Die USA haben einen neuen Präsidenten und damit wohl auch eine neue Doktrin in der Außenpolitik. Donald Trump gilt zum einen als prorussischer Politiker und zum anderen als einer, der sich international weit weniger engagieren wird als seine Vorgänger. Beides kommt Nationalisten auf dem Balkan entgegen, und tatsächlich ist die Wahl Trumps beispielsweise in Belgrad euphorisch gefeiert worden. Sollten sich US-Truppen aus dem Kosovo zurückziehen und Washington nicht mehr intensiv auf die Einhaltung des Dayton-Abkommens dringen, würde der Einfluss des "Bruderlandes" Russland auf dem Balkan gewaltig steigen - und die Serben kämen ihrem Traum von Großserbien ein großes Stück näher. Zuletzt hatte Serbien einen in Russland gekauften Zug mit der Aufschrift "Kosovo ist Serbien" in den Kosovo geschickt, wo er an der Grenze gestoppt wurde; Serbiens Präsident Nikolic hatte offen mit der Entsendung von Truppen in den Kosovo gedroht; die bosnischen Serben setzen derweil einen eigenen Feiertag durch, auch wenn er vom bosnischen Verfassungsgericht untersagt wurde; und ihr Chef träumt offen von der Sezession der serbischen Teilrepublik Srpska und ihrem Anschluss an Serbien. Wird Trump den Balkan den Russen überlassen und was bedeutet das für die fragile Region vor der Haustür der Europäischen Union? Moderator Jascha Habeck hat den Politikwissenschaftler Dr. Siebo Janssen gefragt, ob Trump den Balkan Russland überlassen wird...