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Der russische Geheimdienst GRU bildet seine Cyber-Agenten in einem speziellen Universitätsprogramm in Moskau aus. Geleakte Dokumente zeigen den detaillierten Lehrplan der künftigen Hacker und Spione.
Von digitaler Sabotage über Drohnen-Steuerung bis hin zu militärischem Drill deckt das Training alle Facetten der modernen hybriden Kriegsführung ab.
Passwörter knacken und Schadsoftware entwickeln(Bildquelle: imago images / stpp)
Zu den Kernkompetenzen der angehenden GRU-Agenten gehören laut der Recherche des Spiegel und anderer Medien ausführliche Penetrationstests. Die Studierenden üben, eigene Schadsoftware zu programmieren und fremde Netzwerke unbemerkt mit Viren zu infizieren.
Mit diesen Fähigkeiten verschaffen sie sich Zugang zu geschützten Systemen – eine Taktik, die bereits beim großen Cyber-Angriff auf den Deutschen Bundestag im Jahr 2015 zum Einsatz kam.
Server lahmlegen mit DDoS-Attacken(Bildquelle: imago images / Hanno Bode)
Auf dem Lehrplan stehen gezielte Überlastungsangriffe. Bei sogenannten DDoS-Attacken überfluten die Angreifer Server mit unzähligen Anfragen, bis die IT-Systeme unter der Last zusammenbrechen – wie im Februar 2026 bei der Deutschen Bahn.
Die angehenden Hacker könnten damit trainieren, wie sie mit dieser Methode weiterhin kritische Infrastruktur, Regierungswebsites oder Kommunikationskanäle in entscheidenden Momenten ausschalten.
Drohnen aus den USA und Deutschland studieren(Bildquelle: imago images / Frank Hoermann / SVEN SIMON)
Die moderne Kriegsführung, insbesondere in der Ukraine, zeigt die enorme Bedeutung unbemannter Flugsysteme. Entsprechend nimmt auch das Studieren von Drohnen-Technologie einen wichtigen Platz am sogenannten Lehrstuhl 4 der Bauman-Universität ein.
Die Rekruten lernen verschiedene Modelle im Detail kennen, darunter spezifische Kamikaze- und Aufklärungsdrohnen aus US-amerikanischer und deutscher Produktion, etwa Modelle der Firma Quantum Systems.
Fake News und Propaganda als Waffe einsetzen(Bildquelle: getty images / Douglas Rissing)
Desinformation ist bereits seit Jahren eine zentrale Säule der russischen Außenpolitik und Kriegsführung – das zeigte etwa russische Einmischung mit Desinformationskampagnen in den US-Wahlkampf 2016, die Donald Trump zum Sieg verhalfen.
In Kursen mit Titeln wie „Propaganda, Agitation, Manipulation und Überzeugung“ lernen die Spionage-Studierenden, Kampagnen von Grund auf zu entwickeln. In Praxisaufgaben erstellen die Auszubildenden etwa Social-Media-Videos zu aktuellen Themen und wenden darin versteckte Propaganda sowie Manipulation an, um Diskussionen im Netz aktiv zu steuern.
Schwachstellen westlicher Ziele analysieren(Bildquelle: imago images / Christoph Hardt)
Ein eigener Ausbildungsblock widmet sich den westlichen Streitkräften und Geheimdiensten. Die Studierenden analysieren die Arbeitsweisen und Schwachstellen von CIA, FBI, NSA und der US-Armee. Auch Deutschland steht im Fokus: Ein spezielles Seminar behandelt den Schutz der Informationssicherheit in der Bundesrepublik.
Das untermauert eine aktuelle Gefahr: Laut Daten von Google verzeichnete Deutschland zuletzt einen Anstieg der Cyberangriffe um 92 Prozent innerhalb nur eines Jahres.
Spionage mit Kameras und Wanzen(Bildquelle: getty images / ANGHI)
Neben den digitalen Angriffen bleibt die traditionelle Geheimdienstarbeit ein wichtiger Bestandteil des Studiums. Die Lehrkräfte zeigen den Auszubildenden den Einsatz von versteckten Kameras und Abhörwanzen.
Das unauffällige Platzieren und Tarnen dieser Hardware üben die Studierenden ebenso intensiv wie das Aufspüren feindlicher Überwachungsgeräte.