Er hat getan, was kaum ein anderer Israeli wagt: Nir Baram, bedeutendster Schriftsteller der jungen Generation, hat ein Jahr lang das Westjordanland hinter der Trennmauer bereist. Orte besucht, die seinen Landsleuten ferner sind als der Mond, mit Palästinensern gesprochen, die Israelis wenn überhaupt, dann nur in Soldatenuniform kennen.
Er kritisiert auch die israelischen Linke, die noch immer von einer Zwei-Staaten-Lösung träumt. Baram zeigt klar, dass diese längst obsolet ist: Das Westjordanland ist ein Flickenteppich, übersät von Siedlungen, in denen heute mehr als 550.000 jüdische Siedler leben. Wie soll also die Zukunft aussehen? Zusammen mit Palästinensern und Israelis hat er eine Friedensinitiative gegründet, deren Name Programm ist: "Zwei Völker - eine Heimat". Eine Heimat mit durchlässigen Grenzen und völliger Gleichstellung von Palästinensern und Israelis.