Ampeln, Küchentimer, Raketenstarts: Der Countdown ist so selbstverständlich, dass kaum jemand fragt, woher er kommt. Erfunden hat ihn der in Wien geborene Regisseur Fritz Lang, und zwar 1929 für seinen Stummfilm "Frau im Mond". Er brauchte eine Möglichkeit, die Spannung vor dem Raketenstart ohne Ton zu zeigen, und ließ deshalb rückwärts zählen, damit das Publikum genau weiß, wann es losgeht. Aus diesem Filmtrick wurde ein weltweiter Standard, und die NASA lud Lang später sogar nach Huntsville ein, wo man ihn halb im Scherz den Vater der Raketenwissenschaft nannte. Die Geschichte einer Idee aus dem Kino, die bis heute jeden echten Raketenstart begleitet.
Titelbild: Fritz Lang mit Kameramann Curt Courant (Mitte) bei den Dreharbeiten zum Film Frau im Mond (1929); Bundesarchiv, Bild 102-08538 / CC-BY-SA 3.0