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In einem ehemaligen Franziskanerkloster im historischen Zentrum Berlins wurde 1574 das "Berlinische Gymnasium zum Grauen Kloster" gegründet. Der DDR behagte es nicht, dass die Schüler von einer bürgerlichen Karriere träumten, es wurde umbenannt. Als "Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster" erstand die Schule im Westen wieder auf – Religion, Altgriechisch und Latein werden als Pflichtfächer bis heute gelehrt. 2024 feiert sie ein doppeltes Jubiläum.
Die Geburtskirche in Bethlehem ist eine der ältesten Kirchen der Welt und ein beliebtes Pilgerziel. Doch im Heiligen Land sind die Christen nur noch eine Minderheit. Auch im Irak, in Syrien und der Türkei gibt es kaum noch Christen. Werden sie in den Ursprungsländern des Christentums bald ganz verschwunden sein?
Das allgemeine Persönlichkeitsrecht umfasst auch das Recht auf selbstbestimmtes Sterben, urteilte das Bundesverfassungsgericht 2020. Seitdem ist Sterbehilfe auch in Deutschland erlaubt. Allerdings hat das Urteil neue Fragen aufgeworfen: Wer legt fest, wann ein Suizidwunsch eine freie Entscheidung ist und wann ein Ausdruck von Verzweiflung? Wie lässt sich verhindern, dass Alte und Kranke in den assistierten Suizid gedrängt werden? Ein neues Gesetz zur Regelung der Sterbehilfe lässt auf sich warten.
Ein afghanischer Flüchtling ersticht die Mutter seiner 6 Kinder auf offener Straße – weil seine Frau sich von ihm getrennt hatte, fühlte er sich in seiner Ehre verletzt. Ehrenmord ist kein Phänomen, das erst durch die wachsende Zahl von Geflüchteten aus islamischen Ländern in Deutschland aufgetaucht ist. Sozialarbeiterinnen und Polizei kennen die Problematik patriarchaler Strukturen in Einwandererfamilien. Was muss geschehen, damit Frauen und Mädchen ein selbstbestimmtes Leben führen können, ohne um ihr Leben zu fürchten?
Im September 1964 predigte Martin Luther King in Ost-Berlin. Erst iin der Marienkirche am Alexanderplatz, dann in der nahegelegenen Sophienkirche. Damals schöpften die Menschen Trost aus seinen Worten über die Befreiung der Unterdrückten. 25 Jahre später fiel die Mauer. Hat die Rede vom gewaltlosen Widerstand einen ersten Anstoß für die friedliche Revolution gegeben?
In Arizona hatten die Kandidaten der Demokraten jahrzehntelang keine Chance, bis Joe Biden dort mehr Stimmen als Donald Trump holte. Zwischendurch schien der Staat wieder Richtung Trump zu kippen, doch seit Kamala Harris kandidiert, ist wieder alles offen. Der Bauer in der Wüste, die Restaurantbesitzerin mit mexikanischen Wurzeln, der Sozialarbeiter: Alle sind auf der Suche nach Lösungen über Parteigrenzen hinweg.
Gegen Krieg sind viele. Pazifismus, also Gewaltlosigkeit verlangt mehr. Pfarrer Matthias Engelke hält Mahnwachen, fastet, predigt, gibt Kurse für Verständigung – alles für den Frieden. Den gewaltlosen Einsatz für Frieden versteht auch eine Militärgeistliche. Doch für den Einsatz von Waffen findet sie ebenfalls Gründe in der Bibel. Gegen das Böse müsse man sich wehren dürfen.
(Wdh.)
Pastor Quinton Ceasar aus Ostfriesland setzt sich mit anderen Christinnen und Christen für eine offene und bunte Gesellschaft ein, in der jeder und jede seinen Platz findet. Das gilt zum Beispiel für People of Color und auch für queere Menschen. Denn – so Ceasars Botschaft – die Vorstellung von Gott sollte nicht die eines alten weißen Mannes sein, sondern: "Gott ist queer".
Jeder Jeside soll einmal im Leben zum Tempel in Lalish pilgern. Das zentrale Heiligtum steht im Nordirak, wo nach jesidischer Überlieferung aus Erde und Wasser die Welt entstanden ist. Die Rituale, die Jesiden hier verrichten, sind uralt. Viele der Festbesucher sind 2014 vor dem Völkermord durch den IS geflohen. Ihre religiösen Traditionen zu bewahren, ist für sie eine Frage des Überlebens.
Das Massaker der Hamas und der Krieg in Gaza hbent die Menschen gespalten – auch in Deutschland, das wegen der Shoah zur Solidarität mit Israel verpflichtet ist. Aber ist jede Kritik schon Antisemitismus? In den Kirchen herrscht Verunsicherung, die richtigen Worte zu finden. Mit dem 7. Oktober 2023 sind die Gräben zwischen christlichen Israelfreunden und Unterstützern Palästinas noch tiefer geworden.
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