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Eadweard Muybridge zählt zu den einflussreichsten und bekanntesten Fotografen seiner Zeit, der neue technische und ästhetische Maßstäbe gesetzt hat. Im Jahr 1878 gelingt es ihm, die Zeit anzuhalten: Er macht sensationelle Bilder von galoppierenden Pferden und beweist damit, dass es einen Moment gibt, in dem die Tiere vollständig in der Luft sind. Kurz zuvor wird er allerdings wegen Mordes angeklagt und es droht ihm die Todesstrafe.
Wir sprechen in dieser Folge über das wendungsreiche Leben von Muybridge, einen schweren Unfall, wie er überhaupt zur Fotografie gekommen ist und warum er nicht als verurteilter Mörder hingerichtet wurde, sondern des Gerichtsgebäude trotz Geständnis als freier Mann verlassen hat.
Literatur:
Das Episodenbild zeigt die berühmte Bilderserie aus dem Jahr 1878.
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Wir springen in dieser Folge ins Frankreich des frühen 19. Jahrhunderts. Dort wird im Jahr 1811 ein Junge geboren, der im Laufe seines kurzen Lebens die moderne Mathematik nachhaltig prägen wird. Die entsprechende Anerkennung wird ihm dafür aber im Laufe seines kurzen und tragischen Lebens nicht zuteil.
Wir sprechen in dieser Folge über Évariste Galois, Begründer der später nach ihm benannten Galoistheorie, dessen tragisches Leben unter mysteriösen Umständen viel zu früh endete.
Die erwähnten Bücher sind "Évariste Galois: 1811-1832" von Laura Toti Rigatelli und "The Equation that couldn't be solved" von Mario Livio.
Das Episodenbild zeigt ein Porträt des 15-jährigen Galois.
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Als der englische Freibeuter Thomas Cavendish 1587 im Zuge einer Weltumseglung mit seiner Mannschaft durch die Magellanstraße fährt, stößt er auf eine Geisterstadt – eine verlassene, spanische Kolonie. Wenige Jahre zuvor wurde der Seefahrer Pedro Sarmiento de Gamboa von Philipp II. mit einer riesigen Expedition losgeschickt, um den Seeweg zwischen Atlantik und Pazifik zu kontrollieren. Damit sollten künftig die Kaperfahrten der englischen Freibeuter verhindert werden. Doch die Mission endete in einer Katastrophe.
Wir sprechen in der Folge über die gescheiterte Kolonie Puerto del Hambre, eine der wichtigsten Schiffspassagen der Frühen Neuzeit und was das mit dem Konflikt zwischen England und Spanien zu tun hat.
Das erwähnte Buch heißt „Untergegangene Kolonialreiche. Gescheiterte Utopien in Amerika“ von Simon Karstens.
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Als am 29. November 1916 die SMS Wolf, auf den ersten Blick ein normales Frachtschiff, aus dem Kieler Hafen ausläuft, beginnt eine Mission, die zur wahrscheinlich best dokumentierten des gesamten Ersten Weltkriegs werden wird.
Wir werden über dieses Schiff sprechen, das zwar Teil des Seekriegs, tatsächlich aber in erster Linie ein Freibeuterschiff war: Piraten im Auftrag des Kaisers.
Das erwähnte Buch heißt "The Wolf" von Richard Guilliatt und Peter Hohnen
Das Episodenbild zeigt die SMS Wolf.
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Im Jahr 754 wird bei Dokkum in Friesland ein Zeltlager überfallen und geplündert. Es ist das Zeltlager eines Erzbischofs, der mit über 80 Jahren noch einmal zu einer Missionierung aufgebrochen ist. Er wird, wie alle seine Gefährten, an diesem Tag getötet. Damit starb einer der bekanntesten christlichen Missionare des Mittelalters, der als Apostel der Deutschen in die Geschichte einging und gleich nach Bekanntwerden seines Ablebens als Heiliger verehrt wurde: Bonifatius.
Wir sprechen in der Folge darüber, wie es dazu kam, dass ein angelsächsischer Geistlicher zum maßgeblichen Kirchenreformer im frühmittelalterlichen Frankenreich wurde.
Literatur:
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Entsprechend der Folgenzahl sprechen wir in dieser Folge über einen Garten, ein Zimmer und eine Stadt, die im Laufe der Zeit verloren gingen.
Das Episodenbild zeigt eine Darstellung des Palasts von Ninive aus dem 19. Jahrhundert.
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Im Jahr 312 kommt es im Norden Roms, an der Milvischen Brücke, zu einer Schlacht, die die Geschichte des Reichs in den nächsten Jahrhunderten maßgeblich prägt: Maxentius, der letzte Kaiser in Rom, ertrinkt im Tiber und ist damit der erste Feldherr, der im Zeichen des christlichen Kreuzes besiegt wird. Denn sein Gegner ist Konstantin, der damit die Kontrolle über den westlichen Teil des Römischen Imperiums unter seine Kontrolle bringt und als der erste christliche Kaiser in die Geschichte eingeht.
Wir sprechen in der Folge über den Versuch Diokletians, mit Hilfe der Tetrarchie die Zeit der Soldatenkaiser zu überwinden, warum diese Herrschaftsform so ungewöhnlich war und wieso Maxentius nie als legitimer Kaiser anerkannt wurde.
Hartmut Leppin, Hauke Ziemssen: Maxentius: Der letzte Kaiser in Rom, 2007.
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Wir springen in dieser Folge in die Mitte des 19. Jahrhunderts, und sehen uns die Etablierung des modernen Vegetarismus an. Federführend werden hier vor allem religiöse Organisationen sein, im Laufe des 19. Jahrhunderts wird der Vegetarismus aber bald Teil diverser sozialer, feministischer und politischer Strömungen. Wir sprechen darüber, wie der Vegetarismus damit innerhalb weniger Jahrzehnte von einer meist lokalen Eigenart zu einem in der Gesellschaft verankerten Lebensstil wurde.
Colin Spencer. The Heretic’s Feast: A History of Vegetarianism. UPNE, 1995.
Diana Donald. Women Against Cruelty: Protection of Animals in Nineteenth-Century Britain: Revised Edition. Manchester University Press, 2021.
James Gregory. Of Victorians and Vegetarians: The Vegetarian Movement in Nineteenth-Century Britain. Bloomsbury Academic, 2007.
Teuteberg, Hans-Jürgen. „Zur Sozialgeschichte des Vegetarismus“. VSWG: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 81, Nr. 1 (1994): 33–65.
Tristram Stuart. The Bloodless Revolution: Radical Vegetarians and the Discovery of India. HarperCollins UK, 2012.
Das Episodenbild zeigt einen Ausschnitt aus Juan Sánchez Cotáns "Stilleben mit Quitte, Kohl, Melone und Gurke".
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Im Jahr 1507 veröffentlicht Martin Waldseemüller eine Weltkarte, die heute zu den bekanntesten kartografischen Werken überhaupt zählt. Denn auf dieser Karte wird der wiederentdeckte Kontinent auf der anderen Seite des Atlantiks zum ersten Mal „America“ genannt – zu Ehren von Amerigo Vespucci.
Die Waldseemüller-Karte gibt der Forschung aber bis heute Rätsel auf, denn der Kartograf zeichnet „America“ als freistehenden Kontinent ein und trifft den Verlauf der Westküste Südamerikas erstaunlich genau. Wie kann das sein, wo Waldseemüller in einer kleinen Stadt in den Vogesen – abseits der großen Seefahrtzentren – arbeitet, offenbar selbst nicht von seiner Darstellung überzeugt ist und die europäischen Schiffe noch gar nicht in den Pazifik vorgedrungen sind?
Literatur:
Amerika und die Waldseemüllerkarte. Der ausgedachte Kontinent, den es wirklich gab, Spektrum Geschichte 2/22
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Folge 400 ist da! Damit das auch gebührlich gefeiert wird, haben wir neben etwas Geplauder über die letzten Jahre und unseren Posteingang auch einen Gast dabei. Dr. Günter L. Fuchs, Byzantinist, der den hervorragenden Podcast Anno Mundi über die Geschichte des Byzantinischen Reiches und Griechenlands produziert, hat uns eine Geschichte mitgebracht.
Ab ungefähr Minute 30 erzählt er uns von Anicia Juliana, die nicht nur eine der beeindruckendsten Kirchen Konstantinopels stiftete, sondern der wir auch einen illustrierten Codex zu verdanken haben – heute liegt er in der Österreichischen Nationalbibliothek.
Wir bedanken uns bei allen die uns bisher gehört haben, gespendet haben, uns Feedback, Hinweise oder sonstige Dinge zukommen ließen oder uns anderweitig unterstützt haben. Ohne euch wäre all das hier nicht möglich und auch recht sinnlos. Hoffentlich bleibt ihr uns auch die nächsten 400 Folgen lang treu!
Wer unser Buch jetzt schon vorbestellen will, kann das direkt über den Verlag tun: https://www.piper.de/buecher/geschichten-aus-der-geschichte-isbn-978-3-492-06363-0
Wer sich Tickets für das Hear&Now Festival besorgen will, alle Infos dazu gibt's hier: https://www.hearandnowfestival.de/
Das Episodenbild zeigt einen Ausschnitt aus dem in der Folge beschriebenen Widmungsbild des Codex.
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