Langsam Gesprochene Nachrichten | Audios | DW Deutsch lernen

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  • 21.04.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Die Pressefreiheit steht weltweit unter Druck
    Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" sieht die weltweite Pressefreiheit immer mehr unter Druck. Autoritäre Regime, repressive Gesetze und populistische Stimmungsmache trügen dazu bei, dass Journalisten nur unter großen Risiken unabhängig berichten könnten, hieß es bei der Veröffentlichung der Rangliste der Pressefreiheit 2020. Die Auswirkungen der chinesischen Nachrichtenkontrolle habe in der Corona-Krise die ganze Welt zu spüren bekommen. In China, Saudi-Arabien und Ägypten säßen weltweit die meisten Medienschaffenden im Gefängnis, berichtet die Journalistenorganisation.
    Zahl der bekannten Hinrichtungen weltweit gesunken
    Die Zahl der dokumentierten Hinrichtungen weltweit ist 2019 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gesunken. Nach der Jahresstatistik der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wurde die Todesstrafe in 20 Ländern insgesamt mindestens 657 Mal vollstreckt. Das ist ein Rückgang von fünf Prozent im Vergleich zu 2018. Allerdings weisen die Menschenrechtler auf eine riesige Dunkelziffer hin: In China, dem Land mit den meisten vollstreckten Todesurteilen, fallen Hinrichtungen unter staatliche Geheimhaltung, sodass eine genaue Dokumentation nicht möglich ist.
    Syrien schießt israelische Raketen über Palmyra ab
    Die syrische Luftwaffe hat mehrere israelische Raketen über der antiken Stadt Palmyra abgefangen. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte der israelische Angriff iranische Milizen in der Wüste zum Ziel. Der Vorfall ereignete sich wenige Stunden nach einem Treffen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad mit dem iranischen Außenminister Dschawad Sarif in Damaskus. Dort berieten die engen Verbündeten über die Entwicklungen in der Region angesichts der Coronavirus-Pandemie.
    US-Präsident Trump will Ölreserven mit Billig-Öl aufstocken
    US-Präsident Donald Trump will den dramatischen Absturz des Erdölpreises dafür nutzen, die strategischen Ölreserven seines Landes aufzustocken. Seine Regierung wolle die Reserven um bis zu 75 Millionen Barrel erhöhen, sagte Trump. Der Preis der US-Referenzsorte WTI war am Montag an der New Yorker Börse erstmals in seiner Geschichte tief ins Negative gerutscht, erholte sich im Anschluss aber wieder. Hauptursache des Preisverfalls sind die weggebrochene Nachfrage in der Corona-Krise durch die drastische Abnahme der globalen wirtschaftlichen Aktivitäten sowie des Straßen- und Luftverkehrs.
    Unionsparteien gewinnen Zuspruch in Corona-Krise - SPD verliert
    Die Deutschen beurteilen die Parteien der Großen Koalition in der Corona-Krise sehr unterschiedlich. CDU und CSU gewinnen im aktuellen INSA-Meinungstrend für die "Bild"-Zeitung mit 38,5 Prozent Zustimmung einen Prozentpunkt hinzu, die SPD verliert einen Prozentpunkt und liegt bei 15 Prozent. Dass die wirtschaftlichen Sorgen inzwischen die gesundheitlichen übertreffen, nutze den Unionsparteien und schade der SPD, sagte INSA-Chef Hermann Binkert. Die anderen Parteien halten ihre Werte: Bündnis90/Grüne stehen bei 16 Prozent, die AfD bei 10,5 Prozent, die FDP bleibt bei 7 und die Linke bei 7,5 Prozent.
    SAP trennt sich von Co-Chefin Jennifer Morgan
    Europas größter Softwarehersteller SAP und seine bisherige Co-Chefin Jennifer Morgan gehen künftig getrennte Wege. Die 48-Jährige habe sich mit dem Aufsichtsrat einvernehmlich darauf verständigt, das Unternehmen zum 30. April zu verlassen, teilte SAP in Walldorf mit. Ihr Co-CEO und Vorstandsmitglied Christian Klein werde das Unternehmen künftig alleine führen. Als Grund nannte SAP die aktuelle Situation, die eine klare Führungsstruktur verlange. Das wertvollste deutsche börsennotierte Unternehmen steht derzeit unter Druck, weil viele Kunden wegen der Corona-Krise offenbar am IT-Budget sparen.
    9 min
  • 20.04.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Einige Fachgeschäfte in Deutschland dürfen wieder öffnen
    Nach wochenlangem Stillstand des öffentlichen Lebens werden in Deutschland die Corona-Auflagen etwas gelockert. Von diesem Montag an dürfen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern sowie alle Auto- und Fahrradgeschäfte sowie Buchhandlungen wieder öffnen. Auch der Schulbetrieb soll allmählich wieder anlaufen. Das Robert-Koch-Institut bestätigte unterdessen insgesamt 141.672 Infektionen, das ist ein Plus von 1775 zum Vortag. Weitere 110 Todesfälle wurden gemeldet, damit sind bislang 4404 Menschen an COVID-19 gestorben. Genesen sind rund 91.500 Menschen.
    Trump bestätigt große Nachfrage nach Waffen
    Die Corona-Krise hat in den USA zu einer beispiellosen Nachfrage nach Schusswaffen geführt. Dies teilte Präsident Donald Trump in Washington mit, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Der US-Munitionshändler Ammo.com hatte für den Zeitraum von Mitte Februar bis Ende März ein Umsatzplus von 792 Prozent verglichen mit dem 40-tägigen Zeitraum davor gemeldet. Der Republikaner verurteilte zugleich schärfere Waffengesetze im Bundesstaat Virginia. Der dortige demokratische Gouverneur Ralph Northam wollte den Bürgern ihr in der Verfassung verankertes Recht auf Waffenbesitz streitig machen, so Trump.
    Bolsonaro-Fans wollen Militärintervention
    Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat an einer Demonstration gegen von Provinzgouverneuren verhängte Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise teilgenommen. "Ihr müsst für eurer Land kämpfen", rief Bolsonaro seinen Anhängern zu, die sich vor dem Hauptquartier der Armee in der Hauptstadt Brasilia versammelt hatten. Die Demonstranten forderten auf Plakaten die Schließung des brasilianischen Parlaments sowie eine Intervention des Militärs an der Seite Bolsonaros. Er ist der Überzeugung, die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit COVID-19 sei lediglich eine "leichte Grippe".
    Sicherheitskräfte in Burkina Faso sollen Gefangene getötet haben
    Sicherheitskräfte in Burkina Faso sollen laut Menschenrechtlern 31 Gefangene getötet haben. Die Männer seien kurz nach ihrer Festnahme am 9. April während eines Anti-Terror-Einsatzes der Regierung in der Stadt Djibo hingerichtet worden, teilte Human Rights Watch (HRW) mit. Die Organisation sprach nach eigenen Angaben mit zwölf Menschen, die Augenzeugen der Festnahme und später der Beerdigung der Gefangenen gewesen seien. Die Opfer sollen dem halbnomadischen Volk der Fulbe angehört haben. HRW forderte die Behörden in Burkina Faso auf, das mögliche Kriegsverbrechen unparteiisch zu untersuchen.
    Kramp-Karrenbauer möchte US-Kampfjets kaufen
    Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat bei der US-Regierung Interesse am Kauf von 45 Kampfjets vom Typ F18 des Herstellers Boeing angemeldet. Die Ministerin habe ihrem US-Kollegen Mark Esper per E-Mail mitgeteilt, die Bundeswehr beabsichtige, 30 "Super Hornet" und 15 "Growler"-Jets zu bestellen, berichtet das Magazin "Spiegel". Ziel sei, die überalterte Tornado-Flotte der Bundeswehr vom Jahr 2025 an zu ersetzen. Eine formale Entscheidung liegt noch nicht vor.
    Blutbad in Nova Scotia schockt Kanada
    Ein Mann in Kanada hat während eines Amoklaufs am Wochenende mindestens 16 Menschen erschossen. Die Opfer wurden an mehreren Tatorten in der Atlantik-Provinz Nova Scotia gefunden, wie die Behörden auf einer Pressekonferenz mitteilten. Auch eine Polizistin wurde demnach getötet. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen 51-Jährigen, der nach stundenlanger Verfolgungsjagd ebenfalls starb. Er verfügte über ein als Polizeiwagen getarntes Auto und trug "einen Teil einer Polizeiuniform", wie ein leitender Kriminalbeamter berichtete. Die Hintergründe der Tat sind noch vollkommen unklar.
    9 min
  • 18.04.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.US-Regierung sagt Landwirten finanzielle Hilfen in Milliardenhöhe zu
    Die US-amerikanische Regierung will die Landwirte in der Corona-Krise mit einem Hilfsprogramm im Umfang von 19 Milliarden Dollar unterstützen. Das entspricht rund 17,5 Milliarden Euro. Die Farmer hätten durch die Pandemie "Verluste noch nie dagewesenen Ausmaßes" erlitten, sagte US-Präsident Donald Trump am Freitagabend. Nach Angaben seines Landwirtschaftsministers Sonny Perdue will die Regierung drei Milliarden Dollar einsetzen, um den Landwirten Milch und Feldfrüchte abzukaufen und diese an Bedürftige zu verteilen. Die restliche Summe soll als Direktzahlung an die Farmer und Rancher gehen.
    Italien meldet Rekordzahl an Corona-Geheilten
    In Italien haben so viele Menschen eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus überstanden wie nie zuvor. Binnen 24 Stunden seien 2563 Menschen genesen, teilte Zivilschutzchef Angelo Borrelli mit. Auch die Zahl der neu bekannt gewordenen Infektionen sei deutlich zurückgegangen. Zwischen Donnerstag und Freitag seien lediglich 3786 neue Fälle gemeldet worden. Nach Angaben des Nationalen Instituts für Gesundheit in Rom haben sich inzwischen fast 17.000 Mitarbeiter des Gesundheitswesens mit dem Virus angesteckt - die meisten von ihnen bei der Arbeit in Krankenhäusern.
    Polens Gesundheitsminister plädiert wegen Corona-Krise für Verschiebung von Präsidentenwahl
    Wegen der Corona-Pandemie hat sich der polnische Gesundheitsminister Lukasz Szumowski für eine Verschiebung der Präsidentschaftswahl um zwei Jahre ausgesprochen. Alternativ könne die für den 10. Mai geplante Abstimmung auch "jederzeit" als reine Briefwahl abgehalten werden. Der Minister stützt damit die Linie seiner Partei PiS, die die Regierung stellt und den amtierenden Präsidenten Andrzej Duda unterstützt. Die PiS hatte bereits zuvor eine Verfassungsänderung vorgeschlagen, um das Mandat des Präsidenten um zwei Jahre zu verlängern. Die Oppositionsparteien im Parlament lehnen dies strikt ab.
    Gericht in Mexiko ordnet Freilassung Gefangener wegen Corona-Pandemie an
    Wegen der Coronavirus-Pandemie ist die Zahl der Asylanträge in Mexiko deutlich zurückgegangen. In den ersten zwei April-Wochen baten 548 Menschen um Asyl, wie die mexikanische Flüchtlingskommission mitteilte. Im gesamten Vormonat seien es noch 5300 Gesuche gewesen. Unterdessen ordnete ein Gericht in Mexiko-Stadt die sofortige Freilassung von älteren, kranken und anderweitig besonders gefährdeten Migranten aus Auffanglagern an. Angesichts der Krise hat das Land Verfahren für Flüchtlinge in Teilen ausgesetzt. Mehrere Staaten Mittelamerikas haben ihre Grenzen geschlossen.
    Seehofer appelliert in Flüchtlingsfrage an europäische Solidarität
    Kurz vor der Aufnahme von rund 50 Kindern und Jugendlichen aus drei griechischen Flüchtlingslagern hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die anderen europäischen Staaten aufgerufen, ebenfalls unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in ihre Länder auszufliegen. "Deutschland hält Wort und zeigt Solidarität", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag" mit Blick auf den geplanten Flug an diesem Samstag. Griechenland brauche nicht nur Unterstützung beim Schutz der EU-Außengrenze, sondern auch bei der Verbesserung der Situation in den Flüchtlingslagern vor Ort und beim Schutz der Schwächsten.
    Prominente Mitglieder der Demokratiebewegung in Hongkong festgenommen
    Die Hongkonger Polizei hat mehrere prominente Mitglieder der Demokratiebewegung festgenommen. Unter ihnen sind der Gründer der auflagestarken Hongkonger Zeitung "Apple Daily", Jimmy Lai, der prominente Anwalt Martin Lee, sowie andere Politiker und frühere Abgeordnete. Das berichteten lokale Medien und Aktivisten auf Twitter. Ihnen wird demnach vorgeworfen, bei den anhaltenden Demonstrationen in der chinesischen Sonderverwaltungsregion im vergangenen Jahr illegale Versammlungen organisiert zu haben. Prodemokratische Kräfte protestieren in Hongkong seit Sommer 2019 fast jede Woche für freie Wahlen und gegen den wachsenden Einfluss der kommunistischen Pekinger Führung.
    NASA schickt Astronauten mit privater Kapsel zur Raumstation ISS
    Die US-Raumfahrtbehörde NASA will erstmals seit fast zehn Jahren wieder Astronauten von amerikanischem Boden zur Internationalen Raumstation ISS bringen. Robert Behnken und Douglas Hurley sollen am 27. Mai vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus ins All starten, verkündete NASA-Chef Jim Bridenstine auf Twitter. Die beiden Männer werden dabei erstmals mit einer Rakete und Raumkapsel des privaten Unternehmens SpaceX zur ISS fliegen. Seit die USA 2011 ihr Space-Shuttle-Programm eingestellt haben, waren Astronauten der NASA auf russische Sojus-Raketen angewiesen, um zur ISS zu gelangen.
    8 min
  • 17.04.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Chinas Wirtschaft bricht massiv ein
    Als Folge der Corona-Pandemie ist Chinas Wirtschaftsleistung erstmals seit Jahrzehnten gesunken. Das Bruttoinlandsprodukt sank im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,8 Prozent, wie die nationale Statistikbehörde in Peking mitteilte. Es ist der erste negative Wert, seitdem die Volksrepublik 1992 begann, Quartalszahlen zu erfassen. Noch im vergangenen Jahr war die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt um 6,1 Prozent gewachsen. Strenge Maßnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Erregers hatten die Wirtschaft zeitweilig zum Stillstand gebracht.
    Chinesisches Wuhan korrigiert Zahl zu Corona-Toten nach oben
    Die chinesische Metropole Wuhan hat überraschend die Zahl ihrer Corona-Toten um rund 50 Prozent nach oben korrigiert. Wie die Behörden berichteten, sind in der zentralchinesischen Stadt weitere 1290 Menschen in Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Toten in Wuhan auf 3896. Bislang waren nur 2579 Toten berichtet worden. Die landesweite Gesamtzahl von bisher 3342 Toten in China wurde zunächst noch nicht offiziell korrigiert, dürfte sich damit aber auf mehr als 4600 erhöhen.
    Trump plant dreistufige Lockerung der Corona-Maßnahmen in den USA
    Mit einem dreistufigen Plan will US-Präsident Donald Trump sein Land auf den Weg zur Normalität zurückführen und die Wirtschaft teilweise wieder öffnen. Einen genauen Zeitplan beinhalten die Richtlinien jedoch nicht. Voraussetzung soll vielmehr sein, dass in den einzelnen Bundesstaaten die Zahl der Coranavirus-Infektionen über einen Zeitraum von 14 Tagen abgenommen haben muss. Erst dann könnten die ersten Lockerungen durchgeführt werden, die beispielsweise eine Öffnung von Restaurants, Kinos oder Kirchen vorsehen, sofern diese den Sicherheitsabstand zwischen Besuchern gewährleisten können.
    IWF gewährt Pakistan Corona-Hilfe
    Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat der Internationale Währungsfonds (IWF) Pakistan einen Notkredit in Höhe von knapp 1,4 Milliarden US-Dollar gewährt. Wie der IWF in Washington mitteilte, hat der Ausbruch von COVID-19 erhebliche Auswirkungen auf die pakistanische Wirtschaft. Mit der Finanzhilfe könne das Land mehr Geld für Gesundheit ausgeben und auch Geberländer der Entwicklungshilfe entlasten. Die pakistanische Wirtschaft leidet unter hohen Haushaltsdefiziten, einer zweistelligen Inflationsrate sowie niedrigen Steuereinnahmen. Premierminister Imran Khan hatte Ende März bereits ein nationales Finanzpaket von 1,2 Billionen pakistanischen Rupien (rund 6,6 Milliarden Euro) angekündigt.
    Brasiliens Präsident entlässt Gesundheitsminister nach Streit um Anti-Corona-Strategie
    In Brasilien muss Gesundheitsminister Luiz Henrique Mandette mitten in der Corona-Krise seinen Hut nehmen. Vorausgegangen war ein mehrwöchiger Streit mit Staatspräsident Jair Bolsonaro um die richtige Strategie zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie. Während Bolsonaro die Gefahren einer Verbreitung lange verharmlost hatte und von einer "Hysterie" sprach, forderte Mandetta ein aggressiveres Vorgehen im Kampf gegen die Pandemie. Sein Nachfolger wird der Onkologe Nelson Teich. Laut Bolsonaro sei mit dem neuen Minister abgesprochen worden, die lokal verhängten Quarantänemaßnahmen zu beenden.
    Deutschland stellt sich in Corona-Krise hinter WHO
    Nach der scharfen Kritik von US-Präsident Donald Trump an der Weltgesundheitsorganisation hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel klar hinter die UN-Behörde gestellt. Nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert soll Merkel bei einer Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen betont haben, dass die Pandemie nur mit einer starken und koordinierten internationalen Antwort besiegt werden könne. Trump hatte der Weltgesundheitsorganisation am Dienstag Missmanagement vorgeworfen und die US-Beitragszahlungen gestoppt.
    Chance auf dauerhafte Waffenruhe im Jemen steigt
    Die Verhandlungen über einen anhaltenden landesweiten Waffenstillstand und humanitäre Hilfsprojekte im Jemen machen nach Angaben der Vereinten Nationen große Fortschritte. Angesichts des ersten Falls einer Coronavirus-Infektion in dem Bürgerkriegsland unterstützen offenbar sowohl die jemenitische Regierung als auch die Huthi-Rebellen eine dauerhafte Waffenruhe grundsätzlich. "Wir erwarten, dass sie die Abkommen in naher Zukunft vereinbaren und formell annehmen", erklärte UN-Vermittler Martin Griffiths. Seit Ende 2014 kamen bei dem Konflikt im Jemen schätzungsweise 112.000 Menschen ums Leben.
    11 min
  • 16.04.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Amnesty warnt vor Einschränkung der Menschenrechte in Corona-Krise
    Amnesty International warnt vor zunehmenden Einschränkungen der Grundrechte in Europa im Zuge der Corona-Krise. Viele Maßnahmen im Kampf gegen das Virus seien zum Schutz der Gesundheit zwar notwendig, so die Menschenrechtsorganisation. Doch einige Regierungen nutzten die Pandemie zur Aushöhlung von Rechtsstaatlichkeit, Diskriminierung, Repression oder Zensur. Amnesty nennt als Beispiele Polen und die Türkei. In Ungarn nutze Ministerpräsident Viktor Orban die Krise als Vorwand, um sich unbegrenzte Macht zu verschaffen.
    Pandemie bringt Asiens Wachstum zum Stillstand
    Asiens Wirtschaft wird in diesem Jahr laut einem Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) zum ersten Mal seit 60 Jahren infolge der Corona-Pandemie nicht wachsen. Das Virus fordere einen "beispiellosen Tribut" an den Dienstleistungssektor der Region und die wichtigsten Exportziele, teilte der IWF mit. Die Auswirkungen des Coronavirus auf die Region würden schwerwiegend, flächendeckend und beispiellos sein.
    Deutschland verlängert Kontaktbeschränkungen bis Mai
    Die Menschen in Deutschland müssen noch mindestens bis zum 3. Mai mit den strengen Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie leben. Das vereinbarten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer. Zugleich beschlossen sie vorsichtige Lockerungen. Geschäfte mit einer Fläche von bis zu 800 Quadratmetern dürfen unter Auflagen ab Montag wieder öffnen. Der Schulbetrieb soll ab dem 4. Mai schrittweise wieder starten. Großveranstaltungen bleiben dagegen bis Ende August untersagt. Auf eine generelle Maskenpflicht konnte sich die Spitzenrunde nicht einigen.
    Corona bringt negative Folgen für die Sicherheit der NATO-Staaten
    NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnt vor langfristigen Folgen der Corona-Pandemie für die Sicherheit der NATO-Partner. Sorge bereite ihm vor allem der mögliche Verkauf sicherheitsrelevanter Unternehmen in der sich anbahnenden Rezession, sagte Stoltenberg nach einer Videokonferenz der Verteidigungsminister des Militärbündnisses. Der zu erwartende wirtschaftliche Einbruch könnte bei schwächeren NATO-Mitgliedern dazu führen, dass Drittstaaten wie China versuchten, in NATO-Staaten sicherheitsrelevante Unternehmen, etwa im Telekommunikationsbereich, aufzukaufen.
    Südkoreas Regierungspartei mit klarem Sieg
    Bei der Parlamentswahl in Südkorea haben die Wähler der Regierungspartei von Staatschef Moon Jae In zu einem klaren Sieg verholfen. Die sozialliberale Demokratische Partei Koreas (Minjoo) kommt nach Auszählung fast aller Stimmen auf 163 Mandate, ihr kleiner Koalitionspartner, die Gemeinsame Bürgerpartei, auf 17 Mandate. Das Regierungslager sicherte sich damit 180 der 300 Sitze in der Nationalversammlung und damit eine komfortable Drei-Fünftel-Mehrheit, wie die Agentur Yonhap berichtete. Das Ergebnis ist auch ein deutliches Ja der Südkoreaner für die Regierungs-Strategie in der Corona-Krise.
    Noch immer keine neue Regierung für Israel
    Nach 16 Monaten Übergangsregierung, drei Parlamentswahlen und monatelangem Machtgerangel haben die Israelis noch immer keine Aussicht auf eine stabile Regierung. Der geschäftsführende Regierungschef Benjamin Netanjahu und sein Widersacher Benny Gantz scheiterten erneut mit dem Versuch zur Bildung einer Nationalen Einheitsregierung. Präsident Reuven Rivlin hatte die Frist zur Regierungsbildung zuletzt noch einmal verlängert, um 48 Stunden bis Mittwoch 24 Uhr Ortszeit. Der Oppositionspolitiker Gantz vom Mitte-Bündnis Blau-Weiß war von Rivlin im März mit der Regierungsbildung beauftragt worden.
    9 min
  • 15.04.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.USA stoppen Zahlungen an die WHO
    Die USA stellen die Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation WHO vorerst ein. Das teilte US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus mit. Er wirft der WHO Versäumnisse im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie vor, macht sie für zahlreiche Todesopfer verantwortlich und attackiert sie als zu China-freundlich. Laut Trump hätte die Epidemie auf ihren Ursprungsort begrenzt werden können, wenn die WHO schneller und entschlossener eingeschritten wäre. Kritiker werfen Trump vor, mit den Attacken auf die WHO von eigenen Versäumnissen in der Corona-Krise ablenken zu wollen.
    US-Regierung hilft Fluggesellschaften
    Die US-Regierung wird heimische Fluggesellschaften wegen der Corona-Krise mit einem milliardenschweren Rettungspaket unterstützen. Zehn Fluglinien - darunter Delta, United, JetBlue und American Airlines - wollten die Finanzhilfe annehmen, hieß es in Washington. Mit dem Geld - einer Mischung aus Fördermitteln und Krediten - soll vor allem der Großteil der Gehälter der Beschäftigten weitergezahlt werden, um Entlassungen zu vermeiden. Laut Medienberichten geht es um insgesamt rund 25 Milliarden US-Dollar (das sind 23 Milliarden Euro).
    Bund und Länder beraten über Corona-Beschränkungen
    Die Bundesregierung und die Bundesländer beraten an diesem Mittwoch darüber, inwieweit die wegen der Corona-Pandemie verhängten Beschränkungen beibehalten oder gelockert werden. Die derzeitigen Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens in Deutschland gelten bis zum kommenden Sonntag. Die Regierungschefs beraten auf Basis mehrerer Expertisen, unter anderem der Wissenschaftsakademie Leopoldina, die eine Öffnung unter Bedingungen empfiehlt. Allerdings zeichnen sich bereits erste Konflikte ab: Nordrhein-Westfalen will die Schulen schnell wieder öffnen, Bayern lehnt dies klar ab.
    UN-Generalsekretär warnt vor "Epidemie der Falschnachrichten"
    UN-Generalsekretär Antonio Guterres fordert einen stärkeren Kampf gegen Falschnachrichten im Zusammenhang mit der Corona-Krise. Er sieht die Betreiber der großen Sozialen Netzwerke in der Pflicht. Die Plattformen müssten mehr tun, um Hass und schädliche Behauptungen über COVID-19 an der Wurzel zu packen. Guterres sprach von einer gefährlichen Epidemie der Desinformation, die sich viral verbreite und Menschen und Gruppen stigmatisiere. Die Welt müsse auch gegen diese Krankheit gemeinsam vorgehen, erklärte der UN-Generalsekretär.
    Südkoreaner wählen inmitten der Corona-Krise neues Parlament
    Überschattet von der Corona-Pandemie wird in Südkorea ein neues Parlament gewählt. Die Wahl gilt auch als Stimmungstest für die Regierung von Präsident Moon Jae In, der in den vergangenen Wochen an Beliebtheit gewonnen hat. Die Mehrheit der Südkoreaner befürwortet seine Strategie zur Bekämpfung von Corona. Für die Wähler gilt eine Mundschutzpflicht, vor allen Wahllokalen gibt es Fiebermessungen. Für die unter Quarantäne stehenden Wähler wurden eigene Wahllokale eingerichtet. Trotz der Pandemie wird eine hohe Wahlbeteiligung erwartet. Stimmberechtigt sind knapp 44 Millionen Menschen.
    US-Demokraten sammeln sich hinter Joe Biden
    Der frühere US-Präsident Barack Obama hat dem designierten demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden offiziell die Unterstützung ausgesprochen, ein symbolisch wichtiger Schritt im Rennen gegen den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump. In einem Video sagte Obama, sein einstiger Stellvertreter im Weißen Haus habe alle Qualitäten, die ein US-Präsident gerade jetzt benötige. Der 77-Jährige ist der letzte verbliebene Präsidentschaftsbewerber seiner Partei. Sein letzter Rivale Bernie Sanders gab vergangene Woche auf und sicherte Biden inzwischen offiziell seine Unterstützung zu.
    9 min
  • 14.04.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Macron verlängert Corona-Ausgangssperre in Frankreich
    Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie wird Frankreich die Ausgangssperre bis zum 11. Mai verlängern. Das gab Präsident Emmanuel Macron in einer Fernsehansprache bekannt. Er begründete seine Entscheidung unter anderem mit überlasteten Krankenhäusern. Mitte Mai sollten dann Schulen und Kindergärten schrittweise wieder öffnen, Restaurants, Cafés oder Hotels aber vorerst geschlossen bleiben. Frankreich ist von der Pandemie hart getroffen. Knapp 15.000 Menschen starben bislang in Zusammenhang mit dem Erreger SARS-CoV-2. Die landesweiten Ausgangsbeschränkungen gelten bereits seit dem 17. März.
    US-Einreisestopp für Europäer bleibt vorerst bestehen
    Der Einreisestopp der USA für Ausländer aus Europa bleibt vorerst bestehen. Italien und Spanien gehe es in der Corona-Krise noch immer nicht gut und Frankreich habe gerade erst Maßnahmen zur Eindämmung des Virus verlängert, sagte US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. Erst wenn es den Ländern besser gehe, wolle man den Einreisestopp "sehr schnell" beenden. Bei der Ankündigung des Einreisestopps Mitte März hatte Trump gesagt, dass die Regelung auf 30 Tage begrenzt sei. Vor zwei Wochen kündigte er bereits an, dass die Maßnahme länger gelten solle.
    IWF verkündet Schuldenerleichterung für 25 Entwicklungsländer
    Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat angesichts der Corona-Krise sofortige Schuldenerleichterungen für 25 Entwicklungsstaaten verkündet. Der IWF teilte mit, er gewähre armen Staaten für einen Zeitraum von sechs Monaten Notkredite, um sie im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu unterstützen. Der IWF-Vorstand bewilligte die Kredite für eine Reihe afrikanischer Staaten sowie für Afghanistan, Nepal, Haiti und den Jemen. Das Geld kommt aus einem 2015 für den Katastrophenfall geschaffenen Fonds, der insgesamt 500 Millionen Dollar umfasst.
    Türkisches Parlament billigt Freilassung zehntausender Gefangener
    Das türkische Parlament hat einen Gesetzentwurf zur Freilassung zehntausender Strafgefangener wegen der Coronavirus-Pandemie gebilligt. Das von der Regierung eingebrachte Gesetz sieht die Entlassung von rund 90.000 Insassen aus überfüllten Gefängnissen vor. Ein Teil von ihnen soll vorzeitig freikommen, ein anderer Teil unter Hausarrest gestellt werden. Ausgenommen sind Gefangene, die nach den Antiterrorgesetzen der Türkei angeklagt sind, wie Journalisten und politische Häftlinge. Kurz zuvor hatte die Justiz den Tod von drei Gefängnisinsassen infolge einer COVID-19-Erkrankung bekanntgegeben.
    Schulterschluss bei den US-Demokraten
    Der ehemalige US-Vizepräsident Joe Biden kann im Rennen um den Einzug ins Weiße Haus auf die Unterstützung seines demokratischen Parteikollegen Bernie Sanders zählen. Sanders hatte vergangene Woche im Vorwahlkampf aufgegeben und damit den Weg für Biden freigemacht, sich allerdings bisher nicht offiziell hinter ihn gestellt. Jetzt erklärte der vor allem bei jungen linken Parteimitgliedern beliebte Senator, er unterstütze Bidens Kandidatur, damit Präsident Donald Trump bei der Wahl im November geschlagen werden könne. Trump sei "der gefährlichste Präsident in der jüngeren Geschichte" der USA.
    Frist für Regierungsbildung in Israel verlängert
    Der israelische Präsident Reuven Rivlin hat die Frist zur Regierungsbildung für den Oppositionskandidaten Benny Gantz um 48 Stunden verlängert. Wie das Präsidialbüro mitteilte, stimmte Rivlin der Verlängerung unter der Voraussetzung zu, dass Gantz vom Mitte-Bündnis Blau-Weiß und der rechtskonservative, geschäftsführende Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sehr nahe an einer Einigung sind. Die beiden Politiker gaben nach einem nächtlichen Treffen eine gemeinsame Erklärung ab, in der es heißt, sie hätten bei der Bildung einer nationalen Notstandsregierung "erhebliche Fortschritte" gemacht.
    9 min
  • 13.04.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Trump weist Vorwurf der Zögerlichkeit in Corona-Krise zurück
    US-Präsident Donald Trump hat sich gegen Vorwürfe von Opposition und Medien gewehrt, frühe Warnungen vor dem Coronavirus ignoriert zu haben. Er verstehe nicht, warum man ihn dann so heftig für die Einführung eines Einreiseverbots aus China kritisiert hätte, schrieb Trump am Sonntagabend auf Twitter. Ranghohe Berater des Präsidenten hatten Medienberichten zufolge bereits Ende Januar vor einer Coronavirus-Pandemie gewarnt, in deren Folge Hunderttausende Amerikaner ums Leben kommen könnten. Trump selbst beteuerte noch bis Anfang März öffentlich, das Virus sei für die USA keine Gefahr.
    Zahl der Corona-Toten in den USA steigt weiter
    Die USA sind nach den jüngsten Berechnungen das Land mit den weltweit meisten bestätigten Todesfällen durch das Coronavirus. Aktuelle Zahlen der Johns-Hopkins-Universität weisen auf mehr als 22.000 Personen hin, die an den Folgen einer Infektion mit dem Corona-Virus starben. Der besonders von der Corona-Pandemie getroffene US-Bundesstaat New York nähert sich bei weiterhin hohen Todesraten der Marke von 10.000 Opfern. Insgesamt haben sich in den Vereinigten Staaten bislang mehr als 555.000 Menschen infiziert.
    RKI meldet erneut weniger Corona-Neuinfektionen in Deutschland
    In Deutschland ist dem Robert-Koch-Institut zufolge mehr als die Hälfte der mit dem Coronavirus infizierten Menschen wieder genesen. Nach den veröffentlichten RKI-Zahlen haben sich 123.016 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt - 2537 mehr als einen Tag zuvor. Wieder gesund sind demnach 64.300 Menschen. Die Zahl der Patienten, die im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben sind, stieg um 126 auf 2799. Nach den RKI-Daten sank die Zahl der Neuinfektionen und die der Todesfälle den dritten Tag in Folge.
    Erdogan lehnt Rücktrittsgesuch ab
    Der wegen kurzfristig verhängter Ausgangssperren in der Kritik stehende türkische Innenminister Süleyman Soylu bleibt im Amt. Präsident Recep Tayyip Erdogan lehnte dessen Rücktrittsgesuch ab. Zuvor hatte Soylu mitgeteilt, er übernehme die volle Verantwortung für die am Freitag verhängte Ausgangssperre und deren Folgen. Die Maßnahme gilt in 31 Städten, so auch in der Hauptstadt Ankara und in der Millionenmetropole Istanbul. Die betroffenen Bürger hatten nur zwei Stunden Zeit, sich auf die Einschränkungen vorzubereiten. Es kam daraufhin zu Panikkäufen in überfüllten Supermärkten.
    Johnson nicht mehr in Klinik
    Der an COVID-19 erkrankte britische Premier Boris Johnson ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Auf ärztlichen Rat hin werde er die Regierungsgeschäfte aber nicht sofort wieder aufnehmen, sagte ein Sprecher. Johnson werde seine Genesung am Landsitz Chequers außerhalb Londons fortsetzen. Der 55-Jährige war vor einer Woche ins Saint-Thomas-Krankenhaus in London eingeliefert worden und lag zeitweise auf der Intensivstation. Mehr als 10.000 Menschen sind in Großbritannien laut einer offiziellen Statistik bereits an der neuen Lungenkrankheit gestorben. Es wird eine hohe Dunkelziffer vermutet.
    Hoffnungsschimmer im Kampf gegen COVID-19
    In Italien ist die Zahl der neuen Corona-Toten deutlich gesunken. Die Gesundheitsbehörden registrierten am Sonntag 431 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden. Das ist der niedrigste Zuwachs an einem Tag seit Wochen. Am Samstag lag die Zahl noch bei 619. Insgesamt starben in dem südeuropäischen Land seit Februar knapp 20.000 Menschen an den Folgen einer Ansteckung mit dem Erreger. In der Lombardei, dem Zentrum der Coronavirus-Verbreitung in Italien, kam es zu einem Rückgang bei der Zahl der Infizierten. Der Chef des Zivilschutzes, Angelo Borrelli, warnte dennoch, die Lage sei noch immer nicht stabil.
    Ölförderung wird stark gedrosselt
    Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat sich mit ihren Partnern darauf geeinigt, deutlich weniger Rohöl auf den Markt zu bringen. Das teilten nach einer Videokonferenz hochrangige Vertreter der wichtigsten Förderländer mit. Demnach sollen ab Mai pro Tag fast zehn Millionen Fass Öl weniger gefördert werden als jetzt. Verbrauch und Preis sind in den vergangenen Wochen deutlich abgesackt. Grund sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft.
    8 min
  • 11.04.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Mehr als 2000 Corona-Tote in den USA
    In den USA sind innerhalb von 24 Stunden erstmals mehr als 2000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore verzeichnete zwischen Donnerstag- und Freitagabend (Ortszeit) 2108 Todesopfer. Das ist der höchste Anstieg binnen eines Tages in einem Land seit Beginn der globalen Pandemie.
    Trump spricht von größter Entscheidung seines Lebens
    Die Coronavirus-Pandemie stellt US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben vor die größte Entscheidung seines Lebens. Es werde eine bedeutende Entscheidung sein, wann und wie das Land wieder zur Normalität zurückkehren könnte, machte Trump vor Journalisten im Weißen Haus deutlich. Der Präsident kündigte an, voraussichtlich am Dienstag ein Expertengremium vorzustellen, das über die Öffnung des Landes beraten soll. Falls die Ausgangsbeschränkungen wie geplant nach nur 30 Tagen aufgehoben werden, rechnen die Gesundheitsbehörden laut "New York Times" mit bis zu 200.000 Corona-Toten.
    Italien verlängert Ausgangssperre
    Die italienische Regierung verlängert die wegen der Corona-Pandemie verhängte strikte Ausgangssperre um drei Wochen bis zum 3. Mai. Regierungschef Giuseppe Conte sprach in einer Fernsehrede von einer schwierigen, aber notwendigen Entscheidung. Wirtschaftsverbände hatten zuvor einen Kurswechsel gefordert und vor den ökonomischen Folgen des Stillstands im Land gewarnt. Italien zählt zu den schwersten von der Pandemie getroffenen Ländern weltweit. Fast 148.000 Menschen steckten sich dort mit dem Virus an. 18.849 Infizierte starben - so viele wie in keinem anderen Land der Erde.
    Bundespräsident Steinmeier hält außerordentliche Fernsehansprache
    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will sich an diesem Samstag in einer Fernsehansprache zur aktuellen Lage in der Corona-Pandemie äußern. Es ist das erste Mal, dass ein Bundespräsident in dieser Form auf ein aktuelles Ereignis eingeht. Normalerweise hält er solche Ansprachen nur jedes Jahr an Weihnachten. Steinmeier hatte zuletzt mehrfach in Videobotschaften zu Zusammenhalt und Geduld angesichts der verordneten Beschränkungen aufgerufen.
    Papst betet Kreuzweg ohne Pilger
    Papst Franziskus hat am Karfreitagabend den traditionellen Kreuzweg in Erinnerung an das Leid von Jesus Christus gebetet. Wegen der Corona-Pandemie fand die Feier nicht am römischen Kolosseum, sondern auf dem nahezu menschenleeren Petersplatz statt. Die Texte für die 14 Stationen des Kreuzwegs stammen von Insassen und Mitarbeitern der Haftanstalt "Due Palazzi" in Padua. Der 83-jährige Franziskus verfolgte die Meditationen von den Stufen des Petersdoms aus. Wegen COVID-19 begeht der Papst sämtliche Osterfeierlichkeiten weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Fernsehsender übertragen live.
    Zehn Millionen Dollar für Informationen über Hisbollah-Kommandeur
    Die USA haben eine Belohnung von bis zu zehn Millionen Dollar für Informationen über den Hisbollah-Kommandeur Scheich Mohammed al-Kautharani im Irak ausgesetzt. Kautharani habe teilweise die politische Koordination der mit dem Iran verbündeten paramilitärischen Gruppen im Irak übernommen, erklärte das Außenministerium in Washington. Der Libanese Kautharani fördere die Taten von Gruppen, die außerhalb der Kontrolle der irakischen Regierung stünden, ausländische diplomatische Vertretungen angriffen und Teil der organisierten Kriminalität seien.
    Versteigerung eines Beatles-Liedtextes bringt mehr als erwartet
    Der Liedtext für den Beatles-Hit "Hey Jude", von Paul McCartney handgeschrieben, ist in den USA für mehr als 900.000 Dollar versteigert worden. Das Manuskript war auf 160.000 Dollar geschätzt worden, wie das Auktionshaus Julien's Auctions in Beverly Hills mitteilte. Der Text wurde von den Beatles 1968 bei der Aufnahme des Klassikers in den Londoner Trident Studios benutzt. McCartney schrieb das Stück nach der Scheidung von John Lennon und dessen Frau Cynthia für den Sohn der beiden. Der Titel lautete ursprünglich "Hey Jules" und sollte den Jungen über die Trennung seiner Eltern hinwegtrösten.
    8 min
  • 10.04.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.EU einigt sich auf Hilfspaket von einer halben Billion Euro
    Die europäischen Finanzminister haben sich nach den zähen Verhandlungen der vergangenen Tage auf ein 500 Milliarden Euro schweres Corona-Rettungspaket verständigt. Bundesfinanzminister Olaf Scholz erläuterte in Berlin, dieses umfasse drei Punkte - Kredite der Förderbank EIB für kleine und mittelständische Unternehmen, ein europäisches Kurzarbeitergeld sowie vorsorgliche Kreditlinien aus dem Rettungsfonds ESM für schwächelnde Länder. Scholz sprach von einem "großen Tag europäischer Solidarität". Von den Soforthilfen dürften vor allem Italien und Spanien profitieren.
    Große Ölförderländer vereinbaren drastische Senkung der Produktion
    Die meisten der weltgrößten Ölförderländer haben sich nach zähen Verhandlungen auf eine drastische Senkung der Produktion geeinigt, um den Verfall des Ölpreises zu stoppen. Der Deal ist nach Angaben der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) aber noch nicht in trockenen Tüchern. Damit er in Kraft treten kann, muss Mexiko zustimmen. Vorgesehen ist, die Produktion im Mai und Juni um zehn Millionen Barrel pro Tag zu senken. Der Ölpreis war zuletzt wegen der Corona-Krise und des Preiskrieges zwischen Russland und Saudi-Arabien zeitweise auf den tiefsten Stand seit 18 Jahren gesunken.
    Guterres warnt vor Pandemien durch Bioterroristen
    UN-Generalsekretär António Guterres befürchtet, dass Bioterroristen künftig Anschläge verüben könnten, um eine Pandemie auszulösen. Bei einem virtuellen Treffen des Weltsicherheitsrats verwies Guterres zur Begründung auf die Schwächen und mangelhafte Vorbereitung, die durch die derzeitige Pandemie offengelegt worden seien. Gleichzeitig appellierte der UN-Chef eindringlich an den Sicherheitsrat, Geschlossenheit in der weltweiten Corona-Krise zu demonstrieren. Er bezeichnete das Vorgehen gegen die Pandemie als "Kampf einer Generation".
    Mehr als zwei Millionen Corona-Tests in den USA
    Die USA haben nach Angaben von Präsident Donald Trump bereits mehr als zwei Millionen Menschen auf das neuartige Coronavirus getestet. "Wir haben das beste Test-System in der ganzen Welt", lobte Trump die Politik seiner Regierung. Gouverneure einiger Bundesstaaten beklagen jedoch, dass es in dem Land mit 330 Millionen Einwohnern immer noch nicht genug Tests gebe. Die Johns-Hopkins-Universität meldet bisher mehr als 465.000 bestätigte Infektionen. Rund 16.600 Menschen starben an COVID-19, davon 1783 innerhalb der letzten 24 Stunden.
    Trump kündigt Rettungsplan für US-Fluglinien an
    US-Präsident Donald Trump hat in Aussicht gestellt, dass seine Regierung am Osterwochenende einen Rettungsplan für die einheimischen Fluglinien vorlegen könnte, die die Corona-Krise in Mitleidenschaft gezogen hat. Es werde ein "sehr großes" Hilfspaket sein, sagte Trump. Die weltweiten Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie haben den Flugverkehr einbrechen lassen. Die US-Fluglinien sind deshalb nach Ansicht vieler Experten auf rasche Staatshilfen angewiesen. Aus Branchenkreisen verlautet, die Regierung erwäge eine befristete Staatsbeteiligung an den Unternehmen American Airlines, Delta, Southwest und United.
    Papst eröffnet Osterfeiern im leeren Petersdom
    Im weitgehend leeren Petersdom hat Papst Franziskus die Gründonnerstagsmesse zum Gedenken an das letzte Abendmahl von Jesus Christus gefeiert. Wegen der Coronavirus-Pandemie waren nur ganz wenige Gläubige zugelassen. Der Vatikan übertrug die Zeremonie als Livestream im Internet. Franziskus erinnerte in seiner Predigt an Geistliche, Ärzte und Pfleger, die in Zeiten von Corona Großes leisteten. Besonders erwähnte er diejenigen, die an COVID-19 gestorben waren. Auch die traditionelle Kreuzweg-Prozession am Karfreitag findet ohne Pilger statt. Sie wurde vom Kolosseum auf den Petersplatz verlegt.
    Lage auf "Alan Kurdi" spitzt sich zu
    Die Situation auf dem Rettungsschiff "Alan Kurdi" im Mittelmeer wird immer prekärer. Kapitänin Bärbel Beuse bat die italienische Rettungsleitstelle um Treibstoff sowie um Nahrungsmittel und Medikamente für die 150 Migranten an Bord, wie der Sprecher der Organisation Sea-Eye mitteilte. Die "Alan Kurdi" ist in der Nähe der Insel Lampedusa. Das unter deutscher Flagge fahrende Schiff hatte die Migranten am Montag vor Libyen aufgenommen. Die italienische Regierung will wegen der Corona-Pandemie die Menschen nicht an Land lassen und forderte Deutschland zum Handeln auf.
    8 min

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