Künste im Gespräch

Künste im Gespräch

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Künste im Gespräch episodes

  • Performance in Buchform – menschliche Intelligenz beim Übersetzen
    Der Schlagzeuger Vincent Glanzmann veröffentlicht in Handschrift und mit Zeichnungen versehen ein Buch, das eine Schlagzeug-Solo-Performance beschreibt. Damit eröffnet er neue Wege zum Erleben von Musik. Und: Künstliche Intelligenz und kreatives literarisches Übersetzen: Alles kann KI noch nicht.
    Der Zürcher Schlagzeuger Vincent Glanzmann eröffnet mit seinem «Art Score Book» neue Wege zum Erleben von Musik. In Handschrift verfasst und mit Zeichnungen versehen, beschreibt das Buch eine Schlagzeug-Solo-Performance. Lesende schlüpfen in die Rolle des Performenden und tauchen ein in dessen kreativen Prozess, Gedanken und Gefühlswelt. Dabei tun sich spannende Fragen auf: Soll Kunst erklärt und beschrieben werden, oder entsteht ihre Wirkung eher durch das Unausgesprochene?
    Für das Übersetzen von Gebrauchstexten ist künstliche Intelligenz eine praktische Hilfe. Eignet sie sich aber auch für Übersetzungen von fremdsprachigen literarischen Texten? Die Übersetzerin Barbara Sauser und der Computerlinguist Samuel Läubli sind sich einig: Algorithmen ersetzen die menschliche Kreativität bis jetzt nicht. Aber könnte sich das bald ändern? Und wie wirkt sich künstliche Intelligenz auf den Beruf des Übersetzens aus?
    Erstsendung: 21.11.2024
    28 min
  • Wie Frauen Kunst und Kultur prägen
    Die Galeristin Alice Pauli brachte ab 1961 Kunst nach Lausanne, nun widmet sich eine Ausstellung der einflussreichen Sammlerin und Mäzenin. Und: der Verein FemaleClassics bringt mehr Komponistinnen auf Spiel- und Lehrpläne.
    Alice Pauli: Galeristin, Entdeckerin und Sammlerin
    Alice Pauli hob Lausanne auf die Landkarte der Kunstwelt. In den späten 1950er Jahren war das gesellschaftliche Interesse an Kunst in Lausanne gering. Wer Geld hatte, gab es nicht unbedingt für Kunst aus. Alice Pauli brachte Lausanne die Lust an Kunst bei. Die Frau, die ursprünglich aus der Uhrenbranche kam, eröffnete 1961 eine Galerie, die sehr erfolgreich war. Und sie wurde eine wichtige Unterstützerin für die Plateform 10, das neue Museumsquartier in Lausanne. Eine Ausstellung im «Musée cantonal des Beaux-Arts» würdigt Alice Pauli.
    FemaleClassics fordert mehr Komponistinnen auf den Spielplänen
    Frauen komponieren genauso gute Musik wie Männer. Dennoch stehen Komponistinnen viel seltener als Komponisten auf den Spielplänen von Berufsorchestern oder in Lehrplänen. Aus Empörung darüber gründete die Bratschistin Meredith Kuliew vor drei Jahren den Verein FemaleClassics. Der vermittelt Wissen zu Komponistinnen aller Epochen, veranstaltet jährlich ein eigenes Festival mit frauenkomponierter Musik und kritisiert Schweizer Berufsorchester für zu wenig diverse Spielpläne. Was sagen das Sinfonieorchester Basel und das Berner Symphonieorchester dazu?
    27 min
  • «War and Peas»-Comics und 100 Jahre elektrische Musikaufnahmen
    Seit 2011 veröffentlichen Elizabeth Pich und Jonathan Kunz sonntags online einen «War and Peas»-Comic. Lachen soll man dabei – und ins Nachdenken kommen. – Vor 100 Jahren verbesserten technische Neuerungen schlagartig die Musikaufnahmen. Die elektrische Studiotechnik hat die Musik revolutioniert.
    «Ohne Comic-Zeichnen würde ich wahrscheinlich im Knast sitzen!» – das sagt die deutsche Graphic-Novel Autorin Elizabeth Pich. Zusammen mit dem Comic-Autoren Jonathan Kunz kreiert sie seit 13 Jahren den Webcomic «War and Peas», mit dem die beiden knapp zwei Millionen Follower im Netz erreichen. Darin halten uns etwa sprechende Bäume, Gottesanbeterinnen oder gar der Planet Erde persönlich einen unangenehmen Spiegel vor. Auch im neusten Band «Liebe Erde» bewältigen sie mit Sarkasmus und Zeichenstift ihre eigene Ohnmacht gegenüber den grossen ökologischen Herausforderungen der Gegenwart.
    Im Februar 1925 wurde die erste elektrische Aufnahme eines Musikstücks gemacht – «Feelin’ Kind O' Blue» des Pianisten und Sängers Jack Hylton. Diese neue Technik löste das bis dahin mechanische Aufnahmeverfahren schlagartig ab. Der Einsatz von Mikrofonen und Verstärkern brachte nicht nur entscheidende Vorteile bezüglich der Klangqualität, sondern veränderte auch die Art und Weise der Musikproduktion grundlegend – mit massivem Einfluss auf die gesamte Musikindustrie.
    SRF-Tonmeister Lars Dölle teilt in diesem Beitrag seine feinen Ohren und sein Wissen mit uns.
    28 min
  • Plattenbau-Roman und Italo-Disco-Oper
    Auch unerfüllte Träume seien Träume, «bloss viel gefährlicher», schreibt Sara Gmuer in ihrem Roman «Achtzehnter Stock». Ein Berliner Plattenbau, in dem eine alleinerziehende Mutter lebt. – Zwei Mächte hassen sich, und keiner weiss weshalb: Bonn Park inszeniert «Romeo und Julia» als Italo-Disco-Oper.
    Seit fast 20 Jahren lebt die Schweizer Autorin Sara Gmuer in Berlin. Genauer gesagt, in Berlin-Lichtenberg, einem Stadtteil mit vielen Plattenbauten. Und in einem Plattenbau ist auch Gmuers neuer Roman angesiedelt: «Achtzehnter Stock» handelt von einer alleinerziehenden Mutter, die sich nichts sehnlicher wünscht, als aus der Armut herauszukommen und sich endlich ein glamouröseres Leben leisten zu können. Sie träumt von einer Karriere als Schauspielerin. In der Nachbarschaft wird sie dafür nur belächelt.
    Im Gespräch erzählt Sara Gmuer, wie sie beim Schreiben dieses rasanten Romans vorgegangen ist.
    Buchhinweis: Sara Gmuer: «Achtzehnter Stock». 220 Seiten. Hanser blau, 2024
    Der deutsch-koreanische Theatermacher Bonn Park hat ein feines Gespür für den Zeitgeist. Dabei geht er oft von allgemein bekannten Stoffen aus, aktuell «Romeo und Julia» von Shakespeare. Seine Inszenierung fürs Schauspielhaus Zürich wird keine schlichte Nacherzählung des Originals werden. Das verrät schon der Untertitel des Stücks: «Eine Italo-Disco-Oper». Bonn ist ein Meister darin, Genres zu mischen und damit Konventionen zu hinterfragen. In seiner Zürcher Inszenierung geht es um die Normalisierung von schlechter Laune, die Utopie der Liebe und um Theater als Lüge und Trost.
    27 min
  • Von Handtaschen und Dirigentinnenstäben
    Eine Ausstellung im badischen Offenbach erzählt die Geschichte der Handtasche und ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung. Und in der Oper Bern wird im Sommer eine Frau Chefdirigentin: Alevtina Ioffe. Im Gespräch erklärt die Russin unter anderem, ob Frauen anders dirigieren.
    Es ist ein Accessoire, das bei manchen grosse Emotionen auslöst: die Handtasche. Für ein gehobenes Designermodell bezahlen gut betuchte Modeliebhaberinnen manchmal mehrere Tausend Franken. Man kann Taschen aber natürlich auch ganz nüchtern betrachten, als praktische Behältnisse. Wie unterschiedlich Taschen im Laufe der Jahrhunderte ausgesehen haben, das zeigt jetzt eine Ausstellung im Deutschen Ledermuseum in Offenbach am Main. Die abwechslungsreiche Schau macht unter anderem eines deutlich: Die Form von Handtaschen spiegelt immer auch die Stellung der Frau in der Gesellschaft wider.
    Dirigentinnen, die vor Orchestern stehen, teilweise sogar als Chefin, Dirigentinnen, die in den Gräben der Opernhäuser den Ton angeben – das entwickelt sich langsam zum neuen «normal». Aber ist das wirklich so? Fakt ist, dass dirigierende Männer immer noch weit in der Überzahl sind. Eine, die das ändern möchte, ist die russische Maestra Alevtina Ioffe. Schon als Kind erfuhr sie Unverständnis, wenn sie sagte, sie wolle Dirigentin werden. Ab Sommer 2025 wird Alevtina Ioffe die neue Chefdirigentin der Oper in Bern.
    27 min
  • Sport, Mode und eine Musikerin der Superlative
    Eine Ausstellung zeigt, wie Sport, Gesellschaft und Mode zusammenhängen und wie sich dieses Zusammenspiel in den letzten gut hundert Jahren verändert hat. Und wir fragen nach dem Erfolgsgeheimnis von Beyoncé, die gerade zum grössten Popstar des 21. Jahrhunderts gekürt wurde.
    Sport im heutigen Sinn ist jung. Um 1900 entdeckten die wohlhabenden Menschen der westlichen Welt Bewegung als Freizeitspass. Aktivitäten wie Reiten oder Tennis boten die Gelegenheit zur Geselligkeit. Und sie eröffneten ein ganz neues Feld für die Mode. Denn verschiedene Sportarten erforderten unterschiedliche Bekleidung, die Bewegungsfreiheit bot, Schutz, die gut aussah, aber auch der Schicklichkeit entsprach. Wie die Entwicklung von Sport, Gesellschaft, Mode zusammenhängen und sich immer wieder wechselseitig beeinflussen, davon erzählt eine Ausstellung im Musée Olympique in Lausanne.
    Am 3. Dezember 2024 wurde Beyoncé von Billboard zum grössten Popstar des 21. Jahrhunderts gekürt. Doch Queen Bey ist nicht nur eine Pop-Sensation. Sie ist ein kulturelles Phänomen: Musikerin, Trendsetterin, Geschäftsfrau, Aktivistin, Workaholic, Mutter und Ehefrau – und scheint über jede Kritik erhaben. Doch wie wurde aus einem schüchternen Mädchen aus Houston die starke, selbstbewusste Frau, deren Alben sich heute millionenfach verkaufen und deren Songs zu Hymnen gegen rassistische und sexuelle Diskriminierung und Unterdrückung wurden? Und was ist Beyoncés Erfolgsgeheimnis?
    29 min
  • Dokfilm «Wir Erben» und die Ausstellung «Lighten up!»
    Einen Bauernhof in Südfrankreich, den niemand erben will – davon handelt der Schweizer Dokfilm «Wir Erben». Und was fasziniert Künstler und Künstlerinnen an der inneren Uhr? Das Gewerbemuseum Winterthur zeigt künstlerische Ansätze zur Chronobiologie.
    Vor 20 Jahren haben Simon Baumanns Eltern im Südwesten Frankreichs einen Bauernhof gekauft und sind ausgewandert. Nun, aufs Alter hin, stellt sich die Frage, was mit dem Hof passieren soll: Denn von den Söhnen – der eine Bauer, der andere Filmemacher – möchte keiner diesen Hof. Es besteht Redebedarf. Simon Baumann fährt nach Südwestfrankreich und nimmt die Kamera mit. «Wir Erben» ist ein intimes Familienporträt und zugleich eine politische Geschichte über Privilegien, wie sie vielleicht nur diese zwei Generationen kennen. Ein Gespräch mit dem Filmemacher, unter anderem über den Spagat zwischen Sohn und Filmemacher.
    Pflanzen, Insekten, Fledermäuse und Menschen haben eine innere Uhr, die vom Tageslicht synchronisiert wird. Der Tag- und Nachtrhythmus reguliert die Phasen von Aktivität und Erholung und steuert auch die Körperfunktionen. Wie das genau abläuft, erforscht die noch junge Wissenschaft der Chronobiologie. Ihre Messungen und Daten faszinieren auch Künstlerinnen und Künstler auf der ganzen Welt. Die Ausstellung «Lighten Up!» im Gewerbemuseum Winterthur zeigt eine Vielzahl künstlerischer Ansätze, den Tag- und Nachtrhythmus darzustellen und sinnlich erfahrbar zu machen.
    28 min
  • Zwei Sternstunden in der Geschichte der Musikproduktion
    Beinahe hätte das «Köln Concert» von Keith Jarrett vor 50 Jahren gar nicht stattgefunden – und die Welt wäre um eine musikalische Perle ärmer. Und das Zusammenkommen der grössten Superstars vor 40 Jahren, um in nur einer Nacht «We Are The World» aufzunehmen war eine Sternstunde der Popmusik.
    Von der Krise zur Sternstunde: 50 Jahre «Köln Concert»
    Redaktion: Jodok Hess
    Es grenzt an ein Wunder, dass es diese Aufnahme überhaupt gibt: Um ein Haar hätte der Abend in der Katastrophe geendet, weil anstelle des bestellten Konzertflügels für Keith Jarrett nur ein kleiner Schrottflügel auf der Bühne stand, die Tasten teils kaputt, eigentlich unspielbar. Dass Jarrett nicht sofort wieder abreiste, war der damals 17-jährigen Kölnerin Vera Brandes zu verdanken. Sie überzeugte den Pianisten, doch zu spielen. Und so entstand das «Köln Concert», eine der berühmtesten Aufnahmen überhaupt im Jazz.
    «We Are the World»: eine Sternstunde der Musikproduktion wird 40
    Redaktion: Luca Koch
    Wie viel Glück steckt drin, Michael Jackson, Stevie Wonder und Tina Turner zur gleichen Zeit ins gleiche Studio zu bringen? Bei USA for Africa gelang das schier Undenkbare. In einer Sternstunde der Musikproduktion nahmen am 28. Januar 1985 die bekanntesten Pop-Stars der 80er-Jahre den Titel «We Are the World» auf, um Geld für die Hungersnot in Äthiopien zu sammeln. Sie hatten nur eine Nacht für diese Aufnahme, denn nur dank der American Music Awards waren alle Künstler:innen in Hollywood. Es gab nie mehr eine vergleichbare Musikproduktion, an der so viele grosse Namen des Musikbusiness beteiligt waren.
    28 min
  • Konsum in Zofingen, Bass im Studio 1
    Die Warenwelt erzeugt Nützliches – und Überflüssiges. Daraus kann Kunst werden, zeigen Pat Noser und Monsignore Dies aus Biel. – «So einen Bass-Sound hatte ich noch nie», sagt Heiri Känzig. Er und der Bandoneonist Michael Zisman haben als Letzte im Studio 1 im alten Zürcher Radiostudio aufgenommen.
    Ich kaufe, also bin ich? «Konsum!» im Kunsthaus Zofingen
    Shoppen macht Spass. Vielen Menschen zumindest. Doch nicht alles, was gekauft wird, wird auch gebraucht. Vieles wird gekauft, um Freude zu bereiten – sich und anderen. Die beiden Bieler Kunstschaffenden Pat Noser und Monsignore Dies haben sich mit Lust und Frust des Kaufens beschäftigt. Pat Noser malt grossformatige Stillleben mit zerdrückte Getränkedosen und in Plastik verpackten Snacks. Monsignore Dies verwandelt Fundstücke aus Brockenhäusern in skurrile Installationen. Gemeinsam haben sie im Kunsthaus Zofingen eine Ausstellung eingerichtet, die schlicht «Konsum!» heisst.
    Wer verliert, der findet: Die letzte Aufnahme im Studio 1
    Er wird bald fündig, der Bassist Heiri Känzig, als er auf der Suche nach passenden Stücken für die Duo-Session mit dem Bandoneonisten Michael Zisman seinen dicken Ordner mit den Eigenkompositionen durchblättert. Dass es an der letzten Aufnahmesession im legendären Studio 1 im alten Radiostudio Zürich dann auf so vielen Ebenen um Finden und Verlieren geht, überrascht ihn dann aber doch. Im Gespräch erinnern sich beide Musiker, Michael Zisman und Heiri Känzig, an dieses ganz spezielle letzte Mal zurück und reden über die Entstehung des Albums «Lost & Found».
    27 min
  • Die Pilotin und der Pianist – Annäherungen an Legenden
    Der Film «Misty» erzählt vom US-amerikanischen Pianisten Erroll Garner. Und: Gleich zwei neue Bücher widmen sich der legendären Pilotin Amelia Earhart.
    Annäherung an ein Jazz-Genie: «Misty – The Erroll Garner Story»
    Seine Virtuosität wirkte mühelos, seine Finger glitten elegant und spontan über die Tasten: Der US-Pianist Erroll Garner (1921-1977) erweckte den Eindruck, sein melodisches Spiel gebe einen direkten Einblick in seine heitere Gemütsverfassung. Seine Zugänglichkeit war sein Erfolg. Jetzt nähert sich ein Schweizer Kino-Dokumentarfilm der Karriere des Mannes, der am Klavier zwar sein Innerstes nach aussen kehrte, sein Privatleben jedoch unter Verschluss hielt. Der Regisseur Georges Gachot erzählt, welchen Spuren er für seinen Film gefolgt ist, und wohin ihn diese Reise geführt hat.
    Amelia Earhart: Die Fliegerin, die zum Mythos wurde
    Die US-amerikanische Flugpionierin und Frauenrechtlerin Amelia Earhart überquerte 1932 als erste Frau im Alleinflug den Atlantik. Als sie fünf Jahre später versuchte, die Welt zu umfliegen, stürzte sie tragisch ab.
    Die beiden deutschen Autoren Jo Lendle und Torben Kuhlmann machen in ihren aktuellen Werken die aussergewöhnliche Frauengestalt und den Mythos um sie zum Thema – einmal als Roman und einmal als Kinderbuch.
    Buchhinweise:
    · Jo Lendle: Die Himmelsrichtungen, Penguin 2024.
    · Torben Kuhlmann: Earhart. Der abenteuerliche Flug einer Wühlmaus um die Welt, Nordsüd 2024.
    27 min

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