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In der letzten Session des Knowledge Camps stellt Simon Dückert das Menerva-Programm vor. Er will das Wissensmanagement (KM) damit nach rund 40 Jahren Praxis und Forschung aus der Stagnation holen. Ausgangspunkt ist seine Beobachtung, dass Organisationen trotz demografischem Wandel und KI-Umbruch kaum anders arbeiten als vor zehn Jahren. Das Programm ist als offene Bewegung mit 40 Sprints (ab 1. Januar 2027) angelegt und erinnert an das Apollo-Programm. Es beginnt mit einer Charta aus sieben Thesen, die Einzelpersonen unterschreiben können, und mit einem Kick-off am 20. Oktober. Das Plenum diskutiert Bündnisse, Bildung und Hochschulcurricula und die Frage, warum vorhandenes Wissen nicht umgesetzt wird. Es gibt viel Zustimmung und Bereitschaft zur Mitarbeit.
Shownotes:
ℹ️ Info: The shownotes are in 🇩🇪 German but the episode is in 🇨🇦 English.
Harold Jarche hat seine Karriere im kanadischen Militär gestartet und sich dort auf Entwicklung von Trainings und Computer Based Training spezialisiert (formelles Lernen). Nach einer kurzen Station bei einem E-Learning-/LMS-Anbieter hat er sich selbständig gemacht und. ist Partner der Internet Time Alliance geworden.
Das Lernen in und mit dem Internet hat Harold für seine persönliche Entwicklung kennen und lieben gelernt (informelles Lernen). Mit Seek > Sense > Share hat er ein weltweit bekanntes Framework für das persönliche Wissensmanagement (PKM) entwickelt, die Geschichte dazu erzählt er in dieser Episode. PKM sieht er dabei eng mit der eigenen Arbeit integriert, was er im bekannten Zitat “Work is learning and learning is the work“ beschreibt und wofür sein Weblog mit über 3.700 Beiträgen seit 2004 ein schöner Beleg ist.
Seit 2014 bietet Harold den Personal Knowledge Mastery Online-Workshop an, dessen Namen aus der Disziplin “Personal Mastery” aus Peter Senge’s fünf Disziplinen der Lernenden Organisation abgeleitet ist. Der Workshop läuft über sechs Wochen und bietet 18 Lernaktivitäten, die asynchron bearbeitet werden können.
Am 5. Oktober 2026 startet der letzte Durchlauf des Personal Knowledge Mastery Workshops und ich werde auch mit dabei sein. Wer dabei sein will, kann sich hier anmelden (€ 405,-). Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele von Euch dabei sein werden und wir das Finale gemeinsam mit Harold feiern 🥳
KI verändert die Arbeit von Projektmanagerinnen und Projektmanagern grundlegend – von der einfachen Chat-Unterstützung bis hin zu autonomen KI-Agenten als vollwertige Teammitglieder. Marc Widmann, Transformation Director bei TCS (Tata Consultancy Services) und Fachgruppenleiter bei der GPM (Gesellschaft für Projektmanagement), zeigt, wo KI im Projektmanagement heute wirklich steht. Der Schlüssel liegt nicht in der Technologie, sondern im bewussten Umgang: zuerst Human Intelligence (HI), dann KI – und danach nochmals HI.
Inhalt:
Die GPM ist die deutsche Vertretung der IPMA (International Project Management Association) mit einem Zertifizierungssystem von Level D (Einsteiger) bis Level A (Programm- und Portfolio-Verantwortung). Die fünf klassischen Projektphasen umfassen Initialisierung, Definition, Planung, Umsetzung/Steuerung und Abschluss. Besonders die Lessons Learned am Projektende werden zu selten durchgeführt – oft weil Zeit und Budget dafür in der Planungsphase nicht eingeplant wurden.
In einem Workshop mit 20 Projektleiterinnen und Projektleitern erhob Widmann den KI-Reifegrad anhand von vier Stufen: einfacher Chat (1), Agenten mit festen Workflows (2), teamweite Agenten (3) und vollständig autonome KI-Systeme (4). Das Ergebnis: Die Gruppe verortete sich bei 1,75 bis 2. Konkrete Use Cases, die Widmann nicht mehr missen möchte: Projektstrukturpläne und Risikowahrscheinlichkeiten vorab von der KI ausarbeiten lassen sowie KI-gestützte Konfliktmoderation, die er im GPM-Barcamp 2024 mit ChatGPT simulierte – mit wissenschaftlich fundierten Methoden zur Verhandlungsführung. Wachsender Bereich: automatisches Transkribieren von Meetings und die KI als Projektgedächtnis für vergangene Entscheidungen.
Widmann empfiehlt, vorab klar zu definieren, welche Entscheidungen die KI treffen darf. Er entwickelte dafür ein Future Leadership Canvas für hybride Führung. Klare Don’ts: keine vertraulichen Daten in ungeschützte Systeme eingeben, die Lernfunktion in KI-Abos deaktivieren und Halluzinationen stets kritisch prüfen. Beim Thema AI Slob – massenhaft KI-generierter Output, der ungefiltert weitergereicht wird – warnt Widmann vor Qualitätsverlust.
„Zuerst die HI einsetzen, dann die KI – und dann nochmals die HI.“
Widmann erwartet in zehn Jahren hybride Teams aus Human Intelligence und KI mit klar definierten Rollen – etwa ein bis zwei Menschen plus mehrere KI-Systeme pro Projekt. Teams werden kleiner, aber schneller und anpassungsfähiger. Eine vollständige Verdrängung von Arbeitskräften hält er für unwahrscheinlich, da demografischer Wandel und Fachkräftemangel gegenläufig wirken.
„Durch die KI ist meine Arbeitslast nicht weniger geworden. Sie ist aber besser geworden.“
KI im Projektmanagement ist kein Zukunftsthema mehr – der Einstieg gelingt heute schon mit einfachen Chat-Tools. Entscheidend sind klare Governance-Regeln und das bewusste Einbringen menschlicher Erfahrung. Weiterführende Ressourcen: YouTube-Kanäle von Christoph Magnussen und Lars Thomsen sowie der Newsletter auf marc-widmann.de.
Zusammen mit Angelika und Latti habe ich in dieser Episode mal das Thema Lerncoaching besprochen. Die beiden sind schon lange Corporate Learning Coaches bei der DATEV und ich wollte wissen, was die Rolle ausmacht und welche Rolle KI im Lerncoaching spielt oder spielen kann.
Im Podcast geben Angelika und Latti Einblicke in ihre Arbeit als Corporate Learning Coaches bei DATEV. Sie erläutern, wie die Rolle entstanden ist, welche Aufgaben sie umfasst und wie sie sich von klassischem Coaching unterscheidet. Dabei beleuchten sie auch die Potentiale und Grenzen von KI als Learning Coach und geben einen Ausblick auf die Zukunft ihrer Rolle.
Die Geschichte der Corporate Learning Coaches bei DATEV begann 2018 mit der Einführung flexibler Feature-Teams. Diese Teams arbeiteten mit einem gemeinsamen Backlog und hatten nur etwa drei Monate Zeit für ihre Arbeitspakete. Da oft erst kurz vorher bekannt wurde, welches Team welches Paket übernimmt, entstand regelmäßig eine Lücke zwischen den vorhandenen und den benötigten Fähigkeiten.
Um diese “Gaps” schnell zu schließen, wurde die Rolle des Corporate Learning Coaches geschaffen. Latti, ursprünglich Mainframe-Entwickler mit einer Ausbildung zum Datenverarbeitungskaufmann, war 2019 der erste in dieser Position. Seine Transformation vom klassischen Programmierer zum Learning Coach wurde durch Erfahrungen auf Barcamps wie der SoCraTes geprägt, wo er neue Formen des Lernens und Wissensaustauschs kennenlernte.
Angelika, Diplompädagogin mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung, stieß Ende 2019 zum Team und absolvierte ein Training-on-the-Job bei Latti. Die beiden ergänzen sich optimal: Während Latti den technischen Hintergrund und ein ausgeprägtes Netzwerk mitbringt, verfügt Angelika über didaktisches Know-how und Coaching-Kompetenzen.
Der Corporate Learning Coach bei DATEV unterscheidet sich deutlich von klassischen Beratungs- oder Mentoring-Rollen. Im Zentrum steht eine spezielle Haltung: Die Coaches sehen sich nicht als Wissenslieferanten, sondern als Begleiter, die davon ausgehen, dass die Lernenden selbst am besten wissen, was sie lernen möchten.
Diese Haltung manifestiert sich in mehreren Prinzipien:
Bei DATEV existieren drei verwandte Rollen: Lerncoach, Lernbegleiter und Corporate Learning Coach, wobei letztere die umfassendste ist und Elemente aller anderen Rollen integriert.
Die Rolle der Corporate Learning Coaches bei DATEV ist bewusst vielschichtig und flexibel gestaltet. Sie arbeiten auf vier verschiedenen Ebenen:
Ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit ist die Kuration von Lerninhalten. Sie fungieren als “Auge und Ohr” für ihre Einheit, entdecken relevante Informationen und leiten diese gezielt an die entsprechenden Zielgruppen weiter. Dabei nutzen sie Teams-Kanäle mit spezifischen Labels, um sicherzustellen, dass nicht jeder alles bekommt, sondern nur die relevanten Informationen.
Das Netzwerk spielt eine zentrale Rolle in ihrer Arbeit. Wie Angelika es formuliert: “Das Netzwerk ist der schnelle Zugriff auf das Wissen der anderen.” Statt externes Know-how teuer einzukaufen, vermitteln sie oft zu internen Experten oder nutzen ihre externen Kontakte für schnelle Lösungen.
Ein konkretes Beispiel für ihre Arbeitsweise: Bei einem AWS-Schulungsbedarf konnte Latti durch sein Netzwerk innerhalb einer Woche einen Experten organisieren, während der klassische Beschaffungsprozess über die Weiterbildungsabteilung Wochen gedauert hätte.
Neben dem direkten Coaching betreiben die beiden auch aktives Community Management. Sie organisieren alle sechs Monate einen “Lerntag” für ihre gesamte Einheit, bei dem rollen- und hierarchieübergreifend voneinander und miteinander gelernt wird. Dabei bringen sie bewusst Menschen auf die Bühne, da das Erklären von Wissen den Lerneffekt für die Vortragenden selbst verstärkt.
Ein wichtiger Baustein ihrer Arbeit ist das Expert Debriefing - ein Verfahren, um Wissen von ausscheidenden oder wechselnden Mitarbeitern zu sichern und zu transferieren. Dabei geht es nicht nur um dokumentiertes Wissen, sondern vor allem um die Erfahrungen und impliziten Kenntnisse, die in den Köpfen der Menschen gespeichert sind.
Die Coaches haben auch eine “Sprechstunde” etabliert - einen festen virtuellen Raum, in dem sie zu bestimmten Zeiten ansprechbar sind. Interessant dabei: Oft entstehen zufällige Begegnungen zwischen verschiedenen Personen, die zu unerwarteten Wissenstransfers führen - sogenannte Serendipity-Effekte.
Die Anforderungen an einen Corporate Learning Coach sind vielfältig und lassen sich nicht in einer klassischen Stellenausschreibung abbilden. Die wichtigsten Fähigkeiten umfassen:
Grundlegende Kompetenzen:
Spezifische Skills:
Interessant ist, dass typische Coaching-Ausbildungen oft wichtige Aspekte wie Netzwerken nicht abdecken. Die beiden betonen, dass viel Intuition und Offenheit im Umgang mit Menschen erforderlich ist, was sich schwer in standardisierten Ausbildungsprogrammen vermitteln lässt.
Das Thema künstliche Intelligenz als Learning Coach wird von beiden differenziert betrachtet. Sie nutzen KI bereits als Unterstützung in ihrer eigenen Arbeit, etwa für die Texterstellung oder zur Vorbereitung von Vorträgen. Auch bei der Kuration von Lerninhalten kann KI hilfreich sein, um schnell Überblicke zu verschaffen.
Potentiale der KI:
Grenzen der KI:
Ein zentraler Punkt ist, dass KI derzeit nicht die Fähigkeit besitzt, Menschen zu vernetzen oder ein soziales Netzwerk aufzubauen. Während eine KI theoretisch auf alle Unternehmensdaten zugreifen und dadurch Expertise identifizieren könnte, fehlen noch die technischen und datenschutzrechtlichen Voraussetzungen dafür.
Die Messung der Wirkung von Learning Coaching ist eine bekannte Herausforderung. Bei DATEV haben sie einen pragmatischen Ansatz gewählt: Sie rechneten die gesparten Prozesskosten gegen ihre eigenen Kosten. Beispielsweise konnten sie bei AWS-Schulungen durch ihr Netzwerk Wochen an Beschaffungszeit sparen.
Nach dem ersten halben Jahr hatten sich ihre Kosten bereits amortisiert. Allerdings geben sie zu, dass die eigentliche Lernwirkung schwer messbar bleibt - ein Problem, das auch bei formellem Lernen besteht.
Positive Effekte zeigen sich oft indirekt: Wenn Teams nach einem Townhall-Meeting andere Teams kontaktieren, weil sie gehörte Tools benötigen, oder wenn Wissen zwischen Abteilungen transferiert wird. Diese “stillen” Erfolge sind schwer quantifizierbar, aber für die Organisation sehr wertvoll.
Für die Zukunft ihrer Rolle haben die beiden klare Vorstellungen: Sie möchten ihre Flexibilität und Anpassungsfähigkeit bewahren. Angelikas größter Wunsch ist es, “dass diese Veränderungsmöglichkeiten bestehen bleiben” und sie nicht in starre Prozesse gepresst werden.
Die Wirksamkeit ihrer Rolle hängt davon ab, dass sie organisch dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen entfalten können. Eine zu starke Formalisierung würde ihrer Ansicht nach die Effektivität reduzieren.
Bezüglich der Skalierung sehen sie den größten Hebel darin, gezielt dort zu wirken, wo sie den maximalen Impact erzielen können, anstatt die Anzahl der Coaches zu multiplizieren.
Für alle, die sich für das Thema Learning Coaching interessieren, empfehlen die beiden verschiedene Ressourcen:
Communities:
Experten und Influencer:
Unternehmen als Vorbilder:
Beide betonen die Wichtigkeit von externen Impulsen und Netzwerken, um nicht im “eigenen Saft zu schmoren” und kontinuierlich neue Ideen und Ansätze zu entdecken.
Disclaimer: Die Zusammenfassung ist mit KI-generiert.
Am 28. Mai 2025 habe ich mich an seinem letzten Arbeitstag mit Manfred Langen bei Siemens in München getroffen und diesen Podcast zu 30 Jahre “Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß …” aufgenommen.
Vorstellung Manfred
Wissensmanagement bei Siemens von 1995 bis heute
Organisatorische Verankerung von Wissensmanagement
Wenn Siemens wüsste …
Tipps für den Einstieg ins Wissensmanagement
Der im Podcast erwähnte “Artikel” wird im Rahmen einer Jubiläumsschrift der Gesellschaft für Wissensmanagement im Lauf des Jahres auf gfwm.de erscheinen.
Ich habe mich mit Jöran getroffen und wir haben über das Lernen und Lehren mit einem Mindset “aus dem Internet” gesprochen. Es ging konkret um das Barcamp-Format, weitere Peer Learning Formate wie Meetups, MOOCs, Hackathons & Co. sowie moderne Formen der Zusammenarbeit.
Shownotes:
Hinweis: Mit (*) markierte Links sind Affiliate-Links.
Ich habe mit den beiden Autoren von Superkraft ChatGPT Oliver Bock und Florian Knust (Clever Mangos) über die Kunst des Promptings gesprochen. Das Buch fokussiert auf ChatGPT, funktioniert aber auch mit Microsoft Copilot, Claude, Gemini & Co. Zentrales Element des Buchs ist das ChatGPT Cheet Sheet (CC BY ND), ein “Spickzettel” mit den wichtigsten Tipps & Tricks.
Shotnotes:
Am Ende haben wir über Podcast-Equipment gesprochen, im Einsatz waren Rode Procaster Pro 2, Beyerdynamic DT297, Focusrite Vocaster One, Reaper, Ultraschall und Studio Link.
Am 27. September 2024 habe ich mich mit Simon Burda und Andreas Lenz von der DATEV in der Akademie getroffen, um über das Peer-to-Peer-Lernformat “Wenn DATEV wüsste, was DATEV weiß” (wDw) zu sprechen. Gemeinsam mit Chris Kny sind sie die organisatoren des Formats.
Im Podcast neues lernen haben Simone Wanken und Chris bereits über organisatorische Rahmenbedingungen und die Einbettung in #DATEVlernt gesprochen. In dieser Episode sprechen wir eher über die operative Umsetzung der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von wDw Sessions. Wer Sharepoint Online nutzt, kann sich die Plattform mit dieser Episode schnell nachbauen.
Shownotes:
Am 5. Juli 2024 war ich zu einem Vortrag mit dem Titel “Zurück in die Zukunft der Arbeit” auf das Radical Arbeiten Sommercamp von Markus Väth eingeladen. Im Vortrag habe ich die Brücke zwischen den teils radikalen Ideen des Managements im 20. Jahrhundert hin zum Wissensmanagement und der Wissensarbeit im 21. Jahrhundert gebaut. Der Vortrag ist auch als Video auf Youtube und als Webräsentation auf Github verfügbar.
Nach längerer Pause haben sich Karlheinz und Simon mal wieder getroffen und die Themen aus Corporate Learning Community und lernOS Community besprochen.
Shownotes:
From the publisher's feed
Im Podcast Keep Calm and Learn On redet Simon Dückert mit Expert*innen aus…

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