Im dritten Hintergrund steht der amerikanische Historiker und Essayist Thomas Frank im Mittelpunkt, der Populismus nicht als Bedrohung, sondern als Erinnerung an das demokratische Versprechen versteht. In seinem Buch The People, No erinnert er daran, dass Populismus ursprünglich eine Bewegung der Selbstermächtigung war – ein Versuch, die Demokratie zu vertiefen und ökonomische Macht zu begrenzen. In Listen, Liberal und What’s the Matter with Kansas? beschreibt Frank, wie die Demokratische Partei den Kontakt zu den arbeitenden Menschen verlor und damit das Feld für einen entleerten, von Donald Trump instrumentalisierten Populismus öffnete. Für Frank gibt es einen echten Populismus, der auf Gleichheit und Teilhabe zielt, und einen falschen, der Angst und Spaltung schürt. Populismus ist in seiner Sicht kein Fremdkörper, sondern ein Frühwarnsystem der Demokratie. Damit schließt sich der Kreis zu den vorhergehenden Hintergründen: Wie Hofstadter, Laclau, Mudde, Hall, Goldberg, Yarvin und Derber zeigt auch Frank, dass Populismus Ausdruck gesellschaftlicher Spannungen ist – zwischen Eliten und Bürgerschaft, Vernunft und Emotion, Macht und Vertrauen. Die Herausforderung besteht darin, diese Energie nicht den Demagogen zu überlassen, sondern sie in eine demokratische Kultur der Teilhabe zu verwandeln.