innen würden nicht genug über die Krankheit wissen und teils mit veralteten Unterlagen arbeiten, wie auch eine Recherche von Dossier, APA und ORF zeigt. Auch Ruth Karner, Vorsitzende des Vereins UN:LOCKJU hat damit Erfahrung. Sie und viele Eltern bekommen kein Pflegegeld für ihre erkrankten Kinder, was eine finanzielle Belastung darstellt. Eltern müssen oft Stunden reduzieren oder teilweise ganz den Job aufgeben, um ihre Kinder zu pflegen. Manche ME/CFS erkrankten schaffen keine eigenständige Nahrungsaufnahme oder Körperpflege mehr.

        UN:LOCKJU wurde gegründet, um Eltern und Betroffene zu vernetzen und auch mit der Politik in Kontakt zu treten, um Verbesserungen schneller herbeizuführen. Für Kinder und Jugendliche ist oft ein regulärer Schulbesuch kaum möglich. Die Kraft reicht nicht, die Klassenzimmer sind zu hell und laut und wenn Gedächtnisprobleme vorliegen, kann dem Unterricht nicht gefolgt werden. Lösungsvorschläge würden hier oft von Schule zu Schule individuell angeboten, allgemein gilt, dass in jedem Gegenstand eine Note eingetragen werden muss, um das Jahr positiv abschließen zu können.

        Für alle Fächer den Stoff lernen ist für viele Kinder eine zu große Hürde. Hier müsse es Gesetzesänderungen geben, die mehr Flexibilität anbieten, so Karner. Sie gibt als Beispiel Abendschulen an, wo Kurse modulartig besucht werden können. So könne man in einem Semester drei Fächer belegen und sich weiterarbeiten.

        Karner und viele andere Angehörige und Betroffene setzen Hoffnung in die Forschung und fordern auch, dass hier Politik und Medizin mehr Dringlichkeit zeigen würden.  

         

        Headerbild: Sergej Preis/Deutsche Gesellschaft für ME/CFS

        50 min

      About FROzine

      From the publisher's feed

      Das Infomagazin von Radio FRO FROzine ist eine offene, für jeden zugängliche und mitgestaltbare Redaktion im Freien Rundfunk OÖ, die durch eine Koordinationsstelle geleitet und unter Mithilfe von VolontärInnen abgewickelt wird.