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Jens Alers, 50, ist freischaffender Mitarbeiter der Schulte Gruppe und selbstständiger Berater in der maritimen Industrie. Jens arbeitet seit 30 Jahren in verschiedenen Positionen für die internationale Fracht-Schifffahrt: Er verkaufte Lade-Kapazitäten in Hamburg und London, vermittelte den Verkauf großer Containerschiffe in Hong Kong, besorgte von der Isle of Man die technische Betreuung sensibler Flüssiggas-Tanker und gründete in Bermuda schließlich eine eigene Reederei mit aktuell neun Massengut-Frachtern.
Im Gespräch mit DocPhil erklärt Jens, dass drei Schiffe seiner Arbeitgeber von Piraten entführt wurden und erläutert wie das Lösegeld über den Schiffen aus Hubschraubern abgeworfen wurde. Reeder hätten ihre Schiffe mit Stacheldraht und anderen Selbstschutzmaßnahmen aufgerüstet, sagt Jens. Zusammen mit den internationalen Militär-Patrouillen sei das sei eine der effektivsten Maßnahmen gegen Piraten bisher.
Während unterbezahlte Crews eine Ausnahme seien, erklärte Jens die Schiffs-Verschrottung an indischen Küsten zu einem “schwarzen Fleck” der globalen Schifffahrt. Hier müssten sich das Verantwortungsgefühl der betroffenen Reeder, lokale Gesetze und globale Abkommen – etwa über die WTO – ändern.
In diesem zweieinhalbstündigen Gespräch geht es um die Ökonomie der Schifffahrt, neue Flüssiggas-Antriebe und Schiffsfonds. Natürlich erklärt Jens auch, wie er zum deutschen Honorar-Konsul auf Bermuda geworden ist – und was man da so zu tun hat.
Nachfragen und Anregungen wie immer gern in den Kommentaren. Wer möchte, kann Jens aber auch eine Email schreiben: [email protected]
Blick auf Meer vor Kreta
Cindy und Onkel Andi sitzen am Kreuzberger Landwehrkanal und sprechen was so anliegt: Cindys Untermieter haben versucht, bei ihm Dollar zu tauschen und in Erfahrung zu bringen, ob Berlin eigentlich gefährlich ist, worauf Cindy keine Antwort wusste. Onkel Andi war in Griechenland und ist ohne Drachmen zurückgekehrt, aber mit der niederschmetternden Nachricht, dass von unserer Zivilisation nur eine 20 Zentimeter breite, etwas dunklere Erdschicht übrig bleiben wird, außerdem entlarvt er das moderne Griechenland als eine Erfindung deutscher und englischer Romantiker, Cindy versucht ihn mit Schnurren aus dem Koran zu trösten und besteht am Ende darauf, dass nicht etwa alles gut wird, sondern schon alles gut geworden ist. Ein Küchenradio im alten Stil.
Der Choreograf Felix Ruckert hat die Schwelle 7 gegründet, eine Fabriketage im Wedding, auf der Menschen mit ihren und anderen Körpern experimentieren und Grenzen austesten können: Tanzen, Bondage, Orgien. Frau Katja und DocPhil besuchen Felix in seinem Schlafzimmer, lassen sich Peitschen vorführen und sprechen mit Felix über Normen, Scham und die Schwelle 7 als Performance-Theater. Die Schwelle muss ihr aktuelles Zuhause verlassen und sammelt per Crowdfunding Geld – mit attraktiven Perks.
Der tanzenden Senior ab Minute 53 mimte einen Schwerstpflegebedürftigen – er und sein Pflegedienst kassierten jeden Monat über 1000 Euro, sagt Stephan von Dassel, Stadtrat für Soziales und Bürgerdienste im Bezirksamt Mitte. Betrügerische Pflegedienste widmeten sich “einem der lukrativsten Verbrechen” und verursachten Schäden von bis zu zwei Milliarden Euro, erklärt Stephan von Dassel im Küchenradio. DocPhil lässt sich erklären wie das verschwiegene Betrugskartell aus Simulanten, Pflegediensten und Ärzten funktioniert – und warum viele Sozialämter und Pflegekassen so wenig dagegen machen.
Pirat Martin Delius ist Vorsitzender des BER-Untersuchungsausschuss im Berliner Landtag und soll aufklären, wie es zum Milliarden-Desaster “Berlin Brandenburg International” kommen konnte. Vor gut zwei Jahren war Martin schon mal im Küchenradio und hat über die Ermittlungen berichtet, damals aber war der Ausschuss gerade erst gegründet worden.
Seit dem hat der Untersuchungsausschuss einiges ans Licht gebracht. Warum die laufenden Planänderungen ins Desaster führten, welche fatale Rolle der damalige Geschäftsführer Schwarz spielte und wieso der Aufsichtsrat lange kein realistisches Bild der Baustelle hatte, erklärt Martin jetzt im Küchenradio. Seine Prognose: Wenn der BER bis Ende 2016 in Betrieb geht, wird er die Berliner Monatlich 100 Millionen Euro kosten. Seine Empfehlung: BER zur Messe umbauen und einen neuen, großen Flughafen an geeigneter Stelle bauen – dann aber mit persönlich haftenden Aufsichtsräten und funktionierender Bauüberwachung.
Wer noch mehr Details braucht, findet sie sicher in Martins BER-Gesprächen mit dem Kollegen Holger Klein.
“Wo Chinas Einfluss wächst, leidet die Freiheit”, sagt Markus Rimmele, ARD-Hörfunk-Korrespondent in Shanghai. Er hat über die aktuellen Proteste un Hongkong berichtet, wo er mehrere Jahre gelebt hat (darüber hat er in KR173 berichtet).
Er erwähnte Artikel von Clay Shirky über “Occupy Hongkong”.
Wir haben das Gespräch am Freitag, 14.11.2014 aufgenommen, also vor der Räumung einiger Protestlager in Hongkong, von denen heute, 18.11.2014, berichtet wird.
Foto: Michael Lange
Michael Lange veröffentlicht in seinem Blog “Berlin in den 90ern” Fotos, die in den 90ern in Berlin gemacht hat. Dazu stellt er oft Fotos, die er Jahre später aus derselben Perspektive gemacht hat. Diese Bilder sind auch in seinem Buch “Rückblende” erschienen. Reimund Spitzer vom Golden Gate war schön öfter im Küchenradio (KR005 und KR363), viel in den Clubs der 90er unterwegs und unterstützt DocPhil und Onkel Andi an diesem Abend. Weil es viel um Bilder geht, haben wir mal wieder Videokameras eingeschaltet. Viel Spaß.
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Tim Florian Horn ist 32, war Produzent bei der California Academy of Sciences und leitet jetzt des Berliner Zeiss-Großplanetarium an der Prenzlauer Allee. Er führt DocPhil durch das ausgeweidete Gebäude. Berlins größtes Planetarium ist geschlossen und wird unter Tims Leitung umgebaut zu einem “Wissenschaftstheater”: Mit 8K-Projektoren und 3D-Sound sollen nicht nur astronomische Phänomene beleuchtet werden. Tim möchte geografische, physikalische oder chemische Datensätze visualisieren, um zu zeigen, wie Erdbeben ablaufen oder Organe von ihnen aussehen. Schulen sollen die Möglichkeit bekommen, mit Hilfe der Software World Wide Telescope selbst kreierte 360-Grad-Filme in der 30-Meter-Kuppel zu zeigen.
Ulf Buermeyer, Richter am Landgericht Berlin, hat ein Jahr Sabbatical genommen und an der Law School der Columbia University in New York noch einen Master of Laws (LL.M.) gemacht. Er dachte, die USA zu kennen. Ein Irrtum. DocPhil und OnkelAndi sprechen mit Ulf über seine Studien, seine Reisen mit Amtrak, das us-amerikanische Rechtssystem, die Kaputtheit der USA und das Selbstverständnis seiner Bewohner. Ulf hat das Land aber auch lieben gelernt. Auch das ist Thema.
Cindy und Onkel Andi spazieren in Gedanken über die Rote Insel, das letzte Stück Berlin, das die Touristen noch nicht gefunden haben. Vielleicht liegt es an der lauten Straße, an den billigen Asiaten oder an der auffälligen Häufung von Bestattungsinstituten an den Ecken oder an den vielen freien Parkplätzen: Auf der Roten Insel will eigentlich niemand wohnen.
Umso besser, dass der geplante Spaziergang immer weiter hinausgeschoben wird, da es doch viel Wichtigeres gibt: Ein Flugzeug verschwindet spurlos, Chinesen entdecken das Alien-Gen im Menschen, der Himmel hat nur Platz für 144.000 Seelen, alles passt irgendwie mit allem zusammen, Onkel Andi ist wieder mal beleidigt und Cindy ist schuld, hat aber kein schlechtes Gewissen.
Am Ende wollen Cindy und Onkel Andi aufs Dach steigen, so wie früher in den Neunzigern, tun es aber nicht.
Ein gutes altes Küchenradio ohne Strategie und ohne Gast.
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