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Heute dreht sich alles um das Thema: „Was ist eigentlich ein MPLS?"
Hinter der Abkürzung MPLS verbirgt sich der englische Begriff Multiprotocol Label Switching.
Hierbei handelt es sich um eine Technologie, die in den späten 90 er Jahren entwickelt und eingeführt wurde, um eine schnelle Übertragungsrate von Sprachkommunikation und Datenkommunikation in einem Netzwerk zu gewährleisten.
Die MPLS-Technologie beruht dabei auf einem Label-basierten Weiterleitungsmechanismus. Im Gegensatz zum klassischen Datentransfer erfolgt die Routenberechnung, sprich die Weiterleitungsentscheidung hier nur einmal. Und zwar beim Eingang in das Netzwerk. Dabei werden die IP-Datenpakete entsprechend ihrer Priorität mit sogenannten Labels versehen und über einen vordefinierten Pfad durch ein verbindungsloses IP-Netz vermittelt. Gleichzeitig wird den IP-Datenpaketen die erforderliche Bandbreite zugewiesen und der Vorrang vor weniger wichtigen Paketen eingeräumt.
Aber bevor wir uns in Funktionsweise des MPLS-Multiprotocol Label Switching vertiefen, möchte ich Ihnen zunächst einmal die wichtigsten Bausteine des Multiprotocol Label Switching vorstellen.
Der Ingress Label Edge Router, der Egress Label Edge Router, der Label Switch Router (LSR) sowie der Label Switched Path (LSP)
Jetzt zurück zur Funktionsweise des Multiprotocol Label Switching.
Also grundsätzlich setzt der Einsatz von MPLS in IP-Netzwerken eine logische und physische Infrastruktur voraus, die aus MPLS-fähigen Routern besteht. Dabei operiert das Label-Verfahren vorrangig innerhalb eines autonomen Systems (AS), sprich einer Ansammlung verschiedener IP-Netze, die als Einheit verwaltet werden und über mindestens ein gemeinsames Interior Gateway Protocol (IGP) verbunden sind.
Bevor die einzelnen Pfade aufgebaut werden können, muss das verwendete IGP dafür sorgen, dass sich alle MPLS-Router untereinander erreichen können.
Sobald nun ein IP-Datenpaket in diesem MPLS-Netzwerk verschickt wird, erhält es vom Ingress-Router einen zusätzlichen MPLS-Header vor dem IP-Header des Pakets angehängt. Auf dem Übertragungsweg tauschen die einzelnen involvierten Label Switch Router das Label durch eine angepasste Variante mit eigenen Verbindungsinformationen wie Latenz, Bandbreite und Ziel-Hop, aus. Am Ende des Pfades wird das Label vom Egress Label Edge Router wieder aus dem IP-Header entfernt.
Sie können sich das ganze MPLS-Netz auch als eine Postfiliale vorstellen. Mal angenommen es ist Weihnachten und Sie möchte Pakete in der ganzen Welt verschicken. Sobald Sie die Pakete dem Postbeamten überreicht haben, versieht er sie mit unterschiedlich leuchtenden Länderkennzeichen. Der nächste Postbearbeiter, der für die Postsortierung zuständig ist, ordnet das Paket anhand dieses Kennzeichens der entsprechenden Poststelle des Empfängerland zu, ohne das er überhaupt die Adresse des Pakets genauer in Augenschein genommen hat. Genauso funktioniert es in einem MPLS-Netz:
Dank dem Label-basierten Weiterleitungsmechanismus werden Routing-Systeme entlastet und verfügbare Bandbreiten der Weitverkehrsnetze besser ausgelastet. Außerdem lässt sich durch das Multiprotocol Label Switching die Dienstgüte (Quality of Service (kurz QoS) ) in IP-Netzen bereitstellen und der Transport von Echtzeitdaten über paketbasierte Netze vereinfachen.
Sie sehen das MPLS-Verfahren bietet zahlreiche Vorteile.
Auch wenn die Vorzüge von MPLS insbesondere für Unternehmen und Einrichtungen mit verteilten Standorten interessant sind, bietet MPLS keine Immunität gegen Cyberangriffe. Das Attribut „privat" steht in solchen Netzen nämlich nicht für Geheimhaltung und Verschlüsselung, sondern lediglich dafür, dass die verwendeten IP-Adressen nur intern erreichbar sind. Ohne zusätzliche Verschlüsselung werden sämtliche Informationen im Klartext übertragen. Daher gilt es neben der Verschlüsselung, sollten weitere Schutzmechanismen eingesetzt werden um die MPLS-fähigen Route gegen externe Zugriffe abzusichern
Alles in allem kann man sagen, dass das Multiprotocol Label Switching
Kontakt: Ingo Lücker, [email protected]
I: Herzlich willkommen zum IT-Manager-Podcast. Heute geht es um das Thema „Ist jetzt eigentlich alles AI? Zwischen Hype, starker und schwacher AI", und ich habe dazu als Gast Herrn Ulrich Kerzel von der IUBH Fernstudium im Interview. Herr Kerzel verantwortet die Professur für Data Science And Artificial Intelligence. Hallo Herr Kerzel, schön, dass Sie da sind.
B: Guten Morgen, hallo, ich freue mich sehr, dabei zu sein.
I: Lassen Sie die Hörer doch noch ein bisschen mehr über Ihre Person wissen.
B: Ja, ursprünglich bin ich von Hause aus Physiker und komme eigentlich aus der Teilchenphysik und war auch sehr lange an internationalen Großforschungseinrichtungen wie zum Beispiel dem Fermilab in der Nähe von Chicago und dem CERN bei Genf in der Schweiz. Ich sage mal, in meiner Diplomarbeit beschäftigte ich mich damit, aus Daten Erkenntnisse zu gewinne und dies mit künstlicher Intelligenz zu tun. Das mache ich jetzt seit knapp zwanzig Jahren, und damals gab es noch keine so großen Pakete wie man sie heute kennt, wie TensorFlow von Google oder PyTorch von Facebook. Damals mussten wir das alles selber programmieren, und auch Grafikkarten gab es im Wesentlichen eigentlich so nicht, sodass wir auf ganz anderen Voraussetzungen aufsetzten. Und dann nach vielen Jahren der Wissenschaft bin ich in die Wirtschaft gewechselt zu Blue Yonder, die heute ein Teil von JDA ist. Und Schwerpunkt meiner Arbeit war zum einen die Leitung des Teams zur Weiterentwicklung von Machine-Learning-Algorithmen, und so hat man die Betreuung von Kundenprojekten, zum Beispiel der Automatisierung von Warenwirtschaft im Handel mit künstlicher Intelligenz. Und jetzt seit Herbst 2018 bin ich als Professor für Data Science und künstliche Intelligenz bei der IUBH.
I: Ja, super, das Wort „künstliche Intelligenz" hätte es mir auch deutlicher vereinfacht, das natürlich auszusprechen anstatt den englischen Begriff „AI" dazu. Und in dieser Folge haben wir uns ja genau diesem Thema AI, der künstlichen Intelligenz, angenommen, da man gefühlt mittlerweile ja überall damit auch konfrontiert wird. Und daher auch die Frage ja zu unserer heutigen Folge: Ist jetzt eigentlich alles AI? Zwischen Hype, starker und schwacher AI. Ich bin gespannt auf Ihren Input dazu.
B: Ja, vielen Dank. Also ich glaube, man sollte ein bisschen mal jenseits des Hypes schauen. Überall hört man ja von AI hier und künstlicher Intelligenz da, und auf der anderen Seite sieht man auch sehr spektakuläre Erfolge, die auch die Performanz von Menschen mindestens gleichziehen oder auch übertreffen. Da haben wir dann zum Beispiel vor einiger Zeit ein AlphaGo, bei dem eine Maschine auch den besten Go-Spieler geschlagen hat, und das war damals auch relativ überraschend, da Go sehr viel komplexer als Schach ist, wo man eigentlich damals nicht damit gerechnet hat, dass jetzt schon irgendwie menschliche Mitspieler von einer Maschine geschlagen werden können. Man hat schon gedacht, dass das irgendwann passiert, aber vielleicht nicht unbedingt jetzt schon. Und man hat auch festgestellt, dass in diesem Spiel die Maschine Spielzüge entwickelt hat, die traditionell Menschen so nicht gespielt haben. Und das Spiel gibt es ja schon seit mehreren Tausend Jahren. Und es gibt auch viele weitere große Erfolge von AI, zum Beispiel bei der Erkennung von Hautkrebs, wo die Leistung von dem System die Leistung von menschlichen Spitzendermatologen übertreffen. Auf der anderen Seite hört man jetzt aber auch so auf den Artificial Intelligence, AI, künstliche Intelligenz, dass sich ja schon irgendwo auch der Eindruck aufdrängt, dass das jetzt alles nur ein Hype ist. Es gibt sogar eine aktuelle Studie von den MMC Ventures, die haben sich ungefähr dreitausend AI-Start-ups in 13 europäischen Ländern mal genauer angeschaut, und die sind zu dem Schluss gekommen, dass vierzig Prozent gar keine AI da drinnen haben. Und dann ist natürlich die Frage: Was heißt das jetzt eigentlich alles? Und dann wird es schon ein bisschen schwammiger, weil wir eigentlich nicht so genau definiert haben, was AI eigentlich ist.
I: Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Wie kann man denn dieses besser definieren?
B: Ja, wenn wir uns den Begriff der künstlichen Intelligenz einmal nähern wollen, ist das gar nicht so einfach zu sehen, was damit gemeint ist. Das hängt auch damit zusammen, dass wir uns selber schwer tun, den Begriff „Intelligenz" zu definieren. Wir haben zwar eigentlich ein ganz gutes intuitives Verständnis davon, was intelligentes Verhalten ist oder was Intelligenz ist, aber bei der formellen Definition wird das dann schon schwieriger. Ich meine, wir können mal in den Duden schauen, und da steht drin, „Intelligenz ist die Fähigkeit des Menschen, abstrakt und vernünftig zu denken und daraus zweckvolles Handeln abzuleiten". Das klingt jetzt alles ganz gut, aber so richtig konkret, was das heißen soll, daraus wird man nicht so ganz schlau. Aber man kann eines festhalten aus dieser Definition „zweckvolles Handeln abzuleiten", das ist schon einmal ein sehr großes Merkmal. Und das heißt aber auch, dass dieses sinnvolle oder zweckvolle Handeln auf eine konkrete Situation bezogen ist. Wenn man sich jetzt den Bereich der künstlichen Intelligenz anschaut, dann unterscheidet man zwischen starker und schwacher oder anders allgemeiner oder spezifischer Intelligenz, das sind jeweils zwei synonyme Begriffe. Unter der starken oder allgemeinen künstlichen Intelligenz versteht man Systeme, die ganz allgemein selbst denken, also hier wäre das Ziel, ein System zu entwickeln, das quasi wie ein künstliches Wesen in der Umwelt zurechtkäme und leben könnte im Sinne, dass es mit uns interagieren könnte. Es könnte zum Beispiel sich mit uns unterhalten oder sich verhalten wie mein Mensch das tun würde. Man sollte jetzt aber nicht in die Falle tappen zu sagen, „Das müsste dann sich verhalten wie Mensch", denn warum sollte sich eine künstliche Intelligenz a priori so verhalten wie wir Menschen? Auf der anderen Seite steht dann die schwache oder spezifische Intelligenz. Das sind Systeme, die in einem ganz konkreten Bereich ähnlich gut wie ein Mensch Entscheidungen treffen oder auch besser als ein Mensch Entscheidungen treffen. Und das ist zum Beispiel das, was wir bei dem Spiel Go oder bei Erkennung von Hautkrebs oder anderen Systemen gesehen haben. Und hier schließt sich dann auch wieder der Kreis zur Definition der Intelligenz, und da sind wir wieder bei der Ableitung von zweckvollem Handeln. Und dann ist auch hier eigentlich genau die Grenze zum Hype. In der Definition steht ja nichts von spezifischen Algorithmen oder Machine Learning, und vom Gefühl her denken wir heutzutage immer bei künstlicher Intelligenz daraus an große Machine Cluster, wie sie vielleicht bei Google oder bei Amazon stehen mit ganz großen Machine-Learning-Systemen, und wir denken zum Beispiel nicht an mathematische Optimierung wie Operations Research, das es ja auch schon seit langer Zeit sehr erfolgreich gibt. Auf der anderen Seite lässt sich natürlich auch aus einer ganz einfachen linearen Regression ein natürliches oder zweckmäßiges Handeln ableiten. Aber das ist nicht unbedingt das, was wir jetzt unter dem Begriff „Künstliche Intelligenz" zusammenfassen würden. Und diese Schwammigkeit der Definition des Begriffs „Intelligenz", die erlaubt es dann halt ganz Vielen, da diesen Deckmantel zu packen. Und dann muss man in der Tat schon sehr genau schauen, was denn damit gemeint ist. Da hilft es, den Begriff im Hype etwas aufzublähen, weil gar nicht so genau festgelegt ist, was jetzt Intelligenz ist. Aber eines ist sicher: Die Systeme entwickeln sich rasant weiter und auch jenseits eines Hypes werden fast täglich neue Erfolge errungen, die sich erst durch die große Kombination aus riesigen Datenmengen und Machine Learning möglich wären. Hier stehen wir eigentlich erst am Anfang der ganzen Entwicklung.
I: Das kann ich durchaus nachvollziehen, und in vielen Bereichen sollte man tatsächlich jetzt mehr hinterfragen, wenn jemand sagt, sie beschäftigen sich mit künstlicher Intelligenz oder haben Komponenten von künstlicher Intelligenz in ihre Systeme eingebaut, dass man tatsächlich mal hinterfragt, was bedeutet es denn konkret, und damit natürlich dann auch ein bisschen besseren Hintergrund darüber bekommt. Gibt es denn spezielle Tipps, ja, für unsere Zuhörer, was diese Dinge angeht, was sie dann in Zukunft besser machen sollten?
B: (lachend) Ich glaube, wenn man jetzt bewertet, was andere Firmen oder Forscher tun mit künstlicher Intelligenz, lohnt es sich, eine gesunde Skepsis mitzubringen und einfach mal zu hinterfragen, was denn eigentlich genau gemacht wird. Wenn die nur schreiben, „Hier wird künstliche Intelligenz verwendet", kann man durchaus mal nachfragen, „Und was heißt das jetzt? Und wo wird sie verwendet, und was soll diese AI jetzt tun? Oder was macht sie anders als man das beispielsweise mit einer mathematischen Optimierung machen würde?" Abgesehen davon gibt es natürlich auch sehr grundlegende Forschungsarbeiten zur allgemeinen künstlichen Intelligenz. Ob und wann das passieren wird, das kann man jetzt, glaube ich, gar nicht absehen. Das heißt was wir in der Praxis sehen, ist die schwache oder spezifische künstliche Intelligenz, und da kann man auch genau fragen, wo denn diese Intelligenz stecken soll.
I: Ja. Und haben Sie eine konkrete Empfehlung, wenn sich unsere Zuhörer ja deutlich detaillierter mit diesem Thema AI, also auch künstliche Intelligenz, im Prinzip beschäftigen wollen und da tiefer einsteigen wollen, weil sie das für ihre zukünftige Arbeit auch verwenden wollen? Was können die da am sinnvollsten machen?
B: Also, wer da richtig tief einsteigen möchte, dem würde ich empfehlen, unsere Kurse im Fernstudium ab nächstem Frühjahr, ab nächstem Februar zu besuchen, da bieten wir auf Bachelor- und auf Master-Niveau jeweils Studiengänge in Data Science und Artificial Intelligence an. Das sind eigentlich ideale Weiterbildungsmaßnahmen, die jeder ergreifen kann, um sich tief in die Systeme einzuarbeiten, auch in dieses Feld einzusteigen.
I: Und die gibt es dann im Bachelor- und Master-Niveau? Oder in welchen Bereichen gibt es die?
B: Genau. Die fangen im Bachelor Data Science an, das ist die Grundlage für die späteren Master-Studiengänge. Im Bachelor bieten wir Data Science an als Grundlage für die beiden weiteren, und im Master kommen dann spezialisiert Master Data Science und Master Artificial Intelligence, je nachdem, in welche Richtung man jetzt gehen möchte.
I: Super. Falls das für Sie als Zuhörer interessant sein sollte: Wir werden natürlich die Links zu diesen Studiengängen in die Shownotes mit einbringen, dann haben Sie es ein bisschen einfacher, da direkt drauf zuzugreifen. Was mich und auch sicherlich die Zuhörer noch interessieren würde: Haben Sie gute Buchempfehlungen zum Thema AI?
B: Ja, da ändert sich natürlich gerade alles rasant, also fast jedes Buch, was man so sagen möchte, was jetzt rauskommt, hat ja mindestens zwei Jahre Vorlaufzeit und ist schon quasi gar nicht mehr dem aktuellen Markt hinterher. Ich glaube aber, was man empfehlen könnte, ist der Klassiker, sage ich mal, von Stuart Russell und Peter Norvig, der heißt Artificial Intelligence, A Modern Approach. Das ist ein Lehrbuch, das in sehr vielen Universitätsstudiengängen eingesetzt wird, und gibt einen großen Überblick über die Hintergründe von Artificial Intelligenz und künstlicher Intelligenz. Und ein anderes Buch, was eher nicht technisch ist, das finde ich auch sehr lesenswert, das ist von Sarah Wachter-Boettcher, das heißt Technically Wrong: Sexist Apps, Biased Algorithms, and Other Threads of Toxic Tech. Das beschäftigt sich eigentlich sehr allgemeinpopulärwissenschaftlich mit der Frage, welchen Einfluss AI eigentlich auf unser Leben hat, und insbesondere dadurch, wie Algorithmen einen Bias entwickeln können, da es ja aus den Daten lernt, die wir einem solchen Algorithmus, einer solchen künstlichen Intelligenz geben und welchen Einfluss das auf unser Leben hat. Das ist eigentlich ganz spannend zu lesen, wie man abseits von rein technischen Fragestellungen dann sieht, welche Konsequenzen sich eigentlich daraus ergeben auf unser Leben.
I: Da bin ich ja schon gespannt, welches der Bücher ich dann in meine Buchliste mit aufnehmen werde, vermutlich eher die nicht so technische Variante (lachend) für mich, aber ich glaube, es gibt genug Hörer, die tatsächlich dort auch so einen Deep Dive tatsächlich machen möchten, und je nachdem, ob Studiengang oder nicht, tatsächlich mal tiefer in das ganze Thema AI auch eintauchen wollen. Auch diese Buchempfehlung werden wir mit in die Shownotes mit reinnehmen. Und ich hatte mit Herrn Kerzel im Vorfeld gesprochen, auch die Kontaktdaten von ihm, seine E-Mail-Adresse, nehmen wir mit auf, sodass Sie natürlich jederzeit in der Lage sind, auch wenn Rückfragen hier gerade zu diesem Thema und den Studiengängen ist, gerne an ihn diese Rückfragen zu richten. Ja, vielen Dank an Sie, Herr Kerzel, für dieses tolle Interview.
B: Ja, herzlichen Dank, es hat mich sehr gefreut, bei Ihnen zu sein.
I: Und an Sie, liebe Zuhörer, ja, vielen Dank fürs Zuhören natürlich, und schalten Sie gerne wieder ein, wir freuen uns wieder auf Sie am nächsten Freitag, wenn unsere Episode wieder online geht. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal, Ihr Ingo Lücker, tschüss!
Kontakt: Ulrich Kerzel, [email protected]
Kontakt: Ingo Lücker, [email protected]
Die Abkürzung BIOS steht für "basic input/output system", zu Deutsch "Basis Ein-/Ausgabe-System". Hierbei handelt es sich um die Firmware -also die grundlegendste Software sprich dem Ur-Ladeprogramm- die jeder Computer besitzt, um überhaupt zu starten.
Jedes Gerät, sei es ein Drucker oder eine Spiegelreflexkamera, hat eine solche Firmware. Im Gegensatz zu Computern, wo die Firmware eher unsichtbar im Hintergrund arbeitet, bedient man beispielsweise eine Kamera direkt über die Firmware.
Die Geschichte des BIOS beginnt mit dem ersten IBM-PC. Als IBM und Microsoft die Hardware und Software, also das Betriebssystem, unabhängig voneinander entwickelten, kam die Frage auf, wie das Betriebssystem auf die Hardware zugreifen kann. Als Antwort wurde eine Schnittstelle zwischen der Hardware und dem Betriebssystem geschaffen: das BIOS.
Das "Mini-Betriebssystem" läuft dabei natürlich nicht auf der Festplatte oder dem Arbeitsspeicher, sondern im ROM-Speicher der Hauptplatine, sprich dem Motherboard. Dabei kann der Speicherchip auf der Hauptplatine entweder gesockelt (sprich er kann ausgetauscht werden) oder fest verlötet sein, wie es bei vielen Notebooks der Fall.
Allerdings hat das BIOS heute nicht mehr die gleiche Bedeutung, wie zu Anfangszeiten. Moderne Betriebssysteme nutzen nur noch wenige BIOS-Funktionen. Häufig wird die Hardware eines Computers mit eigenen Treibern angesprochen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man auf das BIOS verzichten kann.
Damit komme ich zum nächsten Punkt. Was passiert, wenn ich den Startknopf meines Computers betätige? Wie funktioniert das BIOS eigentlich?
Also, sobald Sie den Startknopf Ihres Computers oder Laptops betätigen, wird im selben Moment die Firmware, also das BIOS, geladen. Es beginnt direkt mit einem Selbsttest, dem Power On Self Test, kurz POST. Dabei werden die grundlegenden Funktionen und Komponenten des Computers überprüft, die zum Starten des eigentlichen Betriebssystems benötigt werden wie zum Beispiel der Prozessor, die Speicher, der Interrupt-Controller, die DMA, usw. Anschließend erfolgt die Prüfung aller Hardware-Erweiterungen auf den Erweiterungskarten, wie zum Beispiel die Grafikkarte.
Wenn all diese Komponenten problemlos arbeiten, werden die entsprechenden Laufwerke vom BIOS aktiviert, damit das eigentliche Betriebssystem eines Computers hochfahren kann. Allerdings können dabei auch Fehler auftreten. In diesem Fall werden alle Fehler auf dem Bildschirm angezeigt oder aber, wenn die Bildschirmausgabe nicht möglich ist, durch eine unterschiedliche Anzahl von Pieptönen signalisiert.
Neben dem schnellen Überprüfen der Laufwerke dient das BIOS auch dazu, einzelne PC-Komponenten wie die CPU anzusteuern und diese zu verändern. Beispielsweise kann man so, bei neueren Prozessoren im BIOS einstellen, ob die Übertaktung der CPU -das sogenannte Overclocking- zur Optimierung der Systemleistung, eingeschaltet werden soll oder nicht.
Ein weiterer wichtiger Bereich des BIOS ist der Boot-Sektor. Hier kann man als Benutzer manuell festlegen, in welcher Reihenfolge Festplatten und Laufwerke beim Hochfahren des PCs gestartet werden sollen. Normalerweise sind die einzelnen Laufwerke und Festplatten so geschaltet, dass zuerst die Festplatte startet, auf der sich das Betriebssystem befindet und andere Komponenten wie zum Beispiel ein DVD-Laufwerk erst an zweiter Stelle angesteuert werden.
Es gibt aber Situationen, in denen es notwendig ist, die Boot-Reihenfolge zu ändern. Mal angenommen Sie möchten ein neues Betriebssystem von einer DVD auf einen Computer aufspielen. Dann müssen Sie auf jeden Fall die Boot-Reihenfolge ändern, damit beim Starten zuerst das DVD-Laufwerk geladen wird und nicht die Start-Festplatte.
Ebenso kann das Verändern der Boot-Reihenfolge sinnvoll sein, wenn sich eine Festplatte nicht starten lässt oder man zwei verschiedene Betriebssysteme auf zwei Festplatten hat.
Darüber hinaus kann das BIOS als Kontrollinstrument fungieren, welches darauf achtet, wie hoch die Temperatur der CPU ist oder wie viel Strom verbraucht wird und dergleichen.
Kontakt: Ingo Lücker, [email protected]
Hinter der Abkürzung WebAuthn verbirgt sich der Begriff Web Authentication. Hierbei handelt es sich um einen veröffentlichten Webstandard für eine Programmierschnittstelle -auch bekannt unter dem Begriff Application-Programming-Interface, kurz API - die zur Authentifizierung von Usern im Web dient und anstelle von Passwörtern auf dem Public-Key-Verfahren und der Nutzung von Faktoren wie biometrischen Merkmalen, Hardware-Token oder Smartphones basiert. Darüber hinaus soll die WebAuthn-API die Kommunikation zwischen einer Webseite und einem Sicherheitsgerät einem sogenannten Token erleichtern und die Anmeldeverfahren im Internet sicherer und komfortabler machen.
Die WebAuthn ist eine Kernkomponente des FIDO2-Projektes. Im März 2019 wurde sie vom World-Wide-Web-Consortium (W3C), dem Standardisierungsgremium für das Internet, und der Fast IDentity Online-Allianz, kurz FIDO-Allianz, zu einem offiziellen Webstandard erklärt.
Die WebAuthn-API kann sowohl im Browser als auch auf Webplattform-Infrastrukturen integriert werden. Durch den Einsatz der WebAuthn-API können Webseitenbetreiber ihren Benutzern alternativ zum klassischen Passwort-Login, die Registrierung und Authentifizierung mittels „Authenticator" anbieten. Bei einem "Authenticator" kann es sich dabei
oder
Bei WebAuthn haben User zudem die Möglichkeit, verschiedene Authenticatoren gleichzeitig für ihr Online-Konto zu registrieren. Dadurch wird für sie die Kontoverwaltung und -wiederherstellung wesentlich komfortabler. Beispielsweise kann sich ein User mit einem Fingerabdruckscanner bei mobilen Anwendungen auf seinem Mobilgerät anmelden und parallel dazu einen Hardware-Security-Token registrieren. Falls das ursprüngliche Gerät aktualisiert, verloren, gestohlen oder kompromittiert wurde, lässt sich so der Zugriff auf das Online-Konto schnell wiederherstellen
Aber lassen Sie mich die Funktionsweise der Web Authentication noch etwas näher erklären.
Zunächst einmal müssen Sie wissen, dass bei einer WebAuthn-Kommunikation grundsätzlich drei "Parteien" beteiligt sind: Der Authenticator, der Server und der JavaScript-Client -auch bekannt als Web App.
Mal angenommen, ein User möchte sich auf einer Webseite die eine WebAuthn-API benutzt registrieren:
Zu aller Erst bietet ihm die API mehrere Authentifizierungsmethoden an. Der User kann zwischen externen Hardware-Security-Token oder biometrische Authentifizierungsmethoden, wie dem Iris-Scan, der Gesichtserkennung oder dem Fingerabdruck wählen.
Sobald er die gewünschte Authentifizierungsmethode ausgesucht hat, muss er seinen "Authenticator" einmalig registrieren.
Bei diesem Prozess erzeugt der Server zunächst eine Challenge (Herausforderung) und sendet sie samt Login-Daten zum JavaScript-Client im Browser des Nutzers. Diese weist das Endgerät an, den neuen Authenticator zu registrieren. Anschließend generiert der "Authenticator" ein individuelles Schlüsselpaar. Der Privat Key wird auf dem Endgerät gespeichert und der Public Key wird gemeinsam mit der Credential-ID und der Signatur der Challenge an den Server übermittelt. Der Server verifiziert die Informationen und hinterlegt sie in einer Datenbank.
Beim erneuten Login übermittelt der Server erneut eine Challenge. Diese wird vom Browser zusammen mit der Domain an den Authenticator weitergereicht. Nach der Bestätigung durch den Benutzer, beispielsweise durch einen Fingerabdruck-Scan wird die digitale Signatur zurück an den Server gesendet und der erfolgreiche Login erfolgt.
Sie sehen, mit WebAuthn profitieren sowohl die Webentwickler als auch die User.
Denn:
Bevor wir zum Ende unseres Podcasts kommen, lassen Sie mich noch einmal kurz die wichtigsten Merkmale der Web Authentication zusammenfassen:
Fazit:
Die Web Authentication ist ein Meilenstein in der Geschichte der Internetsicherheit. Sie ist der erste globale Standard für eine sichere Web-Authentifizierung und ebnet somit den Weg in eine Welt der benutzerfreundlichen, hochsicheren und passwortfreien Authentifizierung.
Kontakt: Ingo Lücker, [email protected]
Seit einigen Wochen sorgt Facebook´s geheimnisvolle Libra für helle Aufregung. Doch was verbirgt sich hinter Libra?
Libra ist eine geplante Digitalwährung von Facebook, die in der ersten Jahreshälfte 2020 auf den Markt kommen soll. Sie wurde als sogenannter „Stablecoin" konzipiert. Das bedeutet, dass die Währung an einen Währungskorb traditioneller Währungen wie US-Dollar oder Euro, sowie stabiler Vermögenswerte, darunter kurzfristig fällige Staatsanleihen gebunden ist. Dadurch lässt sich eine allzu große Volatilität, sprich Wertschwankungen, vermeiden.
Eines der Hauptziele von Libra ist es, denjenigen, die kein Bankkonto haben, den Zugang zu mehr finanziellen Instrumenten und Ressourcen zu ermöglichen. Außerdem soll die neue Währung Zahlungswege vereinfachen, schneller machen sowie Sicherheit und Stabilität schaffen.
Das Libra-Ökosystem wird durch die Organisation Libra Association, mit Hauptsitz in Genf, betrieben und kontrolliert. Zu den 28 Gründungsmitgliedern gehören unter anderen Facebook Inc., Spotify, Paypal, Vodafone, eBay, Visa, Mastercard, Stripe, Lyft, Uber, Coinbase und Kiva.
Zusätzlich hat Facebook die Tochterfirma Calibra gegründet, die ein gleichnamiges Wallet – also eine digitale Geldbörse – für die Währung entwickeln und diese in WhatsApp und Facebook Messenger integrieren soll.
Wie funktioniert Facebook's Libra?
Libra ist eine Kryptowährung, die auf der Blockchain-Technologie basiert.
Mal angenommen wir geben ein Libra aus. Dann wird auf der Libra-Blockchain eine Transaktion ausgeführt. Die Blockchain ist wie eine Art Buchführung, auf der gespeichert wird, wie viele Libras ausgegeben wurden und an wen bzw. an welche Adresse. Allerdings findet diese Buchführung nicht in einem Computer statt, sondern auf vielen gleichzeitig.
Allerdings ist die Libra-Blockchain, im Gegensatz zu anderen Kryptowährungen wie beispielsweise Bitcoin, nur Mitgliedern der Libra Association und eventuell der Aufsichtsbehörden zugänglich.
Anders formuliert, bei Libra kann nicht jeder am Netzwerk teilhaben, sondern nur diejenigen die zugelassen wurden. Wer Mitglied werden will, muss 10 Mio. USD haben, eine bestimmte Größe von Rechenkapazitäten auf Servern mitbringen und noch andere Auflagen erfüllen, insbesondere die Reichweite bzw. die Relevanz für Zahlungen haben. Zunächst sollen jedoch nur bis zu 100 Mitglieder aufgenommen werden.
Kommen wir nun zur nächsten wichtigen Frage: Wie kann man Libra nutzen?Um Libra nutzen zu können, benötigen Sie zunächst eine digitale Geldbörse, die sogenannte Calibra Wallet. Sobald Ihnen die Wallet zur Verfügung steht, können sie mit klassischen Währungen wie Dollar, Euro oder Yen bei autorisierten Tauschbörsen Libras kaufen und anschließend mit ihnen bezahlen. Laut Facebook können Verbraucher den Libra für Zahlungen innerhalb des Netzwerks und in Online-Shops nutzen. Zu den ersten Akzeptanzstellen dürften die Mitglieder der Libra Association gehören wie zum Beispiel. eBay, Spotify und Uber.
Last but not Least: Welche Vorteile haben Verbraucher überhaupt, wenn sie Libra einsetzen und welche Risiken müssen sie beim Einsatz beachten?Nun, in erster Linie richtet sich Libra vor allem an Menschen, die über Ländergrenzen hinweg Geld überweisen wollen. Libra bietet kostengünstige Peer-to-Peer-Geldtransfers in beliebiger Höhe und über jede Entfernung. Ein anderes Anwendungsszenario ist beispielsweise die schnelle Überweisung von Geld unter Freunden, etwa beim Aufteilen einer Rechnung. Außerdem bringt es ein Netzwerk und damit Stabilität mit. Möglicherweise lässt sich Libra sogar für die Buchführung verwenden. Darüber hinaus bietet Libra ein stabiles Instrument zur Wertaufbewahrung mit geringen Risiken aus Wechselkursschwankungen des Reservekorbs (wenn auch ohne Zinsen).
Trotz dieser Vorteile gehen Inhaber von Libras eine Reihe von Risiken ein:
Fazit:
Libra ist eine spannende Innovation am globalen Finanzmarkt und mittelfristig sicherlich auch eine weitere Zahlungsmöglichkeit – nicht mehr und nicht weniger. Jedoch wird Libra in erster Linie nicht für die gut versorgten Menschen hierzulande entwickelt, sondern für viele Millionen Menschen in den Entwicklungsländern, die zwar ein Smartphone sowie Internetzugang, aber kein Bankkonto besitzen. Für diese Menschen kann Libra ein echter "Game-Changer" sein. Allerdings hängt der Erfolg von Libra davon ab, ob es der Libra Association gelingen wird, erfolgreich mit den Regulatoren, den Zentralbanken und dem bestehenden Finanzsystem zusammenzuarbeiten.
Kontakt: Ingo Lücker, [email protected]
Die Abkürzung FIDO steht für Fast IDentity Online und ermöglicht, vereinfacht formuliert, eine starke und sichere Authentifizierung im Internet- und das ganz ohne Passwörter.
Wie sie bereits wissen, gilt die Kombination von Benutzername und Passwort längst nicht mehr als der heilige Gral, wenn es um die sichere Authentifizierung im Internet geht.
So wurde 2013 die FIDO-Allianz gegründet. Die gemeinnützige Organisation hat das Ziel gemeinsam mit vielen verschiedenen Unternehmen, offene und lizenzfreie Standards für die weltweite Authentifizierung im Internet zu entwickeln und so die Online-Sicherheit signifikant zu erhöhen.
Um dieses Ziel zu erreichen, hat die FIDO-Allianz bis 2014 zwei lizenzfreie Standards entwickelt, die unter den Namen U2F und UAF bekannt sind.
Mit dem FIDO2 Projekt wurden die beiden FIDO-Standards U2F und UAF weiterentwickelt.
FIDO2 besteht aus einer Web-Authentifizierungsspezifikation, bekannt als WebAuthn, welches für die Browser-Server-Kommunikation zuständig ist und das entsprechende Client-to-Authenticator-Protokoll, kurz CTAP-Protokoll, welches die Browser-Authenticator-Kommunikation definiert.
Der neue FIDO2-Standard ersetzt das herkömmliche Passwort und führt folgende Sicherheitslevel für die Authentifizierung ein:
Die Ergänzung zu den bisherigen Standards besteht darin, dass mit FIDO2 nicht nur der Besitz des Authenticators, sondern durch die Verwendung eines PIN für den Token auch Wissen nachweisbar ist und damit gänzlich auf Passwörter verzichtet werden kann.
Wie funktioniert der Authentifizierungsprozess nun genau?
Den Authentifizierungsprozess übernimmt ein Challenge-Response-Verfahren, wobei der Browser bei Authentifizierung an Webseiten die Rolle eines Relays übernimmt. Im Detail verhält sich das wie folgt:
Der Vorteil von der FIDO- Authentifizierung ist, dass sie auf die fortschrittlichere Challenge-Response Technik setzen, bei der das geteilte Geheimnis (der Private-Key) den Authenticator nicht verlässt und damit nicht übertragen werden muss. Dies hat vor allem beim Kompromittieren eines Endgeräts beträchtliche Vorteile, da Malware wie Keylogger keine Chance bekommen, Informationen abzugreifen, die eine Authentifizierung bei einem Dienst ermöglichen.
Auf der anderen Seite muss man für den Fall eines Authenticator-Verlusts wichtige Vorkehrungen treffen: Entweder man richtet mehrere Authenticatoren ein, um sich im Falle eines Verlustes nicht auszusperren oder man muss auf Restore Codes zurückgreifen.
Ein letztes Wort zum Schluss: In einer Zeit, in der sich die Online-Sicherheitslage drastisch verschlechtert, wird die Erfindung und Einführung von offenen Authentifizierungsstandards immer wichtiger. Geräte, die mit FIDO und FIDO2 kompatibel sind, bieten das Höchstmaß an Schutz vor Phishing- und Man-in-the-Middle-Angriffen. Mittlerweile haben mehrere große Webbrowser, darunter Chrome, Firefox und Microsoft Edge, die Standards bereits implementiert. Android und Windows 10 verfügen außerdem über integrierte Unterstützung für die FIDO-Authentifizierung.
Kontakt: Ingo Lücker, [email protected]
Bei GandCrab handelt es sich um einen Verschlüsselungstrojaner- und er ist mittlerweile die am weitesten verbreitete Ransomware der Welt.
Die GandCrab-Ransomware-Familie trat im Januar 2018 zum ersten Mal in Erscheinung. Die gefährliche Ransomware arbeitet nach einem „Affiliate-Modell": Das bedeutet, dass die GrandCrab- Entwickler die Ransomware interessierten Kunden als „Ransomware-as-a-Service" zur Verfügung stellen und dafür einen Teil des Gewinns erhalten.
Die beliebte Ransomware-Familie wird mittlerweile über unterschiedliche Wege verbreitet. Zu den häufigsten Angriffsvektoren gehören Spam-E-Mails, Exploit-Kits und zugehörige Malware-Kampagnen.
Doch in den meisten Fällen versteckt sich GrandCrab in gefälschten Bewerbungsanschreiben, denen eine verschlüsselte Archivdatei (etwa .rar oder .zip) und eine als angebliche .pdf-Datei getarnte .exe-Datei beigefügt ist. Den Empfängern wird dann das zum Öffnen der Archivdatei nötige Passwort im Text der E-Mail oder einer ebenfalls beigefügten .txt-Datei mitgeteilt
Ähnlich wie beim Vorgänger GoldenEye, der im Jahr 2016 nach ganz ähnlichem Prinzip agierte, geben sich die Angreifer als Jobsuchende aus. Doch während die Bewerbungsanschreiben bei GoldenEye noch massenhaft Rechtschreib- und Grammatikfehler aufwiesen, sieht dies bei GandCrab ganz anders aus: Die E-Mails sind tadellos und lassen keine Annahme zum Betrug zu.
Wie auch schon bei GoldenEye, werden bei GrandCrab-Angriffen die Empfänger dazu verleitet, das gefälschte Bewerbungsanschreiben im Anhang zu öffnen. Dabei handelt es sich in der Regel um eine .doc, sprich eine veraltete Word-Datei. Sobald die Empfänger das Dokument öffnen, erscheint ein täuschend echter Hinweis im Microsoft Office Design. Darin werden die Empfänger aufgefordert, den Kompatibilitätsmodus zu aktivieren, da es sich bei diesem vermeintlichen Dokument um ein veraltetes Format handelt. Sobald die Empfänger dieser Aufforderung nachkommen, wird die Ausführung von Makros zugelassen und mithilfe von Windows-Bordmitteln die eigentliche Ransomware von einer zuvor gekaperten Webseite heruntergeladen und ausgeführt. GrandCrab wiederum verschlüsselt die Festplatte und ersetzt den Desktop-Hintergrund mit einem Bild der Lösegeldforderung.
Im vergangenen Jahr übertraf GrandCrab andere Ransomware-Varianten in ihrer Popularität und Viralität. Einige GandCrab-Nutzer begannen Unternehmen über exponierte Remote-Desktop-Protocol-Instanzen anzugreifen oder sich direkt mit gestohlenen Domänen-Anmeldeinformationen anzumelden. Nach der Authentifizierung auf einem kompromittierten PC führten die Angreifer die Ransomware manuell aus und wiesen sie an, sich über ein ganzes Netzwerk zu verteilen. Sobald das Netzwerk infiltriert war, beseitigten sie ihre Spuren und kontaktieren die Betroffenen mit einem Entschlüsselungsangebot.
Schon damals veröffentlichte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik eine Warnung.
Darin heißt es: Ransomware ist und bleibt eine ernstzunehmende Bedrohung. Das Vorgehen der Cyber-Kriminellen im aktuellen Fall zeigt zudem, dass technische Gegenmaßnahmen konsequent und durchdacht umgesetzt werden müssen. Sensibilisierungsmaßnahmen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten außerdem zum Standardfortbildungsprogramm in Unternehmen gehören, insbesondere dort, wo auch E-Mails von unbekannten Absendern mit unbekannten Dateianhängen geöffnet werden müssen, wie es in Personalabteilungen der Fall ist. Viele Unternehmen leiden unter dem Fachkräftemangel und freuen sich über jede Bewerbung, die sie erhalten. Dies sollte jedoch nicht zu Nachlässigkeiten bei der Cyber-Sicherheit führen."
Bevor wir nun zum Ende unsere heutigen Podcasts kommen, möchte ich Ihnen noch einige Tipps zum Schutz vor Ransomware mit auf den Weg geben:
Und im Falle einer gelungenen Infektion, sollten Sie den Forderungen der Angreifer auf keiner Weise nachkommen. Sichern Sie stattdessen die verschlüsselten Informationen und verständigen Sie die Polizei.
Kontakt: Ingo Lücker, [email protected]
Kontakt: Ingo Lücker, [email protected]
Die Abkürzung TAP steht für Test Access Point (auch als Testzugangspunkt bezeichnet)
Hierbei handelt es sich um ein Hardwaregerät, dass an einer bestimmten Stelle im Netzwerk installiert wird, um den Datentraffic zu überwachen. Test Access Points wurden entwickelt, um den gesamten Datenverkehr transparent, schnell und ohne Beeinträchtigung einer aktiven Netzwerkleitung bereitzustellen sowie verschiedene Monitoring Anwendungen und Analysezwecken durchführen zu können.
Warum braucht man einen Netzwerk-TAP?
Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Methoden, um Zugang zum Netzwerk zu erhalten. Mittels eines SPAN-Ports in einem Switch oder eines in-line Anschlusses eines Überwachungsgeräts in einem Netzwerk.
Allerdings sind beide dieser Methoden mit Risiken verbunden.
Alle diese Probleme können durch die Verwendung eines Test Access Points gelöst werden. Wenn man einen Test Access Point verwendet, hat man die Garantie, dass jedes Paket aus dem Netzwerk auch an das Überwachungstool gesendet wird. Das liegt daran, dass diese Geräte niemals überlaufen. Somit übertragen sie wirklich jedes Paket, insbesondere die wichtigen Fehlerpakete, die ein SPAN-Port möglicherweise verwirft.
Wie funktioniert das Ganze nun genau?
Grundsätzlich wird der Test Access Point einmalig, zwischen zwei Netzwerkgeräten installiert. Typischerweise besteht ein Test Access Point aus vier Ports: einem Port A, einem Port B und zwei Überwachungsports. Die Ports A und B sammeln den Verkehr aus dem Netzwerk und die Überwachungsports senden eine Kopie dieses Traffics an ein angeschlossenes Überwachungsgerät. Üblicherweise wird ein TAP zwischen zwei Punkten im Netzwerk platziert. Das Netzwerkkabel zwischen den Punkten A und B wird durch ein Kabelpaar ersetzt, das dann an den TAP angeschlossen wird. Der Traffic wird passiv durch den TAP geleitet, ohne dass das Netzwerk davon weiß. Das ermöglicht es dem TAP eine Kopie des Traffics zu erstellen, die an den Überwachungsport gesendet wird, um von einem weiteren Tool verwendet zu werden, ohne dass sich etwas am Fluss des Netzwerkverkehrs ändert.
Welche Arten von Netzwerk TAPs gibt es?
Es gibt verschiedene Ausführungen von Netzwerk Test Access Points, um unterschiedliche Funktionalitäten zu erreichen, die der Struktur und den Bedürfnissen Ihres Netzwerkes entsprechen.
Breakout TAPs sind die einfachste Form von Test Access Points. Er besteht aus vier Ports: zwei Input-Ports und zwei Output-Ports. Die zwei Input-Ports sammeln dabei jeweils den Verkehr aus dem Netzwerk. Dann sendet der Breakout TAP eine Kopie dieses Traffics hinaus an die Überwachungsports. Das macht es möglich eine Kopie des Traffics aus einem einzelnen Netzwerksegment zu überwachen und/oder zu analysieren, ohne das Netzwerk zu stören.
Mithilfe eines Aggregator TAPs kann man, den Netzwerkverkehr von mehreren Netzwerksegmenten nehmen und alle Informationen an einem einzigen Überwachungsport aggregieren. Dadurch ist es möglich, den gesamten Netzwerkverkehr mit nur einem verwendeten Überwachungstool zu sehen.
Regenerator TAPs hingegen erlauben es den Verkehr aus einem Netzwerksegment zu nehmen und ihn an mehrere Überwachungstools zu senden. Das gibt uns die Möglichkeit einen einzigen Verkehrsstrom an eine Reihe verschiedener Überwachungstools zu senden, die jeweils unterschiedlichen Zwecken dienen, während der Traffic nur einmal aus dem Netzwerk entnommen wird.
Dann gibt es noch den
Der Bypass TAPs (auch bekannt als Bypass Switche) ermöglicht es, ein Netzwerktool "virtuell in-line" zu platzieren. Diese TAPs werden verwendet, wo Überwachungstools zur Erreichung von Effektivität in-line im Netzwerk platziert werden müssen.
Welche Vorteile ergeben sich nun aus der Nutzung von Test Access Points?
Nun ja:
Ein letztes Wort zum Schluss: Test Access Points bieten einen verlustfreien und zuverlässigen Mitschnitt von Netzwerkdaten, unabhängig davon wo das Netzwerk oder das Netzwerkgerät überwacht werden soll.
Kontakt: Ingo Lücker, [email protected]
Die Abkürzung DRaaS steht für Disaster Recovery as a Service. Und wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich hierbei um Services aus der Cloud, mit denen sich bei einem Notfall oder einer Störung IT-Services, IT-Strukturen oder Daten wiederherstellen lassen.
Die Störungen können dabei auf unterschiedliche Art verursacht werden, wie zum Beispiel durch Naturkatastrophen, Hardware- und Systemausfällen, Bedienungsfehlern oder Hackerangriffen. Das Ziel einer Disaster Recovery ist es, die negativen Auswirkungen für ein Unternehmen so gering wie möglich zu halten.
Beim Disaster Recovery as a Service-Modell (DRaaS-Modell) stellen Anbieter Speicherplatz, Backup Services, virtuelle IT-Strukturen oder virtuelle Server als Cloud-Dienstleistung zur Verfügung, um Notfälle jeglicher Art abzusichern, ohne dass man selbst zusätzliche Hard- und Software in einem eigenen Rechenzentrum bereitstellen muss. Nach der Störungsbehebung lassen sich alle Daten und Anwendungen problemlos auf den unternehmenseigenen Server wiederherstellen.
Vor der Implementierung einer Disaster Recovery as a Service-Lösung schließen der Kunden und der Provider ein Service-Level-Agreement ab. Dieser Service-Level-Agreement beinhaltet neben den Services auch einen Disaster Recovery Plan. Dieser enthält alle Maßnahmen, Verfahren und Vorgaben aufgeführt, die in einem Störungsfall zum Tragen kommen. Außerdem sind Meldewege, Eskalationsstufen und Definitionen der Verantwortlichkeiten im Katastrophenfall Bestandteil eines jeden Disaster Recovery Plans.
Die Abrechnung der Disaster Recovery Services erfolgen entweder mit einem, im Vorfeld definierten, Pauschalbetrag oder nach nutzungsabhängigem Verbrauch. Denkbar wären hier zum Beispiel Volumen der turnusgemäß kopierten Daten oder die Anzahl der wiederhergestellten Daten.
Vorteile von DRaaS
Es gibt gute Gründe warum man -meiner Meinung nach- Disaster Recovery as a Service Lösungen in Erwägung ziehen sollen:
Im Gegensatz zu klassischen Disaster Recovery Lösungen stellen Disaster Recovery as a Service Lösungen eine viel schnellere, automatisierte und zuverlässige Recovery-Maßnahme zur Verfügung.
Disaster Recovery as a Service Lösungen ermöglichen die Senkung von Betriebskosten. Das kommt vor allem kleineren und mittleren Unternehmen zugute die selbst nur wenig Know-how und Ressourcen für eigene Notfallmaßnahmen und -strukturen besitzen. Außerdem verbessern Disaster Recovery as a Service Lösungen die Zuverlässigkeit.
3. Drittens die verbesserte Verwaltung Durch den Einsatz von Disaster Recovery as a Service-Lösungen verringert sich der administrative Aufwand. Das bedeutet, dass sich Administratoren mit Aufgaben beschäftigen können, die mehr geschäftlichen Erfolg versprechen.4. Viertens die nahtlose Redundanz und Skalierbarkeit Disaster Recovery as a Service-Lösungen verschaffen Administratoren ein gewisses Sicherheitsgefühl. Denn Disaster Recovery as a Service-Lösungen decken alle offenen und beunruhigenden Punkte ab.
Allerdings muss man an dieser Stelle auch sagen, das Disaster Recovery as a Service auch gewissen Nachteile mit sich bringen.
Da wäre zum Einen,
Daher ist es für Unternehmen mit Standorten nur innerhalb Deutschlands ratsam, ausschließlich Anbieter zu wählen, die garantieren können, dass sie die Daten ausschließlich in deutschen Rechenzentren gespeichert haben.
Last but not least. Hier sind fünf Fragen, die Sie sich vor der Wahl einer Disaster Recovery as a Service-Lösungen stellen sollten
Mein Fazit: Wenn sie keine ausreichenden internen Ressourcen für eine zuverlässige Disaster Recovery haben, sollten sie diese Funktion als Service einkaufen. Denn eine Disaster Recovery-Lösung von einem Drittanbieter ist in jedem Fall besser als überhaupt keine zu haben.
Kontakt: Thomas Hampel, [email protected]
Virtual Reality ist in aller Munde – und das nicht ohne Grund. Doch bevor ich Ihnen die Ausgangsfrage beantworte, möchte ich Ihnen zuallererst die Begriffe "Virtual" und "Reality" erläutern.
Der Begriff "virtual" zu deutsch virtuell hat seinen Ursprung im Französischen und bedeutet "scheinbar vorhanden". Im technologischen Umfeld wird dieser Begriff schon länger verwendet, um etwas zu beschreiben, das zwar nicht physisch, jedoch in seiner Funktionalität oder Wirkung vorhanden ist, wie zum Beispiel ein virtuelles Laufwerk. Wie die meisten von Ihnen wissen, ist ein virtuelles Laufwerk, eine funktionelle Nachbildung eines CD-Laufwerks inklusive eines Datenträgers, welches zwar nicht als Hardware existiert, aber aus Anwendersicht genauso wie ein physisches Laufwerk funktioniert.
Der Begriff "Reality" zu deutsch Realität hingegen bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch alles, was keine Illusion ist, sprich es steht für die „Wirklichkeit" die man mit all seinen Sinneseindrücken erleben kann.
Kommen wir also zurück zu der Ausgangsfrage: „Was ist eigentlich Virtual Reality?"
Die virtuelle Realität ist die Darstellung und gleichzeitige Wahrnehmung einer künstlich erschaffenen Welt. Durch die Kombination von unterschiedlichen Sinneseindrücken wie Bild und Ton entsteht das Gefühl von einer neuer Realität und Wirklichkeit. Man nennt diesen Effekt auch Immersion. Das bedeutet, dass man als Nutzer in eine computergenerierte, interaktive und virtuelle Umgebung eintaucht und Raum und Zeit der wirklichen Welt vergisst.
Das wichtigste bei der ganzen Sache ist allerdings die Ausrüstung.
Damit Nutzer eine virtuelle Realität wahrnehmen können, benötigen sie in erster Linie eine Virtual-Reality-Brille, kurz VR Brille,., die mithilfe zweier Displays und besonderen Linsen eine nicht existierende Realität direkt vor den Augen simuliert und ein Gerät, das die entsprechenden Bilder erzeugen kann, wie zum Beispiel eine Konsole oder einen PC.
Um die virtuelle Realität nicht nur mit den Augen sondern allen Sinneszellen wahrnehmen zu können, werden neben VR-Brillen, Datenhandschuhe, Kopfhörer, Surround-Sound Systeme und Geruchssimulatoren eingesetzt.
Virtual Reality ist längst nicht mehr auf die Spielewelt beschränkt, sondern
wird überall dort eingesetzt wo virtuelle Unterstützung Probleme lösen.Zu dem Dinge vereinfachen, Kosten einsparen, Menschen heilen, schützen,besser ausbilden oder einfach nur faszinierende Erlebnisse bieten kann, wie bei einem virtuellen Panorama/360 Grad Rundgang durch verschiedene Objekte wie beispielsweise Häuser, Büroräume oder Restaurants und Hotels.
Virtual Reality spielt vor allem in der Medizin eine große Rolle.
Hier können mit Hilfe der Technologie beispielsweise Phobien behandelt werden, indem der Patient Situationen ausgesetzt wird, vor denen er panische Angst hat, ohne ihn wirklich zu gefährden. Oder der Patient -vor allem Kinder-kann sich ganz wie zu Hause fühlen, obwohl er im Krankenhaus ist, indem das eigene Schlafzimmer virtuell dargestellt wird.
Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist der Einsatz bei Planungen von Infrastrukturmaßnahmen, die das Landschaftsbild verändern. Die Umwelt kann so nachgebildet werden, dass die Bürger nicht nur sehen, sondern erleben können, was sich durch ein Vorhaben verändert.
Zu sehen sind:
Ein weiteres Anwendungsbeispiel das zunehmend zu Vermarktungszwecken eingesetzt wird, ist die virtuelle Begehung von Räumlichkeiten. Dem Nutzer wird so die Möglichkeit gewährt ein Objekt von Zuhause aus zu "besichtigen".
Zahlreiche Geschäfte und Hotels setzen mittlerweile solche Touren zu Werbezwecken ein und sind beispielsweise auf Google Street View zu finden.
Weitere Einsatzgebiete der Virtual Reality sind unter anderem in der
Die Vorteile der Virtual Reality liegen klar auf der Hand.
Durch die neue mediale Erlebniswelt, die ein unmittelbares Erleben mit allen Sinneseindrücken verspricht, bietet sie allen Unternehmen eine große Chance neue Märkte und Zielgruppen zu erschließen.
Bevor wir zum Ende unseres heutigen Podcasts kommen, möchte ich kurz erwähnen, das Sie nähere Informationen zu virtuellen Rundgängen und auf unserer Webseite https://360.itleague.de finden können.
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