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In dieser Folge erfahren Sie alles rund um das Thema: „Was ist eigentlich OCR?"
Hinter der Abkürzung OCR verbirgt sich der Begriff „Optical Character Recognition", der im deutschen auch als Texterkennung bekannt ist.
Das Ziel bei OCR ist also ganz einfach. Der PC beziehungsweise das Endgerät soll Texte auf Bildern erkennen und diese in ein bearbeitbares Textdokument umwandeln.
Der Vorteil, Dokumente nicht mehr einzeln händisch abtippen zu müssen liegt dabei natürlich auf der Hand, denn seien wir einmal ehrlich, welches Unternehmen hat dafür im normalen Tagesgeschäft schon Zeit. Wie das Ganze funktioniert wollen wir uns nun einmal näher anschauen.
Früher gelang Texterkennung nur mit speziell standardisierten Schriften, wie beispielsweise auf Checks, die dann mit Lesegeräten erkannt werden konnten. Heute können die verschiedenen Softwares auch normale Schriftbilder weitestgehend fehlerfrei „entschlüsseln" und umwandeln.
Dabei erfolgt zunächst eine Trennung zwischen Text und eventuell vorhandenen Bildern bei einer Layoutanalyse. Es werden ebenfalls bereits Formatierungen analysiert und mit voreingestellten Algorithmen übernommen.
Erst im zweiten Teil geht es dann wirklich um das Textverständnis. Im Hintergrund hat die OCR-Software gängige Sprachmuster die ihr helfen Buchstaben von Zahlen und Groß- und Kleinschreibung zu unterscheiden. Dabei geht die Software vom Großen ins Kleine über, also von ganzen Textpassagen, zur Satz- und schließlich zur Buchstabenebene. Der Algorithmus vergleicht dabei konstant das gescannte Bild mit ihm bekannten Wort und Satzstrukturen und bei hoher Übereinstimmung wandelt er den erkannten Teil des Bildes dann in Buchstaben, aus denen er Worte und schließlich Sätze bildet - in ein Textdokument um, bis das am Ende mit geringer Fehlerwahrscheinlichkeit der Text vollständig umgewandelt ist.
Dieses Textdokument kann dann wie gewohnt gespeichert oder weiterbearbeitet werden und somit in Datenbanken beziehungsweise Dokumentenmanagementsystemen eingepflegt und sinnvoll genutzt werden.
OCR ähnliche Handschriftanalysen werden auch bei großen Unternehmen für eingehende Post genutzt, wobei dort auch beispielsweise Firmenstempel hinterlegt seien können anhand deren Muster die Software bereits die Herkunft des Briefes identifizieren kann. Dieses Verfahren wird auch oftmals für die Archivierung von Belegen oder ähnlichen Dokumenten genutzt, welche nach wie vor in Papierformat ausgestellt werden, was natürlich im Rahmen der Digitalisierung und dem gängigen Ziel so wenig herkömmliche Papierakten wie möglich im Unternehmen zu haben den Ablauf erheblich stört.
Neben den vielen Vorteilen gibt es natürlich für eine fehlerfreie Übertragung von gescannten Bildern trotzdem Grenzen:
In dieser Folge erfahren Sie alles rund um das Thema: „Was ist eigentlich eine Power Bi?"
Der Begriff Power BI beschreibt nicht nur eine einzelne Anwendung, sondern eine ganze Sammlung von Business Intelligence Tools von Microsoft, die man für eine cloudbasierte Analyse von Geschäftsdaten nutzen kann, um diese später graphisch auswerten zu können.
Solch eine Power BI Sammlung besteht zum einen aus zentralen Power BI Services und zum anderen natürlich aber auch aus den damit verbundenen Benutzeroberflächen, Datenbanken und Gateways, damit eine Verbindung zu unterschiedlichen Datenquellen möglich ist. Microsoft Power Bi ist ein sogenanntes Software-as-a-Service Modell.
Ein sehr großer Vorteil dieses Zusammenschlusses aus Business Intelligence Tools ist die Echtzeitanalyse. Nun fragen Sie sich sicherlich, was darunter zu verstehen ist. Dadurch, dass die Daten cloudbasiert sind, können verschiedenste Endgeräte jederzeit die laufenden Geschäftsprozesse überwachen. Das ist natürlich auch für Unternehmen mit mehreren Standorten oder vielen Mitarbeitern im Außendienst sehr vorteilhaft. Durch die Verbindung zu SharePoint gelingt diese Zusammenarbeit unkompliziert und sicher. Power BI Apps ermöglichen Analysen sogar auf Smartphones oder Tablets, was für den direkten, flexiblen Kundenkontakt essenziell ist.
Die Ergebnisse sind leicht zu nutzen und es Bedarf keiner großen Einarbeitungsphase oder IT-Kenntnissen, sodass jeder schnell von den bereits konfigurierten Dashboards Daten entnehmen kann. Fertige Analyse Ergebnisse kann man dann ebenfalls sehr leicht auf verschiedenen verbundenen Plattformen veröffentlichen. Auch hier benötigt man keine besonderen IT Kenntnisse, da Funktionen vorprogrammiert sind, die ein intuitives, schnelles Darstellen auf Webseiten oder Blogs ermöglicht. Da es sich um eine Cloud basierte Architektur handelt, ist Power Bi eine relativ Junge Entwicklung. 2011 hat das Ganze seinen Ursprung im Projekt Crescent und wurde dann 2013 für Office 365 öffentlich vorgestellt. Zunächst gab es über verschiedene Add ins wie Power Query, Power Pivot und Power View die Verbindung zu Excel, wobei die Anbindungsmöglichkeiten in den Folgejahren um ein vielfaches erweitert wurden. Seit 2016 gibt es auch bei Azure das sogenannte Power BI Embedded.
Der Aufbau einer solchen Sammlung umfasst natürlich mehrere Komponenten, die wir an dieser Stelle einmal genauer betrachten:
Zunächst einmal gibt es für die Endgeräte das sogenannte Power BI Desktop, beziehungsweise Power Bi Mobile, für Smartphones. Dieses Tool dient der Verbindungsherstellung mit Datenbanken. Ebenfalls hat man nun die Möglichkeit diese Daten umzuwandeln, beziehungsweise passend zu modulieren um daraus Analyseergebnisse gewinnen zu können.
Diese Ergebnisse kann man dann mit dem Tool Power BI Service teilen oder veröffentlichen. Das Tool Power BI Report Server dient dann der Speicherung und Sicherung der erstellten Ergebnisse.
Ein weiteres wichtiges Tool ist Power BI Gateways, welches genutzt wird, um externe Daten zu synchronisieren.
Als Fazit kann man also sagen, dass Power Bi für Unternehmen sehr viele Vorteile bieten kann, wenn es richtig genutzt und komplett integriert wird. Mitarbeiter aller Abteilungen und Standorte haben leichten Zugriff aus Daten und Analysetools beziehungsweise auf bereits angefertigte Ergebnisse. Durch die Echtzeit „überwachung" gelingt natürlich auch eine Risikominimierung und eine Effizienz Optimierung.
In dieser Folge dreht sich alles rund um die Frage: „Was ist eigentlich eine ARM-Architektur?"
Die Geschichte der ARM-Architektur hat ihren Ursprung bei den Tüftlern Hauser und Curry, die sich als Ziel gesetzt hatten die britisch - österreichische Antwort auf die gerade erfolgreich werdende Firma Apple zu werden.
Dies spiegelt sich im gewählten Namen Acorn, beziehungsweise Acorn Cambridge Processor Unit, wider, der bewusst so gewählt wurde, dass man im Alphabet vor Apple steht. Ein großes Ziel stand also schon fest, es fehlte jedoch ein Produkt, mit dem man selbst auf Erfolgskurs gehen konnte. Dieses kam dann durch Roger Wilson, einem Undergrade-Cambridge-Studenten ins Unternehmen, der mit einem fertigen System-Design - nämlich einem Rechner mit Mostek-6502-Prozessor, 256 Byte Speicher, 512 Byte ROM, einer Hexadezimal-Tastatur und kleinem Display durchstarten wollte.
Dabei entstand dann auch der bekannte Satz: „Debugger brauche er nicht: seine Software sei `von Anfang an korrekt programmiert."
Die erste Generation und auch die Folgenden, immer um mehr Speicherkapazität erweitert waren zwar erfolgreich -besonders in Universitätslaboren-, der Durchbruch kam dann aber erst 1981 als der Fernsehsender BBC ein System für die geplante Fernsehserie `The Computer Programme´ suchte.
Nachdem der Gründer ein innerhalb von 4 Tagen funktionierendes System für die hohen Anforderungen der BBC versprochen hat, was bis dato allerdings noch gar nicht Existierte gelang die Entwicklung des Microprozessors tatsächlich, sodass letztendlich das Acorn Produkt weltweit zu den meistverbreiteten Mikroprozessoren wurden in den folge Jahren.
Die Entwickler haben dabei unter anderem auch das Produkt Ancorn Ring entworfen, welches dann von Apple als Apple Talk adaptiert und bekannt gemacht wurde, da Acorn es versäumt hatte das Produkt patentieren zu lassen.
Technisch verbirgt sich hinter einer ARM – Architektur das Ziel mit der implementierten RISC-Architektur, also Reduced Instruction Set Computing weniger Energie zu verbraucht, wodurch natürlich ebenfalls weniger Wärmeabgabe entsteht und so der Betrieb wesentlich kostengünstiger ist als der von x86-Prozessoren, ein großer Vorteil beispielsweise in der Smartphone Industrie. Neben Smartphones kommen ARM- Architekturen aber auch bei Handhelds und Notebooks, System-on-Chips in den Modulen der Industrie-Computer und Spielekonsolen vor.
Eine spannende Entwicklung ist auch das Einsatzgebiet der Cloud- und Data-Center-Industrie, wobei ARM- Chips bisher noch nicht großflächig bei Rechenzentren eingesetzt werden.
Neben den Vorteile für Umwelt und den gesenkten Betriebskosten durch geringeren Energieverbrauch bei gleichzeitig geringerem CO2-Ausstoß bieten ARM- Chips viele weitere Vorteile. Durch die enthaltenen 64-Bit Befehlssätze gelingt eine gesteigerte Performance, wobei zeitgleich noch immer viel ARM-Code auf Basis von 32-Bit existiert, was zu einer einfachen Migration führt, da alter 32-Bit Programm-Code nach und nach für 64-Bit-Systeme umgeschrieben werden kann.
Im Cloud Geschäft spielt natürlich Skalierbarkeit der Services eine sehr große Rolle, daher ist es ein großer Vorteil, die für rechenintensive Workloads besseren x86-Chips von Intel, mit den ARM Chips für weniger anspruchsvolle Workloads zu kombinieren, wodurch Effizienz sowohl in Leistung als auch im Kostenbereich maximiert werden kann.
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Im heutigen Interview dreht es sich alles um das Thema Digitale Transformation. Die Digitale Transformation beschäftigt fast jedes Unternehmen. Nicht wenige fühlen sich davon auch überfordert. "Viele Unternehmen haben eine falsche Vorstellung davon, was die Digitale Transformation überhaupt ist.", findet Simon Oberle. Er leitet bei Sopra Steria Next den Bereich Future Management Consulting für Financial Services und die Digi-Labs. "Digitalisierung ist kein klassisches Projekt mit Start- und Endpunkt, sondern eine dauerhafte Reise in die Zukunft", sagt der Experte für Innovation und neue Geschäftsmodelle. Sopra Steria Next ist die Transformationsberatung von Sopra Steria Consulting. Die IT- und Management-Beratung hat 44.000 Mitarbeiter in mehr als 25 Ländern. Sie unterstützt Unternehmen und Behörden bei der Digitalen Transformation. Herr Oberle, herzlich willkommen zu unserem Interview. Was habe ich denn bei der Vorstellung Ihrer Person vergessen?
B: Also ja, vielen Dank erst mal für die einleitenden Worte. Ich habe meine Karriere gestartet in einer Bank und habe dort auch relativ schnell gemerkt, dass es eigentlich zu meiner Leidenschaft gehört Dinge zu verbessern. Ich bin also sehr früh in das Thema Projekt, Projektmanagement, eingestiegen. Und bin dann so, als wir uns mit dem Thema Digitale Exzellenz bei Sopra Steria in den initialen Zügen beschäftigt haben, 2015 auch auf das Thema aufgesprungen. Weil ich einfach gemerkt habe, dass die Digitalisierung einfach wahnsinnig viele tolle neue Möglichkeiten eröffnet, Dinge besser, schneller oder effizienter zu machen.
I: Wir sprechen ja heute über die Digitale Transformation. Sie beschreiben sie als dauerhafte Reise in die Zukunft, aber niemand kann ja die Zukunft vorhersehen. Ist das für Unternehmen eine Reise ins Ungewisse?
B: Ja, ungewiss ist eigentlich ein ganz gutes Stichwort. Also es ist schon sehr ungewiss. Deshalb beschreiben wir das Ganze auch als Reise eben. Es ist also nicht so, dass wir da am Anfang einen Plan aufsetzen, dann setzen wir das Ganze um. Sondern es geht ja einfach darum, in dieser schnelllebigen Welt besser zurechtzukommen. Das heißt, neue Techniken für sich zu evaluieren. Es geht darum, neue Märkte zu erschließen, aber auch mit neuen Marktteilnehmern ja umgehen zu können. Deshalb ist auch aus unserer Sicht so das Thema Reise eine ganz gute Metapher dazu. Das Ziel, und das ist das, worauf Ihre Frage auch abzielt, ist dabei nicht immer unbedingt wirklich ganz klar. Geht also darum, dass Unternehmen sich ständig neu anpassen. Also aus unserer Sicht so ein stückweit wie, ja, ein Routenplaner, der eben dafür erforderlich ist und ja, dazu braucht man aus unserer Sicht eine ganz klare Strategie.
I: Also im Prinzip so ein bisschen wie, dass die Umgebung und die Straßen sich dazu ändern (lacht) und deswegen man natürlich dann auch seinen Weg hier immer neu anpassen muss. Welchen Routenplaner, um diese Begrifflichkeit mal aufzugreifen, würden Sie denn hierzu empfehlen?
B: (lacht) Ja, gute Frage. Also ich sage mal, der klassische gedruckte Atlas unter dem Beifahrersitz ist es natürlich nicht. Also das sollte irgendwie nicht das Thema sein. Wir können als Metapher das Beispiel Google Maps ganz gut nutzen. Es geht also darum, so die eigene Route, den eigenen Weg durch die Transformation ständig anzupassen. Sich also ständig an neue Gegebenheiten, an neue Umweltfaktoren, am Beispiel Routenplaner, an Staus meinetwegen, anpassen zu können, um so den eigenen Weg als Unternehmen zu finden. Die Digitalisierungsstrategie dabei ist die Richtung eben, die das Ganze vorgibt. Dass man nicht einfach die ganze Zeit im Kreis fährt, sondern schon eine Richtung verfolgt, aber diese Richtung auch dynamisch eben anpassen.
I: Ja, das ist natürlich ein sehr starkes Bild und ich stelle mir das ja auch faszinierend vor, wenn ich so ein eigenes Google Maps für das Unternehmen hätte und immer sehen kann, wie sich denn dort gerade der Verkehr so verhält. Aber wie setzt ein Unternehmen das denn auch konkret um?
B: Ja, also wichtig ist natürlich, dass man das eigene Unternehmen auf den Wandel einstellt. Das einzig Beständige ist eben der Wandel. Also Veränderung gehört zum Regelzustand für die Unternehmen in Zukunft. Ich hatte es eben schon mal angedeutet, mit neuen Technologien, aber auch neuen Mitbewerbern und neuen Märkten ist das eben wichtig. Man muss das eigene Unternehmen darauf einstellen und eben auch Dynamik ins Unternehmen (lassen?). Es gilt also, auch Lust auf die Veränderungen bei den eigenen Mitarbeitern zu erzeugen. Also es ist ja nichts negatives, Dinge anders zu machen, Dinge neu zu machen. Aber es ist natürlich, man muss die eigene Komfortzone dafür relativ häufig verlassen. Im Mittelpunkt der Fragestellung natürlich auch, wenn wir über Strategien sprechen, steht dabei natürlich: Wie kann ich als Unternehmen auch in Zukunft Geld verdienen. Und dabei sowohl neue Chancen zu ergreifen, aber auch Risiken zu erkennen, die sich auf das eigene Geschäft auswirken und somit auf das bestehende Geschäftsmodell eben. Und das dynamisch zu gestalten, das ist die zentrale Herausforderung für die Unternehmen. Aus meiner Sicht auch wichtig dabei ist, natürlich auch Dinge neu zu denken, also es ist natürlich auch wichtig, einfach nicht nur sich evolutionär weiter zu entwickeln, sondern gerade auch in der Fragestellung nach neuen Geschäftsmodellen, auch radikaler zu denken. Neu zu denken und Dinge auch mal komplett anders zu denken und somit auch das eigene Geschäftsmodell in Frage zu stellen.
I: Wie sehen solche radikalen Schritte denn genau aus? Das hört sich ja dort sehr derb an, aber vielleicht haben Sie ein paar Beispiele auch dazu, damit man sich das ein bisschen besser vorstellen kann?
B: Ja, ein gutes Beispiel im Moment ist das Thema der Otto Group. Die sind aktuell dabei so ihren letzten Printkatalog herzustellen. Von ihrem eigentlichen Geschäftsmodell, also dem Otto-Katalog, wegzukommen und neue Geschäftsmodelle für sich zu erschließen. Die bauen sich also gerade sehr intensiv zur digitalen Plattform um. Es geht also darum, neue Services im Multichanel oder im Omni-Chanel-Einzelhandel zu ermöglichen und somit das stationäre Ladengeschäft, aber auch neue Onlineservices zu vernetzen. Beispielsweise haben wir es da so, dass die Otto Group mittlerweile 120 Einzelunternehmen in ihrem Portfolio hat. Sie setzt also in der Route bewusst auch auf verschiedene Wege, und hat sowohl digitale Neugründungen wie About You für den Online-Versandhandel im Einsatz, aber auch weitere Dienstleistungen wie Finanzdienstleistungen wie bei Collect (EI?). Es geht also darum, neue Services auch zu gestalten, geht darum, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und auch bewusst das eigene Geschäftsmodell in Frage zu stellen. Und somit ist auch, ja, die Otto Group aus meiner Sicht sehr gut auch für die Zukunft aufgestellt und hat sich zu einem der größten Onlinehändler mittlerweile transformiert, weg vom veralteten Kataloghandel hin zum Neuen, hin zum Modernen, hin zum Onlinehändler.
I: Das ist ja, also gerade Otto ist ja ein sehr traditionsreiches Unternehmen. Aber da gibt es ja auch andere große, auch ein Volkswagen, das künftig ja zum Beispiel auch Ökostromanbieter sein wird. Wie bekommen solche Unternehmen denn eigentlich so eine gewaltige Veränderung hin? Das ist ja nicht mal eben zu schaffen.
B: Genau. Also das ist eben eine längere Reise und das ist auch eine große Herausforderung. Und wenn sich ein Unternehmen transformiert, dann braucht es eine klare Digitalisierungsstrategie davor. Man muss den eigenen Mitarbeitern eben entsprechend Orientierung geben, Orientierung dahin: Wo will sich mein eigenes Unternehmen, in welche Richtung will sich mein eigenes Unternehmen transformieren? Häufig starten die Unternehmen mit der Gründung von interdisziplinären Teams, also von Teams, die jetzt gemeinsam an Lösungen arbeiten und kein klassisches Silodenken, keine Abteilungsdenkweise mehr haben. Und es geht eben auch im Start darum, agile Entwicklungsverfahren zu nutzen. Langfristig ist klar das Ziel, einen Kulturwandel herzustellen, der wie schon angesprochen, das Thema Veränderung, das Thema Change in die Köpfe der Mitarbeiter bringt, weil nur so kann ich mich ständig auf neue Gelegenheiten, auf neue Umwelteinflüsse einstellen.
I: Ja, das ist natürlich auch sehr wichtig. Gerade Kultur, die sich verändert, so etwas muss ja vorgelebt werden, das kann ja nicht einfach in der Theorie ja auch vermittelt werden. Aber führt das nicht zu Problemen, wenn solche Hierarchien plötzlich verschwinden und Teams dann ganz selbst entscheiden, woran sie arbeiten?
B: Also das ist natürlich kein einfacher Weg, ganz klar. Aber es ist auch kein Weg, den man überhaupt nicht bewältigen kann. Ich nehme mal einfach ein Beispiel aus einem komplett anderen Bereich, (unv) nicht im Fokus. Beispiel die Weise Arena Bergbahn in der Schweiz. Die betreiben Alpenbergbahn, Hotels, Restaurants, vermieten Sportausrüstungen und so weiter. Dieses Unternehmen hat sich innerhalb von drei Monaten/ haben die komplette Organisation auf agile Methoden umgestellt. Also Teams gegründet, die ohne vorgegebene Aufgaben, aber mit klaren Verantwortlichkeiten eben entsprechend ausgestattet sind. Wichtig in so einer Transformation ist, die Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter und der Teams zu stärken. Das heißt, es geht auch darum, das Führungsbild, die Eigeninterpretation der Führung anders aufzustellen. Es geht also darum, Richtung zu geben. Den Mitarbeitern eben nicht jeden Arbeitsschritt vorzugeben. Das ist ganz wichtig. Es geht auch darum, Mitarbeiter in diesen ganzen Prozess einzubinden. Im Fall dieser Bergbahn kam ja ein Jahr später nach der Reorganisation und nach der Agilen Transformation ein neues Rekordergebnis auf die zu. Also mal ein ganz anderes Beispiel fernab von den Beispielen, die wir gemeinhin diskutieren, aber es ist ganz interessant. Wie gesagt, ist aber auch eine Reise, die nicht einfach ist. Auch für die Mitarbeiter die Veränderungsbereitschaft erfordern.
I: Ja, das glaube ich sehr gerne. Vor allen Dingen muss man dann natürlich auch immer schauen, dass man die, wie Sie eben schon gesagt haben, die Mitarbeiter richtig mitnimmt und da eventuell auch dann dazu befähigt, weil es früher vielleicht in dieser Eigenverantwortlichkeit gar nicht so notwendig war. Wie geht man denn so einen Wandel ganz konkret an und vielleicht haben Sie auch Erfahrungswerte, was dabei schiefgehen kann?
B: Ja, also wenn wir wieder auf den deutschen Markt zurückblicken, dann ist das häufig so, dass man mit interdisziplinären Teams startet, mit agilen Arbeitsmethoden. Und es ist häufig, die erste Hürde, an die die Unternehmen kommen, sind einfach starre Entscheidungswege. Die können noch so agil und noch so interdisziplinär in ihren Projektteams arbeiten, wenn sie starre Entscheidungswege haben, wird ihre Anpassungsgeschwindigkeit doch deutlich darunter leiden. Das ist, wie gesagt, eine der großen Hürden, an die man zu Beginn kommt. Weil es ist, wie gesagt, auch ganz wichtig ist, immer Führung an diese neue Denkweise anzupassen. Sich also dahin zu bewegen, die komplette Organisation eben entsprechend anzupassen. Auch für die Führungskräfte ist das neue Rollenbild der Führung ein komplett anderes. Wenn es also nicht mehr den klassischen Projektleiter gibt, der vorgibt, wie das ganze Projekt abläuft, sondern sehr viel auch in die Eigenverantwortung geht, dann ist das Thema Transformation auch in der Führung und auch im Projektmanagement ein ganz entscheidender Faktor, um sich auch von der Führungskraft an sich auch als Coach zu verstehen, die eigenen Mitarbeiter zu befähigen. Es geht also um Strukturen auch, die aufgebrochen werden müssen, um den Wandel der Führungskräfte, und natürlich auch das Thema Transformation bereits in den Geschäftsführungsebenen bei den Führungskräften eben auch zu leben und somit die Richtung, die Route vorzugeben mit einer klaren Digitalisierungsstrategie, die dann bis hin zur Entwicklung und bis hin zu den einzelnen Projektteams und zu den einzelnen organisatorischen Bereichen ins Unternehmen getrieben werden.
B: Ja, Digitalisierungsstrategie ist ja mittlerweile ein Begriff, der ja auch tatsächlich sehr inflationär verwendet wird. Da müssen wir uns wahrscheinlich als Unternehmen dann doch nochmal überlegen, wie wir es alternativ benennen können, damit die Unternehmen nicht immer gleich weglaufen (lachen). Und sich da auf diese Dinge dann auch mit Spaß und Freude drauf vorbereiten, damit sie einfach ihre Unternehmen natürlich auch darauf ausrichten. Ja, im Vorfeld hatten wir uns beide ja schon mal darüber unterhalten, es gibt, glaube ich, von der Sopra Steria Consulting auch ein ganz tolles Magazin, eine Broschüre, den sogenannten Management-Kompass: Transformation erfolgreich managen. Und dort können ja Führungskräfte dann auch weitere Informationen finden und Hinweise, wie sie das für ihr Unternehmen erfolgreich umsetzen können. Ich danke Ihnen jedenfalls mal für dieses tolle Interview. Es hat gute Einblicke gegeben, unseren Hörern sicherlich auch, was da am wichtigsten ist, um gerade diese Digitalisierung voranzutreiben. Und ja, vielen Dank an Sie, Herr Oberle, für dieses tolle Interview.
In dieser Folge dreht sich alles rund um die Frage: „Was ist eigentlich ein Gatekeeper?"
Der Gatekeeper hat eine wesentliche Funktion bei der sogenannten IP-Telefonie. Es dient dabei - kurz gesagt – der Steuerung zwischen IP-Netz und Telefonnetz.
Nachdem IP-Telefonie inzwischen ein bekannter und verbreiteter Begriff ist, interessiert es uns als IT Profis natürlich umso mehr, wie die einzelnen Komponenten funktionieren.
Seit 1996 gibt es den sogenannten H.323-Standart, der die Grundlagen zur paketvermittelten Kommunikation über Netze definiert. H.323 basiert auf dem Realtime Protocol auch bekannt als RTP, sowie dem Realtime Control Protocol, wobei man sagen muss, dass viele Anbieter SIP Lösungen H.323 vorziehen. Andere bekannte Möglichkeiten sind SIP, Jingle, Skype und IAX.
Der H.323 Standard basiert auf dem ISDN-Protokoll Q.931, wodurch man ihn gut für Kombinationen zwischen IP und ISDN oder IP und Q-Interface Signalling Protocol - kurz QSIG - ,einem auf ISDN basierendes Signalisierungsprotokoll nutzen kann. Dadurch gelingt die sogenannte sanfte Migration zur IP-Telefonie leicht.
Die H.323 Gateways dienen der Echtzeitkommunikation zwischen zwei Terminals mit unterschiedlichem Protokollstacks, also zum Beispiel ein H.323 mit einem SIP oder einem herkömmlichen Telefonsystem. An der Stelle kommt dann der Gatekeeper als eine Art „Übersetzer" zum Einsatz. Wie der Name schon vermuten lässt, hat der Gatekeeper eine Kontrollfunktion, die unter Anderem das Adressieren, Autorisieren und Authentifizieren von Terminals aber auch die Bandbreitenverwaltung umfasst. Außerdem können mithilfe des Gatekeepers Video- sowie Audio-Codes übersetzt und die Medienformate umgewandelt werden.
Natürlich besteht auch die Möglichkeit, zwei Terminals ohne Gatekeeper miteinander zu verbinden, dieser ermöglicht aber mit der Kontrollfunktion unter Anderem auch eine geregelte Lastverteilung, wenn beispielsweise mehr eingehende Anrufe vorhanden sind als benötigte Bandbreite.
Möchte man mit dem H.323 Netz auf das klassische Netz zugreifen, muss ein Gatekeeper vorhanden sein, damit er als Übersetzer die Telefonnummer in ein IP-Adresse umwandelt.
Es gibt mit GNU Gatekeeper für Windows, Mac OS und Linux eine freie Software für VoIP und Videotelefonie. Zu den GNU Gatekeeper Features gehören unter anderem die Abrechnung und Anrufberechtigung über SQL-Datenbanken. H.323-Proxy, einschließlich RTP und RTCP und policy based Routing Mechanismen.
So liebe IT Profis, das wars auch schon für heute vom IT Manager Podcast, ich hoffe es hat Ihnen gefallen – wenn ja freue ich mich sehr über ein Like auf Facebook und eine fünf Sterne Bewertung bei iTunes.
Nächste Woche gibt es dann wie gewohnt freitags eine neue Folge des IT Manager Podcasts.
Sie wollen selbst mal in einem Interview dabei sein? Oder eine Episode unterstützen? Dann schreiben Sie uns gerne eine E-Mail:
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In einem spannendem Interview mit Herrn Diego Sanchez erfahren Sie, liebe IT Profis, wie man mithilfe von maschinellem Lernen Angriffe frühzeitig identifizieren und verhindern kann. Sie wollen selbst mal in einem Interview dabei sein? Oder eine Episode unterstützen? Dann schreiben Sie uns gerne eine E-Mail: [email protected]
Kontaktdaten des Interviewpartners: Diego Sanchez [email protected]
Beantwortung von Fragen zu Cyberangriffen: https://www.finally-safe.com/anfrage/
Security News Artikel und Analyse: https://www.finally-safe.com/nachrichten/ BSI Empfehlungen: https://www.allianz-fuer-cybersicherheit.de/ACS/DE/_/downloads/BSI-CS_134.pdf?__blob=publicationFile&v=4
Buchempfehlungen: BLACKOUT - Morgen ist es zu spät: Roman von Marc Elsberg: https://amzn.to/2KYxIH8 ZERO – Sie wissen, was Du tust: Nachfolger von Blackout, auch vom Marc Elsberg: https://amzn.to/2V3NbJN Risiken der Industrie 4.0 – Eine Strukturierung von Bedrohungsszenarien der Smart Factory, Michael Hertel, 2015
I: Herzlich willkommen liebe IT-Profis zur heutigen Folge des IT-Manager Podcast zum Thema: Wie kann maschinelles Lernen Smartfactorys vor Cyberattacken schützen? Ja, ich weiß. Wir könnten nun eigentlich drei Episoden davon machen. Was versteht man unter maschinellem Lernen? Was sind Smartfactorys? Und wie muss ich mir Cyberattacken vorstellen? Doch heute haben wir dazu im Interview Diego Sanchez als Spezialisten zu diesem Thema. Herzlich willkommen! Stellen Sie sich doch bitte kurz selbst den IT-Profis vor.
B: Ja, hallo. Mein Name ist Diego Sanchez. Ich bin Mitgründer der Firma Finally Save aus Essen. Ich selbst bin Wirtschaftsingenieur und seit der Gründung 2015 verantwortlich dafür, die Herausforderungen und Problemstellungen unserer Kunden und Interessenten zu identifizieren, zu verstehen und gemeinsam dafür Lösungen anzubieten. Dabei arbeiten wir immer eng im Team mit unseren Technikern und Entwicklern zusammen, um die passende Lösung mit Hilfe unserer Sicherheitslösung zur Erkennung von Cyberangriffen zur Verfügung zu stellen.
I: Ja, ich hatte unser heutiges Thema zu Beginn schon erwähnt. Was können wir und die Hörer uns denn ganz konkret darunter eigentlich vorstellen?
B: Also bei unserem Thema geht es darum, dass die Fabriken immer häufiger Ziel von Cyberangriffen werden. Ähnlich wie wir das in der letzten Podcast-Spezialfolge gehört haben. Wir stellen eine Technologie her, die ich heute beschreibe, um solche Angriffe frühzeitig zu erkennen. Damit schnell Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, um Schäden entweder komplett zu vermeiden oder die Auswirkungen zu vermindern. Denn oft kann es zum Beispiel im medizinischen Bereich oder bei der Versorgung von Energie und Wasser, auch um Menschenleben gehen. Neben den Cyberangriffen haben wir noch die beiden Themen Smartfactory und maschinelles Lernen, die ich einmal an einem Beispiel erklären möchte. Wenn Sie sich vorstellen, ein Hersteller von chemischen Produkten, wie zum Beispiel Medikamenten. Ein solcher Hersteller verfügt über Produktionsanlagen, mit denen er verschiedene, chemische Stoffe kombiniert, dass am Ende das Medikament erzeugt wird. Diese Anlagen sind oft riesig und hochautomatisiert. Was bedeutet, dass Computer die einzelnen Prozessschritte steuern. Dazu kommt, dass viele erzeugte Daten, wie zum Beispiel Temperaturen, Drehzahlen, Schwingungen, dafür verwendet werden, um Vorhersagen über die Haltbarkeit von Maschinenteilen zu treffen. Was man predictive maintenance nennt. Oder um ganze Abläufe zu verbessern. Das bedeutet, dass Maschinen immer mehr zu eigenständigen, leistungsfähigen Computern werden, die Daten miteinander austauschen. Das Ganze nennt man Smartfactory oder die intelligente Fabrik. Maschinelles Lernen, oder auch Machine Learning genannt, ist ein Teilbereich der Künstlichen Intelligenz. Die Verfahren wurden schon in den fünfziger Jahren entwickelt, konnten aber erst in den letzten Jahren richtig nutzbar gemacht werden. Einmal durch die steigenden Datenmengen, die man benötigt, um solche Systeme anzulernen. Zum anderen auch durch die immer leistungsfähigeren Prozessoren. Kurz gesagt werden aus Datenbeständen durch Algorithmen Modelle erzeugt, um Muster und Gesetzmäßigkeiten aufzudecken. Anders ausgedrückt: Es wird künstliches Wissen aus Erfahrung generiert. Das Machine Learning verwenden wir nun, um die Daten, der vielfältigen komplexen Abläufe der Smartfactory intelligent auszuwerten. Zum Beispiel die Kommunikation zu und zwischen Maschinen, um Muster und Regeln abzuleiten. Das Ziel dabei ist es, Entscheidungen zu treffen. Was im Verkehr ist normal? Was ist anormal? Was ist gewollt oder nicht gewollt? Wo passieren verdeckte Dinge, die nicht vorgesehen sind? All das sind Hinweise oder können Hinweise sein auf versteckt ablaufende Angriffe.
I: Welche Vor- beziehungsweise Nachteile gibt es denn gerade bei der Anwendung von Maschinenlernen in Smartfactorys? Weil, Sie haben jetzt ja viele Bereiche dargestellt und das ja auch so ein bisschen bildhaft gemacht, wie man sich das tatsächlich in der ja Produktionsanlage eines Herstellers auch so vorstellen kann, wie da die Maschinen miteinander agieren. Aber welche Vor- und Nachteile gibt es denn da konkret beim Einsatz solcher Techniken?
B: Ich fange zuerst mal bei ein paar Nachteilen an. Selbstlernende Systeme sind immer nur so gut, wie auch die Datengrundlage, die sie erhalten. Wenn zum Beispiel ein bereits infiziertes Netzwerk als Grundlage genommen wird, kann das natürlich die Ergebnisse verfälschen. Zudem können auch dynamische Veränderungen wie kurzfristige Änderungen in Produktionsabläufen die Interpretation der Systeme beeinflussen. Was man dagegen tun kann? Wichtig ist es, sich nicht zu hundert Prozent auf die Algorithmen zu verlassen sondern diese immer im Zusammenspiel mit Experten zu verwenden. Solche Systeme also als Assistenten zu nutzen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Kommen wir nun zu den Vorteilen. Die schieren Datenmengen, komplexe Muster und Abläufe können von Menschen zwar punktuell erfasst und interpretiert werden, jedoch nicht kontinuierlich zu jedem Zeitpunkt und voll automatisch. Dadurch werden Machine Learning Algorithmen benötigt, die diese Aufgabe übernehmen und mit der Hilfe von Menschen ständig optimiert werden. Zusätzlich verwenden Angreifer selbst hochautomatisierte Systeme und Software, um möglichst unbemerkt in Fabriken einzudringen und sich festzusetzen. Diese Änderungen und Hinweise können so klein sein, dass sie uns Menschen gar nicht auffallen. Zum Beispiel kann es die Veränderung jeder zweitausendsten Verbindung einer Maschine im Datennetz sein. Wir entwickeln Software, die Unternehmen hilft, ihre Datenströme zu nutzen, um Schaden von der Firma abzuwehren. Dazu müssen sie verstehen, wie und wohin die Daten fließen, die in jeder Sekunde entstehen. Das Ziel dabei ist es, Firmen vor Spionage und Manipulation zu schützen, die das Überleben der Firma oder das von Menschenleben bedrohen könnten.
I: Okay. Das hört sich echt sehr komplex an, ehrlich gesagt, das ganze Thema auch. Gerade natürlich wenn man dann in solche Sachen reingehen muss. Das kann ich mir gut vorstellen, dass da viele Dinge vor allen Dingen analysiert werden müssen. Und wahrscheinlich dann auch über einen längeren Zeitraum. Woher kommt denn eigentlich Ihre Expertise in Ihrem Fachgebiet?
B: Ja, das ist richtig. Wir haben mit klassischen Netzwerkanalysen bereits vor 14 Jahren am Institut für Internetsicherheit der Westfälischen Hochschule begonnen. Und in Zusammenarbeit mit dem BSI immer weiter entwickelt. Als in den letzten Jahren die Digitalisierung im Bereich Produktion und die Vernetzung von Maschinen zunahm, haben wir begonnen, uns mit diesem Bereich zu beschäftigen. In dem es im Kern ja auch um Datenströme geht. Da haben wir festgestellt: Maschinenkommunikation ist sehr gleichmäßig und folgt klaren Mustern. Also eine ideale Grundlage für ein Machine Learning, das wir zuvor schon in den klassischen Netzwerken eingesetzt haben. Mir persönlich hilft zudem als gelernter Wirtschaftsingenieur das Wissen über Produktionsabläufe und Kennzahlen, um Firmen besser zu verstehen. Um den Firmen und Kunden besser zu helfen, mit unserer Technik die Ziele zu erreichen. Die Ziele sind vor allem: Hohe Verfügbarkeiten, keine Unterbrechungen, Flexibilität der Produktionsanlagen, Stichwort Nullfehlerproduktion, und immer das Verhältnis zwischen Kosten, Zeit und Qualität auszubalancieren. Für viele Firmen ist die Sicherheit oder Cybersecurity immer eher ein unterstützender Faktor, der jedoch schnell zum Stolperstein für die übergeordneten Ziele werden kann.
I: Und gibt es besondere Tipps zu dem Thema, die Sie unseren Zuhörern geben können?
B: Ich habe mal zwei Tipps mitgebracht. Der erste: Man sollte niemals Systeme einfach vernetzen, ohne vorher kritisch die Sicherheit zu hinterfragen. Das gilt zum Beispiel auch im privaten Bereich, wenn man an Alexa, Fitnesstracker oder Smart Home Anwendungen denkt. Das andere ist: Man sollte sich nie nur auf die Technik verlassen, sondern immer auch den gesunden Menschenverstand einschalten. Zum Beispiel sollte man sich fragen, ob eine (Heizungssteuerung?) unbedingt frei im Internet verfügbar sein sollte für jedermann. #00:08:16-0# Oder dass man nicht immer auf jeden Link in der Email klickt. Im Zweifel Experten ansprechen, fragen, recherchieren. Das geht meistens auch schon kostenlos.
I: Ja super. Vielen Dank für diese Tipps. Das ist immer großartig. Das kann man immer auf jeden Fall mitnehmen. Und gerade bei der ganzen Verbreitung von solchen Systemen wie Alexa und Co. muss man ja tatsächlich mal hinterfragen: Macht das wirklich so viel Sinn? Erleichtert es das Leben so ungemein, dass es wirklich erforderlich ist? Und was hole ich mir damit eigentlich auch für Sicherheitslücken eigentlich ins Haus? Gibt es bestimmte Mehrwerte, die Sie den Hörern noch zur Verfügung stellen können? Also gewisse Checklisten oder andere Dinge, wo auch die Hörer einfach nochmal ein bisschen ins Eingemachte tiefer steigen können?
B: Ja, sehr gerne. Wir haben drei Punkte nochmal mitgebracht, die auch verlinkt sind. Und zwar zum einen Security News, die wir regelmäßig erstellen. Die man auf unsere Website findet oder über unseren Newsletter erhält. Darin sind auch Analysen zu Cyberangriffen enthalten. Als zweites beantworten wir sehr gerne Fragen zu Auffälligkeiten, zu Angriffen. Da kann man uns sehr gerne kontaktieren. Und als drittes gibt es auch sehr viele BSI Empfehlungen. Zum Beispiel haben wir verlinkt einen Leitfaden und eine Empfehlung wie man Anomalieerkennung und Monitoring in Prozessnetzwerken verwenden kann.
I: Ja, die Informationen dazu, werden wir dann natürlich dann den Hörern in den Shownotes zur Verfügung stellen. Da packen wir die Links rein. Da kann man das jederzeit auch aufrufen und sich im Detail mal in Ruhe anschauen. Gibt es denn zu diesem Thema auch Buchempfehlungen? Wir haben immer ein bisschen die Situation bei anderen Themen, dass Buchempfehlungen manchmal gar nicht ausgesprochen werden, weil die IT-Branche sich ja so dermaßen schnell weiter entwickelt. Wie sieht es denn hier zu dem Thema hier mit den Cyberattacken der Smartfactorys aus?
B: Ja, da habe ich auch mal wieder drei Dinge mitgebracht, und zwar ein Klassiker: Das Buch Blackout von dem Autor Marc Elsberg. Das ist schon etwas älter, von 2013, aber das ist heute genauso aktuell und zeigt dieses sehr abstrakte Thema IT, Cybersicherheit, was die Auswirkung auf das wahre Leben ist. Also immer noch eine Empfehlung, das Buch. Oder auch der Nachfolger mit dem Namen Zero von dem gleichen Autor. Und eine dritte Empfehlung, etwas technischer, ist das Buch Risiken der Industrie 4.0. Eine Strukturierung von Bedrohungsszenarien der Smartfactory von Michael Härtel.
I: Ja auch zu diesen drei Büchern stellen wir dann natürlich entsprechende Links ein, damit man da direkt sich die Bücher auch besorgen kann. Ja, aufgrund des Interviews hier gibt es ein besonderes Angebot für unsere IT-Profis, um diese Lösung aus Ihrem Hause auch nutzen zu können. Sie sagen ja vorhin, dass Sie dort eine ganz spezielle Technik einsetzen. Haben Sie da was Spezielles für unsere Hörer im Angebot?
B: Ja, wir würden unseren Hörern gerne eine Mehrzweckanalyse anbieten, mit unserem System. Das kann man sich als Suppliance vorstellen. Und das Ganze bei einer Dauer von 60 Tagen. Also im Grunde 2 Monaten für einen halbierten Preis von 3.600 Euro. Und das Angebot halten wir aufrecht bis Ende des Jahres 2019.
I: Das heißt für 3.600, das heißt statt normalerweise 7.200, weil Sie sagten eben zum halben Preis. Und ich würde dann den Hörern noch hinzugeben: Je nachdem, welcher Unternehmensgröße Sie angehören, sollten Sie da immer nochmal prüfen, welche Möglichkeiten einer bundesweiten oder EU-Förderung Sie dort auch in Anspruch nehmen können. Da muss sich immer jeder mal schlau machen, in welchem Bundesland er da auch sitzt und was es da gerade für ihn gibt. Und je nach Größe des Unternehmens ist da auch schnell mal Schluss mit einer Förderung, wenn man bestimmte Umsatzgrenzen dort bereits durchbricht. Ja, vielen Dank Herr Sanchez für dieses tolle Interview und die Einblicke in diese Dinge. Auch wie diese ganzen Sachen ineinandergreifen und welche Möglichkeiten es dort heute gibt mit Maschinellem Learning dort in den Smartfactorys tatsächlich auch solche Cyberattacken abwehren und ja das Ganze im Prinzip auch damit schützen kann. Indem vorher gut ausgewertet hat, was da eigentlich so stattfindet, um dann natürlich die entsprechenden Sicherheitsmechanismen zu etablieren. Vielen Dank Ihnen!
In dieser Folge des IT Manager Podcasts dreht sich alles um das Thema: „Was ist eigentlich eine Sandboxanalyse?" Sie wollen selbst mal in einem Interview dabei sein? Oder eine Episode unterstützen? Dann schreiben Sie uns gerne eine E-Mail: [email protected] Zunächst aber einmal vorweg zum Begriff Sandbox.
Eine Sandbox ist nämlich ein isolierter Bereich eines Systems, indem getroffene Maßnahmen keine Auswirkungen auf die Umgebung haben. Sinnbildlich kann ein Programmierer also - wie ein Kind im Sandkasten – in der Sandbox verschiedenste Möglichkeiten testen, ohne das gesamte System in Mitleidenschaft zu ziehen, wenn ein Versuch fehlschlägt.
Ein großer Vorteil ist es also Verfahren im Voraus testen zu können, bevor sie dann im regulären Tagesbetrieb fehlerfrei funktionieren müssen. Ein weiterer, bedeutender Vorteil einer Sandbox ist es, dass Malware zwar die eine Box betreffen kann, nicht aber von dort aus auf das ganze System übergreifen kann, wie es ja zumeist bei Attacken versucht wird. Für Sandboxen gibt es ganz verschiedene Anbieter, wie beispielsweise die FortiSandbox von Fortinet. Es gibt aber auch Open Source Versionen, die völlig kostenlos genutzt und getestet werden können. Sollten Sie dahingehend gerne einmal Ihre Fähigkeiten als Programmierer testen wollen gibt es bei heise.de praktische Tipps und „Baupläne" für Einsteiger.
Die Funktionsweise einer Sandbox ist dann wie folgt: Mithilfe von Programmen wie FAUmachine oder Klik können die Boxen erzeugt werden. Bei sogenannten virtuellen Maschinen kann man mit Java Virtual Machine beispielsweise innerhalb eines bestehenden Systems noch weitere virtuelle einbauen. Mithilfe von Applikationen können dann diese Sandboxen im Programmcode eingebunden werden. Damit keiner auf die Sandboxen zugreifen kann, nutzt man SecurityManager und den sogenannten ClassLoader. Mit der Anwendung Solaris Zones können bis zu 8.190 Zonen erstellt werden, die alle zum Testen genutzt werden können und eine reale Systemstruktur simulieren können. Die Zonen untereinander sind nicht gekoppelt und greifen daher nicht auf den Prozess der jeweils Anderen zu. Dadurch lassen sich gesonderte Fälle simulieren. Durch die VMware Server stehen mehrere Workstations und Server zur Verfügung, die wie eine Virtuelle Maschine genutzt werden können. Die entstehende Rechneroberfläche ist sehr einfach zu konfigurieren und jeder mögliche Bedrohungs-Fall lässt sich dabei simulieren.
Unsere Ursprungsfrage, was ist eine Sandboxanalyse lässt sich nun vor diesem Hintergrundwissen gut beantworten.
Durch die Vorteile einer Sandbox, können dort problemlos ganze Systeme getestet werden und im Hinblick auf potentielle Schadware, besteht die Möglichkeit diese zunächst in den gesicherten Bereichen auf ihr Risiko zu testen. Die FortiSandbox geht beispielsweise der immer größer werdenden Bedrohung durch Cyber Kriminalität und der damit einhergehenden Datenschutzverletzung entgegen, indem mit einer Sandbox-Methode eine Sicherheitsarchitektur geschaffen wird, in der sämtliche Bedrohungen separat geprüft werden und dann natürlich mit gekoppelten anderen Anwendungen gemeldet beziehungsweise eliminiert werden.
Ein weiteres bekanntes Anwendungsbeispiel ist Chrome. Dort werden potenziell unsichere Programmteile kontinuierlich in unabhängigen Sandbox-Prozessen getestet.
Unterstützt von DeskCenter Solutions AG
Manuel Schick können Sie unter der E-Mail-Adresse [email protected] erreichen.
Darüber hinaus können Interessenten an dem Webcasts teilnehmen: https://www.deskcenter.com/eventkategorie/webinar/ Unter diesem Link findet man regelmäßig die aktuellen Termine der Webinare.
Auf der DMEA (09.-11-04.) in Berlin findet man den DeskCenter Solutions AG Stand D-108 in Halle 1.2. Hier ist auch noch ein Link dazu: https://www.deskcenter.com/events/dmea-april-2019-in-berlin/
Sie wollen selbst mal in einem Interview dabei sein oder eine Episode unterstützen? Dann schreiben Sie uns gerne eine E-Mail. [email protected] I: Herzlich willkommen, liebe IT-Profis, zu einer neuen Folge des IT-Manager Podcasts! Heute zu Gast im Interview ist Manuel Schick von der DeskCenter Solutions AG zum Thema MDM, EMM, auch unter anderem bekannt als eine Abkürzung für Mobile Device Management, sozusagen die einfache und zentrale Verwaltung von mobilen Endgeräten, könnte man es subsumieren. Herr Schick, herzlich willkommen zum heutigen Podcast hier! Erzählen Sie doch ein wenig über sich, damit die IT-Profis, die uns gerade zu hören, ein besseres Bild von Ihnen bekommen.
B: Ja. Vielen Dank für die Einladung zum IT-Manager Podcast! Mein Name ist Manuel Schick, meine erste Berührung mit der IT-Welt hatte ich bereits 1996, wo man mit etwas Glück das Internet mit einem schnellen 56K-Modem erreichen konnte. Da Lächeln die Leute heute, weil da erreicht man ja mit jedem Smartphone deutlich höhere Raten. PCs haben mich von Anfang an fasziniert. Nach meiner Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration hatte ich die großartige Möglichkeit erhalten, Kindern und Jugendlichen in Schulen die IT-Welt näher zu bringen, fliegendes Klassenzimmer, digitale Schultaschen oder Schulverwaltungen auch ans Netz zu bringen. Um ein wenig zu nennen von den Projekten, die ich hatte. Nach einem Jahrzehnt ging es dann weiter im Bereich Security bei der Firma Sophos. Aus meiner Wahrnehmung wird das Thema Sicherheit oft nicht so tief durchdacht oder durchdrängt, und das passiert oft dann, dass man sich damit tiefer beschäftigt, wenn eigentlich das Kind in den Brunnen gefallen ist und man einen Vorfall hat, und dann wird hektisch reagiert, man muss ja heute auch Meldungen machen nach Gesetzeslage, und dann kommt oft auch die Ablehnung zu bestimmten Themen oder Neuerungen, aus Angst. Danach bin ich dann in ein relativ neues IT-Thema gewechselt, MDM, EEM, oder UEM, wie man das auch immer nennen mag, wo man das Thema hat, sich mit mobilen Geräten zu beschäftigen. Da habe ich angefangen bei einem Hersteller im Support, um zu verstehen, wie Technologien funktionieren, mit welchen Herausforderungen, Problemen sich IT-Admins beschäftigen müssen, damit sie das richtig im Unternehmen/ mobile Geräte als Arbeitsgeräte einsetzen können. Danach bin ich dann in das MDM-Consulting gewechselt und bin heute auch im Produktmanagement bei der Firma DeskCenter Solutions AG tätig. Das hat die großartige Möglichkeit, dass ich mich auch mit dem Produkt anders auseinandersetzen kann, dass ich aus den Erfahrungen mit den Admins ein Stück weit auch das Produkt positionieren kann, Schwerpunkte definieren kann, auf was das ausgerichtet ist, und eben so da auch einen gewissen Einfluss nehmen kann, wie das Hauptziel für DeskCenter, das UEM, erreicht werden kann, dass wir zwei Welten zusammenführen im Management, die klassische Welt und die mobilen Geräte. Ja.
I: Ja. Okay. Cool! In Ihrer Vorstellung sind ja dann doch tatsächlich sehr viele Abkürzungen eben genannt worden. Also ich hatte es ja auch eingangs schon zum Thema gesagt, MDM, EMM, UEM. Wofür stehen diese Abkürzungen? Was muss sich der Hörer darunter vorstellen?
B: Okay. Angefangen hat alles mit dem Begriff MDM, zurückblickend, Mobile Device Management, auf Deutsch mobile Geräteverwaltung, da geht es im ersten Schritt darum, das sind ja/ so dass mobile Geräte im Alltag oder auch im Business-Alltag genutzt werden, Smartphones hat ja fast jeder heute, und der Chef will es dienstlich nutzen und auch der Mitarbeiter, und der erste Schritt ist einfach, es geht darum, dass man so eine Art Inventar von dem Gerät haben will, dass man also eine mobile Geräteverwaltung braucht für diese Geräte. Die werden dann dort registriert und dann kann man erst mal sehen, was ist das für ein Gerät, was da im Einsatz ist, welche Apps sind da drauf, solche Daten sammelt man da im ersten Schritt. In einem weiteren Schritt geht es dann darum, Mobile Application Management, MAM, dass man eben auch aus einer Suite heraus mobiler Lösungen Apps installieren, deinstallieren oder auch sogar verbieten oder explizit erlauben kann mit Black- und Whitelisting. Dann ein nächster Schritt ist auch, dass natürlich Mobile Content Management, MCM, dass man eben auch im Außendienst vielleicht nicht nur Daten mitnehmen will auf einem Gerät, sondern auf aktuelle Daten im Unternehmen zurückgreifen will, dass da aktuelle Lizenzangaben liegen mit Softwarepreisen, dass man die auch on-the-fly direkt abholen kann, und da ist es wichtig, dass auf diesen Geräten auch der Zugriff gesteuert wird, dass man dann ein Identity und Access Management hat für den User, dass man sehen kann, welche Geräte mit welchen Sicherheitsregeln (Werten? #00:05:21-7#) in das Unternehmen auf Daten zugreifen wollen. Und jetzt zum Schluss sind wir an dem höchsten Punkt der Entwicklung, dass wir eine einheitliche Verwaltungssoftware wollen von der klassischen Welt, den PCs, Desktops, Laptops, und der mobilen Welt, dass wir das in einer Oberfläche zusammengefasst haben wollen. Das wird dann UEM, Unified Endpoint Management genannt. Und ich denke, da kommen in Zukunft auch noch so persönliche Sachen dazu, die wir heute noch im Privatbereich nutzen, in Kleidungsstücken, Brillen, Uhren, aber auch das denke ich wird kurzfristig auch im Arbeitsalltag Einzug erhalten. Vielleicht nicht in der Form, wie wir das heute können, sondern dass dann in einer Brille vielleicht so ein Weg ist, wie man im Lager bestimmte Sachen schneller finden kann. Ja.
I: Okay. Das hört sich ja sehr umfangreich an, aber mal sehr schön dargestellt, auch wie es im Prinzip den Weg vom klassischen MDM für das nur Mobile Device Management über diese einzelnen Bereiche, Segmente, bis hin zum UEM ja gefunden hat. Sie können unseren Hörern ja sicherlich am besten mal auch erzählen, welche Vor- und Nachteile bilden denn eigentlich der Einsatz solcher MDM- beziehungsweise EMM-Lösungen?
B: Nachteil ist, denke ich, wenn man das nicht einsetzt, dann hat man schon Schwierigkeiten, überhaupt den Gesetzen konform zu bleiben. Da gibt es ja die DSGVO-Verordnung seit letztem Jahr, nach der ist man ja verpflichtet, dass eben Geräte in einer bestimmten Zeit, entweder habe ich die verloren oder gestohlen bekommen, inhaltlich löschen können muss. Da geht es ja um Userdaten, die da drauf sein können. Und das ist ganz abstrakt, schon einfach nur eine E-Mail-Adresse vom Kollegen oder von einem Kunden, und das hat ja fast jeder auf dem Telefon drauf, oder im Telefonbuch die Telefonnummer. Das kann ich mit einer solchen MDM-Lösung als Administrator eines Unternehmens gewährleisten, dass ich diese Geräte inhaltsmäßig auf Factory Reset zurücksetzen kann, aus der Ferne, in einer sehr kurzen Zeit von wenigen Minuten. Und dann technisch ist es ja so, da ist ein klarer Vorteil, das sind ja mobile Endgeräte, die wurden primär als Verbrauchergerät entwickelt, die waren ja eigentlich Consumer-Ware für Privatleute, als sie rauskamen, und jetzt ist das Ziel, da sie ja immer mehr und tiefer Einzug erhalten in die Businesswelt, dass man die auch managen können muss aus der Sicht von einem Administrator, und hier gibt es jetzt eben verschiedene Ansätze, das ist ja so, dass man bestimmte Compliance-Richtlinien erfüllen muss in einem Unternehmen, dass da bestimmte Daten drauf sein dürfen oder nicht, auch Apps, und dass man da nicht will, dass zum Beispiel private und dienstliche Daten auch vermischt werden. Und hier gibt es eben verschiedene Ansätze, die eine MDM-Lösung in Zusammenarbeit mit den Technologien, die die Betriebssystemhersteller von den mobilen Geräten zur Verfügung stellen, zusammenzuarbeiten. Wir haben ja einmal als Technologie von Apple das DEP und VPP und Android Enterprise, wo wir einfach Schutzmechanismen hinterlegt haben, dass wir in der MDM-Software konfigurieren können, dass der User weniger Admin-Rechte hat oder auch ein Telefon nicht mehr resetten kann, dass diese Funktionen ausgeblendet werden, und dass er sich in dieser MDM-Software auch nicht deregistrieren kann. Das ist also so, dass hier das Augenmerk darauf gerichtet werden kann, dass der Administrator wie bei dem PC seiner Aufgabe nachkommen kann, diese mobilen Geräte sicher zu verwalten und einzustellen, dass es eben Arbeitsgeräte sind und weniger Spielzeug in Anführungszeichen oder Geräte, die man sich als User customizen kann. Weil ja einfach Sicherheit auch ein wichtiges Thema ist oder Herausforderung, diese zu gewährleisten, dass man eben Kontrolle hat auf Daten auf den Geräten. Ich denke, das ist ein sehr umfangreiches Thema, es gibt auch verschiedene Lösungen, und was eine MDM im allgemeinen macht, sie kann vorhandene Lösungen, die beim Kunden da sind im Bereich E-Mail-Server, VPN, einfach von den Einstellungen auf die Geräte mit Parametern darstellen, dass wir die dort ablegen können, einmalig, und der User im besten Fall nur noch sein Passwort eingibt, um dann bestimmte Dienste abrufen zu können. Ja. Das passt.
I: Ja. Perfekt. Hört sich dann ja doch sehr komplex an, und auch wenn Sie vorhin sagten, es gibt eigentlich keine Nachteile bei solchen Sachen, würde ich dann immer anführen, es kostet zwar Geld und Zeit, aber ansonsten bringt einem natürlich so eine Lösung wirklich auch nur Vorteile, um sauber und sicher auch das Ganze konfiguriert und eingesetzt zu haben. Woher nehmen Sie denn eigentlich die Erkenntnisse für diese umfangreichen Lösungen?
B: Für mich ist MDM, seit ich da eingestiegen bin, ein sehr spannendes Thema, weil die Geräte immer mehr Einzug in unseren Alltag haben und das losgelöste Arbeiten von Ort und Zeit möglich machen in unserer Welt, die dadurch smarter wird. Bei der Firma DeskCenter arbeite ich im Produktmanagement sehr eng mit der Entwicklung zusammen, habe da immer Zugriff auf die neuen Features und Funktionen, die auch von den Betriebssystemherstellern kommen, sodass ich da im regen Austausch bin, und denke, dass wir so auch die Welt der Administratoren mit dem Tool vereinfachen können, einfach smarter zu machen und vieles zu automatisieren.
I: Das heißt, Sie haben da ein eigenes Tool von DeskCenter Mobile im Einsatz, mit dem Sie halt Ihren Kunden dann helfen können?
B: Genau.
I: Okay. Gibt es besondere Tipps zu dem Thema?
B: Das Thema MDM ist sehr umfangreich und das birgt natürlich auch verschiedene Fallstricke, wenn man das anfängt einzuführen und sich Gedanken macht. Ich denke, wichtig ist auf Kundenseite, sich zu überlegen, welche Ziele habe ich als Kunde, was muss ich aus Unternehmenssicht oder aus Sicht von der Sicherheit erreichen, und dann mit einem Anbieter ins Rennen zu gehen, weil sonst wird das sehr schwierig, weil es einfach sehr viele Möglichkeiten gibt, was man damit machen kann, deswegen muss man einfach am besten Use Cases mitbringen, was man aus der eigenen Sicht erreichen möchte.
I: Ja, klar. Gerade use-case-basiert kann man natürlich solche Themen immer am besten angehen und umsetzen dann auch. Gibt es denn zu diesem Thema, das machen wir immer ganz gerne, Buchempfehlungen, die Sie nennen können?
B: Leider nein. Da sich die IT-Welt so schnell wandelt und gerade im Mobile-Bereich, da gibt es eigentlich ständig Neuerungen auch vom Betriebssystem, Apple bringt ja Neuerungen raus und Google auch, da gibt es halt Möglichkeiten, dass man sich vielleicht versucht, um diese in Erfahrung zu bringen, bei den entsprechenden Developer-Seiten zu registrieren, oder manchmal eine gute Beratung ist besser als ein Buch.
I: Ja, das stimmt natürlich. Das kenne ich auch aus der Erfahrung sehr gut. Wie können denn die Zuhörer, wenn sie jetzt mehr zu diesem Thema erfahren wollen, wie können die Zuhörer dann mehr dazu erfahren beziehungsweise Sie erreichen, gibt es da irgendwas, Kontaktdaten oder gibt es da eventuell auch Veranstaltungen, wo im Prinzip die Zuhörer sich das dort mal näher anhören und anschauen können?
B: Ja, gerne. Also man kann mich gerne über die Firmendaten kontaktieren per E-Mail oder per Telefonnummer. Das andere ist, wir bieten auch Webcasts zu dem Thema MDM aktuell an oder auch auf einer kommenden Messe besuchen, also wir sind jetzt zum Beispiel auf der DMEA in Berlin im April vertreten mit einem Stand, einfach vorbeikommen, Hallo sagen, ins Gespräch kommen.
I: Ja. Super! Dann werden wir natürlich Ihre Kontaktdaten und auch die Infos mal zu dem Webcast und zu den Veranstaltungen mit in die Show Notes reinnehmen, dann fällt es unseren Zuhörern einfacher, darauf zuzugreifen. Vielen Dank auf jeden Fall, Herr Schick, für dieses tolle Interview mit Ihnen zu dem Thema!
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des IT Manager Podcasts, schön, dass Sie dabei sind, wenn es darum geht zu erfahren, was sich eigentlich hinter dem IT Begriff Raspberry Pi verbirgt! Sie wollen selbst mal in einem Interview dabei sein? Oder eine Episode unterstützen? Dann schreiben Sie uns gerne eine E-Mail:
In einem Satz: Ein Raspberry Pi ist ein sehr kleiner und kostengünstiger Computer, der für Versuchsaufbauten sowie Hausautomationen und andere spezielle Anwendungsgebiete geeignet ist. Der Raspberry Pi wurde durch die gleichnamige Raspberry Pi Foundation mit dem Ziel entwickelt, einen Computer zu entwickeln, den sich beinahe jeder leisten kann. Das bedeutet, dass man aktuell einen Raspberry Pi bereits für ca 30 € kaufen kann und ihn dann für unterschiedlichste Zwecke nutzen kann. Das Ziel wurde unter anderem dadurch erreicht, da der Raspberry Pi zunächst einmal kein Gehäuse hat. Es ist zwar natürlich möglich eins zu nutzen, aber nicht unbedingt notwendig.
Dieser besondere Computer ist folgendermaßen zusammengesetzt: Ein Raspberry Pi ist zunächst einmal ein sogenannter Einplatinen Computer, was zur Folge hat, dass alle Komponenten - abgesehen vom Netzteil – auf nur einer Leiterplatte untergebracht sind.
Das neueste Modell, welches es erst seit Januar dieses Jahres gibt, verwendet einen BCM2837B0 Prozessor, der mit nur 1200 MHz getaktet ist. Es gibt neben den verschiedenen Modellen ebenfalls noch die Möglichkeit entweder die Lite-Version ohne eMMC-Speicher zu nutzen, oder Versionen mit 8GB, 16 oder sogar 32GB Speicher zu verwenden. Dahingehend hat sich der Raspberry Pie 2019 deutlich verbessert, zuvor lag die maximale Kapazität bei 4GB eMMC-Speicher.
Für den Raspberry Pi sind mehrere Open-Source-Betriebssysteme verfügbar, wie beispielsweise „Raspian" von Linux, oder OpenBSD. Mit der neuesten Generation ist es auch möglich, Windows zu nutzen, dies gestaltet sich jedoch schwierig, da für das Betriebssystem selbst einige GB Speicher benötigt werden.
Neben den preislichen Vorteilen, die sich durch die Nutzung eines Raspberry Pis ergeben, ist der Mini Computer auch in anderer Hinsicht äußerst praktisch! Zunächst einmal spielt für einige Nutzungen mit Sicherheit die Größe eine Rolle, da ein Raspberry Pi sehr klein ist im Verhältnis zu anderen Recheneinheiten.
Zum anderen ist es besonders für Entwickler hilfreich, dass der Raspberry Pi eine frei programmierbare Schnittstelle für Ein- und Ausgaben bereitstellt. Die sogenannte GPIO - General Purpose Input/Output – kann, je nach Modell entweder aus 26 Pins oder aus 40 Pins bestehen und verschiedenste Geräte, Displays, LEDs und Sensoren ansteuern.
Aufgrund dieser Vorteile werden Raspberry Pis unter anderem in schulischen Einrichtungen gerne genutzt für Versuchsaufbauten, aber auch als Steuereinheiten in der Robotik finden sie ihren Einsatz.
Unterstützt von Sopra Steria Consulting
In der Sonderfolge zum Thema Cyber Security erfahren Sie in einem spannenden Experteninterview mit Dr. Gerald Spiegel, dem Leiter für Information Security Solutions bei Sopra Steria Consulting in Deutschland, welche Faktoren für ein angemessenes Sicherheitsniveau in Unternehmen, Behörden aber natürlich auch im Privaten wichtig sind.
Obwohl man keine 100 prozentige Sicherheit erreichen kann, gelingt es mit dem Ansatz der Informationssicherheit als Managementsystem präventiv Risiken wie Hackerangriffe und Datenlecks zu minimieren und im Falle eines Angriffs schnell und effektiv zu handeln. Besonders im Rahmen der digitalen Transformation und dem enormen Zuwachs an vernetzten Geräten bedarf es einer guten, individuell abgestimmten Cyber Security Strategie, die nicht nur Hard- und Softwareelemente bedenken sollte, sondern auch ein Sicherheitsbewusstsein bei Mitarbeitern schulen muss.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Zuhören, seien Sie gespannt! Kontakt: Dr. Gerald Spiegel Tel.: +49 40 22 703-0 [email protected]
Sie wollen selbst mal in einem Interview dabei sein? Oder eine Episode unterstützen? Dann schreiben Sie uns gerne eine E-Mail:
IL: Hackerangriffe auf Firmen und Behörden werden immer raffinierter. Sicherheitsexperte Gerald Spiegel analysiert die Tricks der Angreifer seit mehr als 20 Jahren – und entwickelt für Unternehmen verschiedener Branchen Strategien, um Risiken zu minimieren und Schäden abzuwenden. Der promovierte Elektrotechnik-Ingenieur leitet den Bereich Information Security Solutions bei Sopra Steria Consulting in Deutschland. Die IT- und Managementberatung beschäftigt über 42.000 Mitarbeiter in mehr als 20 Ländern. In Deutschland unterstützt Sopra Steria Consulting mit über 3.500 Mitarbeitern Unternehmen und Behörden bei der digitalen Transformation. Herr Spiegel, herzlich Willkommen zu unserem Interview. Was habe ich bei der Vorstellung Ihrer Person vergessen?
GS: Nun, von den 20 Jahren, die ich mich beruflich mit Informationssicherheit beschäftige, war ich überwiegend in der Beratung tätig. Bevor ich allerdings zu Sopra Steria Consulting kam befand ich mich für drei Jahre sozusagen auf der anderen Seite. Ich verantwortete die Informationssicherheit bei einem großen IT-Outsourcing-Dienstleister. Diese Zeit war für mich insofern sehr wertvoll, da ich den Spagat zwischen einem angemessenen Sicherheitsniveau und Kostendruck selbst aushalten musste, anstatt als Berater anderen zu erzählen wie es am besten funktioniert. Dies hilft mir noch heute, mich besser in meine Kunden hineinversetzen zu können.
IL: Unser Thema heute lautet ja Cyber Security. Beinahe täglich gibt es Berichte über Hackerangriffe oder Datenlecks – auch große internationale Konzerne sind betroffen, Anfang des Jahres wurden auch persönliche Daten der Bundeskanzlerin und des Bundespräsidenten veröffentlicht. Haben wir den Kampf gegen Datendiebe und Saboteure schon verloren?
GS: Nein, ich würde hier nicht von einem Kampf sprechen, den eine Seite gewinnt und die andere verliert. Es ist wohl eher ein nie endender Wettlauf, bei dem die Akteure abwechselnd die Nase vorn haben. Das hängt dann davon ab, wer neue Technologien am besten für sich nutzbar macht – der Angreifer oder die Unternehmen. Klar ist: Hundertprozentige Sicherheit und damit einen uneinholbaren Vorsprung der Unternehmen kann es nicht geben. Mit angemessenen Methoden ist es aber möglich, seine IT im Sinne von Kosten und Nutzen optimal zu sichern und Risiken erheblich zu minimieren. Prävention zahlt sich aus: Wenn Firmen in die Sicherheit ihrer IT-Systeme und in die Schulung ihrer Mitarbeiter investieren, kommen merklich weniger Angreifer an ihr Ziel. Dies lässt sich gut dadurch belegen, dass die Ursache bekannt werdender Sicherheitsvorfälle in der Regel auf das Fehlen oder Versagen selbst einfachster Maßnahmen zurückzuführen ist. Der zweite wichtige Bereich sind gut vorbereitete Reaktionen für den Fall, dass doch ein Hacker ins Firmennetzwerk eindringt. So können Firmen schnell und effektiv handeln. Mit der richtigen Vorbereitung für die IT-Forensik zum Beispiel können digitale Tatorte zügig und umfassend untersucht werden. Für Angreifer steigt damit das Risiko, ertappt und verfolgt zu werden und die Unternehmen erkennen, was zu tun ist, damit sich ein gleichartiger Vorfall zukünftig vermeiden lässt.
IL: Das hört sich leichter an, als es ist, oder? Was müssen Unternehmen oder Behörden denn tun?
Sie müssen das Thema Informationssicherheit offensiv und strategisch angehen. Bisher sind Maßnahmen oft nur eine Reaktion auf einen Vorfall oder eine gesetzliche Notwendigkeit. Erst wenn ein Angriff bekannt wird, wird reagiert und in die Beseitigung eventueller Schäden investiert. Kurz nach einem Vorfall befindet sich das Thema Informationssicherheit über der Wahrnehmungsschwelle des Managements, um dann relativ schnell wieder als Kostentreiber und Angelegenheit der IT-Abteilung darunter abzutauchen. Viel effektiver ist es, Informationssicherheit als Management System zu verankern, also Risiken zu identifizieren, angemessene Maßnahmen zu treffen, diese zu kontrollieren und laufend zu verbessern. Mit zunehmender Digitalisierung wird das für Firmen zu einer Frage ihres Fortbestandes im Fall von CyberAngriffen. Neue Technologien, die zunehmende Komplexität von IT und damit einhergehende Bedrohungen werden für Unternehmen zukünftig nur dann beherrschbar sein, wenn sie eine belastbare Cyber-Sicherheitsstrategie haben. „Belastbar" bedeutet, dass die Strategie zum Geschäftsmodell ebenso wie zur IT passt, vom Management getragen wird und mit Ressourcen und Budget hinterlegt ist.
IL: Was meinen Sie mit Komplexität? Meinen Sie damit, dass immer mehr Geräte miteinander vernetzt sind, zum Beispiel in Fabriken?
GS: Ja, aber nicht ausschließlich. Früher befand sich IT in genau einem Rechenzentrum in der Regel auf dem Firmengelände des zugehörigen Unternehmens. Die Schnittstellen des Netzwerks nach außen waren überschaubar. Heute sprechen wir von multiplem IT-Outsourcing, Cloud, Remote Access, mobile Devices und Internet of Things. Die Angriffsfläche wächst, weil jedes vernetzte Gerät zum Einfallstor für Hacker werden kann. Das kann eine Überwachungskamera sein, eine Klimaanlage oder ein Smartphone. In den USA gab es einen Fall, bei dem Hacker Daten eines Casinos gestohlen haben. Der Zugangwar ein digitales Thermometer, das die Temperatur im Aquarium in der Lobby überwacht und meldet. Über solche Geräte können Angreifer einen Fuß ins Firmennetzwerk setzen und von dort weiter vordringen. Unternehmen müssen bei ihren Mitarbeitern ein Bewusstsein für diese Gefahren schaffen. Jedes unsichere Gerät kann zur Einladung für Hacker werden. Im Internet der Dinge sind Liefer- und Produktionsketten immer stärker vernetzt, zum Beispiel Roboter in der Produktion. Hier gibt es Studien, dass selbst der Hälfte der IT-Entscheider nicht klar ist, welche Gefahren für Angriffe von außen sich aus dieser Vernetzung ergeben.
IL: Wie sieht ihrer Meinung nach eine gute Strategie gegen diese Gefahren aus?
GS: Firmen müssen nicht nur ihre interne IT absichern, sondern jede Schnittstelle mit der Außenwelt. Das können Maschinen, Anlagen oder Geräte sein – oder die Smartphones oder Tablets von Mitarbeitern, wenn sie darüber Zugang zum Firmennetzwerk haben. Es gab 2017 den Fall, wo ein Patient – zufälligerweise ein Whitehat-Hacker, der sonst im Auftrag von Firmen deren IT-Sicherheit prüft – sich bei einem privaten Krankenhausaufenthalt ohne viel Mühe über das Entertainmentsystem seines Zimmers in das Klink-Netz eingeklinkt hat. Hätte er nicht vorher die Klinikleitung informiert, wäre es ihm möglich gewesen, unerkannt auf medizinische Geräte zuzugreifen.
Das Beispiel zeigt, wie komplex das Thema Cybersecurity ist. Diese Komplexität bekommen Sie nur mit einem streng methodischen Vorgehen in den Griff. Startpunkt ist eine Strukturanalyse. Sie macht sichtbar, welche IT-Komponenten über welche Netzwerke kommunizieren. Welche Art von Daten sie austauschen und wie schutzbedürftig diese Daten jeweils sind. Dann folgt eine Bedrohungsanalyse: Welche Gefahren sind für die IT-Infrastruktur eines Unternehmens relevant? Dann werden die Bedrohungen eingeschätzt und priorisiert; das nennt man Risikoanalyse. Anschließend wird zum jedem Risiko eine Strategie festgelegt, die Optionen dafür sind Vermeiden, Vermindern, Übertragen (z.B. auf eine Versicherung oder einen Dienstleister) oder Akzeptieren. Nach der Umsetzung der Risikostrategien wird das Restrisiko dokumentiert, welches stets vom Management des Unternehmens getragen werden muss.
IL: Laut Sicherheitsbehörden werden Angriffe nicht nur häufiger, sondern auch raffinierter. Welche Trends beobachten Sie dabei denn aktuell?
GS: Es wird immer schwieriger, Angriffsmuster rechtzeitig zu erkennen. Bei Angriffen früherer Generationen ging es zum Beispiel darum, eine Webseite mit unzähligen Zugriffen lahmzulegen. Solche brachialen Angriffe bemerken Sie sofort. Neuere Angriffe leben von ihrer Unauffälligkeit. Sie werden gezielt auf einzelne Unternehmen oder sogar auf einzelne Mitarbeiter zugeschnitten. Das Ziel-Netzwerk wird sorgfältig ausgespäht. Es geht darum, sich in einem fremden System einzunisten und möglichst lange unerkannt zu bewegen. Der Angreifer will spionieren und Daten abgreifen oder manipulieren. Merkt er, dass seine Strategie nicht greift, sucht er einen anderen Weg und versucht die Spuren des ersten Versuchs zu verwischen. Deshalb dürfen Schutzmaßnahmen auch keine Standardprodukte „Out of the Box" mehr sein, sondern müssen noch stärker auf die Unternehmen zugeschnitten werden. Die Angreifer kommen immer häufiger aus der organisierten Kriminalität. Sie haben beachtliche finanzielle Mittel, gute technische Ausstattung und nutzen die neuesten Technologien.
IL: Das Megathema „Künstliche Intelligenz" (abgekürzt häufig mit KI bezeichnet) macht auch in der Hackerszene die Runde. KI in den Händen von Kriminellen – droht da ein Sicherheits-Alptraum?
GS: Künstliche Intelligenz in den Händen von Hackern ist definitiv ein Sicherheitsproblem. Aber Künstliche Intelligenz ist auch ein Teil der Lösung! Selbstlernende IT-Systeme nutzen einen verhaltensbasierten Ansatz. Wenn das System gelernt hat, wie der Datenverkehr in einem Unternehmen aussieht, kann es schon kleinste Unregelmäßigkeiten erkennen und Alarm schlagen. Die Entwicklung von KI-gestütztem Sicherheitsmonitoring kann helfen, Angriffe auf Unternehmensdaten schnellstmöglich und frühzeitig zu erkennen und einzudämmen. Auch bei der Identifizierung der Angreifer könnte KI helfen. Jeder Programmierer hat seinen persönlichen Stil, wie er Code schreibt. In den USA haben Forscher gezeigt, dass man Hacker mit Künstlicher Intelligenz enttarnen kann. Die KI wurde mit Code gefüttert und lernte die Eigenarten verschiedener Programmierer. Mit diesen Eigenarten konnte sie danach zuordnen, welcher Programmierer eine Schadsoftware geschrieben hat.
IL: Was ist der größte Fehler, den Firmen bei der IT-Sicherheit machen?
GS: Zu sehr auf die Technik zu vertrauen und die Bedeutung des Faktors Mensch zu vernachlässigen. Über die Mitarbeiter laufen die meisten Angriffe oder werden zumindest darüber vorbereitet! Oft handeln sie nicht einmal in böser Absicht falsch, sondern aus Unkenntnis, Bequemlichkeit oder Fahrlässigkeit. Schon ein unbedachter Klick auf einen Link oder Mailanhang kann fatal sein. Eine Untersuchung im Rahmen unseres „MANAGEMENTKOMPASS Unternehmen schützen – Risiken minimieren" hat ergeben: In fast der Hälfte aller Firmen sind die Mitarbeiter nicht ausreichend sensibilisiert. Das ist gefährlich, denn ohne Schulungen für Mitarbeiter und das richtige Maß an Aufklärung kann eine Sicherheitsstrategie nicht funktionieren.
IL: Abschließend sei die Frage gestattet: Wie schützt sich eigentlich ein IT-Sicherheitsberater persönlich vor Cyberattacken und Datenklau? –
GS: Ich setze privat auch nichts anderes um als ich Unternehmen empfehle, das heißt ich halte meinen Rechner aktuell, nutze Virenschutz und Firewall, bin aufmerksam bei sonderbaren EMails und sensibilisiere meine Familie für die Gefahren des Internets. Hinsichtlich Passwörter setze ich nie das gleiche Passwort für verschiedene Web-Portale ein, sondern nutze einen Passwort-Safe, der mir auch gleich Passwörter in ausreichender Länge und Komplexität generiert. IL: Vielen Dank Herr Spiegel für das informative Interview und die Tipps.
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