Was das für mich bedeutet? Ich war emotional abhängig voneinem Mann, dessen Worte nicht zu seinen Taten gepasst haben. Der mir sehr klar gezeigt hat, dass er sich nie für mich entscheiden wird aber ich es nicht wahrhaben wollte. Ich jagte einer Hoffnung hinterher. Versuchte krampfhaft meinen Wert zu beweisen. Mein geringes Selbstwertgefühl irgendwie durch seine Aufmerksamkeit und dann hoffentlich irgendwann durch seine Entscheidung für mich auszugleichen. Morgens mit den Gedanken an ihn aufzuwachen, den Tag mit einem völlig überreizten Nervensystem durchzubringen und am Abend nicht in den Schlaf kommen, weil die Gedanken an ihn mich nicht schlafen ließen. All das war über ein Jahr meine Realität.
Bis sie es nicht mehr war. Es war ein schmerzhafter Prozessfür mich, der rückblickend rein gar nichts mit diesem Mann zu tun hatte. Er war begründet in der Beziehung, die ich zu mir selbst pflegte oder eben nicht gut genug pflegte.
In dieser Folge teile ich mit einem Jahr Abstand die Schritte mit die, die mir wirklich aus der emotionalen Abhängigkeit geholfen haben. Dein Weg wird individuell sein, aber du kannst dir diese Schritte als deinen Wegweiser zu Rate ziehen. Entscheide dich für dich selbst und realisiere, wie sich auch dein gesamtes Umfeld für dich entscheiden wird.
Zusatz zu Punkt 4) „Geh in die Stille und stell die für dich richtigen Fragen“
Beginne dir die richtigen Fragen zu stellen. Für mich waren es in Gänze die folgenden:
Wann habe ich zum ersten Mal gelernt, dass ich mir Liebe, Aufmerksamkeit oder Anerkennung verdienen muss?
Was musste ich als Kind sein oder leisten, um mich gesehen und wertvoll zu fühlen?
Warum fühlt sich emotionale Unsicherheit für mich vertrauter an als beständige Liebe?
Was löst es in mir aus, wenn jemand sich zurückzieht oder mich nicht eindeutig wählt?
Will ich wirklich diese Person – oder will ich durch sie endlich das Gefühl bekommen, genug zusein?
Liebe ich den Menschen, der tatsächlich vor mir steht, oder die Möglichkeit dessen, was zwischen uns hätte entstehen können?
Halte ich an der Realität fest oder an einer Fantasie, in der diese Person sich irgendwann verändert?
Welche Hoffnung hält mich stärker fest als das, was tatsächlich zwischen uns passiert?
Welche meiner Grenzen habe ich überschritten, nur um diese Verbindung nicht zu verlieren?
Welche Bedürfnisse habe ich kleingeredet, weil ich Angst hatte, sonst als zu viel zu gelten?
Was habe ich akzeptiert, obwohl ich tief in mir wusste, dass es mir nicht guttut?
Wie oft habe ich versucht, sein Verhalten zu verstehen, anstatt ernst zu nehmen, wie ich mich dadurch fühle?
Was kostet mich diese Verbindung emotional, körperlich und mental?
Was würde ich einer Freundin raten, wenn sie mir genau diese Geschichte erzählen würde?
Wie würde sich Liebe anfühlen, wenn ich nicht ständig um sie kämpfen müsste?
Welche Art von Beziehung wünsche ich mir wirklich, unabhängig davon, was mit dieser Person möglich ist?
Welche Version von mir kommt in dieser Verbindung zum Vorschein – und möchte ich weiterhin dieseFrau sein?
Wer wäre ich, wenn ich nicht länger versuchen würde, mich durch die Augen eines anderen zu erkennen?
Was brauche ich gerade wirklich – und wie kann ich beginnen, mir genau das selbst zu geben?
Was darf ich heute betrauern, ohne deshalb dorthin zurückkehren zu müssen?
Was könnte in meinem Leben entstehen, wenn ich aufhöre, meine Energie an diese Verbindung zu binden?
Wie sieht ein Leben aus, in dem ich mich nicht mehr danach richte, ob mich jemand anderes wählt?
Was bedeutet es ganz konkret, mich ab heute selbst zu wählen?