Smartphone, Internet, Mut. Das sind seine Waffen gegen den Islamischen Staat. Abdelaziz Alhamza ist das Gesicht von "Rakka wird im Stillen abgeschlachtet": einer Gruppe junger Menschen, die Fotos und Videos aus Syrien über soziale Medien veröffentlicht. Um zu zeigen, was der IS verschweigt: willkürliche Morde, brutale Folterungen, Angst, Armut.
Dafür stehen sie alle aus der Gruppe auf der Todesliste. Junge Syrer, Mitte 20. Sie leben in Rakka, in der Türkei oder in Berlin, wie Abdalaziz Alhamza. Noch vor 5 Jahren steckte er mitten im Biologie-Studium, ging mit Freunden tanzen, lebte ein modernes Leben. Bis zum "arabischen Frühling": Protest gegen Assad, Veröffentlichung von dessen Repressionen, Folge: Gefängnis und Folter. Dann kamen die IS-Dschihadisten nach Raqqa. Er berichtete auch über ihre Diktatur. Der 24-Jährige ist zum Widerstandskämpfer geworden. Um der Rache des IS zu entgehen, flüchtete er nach Berlin. Von hier aus macht er via Facebook und Twitter öffentlich, was seine Mitstreiter heimlich aus Syrien herausschmuggeln. Abdalaziz Alhamza ist der einzige, der sein Gesicht zeigt, um dem IS nur ein Ziel zu geben.