Hofburg Wien - Kaiserappartements, Sisi Museum, Silberkammer

Hofburg Wien - Kaiserappartements, Sisi Museum, Silberkammer

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Hofburg Wien - Kaiserappartements, Sisi Museum, Silberkammer episodes

  • 11 - Mailänder Tafelaufsatz
    Anlässlich der Krönung Kaiser Ferdinands zum König des lombardo-venetianischen Königreichs im Jahre 1838, wurde der monumentale Mailänder Tafelaufsatz bestellt. Er ist das umfangreichste Ensemble der Silberkammer und kann bis zu einer Länge von 30 Metern mit verspiegelten Plateaus zusammengesetzt werden. Auf dem Mittelstück sehen Sie die allegorischen Figuren der Lombardia mit der Mauerkrone und einem Füllhorn sowie der Venezia mit der Dogenmütze und dem Markuslöwen dargestellt; am Rande der Plateaus wechseln sich tanzende Genien mit Leuchtern ab. Vor diesem beeindruckenden Tafelaufsatz stehend kann man sich die Pracht der kaiserlichen Tafeln, die noch mit üppigen Blumenbouquets sowie Obst- und Konfekt geschmückt waren, lebhaft vorstellen. Die klassizierende figürliche Ausstattung des Aufsatzes erklärt sich aus der Tradition barocker Tafeldekorationen, die je nach Anlaß des Mahles etwa auf Elemente des Götterhimmels, der Kriegskunst oder der Liebe zurückgriffen.
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  • 12 - Fußwaschungszeremoniell
    Am Hof herrschte die jahrhundertelange Tradition, daß der Kaiser und die Kaiserin alljährlich am Gründonnerstag die Fußwaschung an 12 Männern und 12 Frauen vornahmen. Dies geschah in Erinnerung an die demütige Fußwaschung der Apostel durch Christus. Die Zeremonie wurde an sehr betagten, bedürftigen Menschen vollzogen, die nach einer sorgfältigen ärztlichen Untersuchung und gründlich gereinigt am Gründonnerstag bei Hof erschienen sind. Nach der tatsächlichen Fusswaschung und einem Essen mit traditionellen Fastenspeisen erhielten die ausgewählten Personen als Geschenk einen irdenen Deckelkrug mit Weißwein, einen Silberbecher mit Doppeladler und Jahreszahl, Speisen und einen Beutel mit 30 Silbermünzen, bezugnehmend auf die Silberlinge des Christusverräters Judas. Die beiden goldenen Lavabogarnituren sind von den besten Augsburger Silberschmieden des 18. Jahrhunderts angefertigt worden. Sie fanden Verwendung bei Taufen der Habsburger, beim Waschzeremoniell der öffentlichen Tafel und bei den Fußwaschungen zu Ostern.
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  • 13 - Das Habsburger-Service
    Das früher „Laxenburger Service“ genannte Dessert-Service wurde 1824 anlässlich der Hochzeit Erzherzog Franz Carls mit der Königstochter Sophie von Bayern, den Eltern des späteren Kaisers Franz Joseph, bei der Wiener Manufaktur bestellt. Am Ende des 18.Jahrhunderts hatte Kaiser Franz I., der Vater des Bräutigams, in Laxenburg, einem Sommerschloß der kaiserlichen Familie in der Nähe von Wien, die Franzensburg errichten lassen, die als Denkmal der Habsburgerdynastie gestaltet wurde. Mit lebensgroßen Skulpturen sowie auf Gemälden, Wappen und Glasfenstern wurde die Geschichte der Familie verherrlicht. Der dynastische Gedanke erfasste - wie man sieht - auch das Tafelgeschirr. Neben den Wappen und Portraits der frühen Habsburgerherrscher und ihrer Gemahlinnen ergänzen 60 sogenannte „Ruinenteller” mit Ansichten von Burgen und Schlössern der Donaumonarchie die romantische Rückschau. Es kommt nicht von ungefähr, daß die neugotischen Formen des Aufsatzes auch an Reliquienschreine, Meßkelche und andere sakrale Geräte erinnern. Nach Auflösung des heiligen römischen Reiches im Jahre 1806 war Kaiser Franz bemüht, den Verlust der sakralen Würde des deutschen Kaisertums zu kompensieren und die Heiligkeit und Kontinuität der Habsburgischen Dynastie in dem neuen österreichischen Erbkaisertum zu legitimieren. Daher wurde selbst dem Tafelgeschirr mit den Porträts der Ahnen ein beinahe liturgischer Charakter mit Ewigkeitsanspruch verliehen.
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  • 14 - Das Tafelservice für Erzherzog Ferdinand Max
    Nach Wien kam dieses Service aus dem Schloß Miramare bei Triest, der ehemaligen Residenz des Erzherzogs Ferdinand Max, späteren Kaiser Maximilian von Mexiko. Der Erzherzog war der jüngere Bruder von Kaiser Franz Joseph. 1854 wurde er zum Oberkommandierenden der K.K. Marine. 1864 nahm er die mexikanische Kaiserwürde an, konnte sich aber in seinem neuen Reich nicht durchsetzen. Er wurde vom Republikaner Benito Juarez gefangen genommen, der ihn 1867 standrechtlich erschießen ließ, hören sie darüber mehr in den Kaiserappartements. Das Tafelservice ist ein Produkt der Porzellanfabrik Herend in Ungarn, die sich anfangs auf das Kopieren chinesischer Vorbilder spezialisiert hatte. Kaiser Maximilian hatte dieses Service für seine Residenz in Chapultepek 1865 bestellt. Moritz Fischer, der Inhaber der Manufaktur, durfte das Service 1867 bei der Pariser Weltausstellung als Produktreklame für Herend zeigen. Nach Ende der Ausstellung war Maximilian bereits tot, deswegen kam das Service nie nach Mexiko.
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  • 15 - Thun’sche Weiß-Gold-Service
    Das Weiß-Goldene Speiseservice wurde 1851 für Kaiser Ferdinand angekauft. Ferdinand, der vom Volk den Beinamen „der Gütige“ erhalten hatte, verzichtete im Zuge der bürgerlichen Revolution von 1848 zugunsten seines jungen Neffen Franz Joseph auf den Thron und übersiedelte in die Prager Burg, wo er bis zu seinem Tod 1875 zurückgezogen lebte. Zur Neuausstattung seines Prager Haushalts wurde in der Gräflich Thun’schen Porzellanfabrik zu Klösterle in Böhmen das Weiß-Goldene Speiseservice bestellt. Der Entwurf des Services war damals hochaktuell. Der allgemeine Geschmack hatte sich um die Mitte des Jahrhunderts geändert. Die betont strengen, klaren Linien des Biedermeiers wichen einer weicheren, fließenderen Formensprache. Der reiche Golddekor entsprach dem wachsenden Bedürfnis nach feudaler Prachtentfaltung, das sich auch am Wiener Kaiserhof bemerkbar machte.
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  • 16 - Neufranzösischer Tafelaufsatz
    Als eine der ersten Neuanschaffungen für den jungen, nach der Revolution 1848 eingesetzten Kaiser Franz Joseph wurde 1850/51 der sogenannte „Neufranzösische Tafelaufsatz“ in Paris bestellt. Die Tischdekoration aus vergoldeter Bronze übertrifft die anderen Tafelaufsätze bei weitem an Üppigkeit und Dekor. Die riesigen Girandolen haben einen reich verzierten Aufbau aus Ranken und Rocaillen und werden von spielenden Putten, springenden Jagdtieren und flatternden Vögeln belebt. Ein Tafelaufsatz dieser Größenordnung war notwendig geworden, weil der junge Kaiser Franz Joseph regelmäßig seine Berater und Minister zu den Hoftafeln zu laden pflegte. Unter dem Einfluß der Erzherzogin Sophie wurde bei Hof auf Barock- und Rokokoformen zurückgegriffen, was sich vor allem in der Meublierung der Appartements widerspiegelt. Auch vor den Tafelgeräten machte diese Refeudalisierung nicht halt.
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  • 17 - Speise und Dessert-Service mit grünen Bändern (Sèvres)
    Das Service mit den grünen Bändern war ein exquisites Geschenk des französischen Königs Ludwig XV. an Kaiserin Maria Theresia. Es diente als Zeichen einer beginnenden Annäherung zwischen Österreich und Frankreich nach den verlustreichen Erbfolgekriegen. Grüne ineinander geschlungene Bänder bilden den Hauptschmuck der Geschirrteile, die sich in ihren Formen an barocken Goldschmiedearbeiten orientieren. Dazwischen sind zierliche Rokoko-Szenen nach Gemälden von François Boucher gemalt. Sie stellen Allegorien der Liebe, der Poesie, der Musik, Malerei und Skulptur dar oder enthalten Anspielungen auf die Weltliteratur von Homer bis Molière. Das Service ist ein prachtvolles Beispiel für die überaus eleganten Erzeugnisse, die die 1738 gegründete königlich-französische Porzellanmanufaktur in Sèvres herstellte. Sie sind aus einer speziellen, leichter zerbrechlichen Frittenporzellanmasse geformt, auf der aber durch die niedrigere Brenntemperatur die Farben eine ganz besondere Leuchtkraft entfalten können. Das strahlende Grün dieses Service wurde kurz vorher entwickelt. Ein einziges Mal wurde es beim Geschenk für Maria Theresia im doppelten Bandmotiv angewendet.
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  • 18 - Goldene Ähren-Terrinen
    Im Jahre 1777 besuchte Kaiser Joseph II. seiner Schwester, die französische Königin Marie Antoinette. Bei seiner Rückkehr brachte er insgesamt 500 kostbare Porzellanobjekte aus Sèvres, darunter das apfelgrüne Speiseservice und vier prachtvolle Terrinen, von denen sich drei in der Silberkammer erhalten haben. Die runde Olio-Terrine - für eine kräftige Suppe bestimmt - und die beiden Suppenterrinen stehen mit vier geschwungenen Beinen auf Untersätzen. Der vergoldete plastische Schmuck aus Ährenbündeln und die in den Medaillons gemalten Früchte, landwirtschaftlichen Produkte, Blumen, Eier, Meeresfrüchte, aber auch Gartengeräte und Feldwerkzeuge, verweisen auf Fruchtbarkeit und ertragbringende Arbeit in der Natur.
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  • 19 - Serviettenbrechung (Schwan), Tischwäsche
    Das phantasievolle Falten von Servietten ist eine alte, aber leider im Aussterben begriffene Kunst. Die komplizierten Kreationen in Form von Fächern, Fischen, Muscheln, Schwänen, Enten oder Blüten wurden als Tafelschmuck vor allem in der frühen Barockzeit verwendet. Sie gelingen nur unter der Voraussetzung, dass die Serviette von feinstem Leinen ist und eine bestimmte Größe hat. Die dafür geeignete Kaiserserviette hat das Format von 1 x 1 m. Es gibt noch eine Fülle von Vorlagen aus dem 17. Jahrhundert für diese künstlerischen Kreationen.
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  • 20 - Goldservice
    Das Goldservice ist das prunkvollste Porzellanservice des kaiserlichen Hofes. Alle Einzelstücke des für 12 Personen bestimmten Tafelservice sind mit polierten Gold überzogen, zum Teil auch innen und auf der Unterseite vergoldet. Die feinen, mattgoldenen Ornamente orientierten sich an antiken Schmuckfriesen. Das Goldene Service ist eine Meisterarbeit der Wiener Porzellanmanufaktur und wurde 1814 angefertigt. Die Anschaffung war dringend notwendig, war doch das standesgemäße Goldgeschirr während des Krieges gegen Napoleon eingeschmolzen und vermünzt worden. Als sich beim Aufenthalt von Kaiser Franz 1814 in Paris abzeichnete, dass in Wien ein großer Kongress der europäischen Mächte stattfinden würde, bestellte man dieses Service bei der Wiener Manufaktur. Damit hatte man wenigstens optisch für die öffentlichen Tafel einen Ersatz für das vermünzte Goldservice.
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