Der Name Tiffany klingt nach 1980er Jahren, ist aber tatsächlich schon im Mittelalter belegt, als Form von Theophania. Würde ein Autor ihn in einem Roman über das 15. Jahrhundert verwenden, wäre das historisch korrekt, die meisten Leser hielten es aber für einen Fehler. Genau dieses Paradox nennt die Fantasy-Autorin Jo Walton das "Tiffany-Problem": wenn die Wahrheit unglaubwürdiger wirkt als die Erfindung. Diese Folge zeigt, wo das überall auftaucht, warum etwa in "Gladiator" eine historisch korrekte Werbeszene gestrichen wurde, und wie Filme die Realität ständig zurechtbiegen, von Telefonaten ohne Verabschiedung bis zu übertrieben dargestellten Krankheitsanfällen.
Blog-Artikel von Jo Walton: "Putting the Historical in Historical Fantasy"
Cover Foto: Trailer Screenshot / Wikimedia Commons