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By Marina WetzlmaierSociety & Culture
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FROzine episodes

  • Klimakrise als Chance für Gerechtigkeit?

    Im Wissensturm sprachen am 22. Jänner 2025 Maria Backhouse von der Universität Augsburg und Clara Moder, Sozioökonoomin bei Arbeit Plus und bei der Armutskonferenz tätig, über die Situationen von unteren Einkommenschichten in Brasilien und Österreich.

    Moderiert hat Karin Fischer, Vorstand von Südwind Oberösterreich und Entwichlungsforscherin an der Johannes Kepler Universität (JKU).

    Maria Backhouse hat einen Forschungsschwerpunkt auf Amazonien. Das ist ein Gebiet, das sich auf neun Länder erstreckt, davon liegen 60 Prozent in Brasilien. Sie gab in ihrem Input an, dass in der Amazonasregion nach brasilianischer Definition über 46 Prozent der Bevölkerung als arm und 8 % als extrem arm gelten. Das zeige sich nicht nur im Gehalt und der Menge an Geld, die Menschen zur Verfügung haben, sondern auch in der Infrastruktur. Gerade arme Menschen hätten wenig Zugang zu sauberem Wasser. Auch extreme Hitze und Überflutungen machen den Menschen zu schaffen.

    Clara Moder beschreibt die Situation von armutsgefährdeten Menschen ähnlich, mit fehlendem Zugang zu Ressourcen, um sich gegen das extreme Klima zu wappnen. Ärmere Menschen leben in Gebieten, die weniger grün sind. Es fehlt Beschattung durch Bäume, es gibt nur wenig Parks in der Nähe.

    Moder beschreibt es so:

    Die Armut ist im Wesentlichen auch in Österreich ein Mangel an Möglichkeiten. Also das ist ein Mangel an Möglichkeiten, sich abzusichern gegen Umweltkatastrophen, gegen Hitze, gegen Krankheit, gegen verschiedene Existenzbedrohungen, einfach weil es an Ressourcen fehlt. Und das kann eine finanzielle Ressource sein, das können lebensweltliche Ressourcen sein, das kann fehlende Infrastruktur sein oder eben einfach nicht die Möglichkeit, sich freikaufen zu können von den verschiedenen Bedrohungen.

    Ein Problem in Österreich ist auch eine sogenannte Mobilitätsarmut. Wenn Menschen kein Auto haben, vor allem im ländlichen Raum, haben sie weniger Jobmöglichkeiten, oder können Termine nicht wahrnehmen. Auch wenn es darum geht, klimaschonende Maßnahmen umzusetzen, profitieren davon hauptsächlich Menschen mit höherem Einkommen. Diese würden eher Förderungen in Anspruch nehmen für Dinge wie Heizungstausch, Solarpanele, Elektroautos und Lastenräder. Solche Anschaffungen haben hohe Kosten im Vorraus, die sich erst recht wieder nur gewisse Einkommensschichten leisten können.

    Über globale Ungleichheiten in der Klimakrise wird noch an folgenden Terminen bei Denk.Mal.Global diskutiert:

    29.01.2025 Filmvorführung: Utama – Ein Leben in Würde

    05.02.2025 Hört auf den Klimarat! Bürger:innenbeteiligung als Treiber für soziale Gerechtigkeit?
    12.02.2025 Ein Date mit der Politik!

    Vielen Dank an DorfTV für das Bereitstellen des Audiomaterials!

    53 min
  • Weltempfänger: Fünf Jahre nach dem Brexit

    Fünf Jahre nach dem Brexit

    Der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs am 31. Jänner 2020 wird auch als Brexit bezeichnet. Dabei ist Brexit ein sogenanntes Kofferwort, eine Wortkombination aus zwei Wörtern zu einem neuen Begriff. In dem Fall „British“ und „exit“. Bereits im Jahr 2016 stimmten 51,9% der Briten beim EU-Referendum für einen Austritt aus der EU. Bis zum 31. Januar 2020 dauerte es bis Großbritannien endgültig aus der EU und dessen Binnenmarkt austrat. Über die aktuelle Situation und die wirtschaftlichen und sozialen Folgen sprach Radio Corax mit dem freien Journalisten Jörg Kronauer.

    Gespräch zum Nachhören

    Proteste in Serbien

    Ein Generalstreik legte am 24.01.2025 Serbien lahm. Ein Generalstreik, der politischer nicht sein könnte. Denn Anlass ist, dass seit zweieinhalb Monaten die Aufarbeitung eines tödlichen Unfalls am Hauptbahnhof in Novi Sad nicht stattfanden. 15 Menschen kamen dabei ums Leben. Die Verantwortlichen für die Renovierung des Bahnhofs, die kurz vorher abgeschlossen wurde, haben mit einer Ausnahme bis heute keine Konsequenzen erfahren. Noch bevor es zu dem Generalstreik kam, versammelten sich am 17. Januar 50 000 Menschen vor dem nationalen Radio von Serbien, RTS. Auslöser für diesen gezielten Protest war, dass kurz davor eine Studierende bei einer der täglichen Gedenkveranstaltungen, bei der für 15 Minuten Straßenkreuzungen blockiert werden, von einem Autofahrer angefahren und schwer verletzt wurde. Über diesen Vorfall am 14. Jänner und dessen tragweite sowie den aktuellen Stand der Bewegung sprach Radio Corax mit Dunja, eine der Studierenden an der Universität in Belgrad. Mittlerweile ist der serbische Premierminister Miloš Vučević zurückgetreten.

    Gespräch zum Nachhören

    MulluTV – Filme über indigene Kämpfe

    Im August 2023 wurden die Wähler*innen Ecuadors an die Urnen gerufen, um über das Schicksal des Yasuní Regenwalds abzustimmen. Das Ergebnis war überwältigend: mehr als 60% stimmten dafür, dass die gut 700 Millionen Barrel Öl unter dem Yasuní Nationalpark in der Erde bleiben sollen und somit für den Erhalt der für ihre reiche Biodiversität bekannten Amazonas-Region. Dieser Sieg war dem Engagement der indigenen Gemeinschaften und zahlreicher zivilgesellschaftlicher Organisationen, unter ihnen MulluTV, zu verdanken. Zusammen starteten sie die Kampagne #SíAlYasuní, um die Menschen darüber aufzuklären, worum es bei der Abstimmung geht. Der Nachrichtenpool Lateinamerika gestaltete darüber einen Beitrag.

    Beitrag zum Nachhören

    Begnadigung des indigenen Aktivisten Leonard Peltier

    Nach fast 50 Jahren Haft kann der indigene Aktivist Leonard Peltier das Gefängnis hinter sich lassen. In letzter Minute hat Ex-Präsident Joe Biden ihn begnadigt und seine Haft in Hausarrest umgewandelt. Leonard Peltier wurde wegen der Erschießung von 2 FBI-Agenten verurteilt – unter sehr fragwürdigen Umständen. Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert – wie auch Amnesty International – schon lange die Freilassung von Leonard Peltier. Nun wird er zwar nicht in Freiheit entlassen, aber der 80-Jährige kann zumindest nach Hause zurückkehren. Heike Demmel sprach dazu mit Sarah Reinke, der Leiterin der Menschenrechtsarbeit der Gesellschaft für bedrohte Völker.

    Gespräch zum Nachhören

    Moderation: Nora Niemetz

    CC-Musik von Ronald Kah

    50 min
  • Status Quo Klimakrise?

    Waldbrände in Los Angeles, Überschwemmungen in Österreich und 2024 war das heißeste Jahr der österreichischen Messgeschichte – ist die Klimakrise überhaupt noch aufzuhalten? Wenn ja, wie? Entscheidungsträger*innen drücken sich vor ihrer Verantwortung oder schieben diese an andere ab, die Klimakrise ist für viele Menschen neben anderen Krisen in den Hintergrund getreten. Wo muss man ansetzen, um Veränderungen zu erzielen?

    Über diese Fragen diskutierten am 16. Oktober vier Expert*innen im Rahmen einer von den Scientists For Future veranstalteten Podiumsdiskussion. Mit dabei waren:

    • Klimaforscherin Renate Christ, die über viele Jahre das Sekretariat des Weltklimarates geleitet hat
    • Georg Kaser, Professor für Klima- und Kryosphärenforschung an der Universität Innsbruck
    • Volker Quatschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin
    • Katharina Rogenhofer, Sprecherin und Vorständin des Instituts für Klimafragen KONTEXT und Sprecherin des österreichischen Klimavolksbegehren
    • Sie erklären warum es gerade jetzt notwendig ist nicht zu resignieren, sprechen über die notwendigen Strategien, um Verhaltensänderungen zu erzielen und die Errungenschaften, die es im Bereich Klimapolitik schon jetzt gibt. Außerdem: eine kurze Einschätzung der geplanten Kürzungen bei Umweltförderungen einer möglichen FPÖ-ÖVP-Koalition in Österreich.

      32 min
    • „Wir fahren gemeinsam“ in Linz

      Buslenker:innen sorgen tagtäglich dafür, dass Menschen in die Arbeit oder in die Schule kommen, ihre Familien besuchen und private Termine wahrnehmen können. Doch schlechter werdende Arbeitsbedingungen erschweren die Ausübung des Berufs: fehlende Toiletten, lange Dienstzeiten von bis zu 15 Stunden und keine Zuschläge für Feiertags- und Sonntagsdienste. Der derzeitige Personalmangel verschärft die Situation.

      Busfahrer:innen und die Gewerkschaft vida fordern bessere Arbeitsbedingungen und werden dabei von der Klimaschutzbewegung unterstützt. „Wir fahren gemeinsam“ heißt das gemeinsame Bündnis, das am 23. Jänner eine bundesweite Aktion vor den Zentralen der Wirtschaftskammer durchgeführt hat. Mehr als 7.000 Unterstützungserklärungen von Busfahrer:innen und Fahrgästen wurden gesammelt und in Wien an die WKO übergeben. FROzine war bei der Aktion vor der WKO in Linz vor Ort. Im Beitrag sind Buslenker:innen sowie Vertreter:innen der Gewerkschaft vida und Fridays for Future zu hören.

      18 min
    • Dietmar Prammer ist neuer Linzer Bürgermeister

      Bericht von der Bürgermeister-Stichwahl am 26. Jänner in Linz. | Buslenker:innen und Klimaaktivist:innen verbünden sich. | Demo gegen den Burschenbundball

      Am 26. Jänner 2025 fand die Stichwahl zum Linzer Bürgermeister statt. Marina Wetzlmaier war im Medienzentrum im Alten Rathaus in Linz, um während und nach der Hochrechnung der Stichwahl zwischen den Kandidaten Dietmar Prammer (SPÖ) und Michael Raml (FPÖ) Stimmen einzufangen.

      Das Endergebnis lautet: Dietmar Prammer hat 77,1% der Stimmen erhalten, Michael Raml 22,9%. Die Wahlbeteiligung der Linzer*innen lag bei 42,2%. Stadträtin Eva Schobesberger von den Grünen gratuliert Prammer zu seinem Gewinn. Sie war auch Kandidatin bei der Bürgermeister*innenwahl und hat im ersten Wahldurchgang 13 Prozent der Stimmen bekommen. Im Vorfeld zur Stichwahl hat sie Prammer ihre Unterstützung ausgesprochen und dazu aufgerufen, ihn zu wählen, um den „Rechtsruck in der Stadt gemeinsam zu verhindern“.

      Dietmar Prammer freut sich über das eindeutige Ergebnis, obwohl nur recht kurz Zeit für den Wahlkampf war. Michael Raml sieht seine Chance wieder bei der nächsten regulären Bürgermeister*innen- und Gemeinderatswahl, die 2027 stattfinden wird.

      Die Detailergebnisse der Wahl unter: linz.at

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      Aktion „Wir fahren gemeinsam“
      Buslenker:innen sorgen tagtäglich dafür, dass Menschen in die Arbeit oder in die Schule kommen, ihre Familien besuchen und private Termine wahrnehmen können. Doch schlechter werdende Arbeitsbedingungen erschweren die Ausübung des Berufs: fehlende Toiletten, lange Dienstzeiten von bis zu 15 Stunden und keine Zuschläge für Feiertags- und Sonntagsdienste. Der derzeitige Personalmangel verschärft die Situation.

      Busfahrer:innen und die Gewerkschaft vida fordern bessere Arbeitsbedingungen und werden dabei von der Klimaschutzbewegung unterstützt. „Wir fahren gemeinsam“ heißt das gemeinsame Bündnis, das am 23. Jänner eine bundesweite Aktion vor den Zentralen der Wirtschaftskammer durchgeführt hat. Mehr als 7.000 Unterstützungserklärungen von Busfahrer:innen und Fahrgästen wurden gesammelt und in Wien an die WKO übergeben. FROzine war bei der Aktion vor der WKO in Linz vor Ort. Im Beitrag sind Buslenker:innen sowie Vertreter:innen der Gewerkschaft vida und Fridays for Future zu hören.

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      „Wir fahren gemeinsam“, Protestaktion vor der WKO in Linz

       

      Demo gegen den Burschenbundball

      Jedes Jahr lädt die rechtsextreme Burschenschaft Armina Czernowitz zum Burschenbundball nach Linz. Nicht nur Rechtsextreme und Identitäre tummeln sich dort, auch Politiker*innen und Vertreter*innen aus der Wirtschaft sind vor Ort. Landeshauptmann Thomas Stelzer von der ÖVP übernimmt sogar den Ehrenschutz. Der Burschenbundball findet dieses Jahr am 1. Februar statt und das antifaschistische Bündnis Linz gegen Rechts ruft erneut zur Demo auf. Ihre Forderung: Rechtsextreme raus aus der Regierung! Mehr darüber erzählen Eva Reiter und Raffael Schöberl vom Bündnis Linz gegen Rechts im Studio bei Marina Wetzlmaier.

      Infos zur Demo: „Nein zum rechtsextremen Burschenbundball!“

      Samstag, 1. Februar 2025, 17:30 Uhr
      AEC-Platz Linz (Ars-Electronica-Straße 1, 4040 Linz)

      Zum Interview

      Eine weiterer Veranstaltungstipp für den 1. Februar:

      Linkswalzer-Workshop

      Am 1. Februar präsentieren die Stadtwerkstatt, Radio Fro & servus.at in Kooperation mit dem WurstvonHund-Ball einen Linkswalzer-Workshop auf dem Maindeck vor der Stadtwerkstatt. Ab 21:00 wird der anspruchsvolle Tanz angeleitet – kommt und macht mit, seid vor Ort und feiert mit uns die Freuden der Vielfalt!

      Hier findet ihr mehr Infos: newcontext.stwst.at

       

      Sendungsgestaltung: Marina Wetzlmaier

      46 min
    • Demo gegen den Burschenbundball

      Jedes Jahr lädt die rechtsextreme Burschenschaft Armina Czernowitz zum Burschenbundball nach Linz. Nicht nur Rechtsextreme und Identitäre tummeln sich dort, auch Politiker*innen und Vertreter*innen aus der Wirtschaft sind vor Ort. Landeshauptmann Thomas Stelzer von der ÖVP übernimmt sogar den Ehrenschutz. Der Burschenbundball findet dieses Jahr am 1. Februar statt und das antifaschistische Bündnis Linz gegen Rechts ruft erneut zur Demo auf. Ihre Forderung: Rechtsextreme raus aus der Regierung! Mehr darüber erzählen Eva Reiter und Raffael Schöberl vom Bündnis Linz gegen Rechts im Studio bei Marina Wetzlmaier.

      Infos zur Demo: „Nein zum rechtsextremen Burschenbundball!“

      Samstag, 1. Februar 2025, 17:30 Uhr
      AEC-Platz Linz (Ars-Electronica-Straße 1, 4040 Linz)

      15 min
    • Dietmar Prammer ist neuer Linzer Bürgermeister

      Am 26. Jänner 2025 fand die Stichwahl der Linzer Bürgermeister*innenwahl statt. Marina Wetzlmaier war im Medienzentrum im Alten Rathaus in Linz, um während und nach der Hochrechnung der Stichwahl zwischen den Kandidaten Dietmar Prammer (SPÖ) und Michael Raml (FPÖ) Stimmen einzufangen.

      Das Endergebnis lautet: Dietmar Prammer hat 77,1% der Stimmen erhalten, Michael Raml 22,9%. Die Wahlbeteiligung der Linzer*innen lag bei 42,2%. Stadträtin Eva Schobesberger von den Grünen gratuliert Prammer zu seinem Gewinn. Sie war auch Kandidatin bei der Bürgermeister*innenwahl und hat 13 Prozent der Stimmen bekommen. Im Vorfeld zur Stichwahl hat sie Prammer ihre Unterstützung ausgesprochen und dazu aufgerufen, ihn zu wählen, um den „Rechtsruck in der Stadt gemeinsam zu verhindern“.

      Dietmar Prammer freut sich über das eindeutige Ergebnis, obwohl nur recht kurz Zeit für Wahlkampf war. Michael Raml sieht seine Chance wieder bei der nächsten regulären Bürgermeister*innen und Gemeinderatswahlen, die 2027 stattfinden werden.

      11 min
    • Weltempfänger: Politische Situation in Venezuela

      Venezuela – eine schwierige politische Lage

      Am 28. Juli 2024 wählte Venezuela. Unter fragwürdigen Bedingungen erklärte der Nationale Wahlrat (CNE) Amtsinhaber Nicolás Maduro mit 51,95% zum Wahlsieger. Das Oppositionsbündnis plataforma Unitaria Democrática (Einheitliche Demokratische Plattform, kurz PUD) rund um den ultra-rechten Präsidentschaftskandidaten Edmundo González erkennt das Ergebnis nicht an. Zudem ließ der Nationale Wahlrat Fristen der Transparenz verstreichen. Infolge kam es zu Demonstrationen. Es kam zur Festnahmen von rund 1600 Menschen. Nachdem am 10. Jänner 2025 nun Nicolás Maduro als Präsident vereidigt wurde, kam es neben Demonstrationen abermals zu Festnahmen. Darunter auch vor wenigen Tagen der Ex-Präsidentschaftkandidat Enrique Márquez Er gilt seit Jahren als Maduro Kritiker. Radio Corax sprach mit Tobias Lambert. Tobias ist freier Autor, Redakteur u.a. für die Lateinamerika Nachrichten und die Taz. Er hat kürzlich das Buch veröffentlicht: „Gescheiterte Utopie?: Venezuela ein Jahrzehnt nach Hugo Chávez“.

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      Strafprozesse in Baku – Beobachtung gefordert

      Im September 2023 griff Aserbaidschan die De-facto-Republik Arzach an. Viele kennen die Region auch unter dem Namen Bergkarabach. Es war eine Enklave ethnischer Armenier*innen innerhalb des Staatsgebietes von Aserbaidschan. Seit den 90er Jahren kam es hier zu mehreren Kriegen zwischen Armenien und Aserbaidschan. Während Armenien die in der Enklave lebenden Armenier*innen unterstützte, beanspruchte Aserbaidschan das Gebiet als ihr Territorium. Als Folge des Angriffes von Aserbaidschan im September 2023 mussten 100.000 Armenier*innen die Region verlassen und Aserbaidschan kontrolliert seither das Gebiet. Die Regierung der selbsternannten unabhängigen Republik wurde dabei verhaftet und ins Gefängnis gesperrt, sofern die Betroffenen überhaupt noch vor Ort waren. Am 17. Januar 2025 begann nun ein Prozess in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku gegen die vor über einem Jahr Verhafteten. Vor Gericht stehen 16 Menschen aus Arzach, der prominenteste von ihnen ist der ehemalige Staatsminister von Arzach, Ruben Wardanjan. Mehrere deutsche Menschenrechtsorganisationen befürchten nun einen politisch motivierten Schauprozess. Um zu erfahren, worum es dabei genau geht und was von dem Prozess zu erwarten ist, unterhielt sich Radio Corax mit Tessa Hofmann von der AGA. Die AGA ist die Arbeitsgruppe Anerkennung – gegen Genozid, für Völkerverständigung.

      Gespräch zum Nachhören

      Wasserkreislauf in der Krise

      Die Heinrich-Böll-Stiftung und der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland veröffentlichten Anfang Jänner den Wasseratlas 2025. Er illustriert auf 60 Seiten anschaulich, warum die Ressource Wasser stark unter Druck steht und zeigt bestehende Lösungsansätze, um die Verfügbarkeit der Grundlage allen Lebens weltweit zu sichern. Der Wasserkreislauf unseres Planeten gerät durch Übernutzung, Verschmutzung und die Zerstörung intakter Landschaften zunehmend aus dem Gleichgewicht. Industrie, Digitalisierung, die Produktion von Kleidung, Fahrzeugen und Nahrungsmitteln beanspruchen weltweit große Mengen an Wasser. Das gefährdet Ökosysteme, die Nahrungsmittelversorgung und die Wasserqualität. Inka Dewitz ist Fachreferentin für Internationale Agrarpolitik bei der Heinrich-Böll-Stiftung. Walter Heindl von Radio LoraMuc sprach mit ihr über die Inhalte der Publikation.

      Gespräch zum Nachhören

      Moderation: Nora Niemetz

      48 min
    • Analyse von SPÖ und FPÖ

      Hansjörg Seckauer, Senior Lecturer am Institut für Politikwissenschaft und Sozialpolitik an der Johannes Keppler Universität (JKU) spricht über die Anfänge von SPÖ und FPÖ und welche Bevölkerungsgruppen diese jeweils wählen. Wann waren die beiden Parteien besonders stark und was hat zu dem Erfolg geführt?

      Ihren Ursprung hat die Sozialdemokratische Partei Österreich (SPÖ) als starke Arbeiter*innenpartei, doch im Moment stecken sie etwas in der Krise. Seckauer meint, dass sie Wähler*innen einerseits an die grüne Bewegung, andererseits aber noch mehr an die freiheitliche Partei verloren haben. Die SPÖ hat sich zu einem Teil des herrschenden System entwickelt und würden nicht mehr wirklich die Interessen der Arbeitnehmer*innen vertreten, so der Vorwurf.

      Hansjörg Seckauer

      Während die Freiheitliche Partei Österreich (FPÖ) gerade unter Arbeiter*innen besonders viele Stimmen einfangen konnte. Dieser Erfolg kam immer in Wellen. 1949 hat der Verband der Unabhängigen (VdU), Vorgänger der FPÖ, 20 Prozent gewonnen, der nächste Aufschwung kam erst wieder unter Jörg Haider in den 1980er Jahren und dann in 2015 unter Heinz-Christian Strache. Laut Seckauer ist der Erfolg auch abhängig von den Führungspersönlichkeiten, die über entsprechende demagogische Fähigkeiten verfügen würden. Sie sind gegen das Establishment, was eigentlich immer eine Position der Linken war. Jörg Haider war in Diskotheken und bei Stammtischen unterwegs, er habe sich unter das Volk begeben, während andere Parteien den Eindruck machten eher abekapselt von der Bevölkerung zu sein. Seckauer bezeichnet die FPÖ als „Pionierin des Rechtspopulismus“ besonders unter Haider.

      Durch ihre konsequente Oppositionspolitik konnte die FPÖ unzufriedene Menschen aufsammen. Zuletzt haben sich während der Covid-19 Pandemie Impfgegner*innen der FPÖ zugewandt. Aber sie hatten auch Tiefpunkte, in 1985 und 2003, da waren sie in einer Koalition und hatten Regierungsverantwortung. „Rechtspopulisten versprechen sehr viel, aber können dann vieles nicht halten.“, so Seckauer.

      Die SPÖ strauchelt mit ihrer Kernwähler*innenschaft, statt Arbeiter*innen ist jetzt mehr der gut gebildete Mittelstand Zielgruppe der SPÖ geworden. Die Arbeiter*innen solle man als „an rechts verloren“ betrachten, meinen manche. Seckauer sieht das anders, die Arbeiter*innen sind Teil der DNA der SPÖ, sie sollten nicht ignoriert werden. Es müsse sich wieder mehr auf Werte wie Solidarität untereinander besonnen werde.

      In Linz hat Dietmar Prammer 40,2 Prozent der Stimmen bei der Bürgermeister*innenwahl erzielt, trotz des Rücktritts von Klaus Luger, ebenfalls von der SPÖ, wegen des LIVA Skandals. Dass die Linzer*innen Prammer damit nicht „bestraft“ haben könnte daran liegen, dass der Termin mit den geplatzten Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene zusammengefallen ist, so Seckauer. Es kann auch daran liegen, dass dieser Skandal im Bürgermeister*innenwahlkampf gar nicht so stark benutzt wurde, um Prammer damit in Bedrängnis zu bringen.

      Für die Stichwahl am 26. Jänner sagt Seckauer, dass er zwar keine Prognose abgeben möchte, es aber für Dietmar Prammer nicht schlecht aussehen würde, da die Wähler*innen von manchen anderen Kandidat*innen keinen Bürgermeister der FPÖ haben möchten.

      Alle Informationen zur Stichwahl am Sonntag finden Sie auf der Website der Stadt Linz hier.

       

       

      52 min
    • COURAGE berät queere Menschen in Linz

      Im September 2024 öffnte in Linz das erste LGBTIQ+ Kompetenzzentrum Österreichs seine Türen, um queeren Menschen, sowie deren Familien und Zugehörigen eine niederschwellige Anlaufstelle zu bieten. Johannes Wahala, Psycho- und Sexualtherapeut und schon lange innerhalb der Community tätig, war auch bei der Konzeption des Kompetenzzentrums involviert. Er ist zudem Leiter und Gründer der Beratungsstellen COURAGE. Als Partner*innen-, Familien- und Sexualberatungsstellen legen diese ihren Fokus ebenfalls auf die Probleme und Diskriminierungen, die queere Menschen immer noch erfahren und bieten professionelle Betreuung für Betroffene, Eltern und Familie an.

      Im Interview spricht Johannes Wahala über die Entstehungsgeschichte der Beratungsstellen COURAGE, die es bereits seit 1999 gibt und über die noch jüngere Entstehungsgeschichte des LGBTIQ+ Kompetenzzentrums in Linz. Außerdem im Gespräch: die Hürden, die es für queere und transidente Menschen innerhalb der Gesellschaft immer noch gibt, Forderungen an die Politik, um diesen entgegenzuwirken und Gedanken zum aktuellen politischen Klima und den Auswirkungen auf queere Personen.

      Beratungsstelle COURAGE Linz:

      • Website: COURAGE Linz
      • Telefonnummer: +43 699 166 166 67
      •  

        LGBTIQ+ Kompetenzzentrum Linz:

        • Telefonnummer: +43 664 80651 6970
        • Mehr Informationen hier.
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