Nachgedacht für eine Sekunde Google verschärft den Schutz vor Bots. Für Android-Nutzer mit Custom-ROMs könnte das künftig zum Problem werden. (Bildquelle: Google)
Wenn ihr mit Android tüftelt und dabei gern Google-frei bleibt, dürfte das künftig deutlich schwieriger werden. Ein neues reCAPTCHA wird zum Problem.
Was steckt hinter dem neuesten Bot-Schutz?
Google bindet seine neue Stufe von reCAPTCA unter Android an die Google-Play-Services ab Version 25.41.30. Anstelle von klassischen Bilderrätseln stoßt ihr nun öfters auf QR-Codes, die ihr mit dem Smartphone scannen müssen.
Das Problem daran ist, dass sie nur funktionieren, wenn die offiziellen Google-Dienste laufen. Einfach googlefreies Android zu nutzen, wird dadurch viel schwerer für euch.
Was die neuen Regelungen für Tüftler bedeuten
Wie das Fachmagazin smartdroid.de erklärt, dürftet ihr künftig mit datenschutzfreundlichen Varianten wie LineageOS, /e/OS oder GrapheneOS Probleme bekommen.
Diese Android-Varianten verzichten bewusst auf Google-Dienste, um freier zu agieren. Die neuen Bot-Tests lassen sich damit aber nicht mehr bestehen. Seiten, die das neue System einsetzen, blockieren sie dann automatisch.
Ihr wollt mehr Google-Freiheit? Schaut euch im nachfolgenden Video an, wie ein Smartphone ohne Google funktioniert:
» Video ansehen: Smartphone ohne Google
Sideloading und Tüftler-Apps werden ausgesperrt
Wie Schmidtisblog.de berichtet, stehen künftig auch jene Apps im Visier, die über Umwege und nicht über den offiziellen App-Store aufs Handy gekommen sind.
Für Apps aus unbekannten Quellen soll eine 24-stündige Wartezeit plus Neustart bestehen. Anschließend müsst ihr die Installation mit euren biometrischen Daten oder eurer PIN bestätigen.
Für die Installation braucht es dann einen komplexeren Advanced Flow, der Betrug per App verhindern oder zumindest erschweren soll. Als Hobby-Entwickler habt ihr damit aber die berühmte A-Karte gezogen, denn eure Apps lassen sich über die Schnittstellen nicht mehr so leicht installieren.
Wenn ihr euch auf Apps wie Automatisierungs-Tools oder Root-Anwendungen verlasst, wartet auf euch mehr Bürokratie. Alternativ müsstet ihr das erweiterte Sicherheitsprogramm komplett deaktivieren, was im Hinblick auf die realen Gefahren nicht die beste Idee ist.
Google blockt Zugriff auf Barrierefreiheits-API
Bisher habt ihr die Accessibility-Schnittstelle problemlos nutzen können, doch sobald ihr das erweiterte Sicherheitsprogramm aktiviert, wird sie geblockt. Geplant ist das ab Android 17 in der Beta-Version. Gewisse Launcher bauen auf genau dieser API auf, um einen tieferen Systemzugang zu bekommen.
Um die Schnittstelle weiterhin nutzen zu können, müsst ihr ein höheres Sicherheitsrisiko eingehen, aber ist das in Googles Sinn? Die Verschärfungen wurden unter anderem durch Bot-Netze, Betrugsmaschen und Schadsoftware durch den Riesen erklärt. Neue Angriffe über manipulierte Apps oder Sideloading sollen künftig blockiert werden.
Gleichzeitig sollen die neuen reCAPTCHA-Änderungen es erleichtern, KI-Bots von echten Personen zu trennen. Das bringt zwar mehr Sicherheit, schließt aber Nutzer ohne Google-Dienste von bestimmten Websites komplett aus.