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Über dieses Thema habe ich mit Kristina Weber geredet. Sie ist Mama von drei Jungs, und sie ist Redakteurin und Moderatorin beim Bayerischen Rundfunk. Dort hat sie eine Sendereihe ins Leben gerufen und leitet diese auch, die unter dem Titel „Eltern ohne Filter“ Themen des Familienlebens, der Erziehung und auch sonstige Generationenfragen kritisch und schonungslos anspricht. Ich wollte von ihr wissen, wie sie in ihrer Familie mit den Bedrohungen umgeht, die der Klimawandel auf das Wohlergehen der Kinder haben kann. Was wird von wem thematisiert und wie offen ausdiskutiert? Wann und wie kann man Gefühle der Selbstwirksamkeit unterstützen, die ja eine ganz wichtige Ressource sind?
Ergänzend zu diesem Interview gibt es im Artikel dazu weitere Gedanken.
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Man traut sich das ja schon fast nicht mehr zu sagen oder zu denken, aber es scheint an einigen Ecken durchaus so, als ob ein Wandel unterwegs wäre, als ob es auch Kipppunkte in die richtige Richtung geben könnte. So als ob Menschen, Städte, Unternehmen, ja ganze Staaten anfangen, das Spiel umzudrehen – nicht laut, nicht perfekt, aber beharrlich und bemerkbar.
Ein Fonds hier, eine Wahl dort, ein Preis, ein Stadtprojekt, eine industrielle Verschiebung. Nichts davon löst die Krise allein, aber zusammengenommen ergeben sie so etwas wie ein Muster. Das Bild einer Welt, die sich – allen Rückschlägen zum Trotz – scheinbar in Bewegung gesetzt hat.
Hier die wichtigsten Links zum Thema:
* Zu den aktuellen Wahlen in den USA
* Tropenwaldfonds TFFF: Tropical Forest Forever Facility
* Adam Tooze im Podcast der Heinrich Böll Stiftung: Kritik am TFFF
* Jochen Flasbarth im Podcast der ZEIT
* Text in der New York Times, u.a. zur Entwicklung der Elektroautos.
* Die Städteallianz C40
* Der Earth Shot Prize 2025
Zur geschriebenen Version dieses Beitrags geht es hIer:
Das ominöse „project 2025“ geht jetzt schon einige Zeit durch die Presse, es ist leider mehr als angebracht, diesen obskuren und sehr umfangreichen Plan unter die Lupe zu nehmen. Ich habe mir das Dokument heruntergeladen und nach Klima-Themen durchsucht. Davon gibt es jede Menge, und zwar in einer Tonalität, in einem Ausmaß und in einer Konsequenz, dass man sich fürchten kann.
Das ominöse „project 2025“ geht jetzt schon einige Zeit durch die Presse, es ist leider mehr als angebracht, diesen obskuren und sehr umfangreichen Plan unter die Lupe zu nehmen. Ich habe mir das Dokument heruntergeladen und nach Klima-Themen durchsucht. Davon gibt es jede Menge, und zwar in einer Tonalität, in einem Ausmaß und in einer Konsequenz, dass man sich fürchten kann.
Einer der großen Klimaforscher hat einmal verzweifelt angemerkt, die Wissenschaft könne nicht noch lauter Alarm schlagen, ihre Warnungen seien längst formuliert. Vielleicht sei es nun an der Kunst, die Herzen zu erreichen, wo der Verstand schon längst Bescheid weiß. Musik, Malerei, Ästhetik, oder eben auch die Literatur.
Damit sind wir bei einem relativ neuen literarischen Genre: Climate Fiction – oder kurz CliFi. Romane, die Klimakrisen fühlbar machen. Geschichten, in denen Wissenschaft, Emotion und Fantasie verschmelzen.
4 Romane werden beispielhaft vorgestellt:
* Das Ministerium für die Zukunft (Kim Stanley Robinson)
* Die Geschichte der Bienen (Maja Lunde)
* Blue Skies (T.C.Boyle)
* Toxin (Kathrin Lange und Susanne Thiele)
Wenn ich an meine Enkelkinder denke, wünsche ich mir, dass sie nicht nur von Katastrophen lesen, sondern auch von Möglichkeiten, diese zu verhindern. Dass sie in Geschichten Bilder finden, die Mut machen.
Climate Fiction kann uns zeigen, dass die Zukunft nicht feststeht. Sie ist erzählbar – und damit veränderbar.
Einerseits sagen Studien, dass Menschen besser mit der Bedrohung durch die Klimakrise umgehen können, wenn sie informiert sind. Wissen schützt vor dem Gefühl der Ohnmacht.
Andererseits: Je tiefer wir eintauchen, desto klarer wird auch, wie gewaltig die Gefahren sind. Und das kann Ängste, Wut oder Resignation verstärken. Zwischen diesen Polen – zwischen notwendiger Aufklärung und der Gefahr, daran zu verzweifeln – müssen wir unseren eigenen Weg finden.
Es gibt natürlich wieder mal kein Rezept, keine allgemeingültige Lösung. Aber es gibt Erfahrungen, die immer wieder auftauchen: dass es hilfreich sein kann, die Informationsflut bewusst zu dosieren; dass Selbstwirksamkeit – also das Gefühl, selbst etwas beitragen zu können – psychisch stabilisierend wirkt; und dass der konkrete Kontakt zur Natur oft mehr Trost und Orientierung schenkt als jede Statistik. Ein Spaziergang im Wald, die Arbeit im Garten oder das Beobachten von Vögeln kann zur kleinen, fast unscheinbaren Gegenmedizin werden.
Dieses Spannungsfeld – zwischen Wissen und Überforderung, zwischen globalen Katastrophenmeldungen und der „kleinen“ Kraftquelle Natur – gilt es, klug zu gestalten und damit ganz individuell umzugehen
Was kann ich selber tun?
Eine kleine Checkliste für Selbstwirksamkeit und seelische Stabilität gibt es hier zum Download:
Wenn wir auch nur annähernd die völkerrechtlich verbindlichen Klimaziele einhalten wollen, müssen wir den Ausstoß an Treibhausgasen budgetieren, das heißt begrenzen.
Jetzt verursachen aber die einen ganz viel von diesen Treibhausgasen, die anderen müssen die Suppe auslöffeln, also stimmt da was ganz gewaltig nicht, oder?
Merkpunkte für Diskussionen
* Ungleichheit im Zentrum: Wohlhabende und reiche Länder tragen die größte Verantwortung, arme Menschen und Länder leiden am stärksten.
* Schwellenwerte sichern: Grundbedürfnisse wie Wasser, Gesundheit und Sicherheit dürfen für niemanden unterschritten werden.
* Suffizienz statt „immer mehr“: Technik allein reicht nicht – wir müssen fragen: Wie viel ist genug?
* Freiheit hat Grenzen: Niemand darf Freiheit so ausleben, dass andere (oder kommende Generationen) darunter leiden.
* Politische Aufgabe: Suffizienz ist kein privates Hobby, sondern erfordert klare Regeln, faire Verteilung und Rahmenbedingungen.
* Neue Wohlstandsdefinition: Wohlfahrt sollte sich nicht nur am BIP messen, sondern an Gesundheit, Beziehungen, intakter Umwelt.
Wichtige links:
Ethikrat: Stellungnahme zur Klimagerechtigkeit
SRU: Suffizienz als Strategie des “Genug”
OXFAM: Die tödlichen Folgen der Klimakrise
Ich habe mich wieder auf die Suche gemacht nach Geschichten, Berichten und Menschen, die beispielhaft und hoffnungsvoll, also aktiv vorangehen und der Welt zeigen, dass „es geht“. Und diese Suche ist mir - wieder einmal - überhaupt nicht schwer gefallen, im Gegenteil. Schwer fiel es mir, zu priorisieren und Meldungen und Beispiele wegzulassen.
Ein paar Infos und Quellen, die dir dabei helfen, deine Zuversicht zu üben:
* Podcast: Wie bleiben wir hoffnungsvoll und engagiert, Maja Göpel?
* atmo. Das Umweltmagazin für die Zukunft. (Ausgabe September 2025)
* Kartoffelkombinat München
* viele andere konkrete große und kleine positive Beispiele
* Solarboom in Afrika
* Rückgang der Treibhausgas - Emissionen in China
* Buchtipp: „The Bright Side. Eine optimistische Geschichte der Menschheit“
Der “One Big Beautiful Bill Act” und das Gutachten des US Energieministeriums “Critical Review of Impacts of GHG Emissions on the US Climate“ sind wie zwei Hände, die am selben Ast sägen – dem Ast, auf dem wir alle sitzen.Die eine Hand hackt ihn mit Gesetzen an, die andere schwächt das Vertrauen in die Wissenschaft, das nötig wäre, um neue Gesetze zu erlassen.Und während in Washington der Applaus der Öl- und Gaslobby hallt, spüren wir alle die Erschütterung.
Mich macht all das vor allem - sehr wütend. Natürlich öffnet sich gleich eine ganze Palette von Gefühlen, von Hilflosigkeit über Trauer bis hin zu einem immer stärker werdenden Zorn. Einem Zorn auf die Akteure, auf alle, die solche Menschen gewähren lassen oder sogar wählen und verteidigen.
Denn Klimaschutz lebt nicht nur von Gesetzen, sondern auch von Glaubwürdigkeit. Beides steht jetzt heftig unter Beschuss – „big“, „beautiful“ und brandgefährlich.
Man klammert sich ja inzwischen schon fast an jeden Strohhalm. Irgendein Urteil des Internationalen Gerichtshofs (IGH) in Den Haag schaffte es sogar an die erste Stelle in den ARD Nachrichten (in einer Halbzeitpause). Ein Donnerschlag für den Klimaschutz, oder so ähnlich war die Aussage. Tatsächlich handelt es sich nicht um ein Urteil, sondern um ein Gutachten, nichtsdestotrotz hat dieses Gutachten enorme Bedeutung und ist es wert, sich damit ausführlicher zu beschäftigen.
Das Gutachten setzt einen verbindlichen Rechtsstandard, der als Orientierungs- oder Warnungsfunktion dient und von nationalen Gerichten herangezogen werden wird. Für laufende Klimaklagen ist dies eine Steilvorlage. Der Donnerschlag aus Den Haag wird den politischen und öffentlichen Druck erhöhen, ambitioniertere Klimaziele zu setzen und den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen voranzutreiben. Natürlich ist dabei mit erbitterten Kämpfen, Widrigkeiten und auch Niederlagen zu rechnen (s.o.) Das Gutachten schränkt politische Freiräume ein und macht es schwieriger, sich der Verantwortung zu entziehen.
Allerspätestens bei der Frage “wer zahlt?” wird es auch hier wieder erst so richtig spannend. Das Gutachten präzisiert nämlich, dass der Status eines "entwickelten" oder "sich entwickelnden" Staates nicht statisch ist, sondern von den aktuellen Umständen abhängt. Dies sollte schließlich zu einer gerechteren und dynamischeren Lastenverteilung im Kampf gegen die Klimakrise führen. Es ist ein Aufruf zu mehr globaler Solidarität und Zusammenarbeit.
Auch allein die bezifferbaren, kalkulierbaren Kosten und Risiken sind so eindeutig, dass jede Entscheidung GEGEN wirksamen Klimaschutz absolut verantwortungslos ist. Oder rechnet da jemand klammheimlich damit, dass die schlimmsten Kosten nur die anderen treffen? Und dass sie von der Allgemeinheit beglichen werden? Dass man selber schon wieder auf der Sonnenseite landen wird? Dass es weit weg und irgendwann passiert?
Hey - aufwachen! Diese Zeit ist vorbei, das geht nur noch, wenn man den Kopf in einen wirklich ganz großen Sandhaufen steckt.
Fazit:
* Klimaschutz ist teuer.
* Kein Klimaschutz ist noch viel teurer.
* Die größten und schmerzhaftesten Kosten tauchen in keiner Statistik auf.
* Es ist höchste Zeit. Und zwar JETZT!
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