Geschichte 10 Minuten

Geschichte 10 Minuten

By Alexander und DavidHistory
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Geschichte 10 Minuten episodes

  • Emma von der Normandie: Zweimal englische Königin (#48)

    Sie war Wikingerin, zweifach gekrönte englische Königin und die einzige Frau der Geschichte, die zugleich Ehefrau, Stiefmutter und leibliche Mutter englischer Könige war: Emma von der Normandie. Als Tochter des normannischen Herzogs heiratete sie 1002 den angelsächsischen König Æthelred, nach dessen Tod 1016 dann ausgerechnet dessen dänischen Eroberer Knut den Großen. Aus beiden Ehen gingen spätere Könige hervor, ihr Sohn Edward der Bekenner regierte England bis 1066, während ihre Tochter Gunhild als Kaiserin ins Heilige Römische Reich einheiratete. Über ihre normannische Familie war Emma zudem die Großtante Wilhelms des Eroberers, dessen Ansprüche auf den englischen Thron 1066 zur normannischen Eroberung führten. In ihrem Leben spiegeln sich alle drei Machtströmungen ihrer Zeit, Wikinger, Angelsachsen und Normannen.

    10 min
  • It-Girl: Von Clara Bow bis Kim Kardashian (#47)

    Bei "It-Girl" denken die meisten an Paris Hilton oder Kim Kardashian. Dabei ist der Begriff fast hundert Jahre alt: Er stammt aus dem Stummfilm "It" von 1927 und meinte das "gewisse Etwas". Das erste It-Girl war die US-Schauspielerin Clara Bow, ein Star der 1920er Jahre und Ikone der rebellischen Flapper-Generation, die mit kurzen Haaren, Zigaretten und Jazz bewusst mit den Konventionen brach. Ihr Aufstieg war rasant, ihr Fall bitter, entgegen der bekannten Legende nicht wegen ihres Akzents im Tonfilm, sondern weil ihr Lebensstil nach der Wirtschaftskrise aus der Mode kam. Diese Folge erzählt, woher der Begriff kommt, wer Clara Bow war und wie aus dem "gewissen Etwas" von einst das Geschäftsmodell heutiger It-Girls wurde.

    6 min
  • Tee: Wie ein Getränk zwei Opiumkriege auslöste (#46)

    Kaum ein Getränk hat die Weltgeschichte so geprägt wie Tee: Aus einem chinesischen Handelsgut wurde ein europäisches Luxusprodukt, ein Grund für Steuerrevolten wie die Boston Tea Party und schließlich sogar ein Auslöser der Opiumkriege, als Großbritannien sein Handelsdefizit mit China über den Opiumschmuggel ausglich. Die ersten Ladungen kamen im frühen 17. Jahrhundert über die niederländische Ostindien-Kompanie nach Europa, bevor sich in England mit Katharina von Braganza und dem Afternoon Tea eine eigene Teekultur entwickelte. Sogar die Sprache verrät die Handelsrouten: Wer Tee auf dem Seeweg bekam, wie die Niederländer und Briten, übernahm die südchinesische Aussprache Tê, wer ihn über die Seidenstraße erhielt, wie Russland oder die Türkei, sagt bis heute Cha oder Chai. In Deutschland hat sich vor allem Ostfriesland eine eigene, bis heute lebendige Teekultur bewahrt.

    16 min
  • Victor Gruen: Der Wiener, der die Shopping Mall erfand und bereute (#45)

    Die Shopping Mall gilt als Inbegriff amerikanischer Konsumkultur. Erfunden hat sie ausgerechnet ein Wiener: Victor Gruen, der 1938 vor den Nationalsozialisten in die USA floh. Dort entwickelte er in den 1950er Jahren das moderne Einkaufszentrum, das erste war das Southdale Center in Minnesota. Gruen ging es dabei nicht ums Geld, sondern um eine soziale Vision: Er wollte den zersiedelten US-Vorstädten einen überdachten, geschützten Treffpunkt geben, eine Art moderne Version des europäischen Marktplatzes. Doch die Realität wurde eine andere, und am Ende distanzierte er sich von dem, was aus seiner Idee geworden war. Diese Folge erzählt, wie aus einer Vision vom besseren Zusammenleben der Tempel des Konsums wurde.


    Ausgewählte Werke von Victor Gruen:

    • Southdale Center in Minnesota
    • Kalamazoo Mall
    • Wilshire Beverly Center
    7 min
  • Ludditen: Als Maschinenstürmer gegen die Automatisierung kämpften (#44)

    Als englische Textilarbeiter um 1811 begannen, die neuen automatisierten Webstühle zu zerstören, die ihre Jobs überflüssig machten, reagierte die Regierung mit einer der größten Militäraktionen im eigenen Land: Im Sommer 1812 waren mehr Soldaten gegen die sogenannten Ludditen im Einsatz als gleichzeitig unter Wellington gegen Napoleon kämpften. Ausgelöst wurde die Bewegung durch eine Mischung aus Automatisierung, Kriegsrezession und einer durch einen mysteriösen Vulkanausbruch verursachten Missernte. Benannt nach dem vermutlich fiktiven Anführer Ned Ludd, wurde Maschinenstürmen zum Kapitalverbrechen erklärt, viele Beteiligte wurden hingerichtet oder nach Australien deportiert. Fast niemand aus der Oberschicht stellte sich hinter die Ludditen, mit Ausnahme des Dichters Lord Byron, der in seiner ersten Rede im House of Lords eindringlich vor den Strafen warnte. Bis heute steht der Begriff Ludditen für den Widerstand gegen technologischen Wandel, ein Thema, das angesichts der Automatisierung durch künstliche Intelligenz wieder an Aktualität gewinnt.

    11 min
  • Klimaanlage: Wie wir der Hitze entkamen (#43)

    Im Sommer 1902 baut der Ingenieur Willis Carrier in einer New Yorker Druckerei die erste moderne Klimaanlage. Erfunden wird sie nicht für Menschen, sondern gegen die feuchte Luft, die das Papier ruiniert. Von dort erobert die Klimaanlage Kinos, Büros, Autos und schließlich fast jeden US-Haushalt. Sie verändert ganze Städte, die Architektur des Südens und den Umgang mit Hitze. Doch ihr Erfolg hat einen Preis: enormer Stromverbrauch und eine Technik, die genau das Klima belastet, das sie erträglich machen soll. Die Geschichte einer Erfindung, ohne die wir die Hitzewellen der Zukunft kaum aushalten werden.

    7 min
  • Toiletten: Warum Amerika und Europa unterschiedlich spülen (#42)

    Warum haben amerikanische Toiletten einen viel höheren Wasserstand als europäische, und warum wird in Asien oft in der Hocke statt im Sitzen aufs Klo gegangen? Der zweite Teil unserer Toiletten-Reihe widmet sich den regionalen Unterschieden: vom geruchsintensiven, aber medizinisch praktischen Flachspüler über den amerikanischen Tiefspüler bis zur Hocktoilette, die vielerorts als hygienischer gilt. Dazu gibt es kuriose Details wie das Frauenurinal, das erstaunlich moderne Dusch-WC, das in Japan schon weit verbreitet ist, und eine der charmantesten Legenden der Sanitärgeschichte: das Nachttopf-ähnliche Gefäß Bourdaloue, benannt nach einem Prediger, dessen Ansprachen so lang waren, dass die Damen am Hof Ludwigs XIV. eigens ein tragbares Gefäß mitbrachten. Ein Ausflug durch die überraschend vielfältige Welt des stillen Örtchens.

    11 min
  • The Room: Der schlechteste Film aller Zeiten, der zum Kult wurde (#41)

    "The Room" von 2003 gilt vielen als der schlechteste Film aller Zeiten: hölzerne Dialoge, sinnlose Handlungsstränge, katastrophale Schauspielerei. Finanziert, geschrieben, inszeniert und in der Hauptrolle gespielt wurde er von Tommy Wiseau, einem Mann, über dessen Herkunft und Vermögen bis heute Rätsel bestehen. Rund sechs Millionen Dollar soll ihn das Projekt gekostet haben. Doch statt in Vergessenheit zu geraten, wurde der Film zum Kult: Bei Mitternachtsvorführungen feiern Fans jede Panne, werfen Plastiklöffel und sprechen die Dialoge mit. Diese Folge erzählt, wie aus einem gescheiterten Drama der erfolgreichste schlechte Film der Geschichte wurde, und warum James Franco daraus später sogar einen preisgekrönten Film machte.


    Foto: Flickr / daryl_mitchell from Saskatoon, Saskatchewan, Canada - CC BY-SA 2.0

    8 min
  • Stilles Örtchen: Woher "Geld stinkt nicht" wirklich kommt (#40)

    Die Toilette ist eines der ältesten Tabuthemen der Menschheit, weshalb wir über ihre Geschichte oft nur aus Umwegen erfahren. In Rom saß man in Gesellschaft auf öffentlichen Latrinen mit Platz für bis zu 20 Personen, während Kaiser Vespasian eine Latrinensteuer einführte und seinem Sohn mit dem Satz "Geld stinkt nicht" bis heute eine geflügelte Redewendung schenkte, in Frankreich und Italien erinnern öffentliche Toiletten bis heute mit ihrem Namen an ihn. Im Mittelalter dienten Erker und Sickergruben als Toiletten, während am englischen Königshof unter Heinrich VIII. ein hochrangiger Höfling, der Groom of the Stool, für die intimste aller Aufgaben zuständig war und dadurch zu einem der wichtigsten Berater des Königs wurde. Erst ab dem 17. Jahrhundert setzte sich das erste Wasserklosett langsam durch, während einfache Plumpsklos in Teilen Europas bis weit ins 20. Jahrhundert Alltag blieben. Der Auftakt einer zweiteiligen Reise durch die Geschichte des stillen Örtchens.

    10 min
  • Der Wecker: Die Geschichte hinter dem meistgehassten Gerät (#39)

    Der Wecker ist eines der ältesten Zeitmessgeräte im Alltag und zugleich das wohl unbeliebteste. Bevor es ihn in jedem Haushalt gab, hatten Menschen erstaunliche Methoden, um pünktlich aufzuwachen, in England etwa den "Knocker-up", der gegen Bezahlung mit einer Stange an die Fenster klopfte. Diese Folge erzählt, wie sich das Wecken über die Jahrhunderte entwickelte, von frühen mechanischen Weckuhren, die nur zu einer festen Zeit läuten konnten, bis zum Smartphone, das den klassischen Wecker heute weitgehend ersetzt hat.

    8 min

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