
Sign up to save your podcasts
Or


Heute gibt’s Kuchen mit Atomschlagobers. Judith vermisst die leidenschaftliche Ambitionslosigkeit. Franz hat sich von seiner verrückten Sakko-Zeit erholt und das Bügeleisen zu den Serviettenringen in Ablage P gelegt. Die Welt erfährt zwei mal drei Dinge, die völlig überflüssig sind, obwohl die Leute glauben, man bräuchte sie. Der Staub darf bleiben, und wenn er bös ist, wird er halt zum Silberlöffelputzen geschickt.
Themen: I would prefer not to: Herman Melvilles Bartleby. +++ Ambitionslosigkeit kann entlasten. +++ Wenn Männer etwas wollen. Und wenn Frauen etwas wollen. +++ Neinsagen, ohne zu allem nein zu sagen. +++ Selbstausbeutung bei Geisteswissenschaftlern. +++ Alltagsquatsch, den kein Mensch braucht. +++ Nein zum Eltern-Perfektionismus.
Die Foto-Folge. Franz drückt im Heizungskeller auf den Auslöser, bis die Speicherkarte um Erlösung fleht, um sein Vilshofener-Bürgermeister-Trauma zu überwinden. Judith zerlegt Sonya Kraus’ Feel-good-Brustkrebs-Narrativ und liest Susan Sontags. Doch noch wichtiger ist: Wir haben jetzt eine Webseite! Dort zeigen wir unter anderem, dass Franz genauso ernst schauen kann wie Judith, und dass man Ernstfall-Folgen besser verschlagworten kann als die Library of Congress:
www.hallo-ernstfall.de
Themen: Die neue Webseite hallo-ernstfall.de. +++ Die Debatte um Sonya Kraus. +++ Erleichtern oder verstellen Bilder den Zugang zur Wirklichkeit? +++ Susan Sontags Essay über Fotografie. +++ Der Reiz der Reporter-Kameras +++ Beispiel Ukraine-Krieg: Wie Bilder politischen Narrativen dienen.
Rausschmeißer-Empfehlungen:
Lounge-Musik: Dee Yan-Key, „Cocktails“ & „Sonata I: Slow and stately“ (CC BY-NC-SA 4.0)
Lebte Judith im alten Rom, bestünde ihr Alltag darin, großen Feldherren ins Ohr zu flüstern: „Das läuft so nicht!“ Doch weil sie im Heute lebt, kämpft sie stattdessen gegen die Diskriminierung von Meeresarten. Franz gibt unter seinen Freunden Urlaubsscheine aus, während er versucht, herauszufinden, ob die Philosophie uns, die wir alle mal sterben müssen, eher tröstet oder eher neurotisch macht. Beide Protagonisten warten noch darauf, dass die Eingewöhnung ins Leben mal ihr Ende nimmt und sie sich endlich auf ihre je eigenen Gedankenschlösser zurückziehen können.
Rausschmeißer-Empfehlung: Dieter Bohns Abschiedsartikel auf The Verge https://www.theverge.com/2022/3/4/22960011/farewell-from-dieter-bohn
Unsere Hosts mit dem staubigen Reportermikrofon belegen heute das Praxisseminar Promenadologie und lustwandeln über die Insel Poel, während sich der wackere Begleithund auf dem Strand paniert. Das ist schön, aber so ganz ohne Caspar-David-Friedrich’sche Melancholie geht’s dann doch nicht, immerhin ist die Welt alles andere als im Lot. Ernstfälle, wohin man schaut: Es ist Krieg, ein Freund von Judith ist gestorben, das Tamoxifen geht zur Neige. Da hilft nichts so richtig, aber aufs Meer schauen und den Wellen zuhören tröstet wenigstens ein bisschen.
Franz sorgt für die nächsten Midlife-Krisen vor und hat jetzt Filomena, die ihn mit 9-Bar-Crema versorgt und seinen Sorgen lauscht, wenn der aus den Classic-Folgen dieses Podcasts bekannte Kühlschrank mal bockig sein sollte. Judiths Extravaganzen beschränken sich auf ein taubenblaues dänisches Minimalismusfeuerwerk in Form einer Pillendose. Schöner wäre nur ein Granny Smith mit eingelasertem Ernstfall-Logo, aber so weit ist die Welt noch nicht.
Rausschmeißer-Empfehlung: The first secret of design is ... noticing https://www.ted.com/talks/tony_fadell_the_first_secret_of_design_is_noticing
Heute legen wir uns mit Markus Kavka ins Indie-Schaumbad, sammeln Wollreste und zählen Dateiformate: Es geht um das, was uns guttut. Doch zwischen MBSR, Qigong und Wettkampfyoga wird Judith ausfällig, so ausfällig, dass sie aus ihrer Mitte heraus und auf ihre Achtsamkeitstrainerin drauffällt. Hilft da nur noch eine Couching-Therapie mit Baby-Yoda? Und wer ist der beste Marshall – der Ökonom, der Außenminister oder doch der Stromgitarrenverstärker? All das klären wir leider nicht abschließend.
Rausschmeißer-Empfehlungen:
Frau Studienrätin Judith mahnt: „Nein, du holst dir jetzt keine Apfelschorle, Franz, wir kommen jetzt zum Thema.“ Los geht’s also, im Erwartungslimbo rein ins neue Jahr. Judiths Vorsätze lauten Yoga und Joggen, denn für ein Peloton-Rad ist sie zu arm. Franz predigt die Evolution und hat ein Deradikalisierungsprogramm für seine Podcastpartnerin aufgelegt. Mit einer Mahnung begannen diese Shownotes, mit einer Mahnung enden sie: Vertraut nie Männern mit Barschtattoos.
Rausschmeißer-Empfehlungen:
Seid vorsichtig, das ist ein Ernstfall! Hier kommt der derangierte, aber immerhin nicht unfeierliche Weihnachtsstadl am Rande der Normalität. Franz lebt den Podcaster-Traum und kommt nach der Kita mit dem E-Roller ins Studio. Judith strickt gegen die Vorstellung an, jemals wieder eine unvorhergesehene Diagnose zu bekommen. Zum Schluss wird’s noch mal erstaunlich produktiv, bevor die endgültige Kapitulation vor der Glühweinseligkeit erfolgt. Bleibt nur noch zu sagen: Schöne Feiertage euch allen!
Rausschmeißer-Empfehlungen:
Hurra, ein Gastauftritt: Judiths Freund Martin erzählt vom Mediziner-Alltag.
Ansonsten klären wir vom Siebträger-ASMR-Kanal die Frage, ob Platzerl und Leckerl dasselbe sind oder nur das Gleiche, nummerieren Corona-Varianten mit Emoticons und laufen mental die Grenzen des Westfälischen Friedens ab. Judith lässt sich von ärztlichem Mitleid triggern, Franz rettet die Romantik vor der vollständigen Dekonstruktion.
Rausschmeißer-Empfehlungen:
Diese unsere erste Folge des SciFi-True-Crime-Podcasts „Hallo Mordfall“ trägt den Titel: Tod durch den gläsernen Schwan. Die für den sonntäglichen Kirchgang ausstaffierten Protagonisten dieses Podcasts, ihres Zeichens durchgehend High-need-Humans, oszillieren fröhlich zwischen Grünkohlsmoothies und dionysischer Ausschweifung. Doch Vorsicht: Beim Thema Sport beißt sich das Krebstierchen in den Schwanz, bis alles fließt. Und wem das noch nicht kryptisch genug war, der lese den Wikipedia-Artikel zu Friedrich Kittler.
From the publisher's feed

42 Listeners