Helle Panke

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Helle Panke episodes

  • Josef Vogl: Aufbruch in den Osten - Österreichische Migranten in Sowjetisch-Kasachstan
    Mitschnitt eines Ateliergesprächs im Max-Lingner-Haus im Februar 2020
    Referent: Dr. Josef Vogl (Wien)
    Im März 1926 gründete eine Gruppe von mehr als 200 österreichischen Auswanderern eine Kolonie am Fluss Syrdar’ja in der Nähe von Kzyl-Orda, der damaligen Hauptstadt von Kasachstan. Armut und der Mangel an Arbeitsplätzen waren die ausschlaggebenden Motive für die Emigration. Die Regierung in Österreich gewährte finanzielle Unterstützung, um Arbeitslose und lästige Demonstranten loszuwerden. Die sowjetische Seite war indessen an Devisen und ­Agrartechnik interessiert. Trotz umfangreicher Kredite ging die Kolonie aufgrund des unfruchtbaren Landes und innerer Streitigkeiten bereits 1927 zugrunde. Archivmaterialien aus Wien, Berlin, ­Moskau und kasachischen Archiven erlaubten es, die traurigen Schicksale der wagemutigen Kolonisten und ihrer Familien nachzuzeichnen. Wer nicht bald genug zurückkehrte, geriet häufig in die Mühlen stalinistischer Repressionen und wurde als Ausländer unter Generalverdacht gestellt und verfolgt. Aber auch andere Personengruppen fielen dem Stalinismus zum Opfer: Viele ehemalige Kriegsgefangene aus dem Ersten Weltkrieg landeten in einem der zahlreichen Lager in der kasachischen Steppe, aber auch jene jüdischen Flüchtlinge, die nach dem »Anschluss« in die baltischen Länder geflohen waren. Wer das Lager überlebte, konnte schließlich 1947 nach Österreich zurückkehren.
    1 hr 5 min
  • Vivian Frick: Bits und Bäume - Digitalisierung nachhaltig gestalten
    Mitschnitt einer Verasntaltung im Februar 2020
    Vivian Frick ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin und am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung. Dort untersucht sie nachhaltigen Konsum als Sozial- und Umweltpsychologin in der Nachwuchsgruppe „Digitalisierung und sozial-ökologische Transformation“. Sie war Mitglied des Trägerkreises der Bits & Bäume Konferenz 2018 und Mitherausgeberin des Buches zur Konferenz „Was Bits & Bäume verbindet“.
    Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind zwei der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die Auswirkungen des Klimawandels werden greifbarer, Naturzerstörung schreitet fort und viele unserer Konsumgüter werden noch immer unter unsozialen Bedingungen produziert. Diese Entwicklungen verlangen nach einer sozial-ökologischen Transformation: Die menschliche Gesellschaft muss Wege finden, innerhalb der planetaren Grenzen gut zu leben und zu wirtschaften. Die digitale Transformation wiederum scheint sich ganz von selbst und mit rasanter Geschwindigkeit zu etablieren. Diverse digitale Anwendungen lassen sich bereits nach kurzer Zeit aus unserem Alltag kaum noch wegdenken - Smartphone, mobiles Internet, Social Media. Doch wie passen diese beiden Transformationen zusammen?
    Vivian Frick diskutiert aus Sicht der Forschungsgruppe "Digitalisierung und sozial-ökologische Transformation" die Nachhaltigkeit der Digitalisierung. Anschließend geht es um Gestaltungsmöglichkeiten: Wie kann eine digitalisierte Gesellschaft aussehen, in der die Natur erhalten wird, Wohlstand gerecht verteilt und Menschenrechte geachtet werden? Ein Einblick in die Bits-und-Bäume-Bewegung und deren Forderungen liefern dafür die Diskussionsgrundlage.
    1 hr 31 min
  • Torsten Schulz & Holger Siemann: Geschichten um die Kopenhagener Straße
    Die Schriftsteller Torsten Schulz und Holger Siemann über ihren Kiez im Gespräch im Rahmen einer Veranstaltung in der Reihe "Literatur und Gesellschaft" im Dezember 2019
    Seit 1999 hat die Helle Panke ihren Sitz in der Kopenhagener Straße im Prenzlauer Berg. Wie interessant und historisch aufgeladen „unser“ Kiez ist, haben zwei Autoren in ihren fast gleichzeitig erschienenen Büchern jüngst beschrieben: Holger Siemann setzt in dem Jahrhundertroman „Das Weiszheithaus“ genau wie Torsten Schulz in seinem Roman „Skandinavisches Viertel“ dieser Gegend ein liebevolles literarisches Denkmal.
    1 hr 36 min
  • Alexander Neupert-Doppler: Die Gelegenheit ergreifen - Eine politische Philosophie des Kairós
    Mitschnitt einer Veranstaltung im Januar 2020
    Referent: Dr. Alexander Neupert-Doppler, lebt in Hannover und ist
    wissenschaftlicher Mitarbeiter für Politische Theorie am IASS in Potsdam.
    Die Geschichte aller Befreiungsbewegungen ist die Geschichte ergriffener und verpasster Gelegenheiten. Was bedeutet es aus Sicht der politischen Philosophie, eine Gelegenheit zu erkennen, zu erfahren und zu ergreifen?
    Nach den Katastrophen des 20. Jahrhunderts ist die europäische Idee einer objektiven Notwendigkeit des Fortschritts in der Geschichte haltlos geworden. Im rasenden Stillstand der Postmoderne schwand auch der Glauben an deren subjektive Machbarkeit. Folgen sind Kritik- und Utopielosigkeit, die Ideologie vom Ende der Geschichte.
    Bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert haben Philosophen wie Paul Tillich, Walter Benjamin, Ernst Bloch u.a. eine Alternative zur Geschichts- und Alternativlosigkeit gesucht. Wie nach ihnen Immanuel Wallerstein, Giorgio Agamben, Michael Hardt und Antonio Negri greifen sie dafür auf Kairós, den Gott der guten Gelegenheiten, als Denkfigur zurück.
    1 hr
  • Sören Benn & Cornelia Niemeitz: Was der Klimanotstand für die Berliner*innen bedeutet
    Mitschnitt einer Diskussion der Reihe "Politik im Gespräch" im Januar 2020
    Mit Sören Benn (Bezirksbürgermeister von Pankow) und Dr. Cornelia Niemeitz (Bezirksamt Spandau von Berlin, Leitstelle für Nachhaltigkeit und Klimaschutz & Klimawerkstatt Spandau)
    Moderation: Inga Jacobsen (Umweltwissenschaftlerin, hat verschiedene Klimaprojekte u.a. an Pankower Schulen begleitet)
    Im August 2019 rief der Bezirk Pankow als erster den "Klimanostand" aus. Kurz darauf sammelte die "Volksinitiative Klimanotstand" innerhalb von drei Monaten 40.000 Unterschriften, und im Dezember schließlich rief Berlin als erstes Bundesland eine "Klimanotlage" aus. Selbst die Bundesregierung teilt auf dem Papier die Ziele des Klimaschutzes. Doch was bedeutet dies alles in der Praxis?
    Konkrete Maßnahmen wurden bisher kaum beschlossen, sondern nur Willensbekundungen geäußert. Denn konkrete Maßnahmen können unpopulär sein und unser gewohntes Leben hinterfragen. Was kommt also auf die Bürgerinnen und Bürger zu? Was kann der Einzelne tun, wo sind Politik und Verwaltung gefragt.
    Klimaschutz findet in der Bevölkerung und auch in Teilen der Wirtschaft große Zustimmung. Was also kann konkret aus den schönen Worten folgen? Wie lassen sich BürgerInnen und Gewerbetreibende, wie die Verwaltung und die Stadtgesellschaft möglichst schnell verändern? Umweltmaßnahmen müssen nicht nur finanziert, sondern auch kontrolliert werden. Hierzu braucht es mehr Personal. Energetische Sanierung darf nicht die Gentrifizierung befeuern, indem sanierter Wohnraum in der Stadt unbezahlbar wird. Umweltfreundliche Mobilität soll ebenfalls bezahlbar bleiben, Anwohner und Gewerbetreibende müssen mitgenommen werden. Ein Klimanotstand bietet viele Chancen für die Stadt und ihre Bevölkerung - doch wie lassen diese sich verwirklichen?
    1 hr 39 min
  • Andrej Holm: Friedrich Engels' Werk "Zur Wohnungsfrage"
    Mitschnitt einer Veranstaltung im Januar 2020
    Referent: Andrej Holm
    Im Jahr 2020 würde Friedrich Engels 200 Jahre alt. Das war Anlass genug, sich an einem Junge-Panke-Abend mal nicht nur mit Engels als Herausgeber, Freund und Finanzier von Karl Marx, sondern als eigenständigem Theoretiker zu beschäftigen.
    Für uns Berlinerinnen und Berliner dürfte heute seine Schrift "Zur Wohnungsfrage" (1873) die aktuellste und interessanteste sein. Vor knapp 150 Jahren analysierte Engels darin, warum die Wohnungsfrage im Kapitalismus entsteht und in diesem nicht zu lösen sei. Dabei unterzieht er reformistische Lösungsversuche, wie z. B. genossenschaftliche Modelle, einer beißenden Kritik.
    48 min
  • Thuy Trang Nguyen & Mai Phuong Kollath: 'Bruderland ist abgebrannt' und 'ROAN'
    Mitschnitt einer Diskussion vom Dezember 2019 mit der Filmemacherin Tuy Trang Nguyen und Mai Phuong Kollath, ehemalige Vertragsarbeiterin und heute Diversity-Trainerin und Theaterperformerin.
    Im Rahmen eines künstlerischen Forschungsprojekts über Kunst im urbanen Raum in Pankow der Künstlerinnengruppe 'x-embassy' entsteht der Filmabend ZICKZACK I:
    In der offiziellen 'Erfolgsgeschichte' der Wiedervereinigung, sowie den aktuellen Debatten um die weiterhin bestehenden Spannungen zwischen Ost- und Westdeutschland werden die Wahrnehmungen von Zugewanderten und ihren nachfolgenden Generationen tendenziell marginalisiert; ihre Berichte und Erfahrungen von den Ereignissen während und nach 1989 wurden (damals auf beiden Seiten der Mauer) und werden noch immer weitgehend ausgeklammert. Ebenfalls oft ausgespart wird die rassistische Gewalt gegen Black Poeple und People of Color auch im Berliner Raum in den frühen 1990 Jahren, wirft sie doch einen Schatten auf die Feierlichkeiten.
    Die Filme des Abends, 'Bruderland ist abgebrannt' (Angelika Nguyen, 1991, deutsch mit englischen Untertiteln, 28 Minuten) und 'ROAN' (Thuy Trang Nguyen, 2019, Vietnamesisch m. englischen Untertiteln, 12 Minuten) überbrücken zwei Generationen und erzählten zwei verschiedene Perspektiven aus der vietnamesischen Diaspora in Deutschland. Sie haben ihren Ursprung in der vietnamesischen und der deutschen Geschichte des bewegten 20. Jahrhunderts.
    „Bruderland ist abgebrannt' wurde in der besonderen instabilen Situation des Jahres 1991 und während jener gewissen Pogromstimmung auch in Berlins Straßen gedreht. Er ist eine Momentaufnahme der damaligen Lage von in der DDR verschieden sozialisierten Vietnames*innen in Ostberlin und eines der seltenen Zeitdokumente, welche Alltagsrassismus und strukturelle Ausgrenzung aufmerksam beobachten. Ein Film über rechtliche und soziale Unsicherheit, über Ankommen oder auch über Abschied auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld.
    Thuy Trang Nguyens Kurzfilm 'ROAN' (2019/12min) widmet sich der privaten Beziehung zwischen einer vietnamesischen Großmutter, die 1985 mit ihrer Familie als Geflüchtete aus Südvietnam in West Berlin aufgenommen wurde, und ihrer Enkeltochter, die in Deutschland geboren und aufgewachsen ist.
    Mit zärtlichen Bildern des Alltags überbrückt Thuy Trang Nguyen große Brüche: zwischen zwei Orten und zwei Sprachen, zwischen dem Wechsel politischer Systeme und dem Einfluss des Wandels auf das Sagbare und Nichtsagbare zwischen Generationen.
    1 hr
  • Klaus Dallmer: Die Spaltung der deutschen Arbeiterbewegung in der Revolution 1918/19
    Mitschnitt einer Veranstaltung im November 2019 in der Reihe "Geschichte"
    Klaus Dallmer
    (Politologe, Werkzeugmacher, Entwicklungshelfer, Autor des Buches Die Meuterei auf der “Deutschland” 1918/19 – Anpassung, Aufbäumen und Untergang der ersten deutschen Arbeiterbewegung)
    Als August Bebel 1913 starb, war er schon lange kein revolutionärer Arbeiterführer mehr. Immer stärker hatten die erkämpften Verbesserungen und die Wahlerfolge in der Arbeiterschaft die Erwartung genährt, es würde immer weiter aufwärts gehen - und die sozialdemokratische Bewegung auf den Pfad der Integration ins System geschoben. Hunderttausend Sozialdemokraten arbeiteten in den Sozialversicherungen, Arbeitsnachweisen, Parlamenten mit. Die Gelegenheiten zu Massenmobilisierungen ließ man verstreichen und die Linken wurden kaltgestellt. Die Anpassung der großen Parteimehrheit an die Kriegsinteressen der Herrschenden war die logische Folge.
    Der Krieg brachte die Gegensätze der Arbeiterbewegung zum Aufbrechen: eine Minderheit trug den Kriegskurs und die Unterordnung unter die Bourgeoisie nicht mehr mit, und die Bewegung spaltete sich. In großen Streiks und der Novemberrevolution wurde die deutsche kommunistische Bewegung geboren.
    Gestützt auf die Hoffnung der Mehrheit der Arbeiterschaft, der Sozialismus könne parlamentarisch eingeführt werden, erschlich sich die SPD-Führung den bestimmenden Einfluss in der Revolutionsregierung und sicherte das Überleben der Militärhierarchie, die sie zum blutigen Niederschlagen der störenden revolutionären Ansätze einsetzte. Die schlimmsten Massaker betrafen Berlin, München und das Ruhrgebiet. Der sozialistische Elan der eingeschüchterten Arbeiterklasse erlahmte, und die Herrschaft der Kapitalisten war gerettet.
    Der Lernprozess erbrachte eine Linksentwicklung der Arbeiterschaft, die jedoch durch Aktionismus der empörten revolutionären Minderheit und russische Einflussnahme abgeschnitten wurde. Die KPD schwankte zwischen isolationistischer Selbstdarstellung und rationaler Politik - die angemessene Vorgehensweise, die Spaltung der Arbeiterklasse revolutionär zu überwinden, kam nur kurzzeitig zur Anwendung und wich der Beschimpfung der Sozialdemokraten als "Sozialfaschisten". Die gespaltene Arbeiterbewegung konnte in der Krise keine Anziehungskraft für die verelendeten Massen entwickeln und versagte vor der Aufgabe der Abwehr des Faschismus. Klaus Dallmer wird diese verhängnissvolle Entwicklung und den Prozess der Spaltung rekonstruieren und die Folgen diskutieren.
    1 hr 14 min
  • Shin Joon Gang: Die Herausgabe der Schriften von Marx und Engels in Südkorea
    Der Vortrag wurde im Rahmen der Tagung "Die internationale Rezeption von Marx und Engels" gehalten, die am 25.11.2019 in der Hellen Panke in Berlin stattfand. Während das Kolloquiums wurde der David-Rjazanov-Preises 2019 verliehen.
    Prof. Shin Joon Gang, Dong-A Universität Busan (Republik Korea):
    Die Herausgabe der Schriften von Marx und Engels in Südkorea
    Das Marx-Jahr ist vorbei – hurra, es kommt das Engels-Jahr. Die jeweils 200. Geburtstage von Mohr und General sind Anlass, sich der Verbreitungs- und Rezeptionsgeschichte ihrer Schriften sowie Details des Marxschen Wirkens zu widmen. Der Berliner MEGA-Förder­verein vergibt alle 2-3 Jahre den nach dem russisch-sowjetischen Marx-Forscher und ersten Herausgeber der MEGA benannten David-Rjazanov-Preis an junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. In diesem Jahr stellen drei ausländische Wissenschaftler ihre Arbeiten vor, bevor der/die SiegerIn gekürt wird. Wir laden auch alle Interessenten zur anschließenden Mitgliederversammlung ein – denn auch wir suchen neue Aktive.
    1 hr 19 min
  • Søren Mau: The Transition to Capital in Marx’s Critique of Political Economy
    Der Vortrag wurde im Rahmen der Tagung "Die internationale Rezeption von Marx und Engels" gehalten, die am 25.11.2019 in der Hellen Panke in Berlin stattfand. Während das Kolloquiums wurde der David-Rjazanov-Preises 2019 verliehen.
    Søren Mau (Kopenhagen, Doktorand Universität Süddänemark):
    The Transition to Capital in Marx’s Critique of Political Economy
    Das Marx-Jahr ist vorbei – hurra, es kommt das Engels-Jahr. Die jeweils 200. Geburtstage von Mohr und General sind Anlass, sich der Verbreitungs- und Rezeptionsgeschichte ihrer Schriften sowie Details des Marxschen Wirkens zu widmen. Der Berliner MEGA-Förder­verein vergibt alle 2-3 Jahre den nach dem russisch-sowjetischen Marx-Forscher und ersten Herausgeber der MEGA benannten David-Rjazanov-Preis an junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. In diesem Jahr stellen drei ausländische Wissenschaftler ihre Arbeiten vor, bevor der/die SiegerIn gekürt wird. Wir laden auch alle Interessenten zur anschließenden Mitgliederversammlung ein – denn auch wir suchen neue Aktive.
    1 hr 19 min

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