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Als sich Franz anno 2008 in seinem allerersten Unizeitungs-Artikel über das für heutige Verhältnisse harmlose StudiVZ echauffierte, ahnte er noch nicht, wie schlimm das mit den sozialen Medien noch werden würde: Scheißestürme im Wasserglas, wohin das Auge reicht. Wir stellen die Frage, ob von dem einstigen utopischen Potenzial des Internets im TikTok-Zeitalter noch etwas übrig ist, und wenn nein: Ist dann – siehe Habeck, Kühnert, Spahn – der Rückzug aus Social Media die einzige Lösung?
Diesmal sprechen wir über die Mutter aller Krisen: die Sinnkrise. Und über den Sinn des Lebens – drunter machen wir’s nicht. Trotzdem kommt die Zahl 42 kein einziges Mal vor. Dafür die Erkenntnis, dass es dem blauen Ball, der durch’s Universum rauscht, wurscht ist, dass er keinen Preis für sein Lebenswerk bekommt.
Wir kommen mit tollen Nachrichten aus der Sommerpause: Wir schreiben ein Buch! Deshalb gibt’s diesmal einen Rundumschlag zum Thema »Schreiben als Krise«. Und dann schauen wir uns erst mal um in unserem nagelneuen Podcast – und entdecken ein mysteriöses Café. Einfach mal reingehen, würden wir sagen. Kommt ihr mit?
In unserem Staffelfinale schauen wir zurück auf 42 Folgen, in denen wir den Sinn des Lebens wenn nicht entschlüsselt, so doch umzingelt und in die Ecke gedrängt haben. Dann blicken wir nach vorne und arbeiten unsere touristische Bucket List durch – nicht ohne zu fragen, ob man am Reisen wachsen kann, oder ob nur der Geldbeutel schrumpft. Und dann sagen wir ciao und bis bald: Im August kommt die generalüberholte zweite Ernstfall-Staffel!
Themen: Highlights der ersten Staffel +++ Ethik des Reisens +++ Kann man sich unterwegs selbst finden? +++ wo wir waren, wo wir hinwollen +++ die ionische Philosophenreise
Links:
Herzlich willkommen, liebe Gemeinde, zum weihrauchgeschwängerten, samtvorhangumspielten, holzgeschnitzen, orgelklangumwobenen, puttenbegrenzten, barockisierten, charmant angestaubten, glockengeläutumdonnerten, vom ewigen Licht beschienenen, kunstmarmorgeschmückten, kniebänkchenversehenen, blattgoldüberzogenen, sakristeinahen digitalen Beichtstuhl.
Themen: die Wette des Philosophen Blaise Pascal +++ katholische Kindheit +++ Religionsunterricht: Pfarrer, Lehrer, Hardliner +++ Gucci-, Revoluzzer- und Leidenspäpste +++ Benedikts Regensburger Rede +++ Gründe fürs Abfallen vom Glauben – vom Pommesmangel bis zur Rosenkranzüberlastung +++ mit Mac-Lippenstift in die Limophase: lässliche Alltagssünden
Rausschmeißer-Empfehlungen:
Noch eine Folge, dann ist Sommerpause. In der drehen wir Hallo Ernstfall auf links, und im August geht es dann weiter mit neuem Konzept und zweiter Staffel! 🎉
Eine Folge aus dem Bilderbuch: Ernstfälle, wohin man schaut. Franz gleitet im Familienraumschiff durch die geruchslose Corona-Galaxie, irgendwo zwischen den Sternbildern Fenchelhase und Jockeyfisch. Seine Tochter lässt sich nichts anmerken und gründet mit Wagniskapital eine Sonnenscheinfabrik. Judith erlebt einen akuten Scanxiety-Anfall; sie fragt sich, ob um acht mal wieder ihr Leben zusammenbricht? Es ist ja Juni, da geht’s quasi schon auf den Oktober zu, und das heißt: Die Lauterbäche kommen wieder hinter ihren Steinen hervor und recken ihr Warnzeichen-förmiges Gefieder gen Himmel.
Themen: das mulmige Gefühl vor der nächsten Mammografie +++ Corona mit Familie +++ Pandemie im Herbst +++ Was, wenn man als Pessimist recht hat? +++ Digitalisierung +++ schönes Malen, hilfloses Angeln, freiwilliges und unfreiwilliges Zu-Hause-Bleiben
Rausschmeißer-Empfehlungen:
Eine Außenfolge aus dem sonnigen Regensburg – wo wir uns finden mit Cappuccino to go unter Linden zur Mittagszeit. Regensburg? Ja, Regensburg: die Stadt, in der die Parks gepflastert sind mit Hundehandtüchern des Glücks und die Bevölkerung nach Trachten trachtet. Franz lernt, dass zwei 25-Minuten-Pomodori auch ein Date sind. Yoda beantwortet Judith beim Einschlafen die großen galaktischen Fragen: Ist das All ein Wollknäuel? Und nutzen die Götter die Filamente zum Silikonieren? Falls ja, wäre das der unzweifelhafte Beleg, dass nicht nur die Menschen seltsam sind.
München, Wien, Frankfurt: Euer Podcast von Welt ist wieder da. Mit ernsthaften Passfotos, seriösen Öffnungszeiten und einer Lernzielkontrolle in Diktatform: Kabarett oder Cabaret? Büfett oder Buffet? Hauptsache Bohemien. Aber nun zur Sache: Heute geht’s ums Wohnen – eine Aktivität, in der Judith ihre ganze Mycelhaftigkeit ausleben kann, während Franz sein Nichts ins Regal legt. Wir lernen Wohngeheimnisse zwischen Windfangklo und Kleiderstopftechnik kennen und lassen uns beschallen von der Crossoverband Adorno mit ihren Smashhits „Louie Baby Kiss Kiss“ und „Living on the Edge with Bunnies“. Ach übrigens: hallo Matthias.
Themen: Teures Wohnen. +++ Adornos falsch verstandener Satz „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ +++ Schaffe schaffe Häusle lieber doch nicht baue? +++ Was bringt mehr Lebenszufriedenheit: Sicherheit oder Erlebnisse? +++ Der Minimalismus und die Gemütlichkeit. +++ Die Top 5 der Wohnabgründe.
Vortragsnotizen von Florian Roth zu „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ (2002): https://www.florian-roth.com/wp-content/uploads/2020/01/AdornoKeinRichtigesLebenimFalschenMS.pdf?t=1345155835
Judith hat Cringe-Gefühle beim Betrachten einer ministerialen Pressekonferenz. Franzens Familie schwärmt noch Jahrzehnte später von dem Tag, als die Satellitenschüssel auf dem Garagendach ankam – und RTL 2 im Wohnzimmer. Darüber hinaus ist zu vermelden, dass in der Rubrik »Sätze, die einen nicht beliebter machen« diese Worte fielen: »Wir sind die Einzigen, die die Analyse wirklich voll drauf haben« sowie »Ich hab euch lieb, aber ihr könnt mir jetzt mal alle gestohlen bleiben«. In der letzten Spielminute wird die deutsche Romantik zerstört. Es folgt ein geheimer Bonustrack, den wir aus drei Scheiben Schwarzbrot geschnitzt haben.
Themen: Die Debatte um Anne Spiegel. + + + Warum Seesterne langlebiger sind als Spinnen – und was das mit Unternehmen zu tun hat. + + + Warum es sich einfacher lernt, wenn man bereit ist, sich zum Honk zu machen. + + + Modernisten vs. Postmodernisten. + + + Hadern mit der Krankschreibung. + + + Die Crux der intrinsischen Motivation.
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