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By Marina WetzlmaierSociety & Culture
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FROzine episodes

  • Warum Medien für Demokratien wichtig sind

    Für das Funktionieren liberaler, demokratischer Gesellschaften sind Medien unerlässlich. Medien stellen Öffentlichkeit her, machen politisches Handeln transparent, gestalten die Agenda politischer Themen mit und tragen zur Meinungsbildung der Bürger*innen bei. Zudem kontrollieren und kritisieren Medien und werden deshalb oft als „vierte Gewalt“ im Staat bezeichnet (vgl. „Mediendemokratie„).

    Eine detaillierte Untersuchung dieser Mechanismen unternimmt derzeit das Projekt „Mapping Media for Future Democracies“ (kurz: MeDeMAP). Das Horizon Europe-Forschungsprojekt wird von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften geleitet und gemeinsam mit neun Partnerinstitutionen aus neun verschiedenen EU-Ländern umgesetzt.

    Welche Medien spielen unter welchen Umständen welche demokratischen Funktionen für welches Publikum? So lauten die zentralen Forschungsfragen des Projekts. Dieses verfolgt zwei wesentliche Ziele: Einerseits soll dargestellt werden, welche demokratischen Funktionen Medien für EU-Bürger*innen spielen. Andererseits will das Projekt zeigen, welche Anliegen die Bürger*innen an die Qualität und Gestaltungsformen der Medien haben.

    Dazu finden in Österreich und drei weiteren Ländern ab März Bürger*innenräte statt, in denen sich die Teilnehmer*innen zu ihren Erwartungen gegenüber Medien austauschen können. In Österreich wird der Bürger*innenrat vom Community Medien Institut (COMMIT) organisisert. Eine Bewerbung ist noch bis zum 20. Feber möglich.

    Um mehr über das Projekt zu erfahren, hat David Winkler-Ebner mit Josef Seethaler dem Leiter des Projekts, und mit Laurence Monnot, die die Bürger*innenräte in Österreich organisiert, gesprochen.

    Sendungsmoderation: Aylin Yilmaz.

    Headerfoto: David Winkler-Ebner

    50 min
  • Weltempfänger: Politische Situation in Panama

    Panama: Warum tut sich die Linke so schwer?

    Viele Menschen verbinden Panama hauptsächlich mit dem Panama-Kanal. Das zeigte sich jüngst auch an den Äußerungen von Donald Trump. Das Land ist politisch jedoch sehr interessant und eine nähere Beschäftigung lohnt sich. Seit Jahrzehnten wechselt in Panama zwar bei jeder Wahl die Regierung, aber alle Parteien machen weiter die gleiche neoliberale Politik. Korruption steht an der Tagesordnung, Demonstrationen gab es trotzdem nur selten. Mehr noch, es gibt auch keine relevante linke Partei in Panama. Es ist sogar so, dass sich dort fast kein Politiker*in traut, sich als links zu bezeichnen. Über die Widersprüche in diesem kleinen, eher wenig bekannten Land in Mittelamerika sprechen John M. Shorack und Martin Schäfer von npla auf RDL mit Maribel Gordón. Sie war die linke Präsidentschaftskandidatin bei der letzten Wahl. Außerdem sind zu hören: der Gewerkschaftsführer Eduardo Gil sowie der LN-Panamakorrespondenten und Soziologen Carlos Escudero. Im Gespräch ergründen sie, warum progressive Kräfte es dort so schwer haben. Dabei stellen sie fest, dass die Probleme der politischen Linken in Panama möglicherweise nur eine besonders extreme Kombination von Problemen sind, die die Linke überall in Lateinamerika, durchaus weltweit, plagen.

    Beitrag zum Nachhören

    Parlamentswahlen in der Republik Kosovo

    Am 9. Februar 2025 gewann Albin Kurti mit seiner mitte-links Bewegung Vetëvendosje die Wahlen im Kosovo. Auch mit Hilfe der Diaspora. Rund ein Drittel der kosovarischen Stimmberechtigten lebt im Ausland, doch hat politisch wie wirtschaftlich einen grossen Einfluss. Trotz Wahlerfolg konnte Albin Kurti jedoch keine absolute Mehrheit holen, um weiterhin alleine zu regieren. Er wird mit einer anderen Partei eine Koalition bilden müssen. Blerta Begisholli ist leitende Redakteurin für den Balkan beim European Correspondent und war früher geschäftsführende Redakteurin bei Pristina Insight von Balkan Investigate Reporting Network Kosovo. Im Interview mit Radio Bern spricht sie darüber was die Wahl für die demokratische Stabilität im Land bedeutet und über die angespannte wirtschaftliche Situation, die die Auswanderung weiterhin befeuert.

    Gespräch zum Nachhören

    Moderation: Nora Niemetz

    CC-Musik von Ronald Kah: thinking, things I never said

    50 min
  • Die politische Macht des Radios

    Zum heutigen Weltradiotag: Eröffnung der Ausstellung „Es funkt! Österreich zwischen Propaganda und Protest“ und ein Appell des Freien Rundfunks in Österreich zum Erhalt der Medienvielfalt

    Eine neue Ausstellung im Haus der Geschichte Österreich macht österreichische Zeitgeschichte mittels Hörbilder erlebbar. Im Fokus steht die Rolle des Radios, das im Laufe der politischen Entwicklungen unterschiedliche Funktionen einnahm: vom Werkzeug für Propaganda bis zum Raum für Protest.  Seit über 100 Jahren ist Radio ein politisches Medium, ein Sprachrohr für die Gesellschaft, das Meinungen prägt und Macht verschieben kann.

    Die Hör-Ausstellung ist bis 6. Jänner 2026 im hdgö in Wien zu sehen – und vor allem zu hören! Infos unter: hdgoe.at/es-funkt

    Ausgangspunkt sind sechs historische Schlüsselmomente: An diesen Zeitpunkten veränderten sich die Möglichkeiten entscheidend, Informationen zu erhalten und zu verbreiten.

    Auch Aufnahmen der frühen Radiopirat*innen sind in der Ausstellung zu hören. Die Radiopiraterie habe das Entstehen einer medialen Zivilgesellschaft erst möglich gemacht.

    Fragen, die in der Ausstellung aufgeworfen werden, sind heute ebenso brisant: Wie stark prägen Medien die Meinungsbildung und den Alltag? Wie haben Menschen ihre Stimme erhoben? Und welche Rolle spielen unabhängige Berichterstattung und vielfältige Perspektiven für die Demokratie?

    Appell zum Erhalt der Medienvielfalt

    Freie Radios und Community TVs stehen für eine offene und unabhängige Berichterstattung, die besonders lokalen Gemeinschaften, Vereinen und rund 3000 ehrenamtlichen Medienschaffenden aus dem ländlichen, wie urbanen Raum eine Stimme gibt. Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und FPÖ standen Kürzungen der Bundesfinanzierung des nichtkommerziellen Privatrundfunks im Raum. In den geleakten Verhandlungsprotokollen hieß es: „Nichtkommerzieller Rundfunk soll zu wirtschaftlich unabhängigeren Medien weiterentwickelt werden.“ Für die Freien Radios und Community TVs wäre das existenzbedrohend! In Oberösterreich stammen etwa zwei Drittel der Finanzierung aus den medienpolitischen Mitteln des Bundes. Siehe Stellungnahme: Hände weg vom nichtkommerziellen Rundfunk!

    Auch wenn die Koalitionsverhandlungen nun gescheitert sind, ist die Sorge um den Erhalt der Medienvielfalt keinesfalls vom Tisch. Vor allem in Zeiten, wo sogenannte „alternative Medien“ mit der Verbreitung von Desinformation in der gesellschaftlichen Meinungsbildung mitmischen. Wie der Standard außerdem berichtet wollte die ÖVP Förderungen im nichtkommerziellen Rundfunk schon in den Dreierverhandlungen mit SPÖ und Neos kürzen.

    Der Verband Freier Rundfunk Österreich (VFRÖ) fordert eine künftige Regierung auf, sich klar für den Erhalt eines vielfältigen Mediensystems einzusetzen und sich klar zur Förderung des 3. Rundfunksektors zu bekennen:

    „Es ist Aufgabe der Politik, sicherzustellen, dass die Freien Radios und Community TVs weiterhin ihre öffentliche Aufgabe im Bereich Information, Medienkompetenzvermittlung und als österreichische Plattformen für lokale Kultur und Musik erfüllen können“, heißt es in einer Presseaussendung. Hier geht’s zur Presseaussendung.

     

    53 min
  • Was macht der Klimarat?

    Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Denk.Mal.Global fand am 5. Februar 2025 eine Diskussionsrunde zum Thema „Hört auf den Klimarat! Bürger:innenbeteiligung als Treiber für soziale Gerechtigkeit?“ statt. Denk.Mal.Global ist eine Entwicklungspolitische Veranstaltungsreihe von Südwind OÖ in Kooperation mit der Volkshochschule Linz. Die Abende sind heuer unter dem Titel „Gerecht durch die Krise, Klimakrise als Chance für Gerechtigkeit“ gestanden.

    Geburtsstunde des Klimarats war das Klimavolksbegehren im Juni 2020, das von fast 400.000 Menschen unterstützt wurde. Eine der Kernforderungen: die österreichische Bevölkerung aktiv bei Klimaschutzmaßnahmen mitbestimmen zu lassen. Drei Teilnehmer:innen erzählen, wie sie die Arbeit im Klimarat erlebt haben und wie ihre Erkenntnisse und Forderungen in der Regierungsarbeit Einzug finden. Kann dieser Beteiligungsprozess als gelungene Mitbestimmungsmaßnahme für andere Entscheidungsprozesse Schule machen? Ist der Klimarat ein Erfolgsbeispiel für politische Bürger:innenbeteiligung?

    Am Podium waren Aeron Treiblmayr, Madeleine Stranzinger und Alois Lachinger vom Verein des österreichischen Klimarats der Bürger:innen sowie Lisa Lorenz von Klimasoziales Linz. Moderiert hat den Abend Ines Vukajlović, Landtagsabgeordnete der Grünen Oberösterreich und Vorstandsmitglied von Südwind OÖ.

    Vielen Dank an die Kolleg*innen von DorfTV für das Audiomaterial!

    Der Beitrag über Klimasoziales Linz mit Alleinerziehende, der in der Diskussion erwähnt wurde, finden Sie hier.

     

    Sendungsmoderation: Aylin Yilmaz

    53 min
  • Status Quo Klimakrise?

    Expert*innen von Scientists for Future diskutieren, wo man ansetzen muss, um Veränderungen zu erzielen. | Frauennetzwerke in der Filmbranche.

    Waldbrände in Los Angeles, Überschwemmungen in Österreich und 2024 war das heißeste Jahr der österreichischen Messgeschichte – ist die Klimakrise überhaupt noch aufzuhalten? Wenn ja, wie? Entscheidungsträger*innen drücken sich vor ihrer Verantwortung oder schieben diese an andere ab, die Klimakrise ist für viele Menschen neben anderen Krisen in den Hintergrund getreten. Wo muss man ansetzen, um Veränderungen zu erzielen?

    Über diese Fragen diskutierten vier Expert*innen im Rahmen einer von den Scientists For Future veranstalteten Podiumsdiskussion. Mit dabei waren:

    • Klimaforscherin Renate Christ, die über viele Jahre das Sekretariat des Weltklimarates geleitet hat
    • Georg Kaser, Professor für Klima- und Kryosphärenforschung an der Universität Innsbruck
    • Volker Quatschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin
    • Katharina Rogenhofer, Sprecherin und Vorständin des Instituts für Klimafragen KONTEXT und Sprecherin des österreichischen Klimavolksbegehren
    • Sie erklären warum es gerade jetzt notwendig ist nicht zu resignieren, sprechen über die notwendigen Strategien, um Verhaltensänderungen zu erzielen und die Errungenschaften, die es im Bereich Klimapolitik schon jetzt gibt. Außerdem: eine kurze Einschätzung der geplanten Kürzungen bei Umweltförderungen einer möglichen FPÖ-ÖVP-Koalition in Österreich.

      Zum Beitrag

       

      Frauennetzwerke in der Filmbranche

      Ausschnitte aus einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Filmtage “Frau.Macht.Film” mit:

      • Katharina Weingartner
      • Regisseurin, Produzentin, Drehbuchautorin, Mitglied von Die Regisseur*innen und Die Produzent*innen
      • Rebekka Hochreiter
      • Künstlerin und Kulturarbeiterin, Mitbegründerin vom Medienclub MC Monster
      • Esther Krausz
      • Institutsdirektorin vom International Screen Institute, Mitbegründerin ProPro, Weiterbildungs- und Vernetzungsprogramm für Produzentinnen
      • Marie Zahir
      • Bildgestalterin (“The Fear Of Dying In Transit”), im Vorstand des Netzwerks “Cinematographinnen”, arbeitete u.a. mit Nina Kusturica, Eszter Salamon, Katharina Mückstein, Carolin Schmitz, Christiane Büchner und Marcel Gisle
      • Moderation : Julia Pühringer, Journalistin und Filmkritikerin
      • 51 min
      • Weltempfänger: Kohlereviere in Kolumbien

        Kohlereviere in Kolumbien: lokale Problemlagen

        Die Energiewirtschaft in Nordosten Kolumbiens, wirtschaftlich günstig gelegen an der Atlantikküste, pflegt enge Beziehungen mit Europa. Vor allem für die Kohlewirtschaft ist das bedeutend. Daraus resultieren vielfältige Problemlagen. Nicht nur ökologischer Natur, gleichzeitig stellt die Transformation die Gesellschaft vor Herausforderungen. Die Lage in der Region beobachtet die Menschenrechtsorganisation „ask – Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien“. Stephan Suhner ist Vorstand der ask. Er spricht mit Marco Hendrich von RadioZ über die aktuelle Lage.

        Gespräch zum Nachhören

        Kolumbien: Landen verboten

        Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will in den ersten Wochen der neuen Amtszeit beweisen, dass sie die vermeintlichen Probleme im Land angeht. Besonders in die USA eingewanderte Menschen stehen dabei im Fokus. Es kommt landesweit zu Razzien durch die Migrationsbehörde ICE, die sich besonders gegen Menschen aus Lateinamerika richten. Migrant*innen werden von Regierungsfliegern oder Militärmaschinen in ihre Heimatländer zurückgebracht. Als der Präsident Kolumbiens, Gustavo Petro, zwei dieser Abschiebemaschinen des Militärs vergangene Woche die Landung verweigerte, löste er damit eine kurze, aber heftige diplomatische Krise zwischen beiden Ländern aus. Südnordfunk von RDL hat einen Beitrag dazu gestaltet.

        Beitrag zum Nachhören

        Herkunftsnennung von Tatverdächtigen in den Medien

        Thomas Hestermann untersuchte über Jahre wissenschaftlich, welchen Einfluss die Herkunft von Tatverdächtigen auf die Berichterstattung in den Medien hat. Im Gespräch mit Radio Dreyeckland legt er dar wie die Redaktionen nach den Ereignissen der Kölner Sylvesternacht vor dem Vorwurf, sie würden nicht berichten, wenn der/die Tatverdächtige Nichtdeutsche seien, reagierten. Und nun aus Angst vor Vorwürfen kehrte sich das Ganze eher in das Gegenteil um. Das führt dazu, dass sie den Trend, Kriminalität mit nichtdeutscher Herkunft zu verbinden, noch mehr verstärken und damit auch den Druck auf sich selbst. Dazu trägt auch die Politisierung dieser Fälle bei, denn wenn eine Tat in der politischen Diskussion ist, dann muss auch über sie breiter berichtet werden. Thomas Hestermann ist Professor an der Hochschule Macromedia, Campus Hamburg. Er arbeitete zuvor selbst als Journalist.

        Gespräch zum Nachhören

        Moderation: Nora Niemetz

        CC-Musik von Ronald Kah: thinking, forgotten piano

        50 min
      • Fortgehen mit Behinderung

        Am 12. Februar findet um 17:30 online ein Workshop zum Thema Behinderung im Veranstaltungskontext anlässlich des „Inclusion Day“ statt. Die Linz Club Commission lädt alle Personen ein, sich über das Thema auszutauschen. Der Schwerpunkt wird auf Frauen mit Behinderungen liegen und wie diese beim Fortgehen vor sexualisierter Gewalt und Übergriffen geschützt werden können. Leiten werden den Workshop:

        Michaela Joch, sie ist freiberufliche Trainierin und bietet Workshops zu Inklusion am Arbeitsplatz & im Studium an. Sie ist Gründungsmitglied des Kompetenzteams Frauen mit Behinderungen (Österreichischer Behindertenrat) und engagiert sich in der Interessensvertretung im Verein FmB – Frauen* mit Behinderungen.

        Martina Gollner, ist Mitgründerin der FullAccess Event Services OG, die sich als Accessibility Consulting Agentur fokussiert. Sie hat langjährige Erfahrung als Sozialarbeiterin im Handlungsfeld „Behinderung“ sowie als Mitglied des Kompetenzteams „Frauen mit Behinderung“ des Österreichischen Behindertenrates.

        Beide sprechen im FROzine Interview darüber, dass Barrierefreiheit im Veranstaltungs- und Freizeitbereich noch nicht selbstverständlich sind. Joch berichtet über eine Lokalität in Wien, in der die behindertengerechte Toilette als Lagerort benutzt wird. Oder Rollstühlplätze sind bei Konzerten nicht so konzipiert, dass eine Begleitperson daneben sitzen kann.

        Gollner, die mit ihrer Firma Veranstalter*innen zu Barrierefreiheit berät, spricht an, dass es für behinderte Menschen schon sehr hilfreich ist, wenn auf der Website Informationen zu den örtlichen Gegebenheiten leicht zu finden seien. Gibt es Stufen? Wenn ja, wie viele? Gibt es eine barrierefreie Toilette? Kommen Stroboskoplicht und Nebelmaschinen zum Einsatz? Vor Ort sei es dann wichtig, dass Gäste schnell und einfach das Personal erkennen können, falls sie Hilfe brauchen oder einfach nur eine Frage haben. Eine kleine Aufschrift auf einem Shirt sei zu wenig, sehbehinderte Personen zum Beispiel könnten das nicht gut lesen.

        Beide betonen, dass der Ausstausch zwischen Betreiber*innen und behinderten Menschen wichtig sei. Nur so können Lösungen entstehen, die wirklich nützlich sind. Es gebe die Denkweise von manchen Betreiber*innen, dass eh keine Menschen mit Behinderungen in deren Lokalen kommen würden. Joch und Gollner sprechen davon, dass es hier wieder an Information fehlen würde. Kommen die Menschen nicht in die Betriebe, weil sie davon ausgehen, dass sie eh nicht barrierefrei sind? Das Fortgehen sollte mit so wenig Stress verbunden sein wie möglich, wenn im Vorhinein schon online in der Satellitenansicht gesucht werden muss, wie der Eingangsbereich ausschaut, ob dort zum Beispiel Stufen sind, dann mag das manche Personen gleich entmutigen und sie bleiben zu Hause.

        Barrierefreiheit sollte auf alle Fälle kein Nischenthema sein. Nicht nur Menschen mit Behinderung profitieren davon, sondern auch Personen, die temporär eingschränkt sind, auch ältere Menschen oder Personen mit Kinderwägen. Es entstünden für niemanden Nachteile, aber die Kosten für Umbauten sind eine große Hürde für viele. Gollner wünscht sich hier einen Fördertopf, damit Barrierefreiheit nicht am Finanziellen scheitern muss.

         

        Sendungsmoderation: Aylin Yilmaz

        50 min
      • Drohende Rückschritte in der Klimapolitik

        Klima- und Energieexpertin Jasmin Duregger von Greenpeace Österreich im Interview. | Ausstellung über Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Nibelungenbrücke

        Was bedeutet der drohende Rückschritt in der Klimapolitik für Österreich?

        Die unlängst veröffentlichte Treibhausgasbilanz 2023 zeigt eine deutliche Reduktion der klimaschädlichen Gase von 6,5 Prozent innerhalb eines Jahres. Dieser Erfolg konnte durch die Klimapolitik der letzten Legislaturperiode verzeichnen werden. Haben wir diesen ausschließlich den Grünen zu verdanken, wenn die ÖVP nun eine Kehrtwende gemeinsam mit der FPÖ einlegen will? Und warum ist das den Leuten so egal? Warum spielte die Klimakrise so wenig Rolle bei der Nationalratswahl im Herbst 2023 und wurden die Grünen dermaßen abgestraft von den Wähler*innen, obwohl die Auswirkungen immer spürbarer werden?

        Sind die drohende Strafzahlungen an die EU in Milliardenhöhe, wenn Österreich das gemeinsam auf EU-Ebene beschlossene Klimaziel 2030 nicht einhält, ein Kalkül von Herbert Kickl um gegen die EU Stimmung zu machen? Und bestärkt das mantraartige mediale Wiederholen dieses Schreckgespensts ihn nicht eigentlich in diesem Vorhaben?

        Was wäre heute anders – auch unter einem Bundeskanzler Kickl, hätte die ÖVP nicht das Klimaschutzgesetz verhindert?

        Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace Österreich gibt im online Interview mit Sigrid Ecker Antworten.

        Zum Interview


        Über eine Brücke
        Wer von der Linzer Innenstadt nach Urfahr muss, der überquert die Donau meist auf einer Brücke, die im Volksmund Nibelungenbrücke heißt. Der Name leitet sich von der Geschichte dieses Bauwerks ab. Von den Nazis geplant, wurde die Brücke zwischen 1938 und 1940 errichtet. Vier überlebensgroße Reiterstandbilder sollten die Brücke einmal zieren: Kriemhild, Siegfried, Gunter und Brunhild – die zentralen Figuren aus der mittelalterlichen Nibelungensage. Zur Errichtung der Statuen kam es letztlich nicht, dennoch haben sie zur Verbreitung des Namens „Nibelungenbrücke“ geführt. Hört man sich auf der Brücke um, so wird klar: Nur wenigen der Passant*innen ist diese Tatsache bewusst. Ebenso wenig, dass die steinernen Pfeiler mit Granit aus den Konzentrationslagern Mauthausen und Gusen errichtet wurden und Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter an deren Errichtung beteiligt waren. Schaut man sich auf und rund um die Brücke um, so wird auch klar, woran das liegt: Keine Tafel, keine Hinweisschild, nichts, was an die Geschichte der Brücke und die Herkunft ihres Namens verweisen würde. Diesen Umstand zum Anlass nahmen sich Birgit Kirchmair von der JKU sowie Angela Koch und Wiltrud Hackl von der Kunstuni und gestalteten mit Studierenden die Ausstellung „ÜBER EINE BRÜCKE gehen / fahren / schreiben / forschen / reden /streiten“. Diese ist derzeit in der Linzer Kunstuni in den Brückenkopfgebäuden der Nibelungenbrücke zu sehen. David Winler-Ebner und Sofia Jüngling-Badia haben sich auf den Weg von Urfahr über die Nibelungenbrücke zum Linzer Hauptplatz gemacht und sich in der Kunstuni auf Spurensuche nach Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Nibelungenbrücke gemacht.

        Ausstellung „Über eine Brücke gehen / fahren / schreiben / forschen / reden / streiten“ bis 3. März 2025 Kunstuniversität Linz, Hauptplatz 6, 4020 Linz

         

        Sendungsmoderation: Marina Wetzlmaier

        1 hr 1 min
      • Demos gegen Rechts

        Bündnis Linz gegen Rechts lud zur Demonstration gegen den Burschenbundball

        Das Bündnis Linz gegen rechts hat am Samstag den 1. Februar zur Demonstratrion gegen den zeitgleich stattfindenden Burschenbundball, organisiert von der Burschenschaft Arminia Czernowitz, aufgerufen. Es solle ein Zeichen gegen Rechts gesetzt werden. Es wird auch kritisiert, dass der Landeshauptmann von Oberösterreich, Thomas Stelzer, wieder den Ehrenschutz des Balles übernimmt. Mit Reden und Musik zog die Demonstration vom Platz des Ars Electronica Centers, über die Nibelungenbrücke und Landstraße bis zum Martin-Luther-Platz, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Laut dem Bündnis nahmen 3.000 Menschen teil. Die befragten Personen gaben an, dass sie teilnehmen würden, um gegen die allgemeine politische Situation zu protestieren. Sie würden keine FPÖ in der Regierung wollen und befürchten Verschlechterungen für zum Beispiel die LGBT+ Community, wie Michael Müller, Vereinssprecher der HOSI Linz, zu Wort gibt.

        Auch Helene Kaltenböck, Sprecherin der Omas gegen Rechts Oberösterreich, sagte, dass sie immer weiter demonstrieren würden, bis sich etwas ändere. Auch wenn es Geduld kostet und es zu wenig Änderungen im politischen Geschehen gibt. Sie hofft, dass Jung und Alt gemeinsam laut bleiben und sich für Vielfalt und gegen rechte Politik einsetzen.

        Linkswalzer Workshop für Vielfalt

        Nach der Demonstration wurde um 21:00 am Platz des Ars Electronica Centers zum Linkswalzer aufgerufen. Stadtwerkstatt, servus.at, und Radio FRO haben in Kooperation mit dem WurstvomHundBall zu einem Workshop eingeladen, um den Linkswalzer zu lernen. Dieser Tanz gilt als schwieriger zu lernen als der Rechtswalzer. Komplexe Zeiten brauchen komplexe Lösungen statt einfachen populistische Parolen. Mit dem Workshop wurde die Unzufriedenheit mit der politischen Lage in Österreich ausgedrückt und ein Zeichen für Vielfalt getanzt.

        Teilnehmende beim Linkswalzer Workshop

        Bunt statt Blau

        Die Kundgebung »Bunt statt Blau« hat am 31. Jänner am Linzer Hauptplatz stattgefunden. Sie ist von Studierenden und der Hochschüler*innenschaft der Kunstuniversität Linz veranstaltet worden. In einem Statement schreiben sie, dass sie die rechtsextremen Positionen und deren mögliche Regierungsbeteiligung entschieden ablehnen würden. Sie würden Freiheit und Vielfalt in Wissenschaft Kunst und Gesellschaft gefährden. Teilnehmende sprachen auch darüber, dass die Situation von Studierenden sich verbesseren müsste. Hohe Kosten würde es Vielen nicht ermöglichen, ein Studium zu beginnen.

         

        Sendungsmoderation: Aylin Yilmaz

        45 min
      • Was bedeutet der drohende Rückschritt in der Klimapolitik für Österreich?

        Die unlängst veröffentlichte Treibhausgasbilanz 2023 zeigt eine deutliche Reduktion der klimaschädlichen Gase von 6,5 Prozent innerhalb eines Jahres. Dieser Erfolg konnte durch die Klimapolitik der letzten Legislaturperiode verzeichnen werden. Haben wir diesen ausschließlich den Grünen zu verdanken, wenn die ÖVP nun eine Kehrtwende gemeinsam mit der FPÖ einlegen will? Und warum ist das den Leuten so egal? Warum spielte die Klimakrise so wenig Rolle bei der Nationalratswahl im Herbst 2023 und wurden die Grünen dermaßen abgestraft von den Wähler*innen, obwohl die Auswirkungen immer spürbarer werden?

        Sind die drohende Strafzahlungen an die EU in Milliardenhöhe, wenn Österreich das gemeinsam auf EU-Ebene beschlossene Klimaziel 2030 nicht einhält, ein Kalkül von Herbert Kickl um gegen die EU Stimmung zu machen? Und bestärkt das mantraartige mediale Wiederholen dieses Schreckgespensts ihn nicht eigentlich in diesem Vorhaben?

        Was wäre heute anders – auch unter einem Bundeskanzler Kickl, hätte die ÖVP nicht das Klimaschutzgesetz verhindert?

        Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace Österreich gibt im online Interview mit Sigrid Ecker Antworten.

        23 min

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