Leica Enthusiast Podcast - Fotopodcast mit Michel Birnbacher

Leica Enthusiast Podcast - Fotopodcast mit Michel Birnbacher

By Michel BirnbacherArtsVisual Arts
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Leica Enthusiast Podcast - Fotopodcast mit Michel Birnbacher episodes

  • FLANEUR - Street- und Reisefotografie App von Feyzi Demirel

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    • 26.09.2026 Nürnberg - Conceptual Street Photography - Mit Stefan Czurda
    • 05.-08.11.2026 Venedig - Für alle Kameramarken - Veranstalter: fotosafari.de
    • 26.-29.11.2026 Venedig - WORK THE M - Masterclass Leica M
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    Wo war noch einmal diese Ecke mit dem schönen Abendlicht? Feyzi Demirel hat aus dieser Frage eine App gemacht: FLANEUR begleitet Sie bei Street- und Reisefotografie, vom Spaziergang bis zur Reiseplanung.

    - Walk, Spot und Session: Strecke aufzeichnen, Orte mit Lichtzeit und Notiz merken, Ausrüstung, Begegnungen und Keeper-Quote festhalten
    - Reiseplanung mit Shortlist und Spots direkt von der Karte, auch offline
    - Aufgabendecks für bewusstes Fotografieren, das Starter Deck ist dauerhaft kostenlos
    - Zitat des Tages, Journal und Abzeichen
    - Datenschutz: kein eigener Server, die Daten bleiben in Ihrer iCloud; Android-Version in Arbeit

    Links:
    - Feyzi Demirel: https://www.feyzidemirel.com
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    - FLANEUR: https://www.streetflaneur.com
    - FLANEUR auf Instagram: https://www.instagram.com/streetflaneurapp/
    - FLANEUR im App Store: https://apps.apple.com/app/flaneur-street-photography/id6787737990
    - Erste Folge mit Feyzi (5. Juli 2024): https://www.leica-enthusiast-podcast.de/episode/feyzi-demirel-zu-gast-bei-michel-birnbacher

    Ausführlicher Artikel mit allen genannten Personen, Büchern und Links: https://www.birnbacher.com/flaneur-street-und-reisefotografie-app-von-feyzi-demirel/



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    36 min
  • Vom Studiofieber zur Straßenfotografie: Ben Günzlers Weg zur Leica M

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    ShownotesBen Günzler ist Wirtschaftspsychologe – und leidenschaftlicher Hobbyfotograf mit einem Leitspruch, der Programm ist: „Ich tausche Bilder gegen Begegnungen." 
    In dieser Folge des Leica Enthusiast Podcast erzählt Ben, warum ihm der Moment mit dem Menschen vor der Kamera wichtiger ist als jede technische Perfektion – und wie er trotzdem, oder gerade deswegen, zum überzeugten Leica-M-Fotografen wurde.

    Vom Familienalbum zur StraßenfotografieBens Weg zur Fotografie begann nicht mit YouTube-Tutorials, sondern mit Dia-Abenden im Kreis der Familie. Sein Onkel machte schon früh, was man heute Street-Fotografie nennt, und hängte großformatige Abzüge ins Treppenhaus der Großeltern – eine private Galerie, die den kleinen Ben prägte. Mit der Canon EOS 500N seines Vaters, bis heute im Einsatz, ging er als Kind selbst auf Motivsuche. Über Skateboard- und Skivideos mit frühen Action-Cams und intensive Jahre als Studiofotograf mit aufwendigen Blitzanlagen führte sein Weg schließlich zu einem Punkt, an dem ihm 2020 die Lust an der Fotografie komplett abhandenkam: „Ich wusste gar nicht mehr, warum fotografiere ich eigentlich."

    Die Leica als WendepunktDen Ausweg fand Ben ausgerechnet in einer Leica-Galerie, in die er während der Corona-Zeit zufällig hineinlief. Die Ausstellung erinnerte ihn an das, was ihn als Kind an der Fotografie fasziniert hatte: Geschichten erzählen, Menschen begegnen. Kurz darauf stand er im Leica Store in Stuttgart – und ging mit einer Q2 wieder hinaus, nach einem zweistündigen Testspaziergang durch die Stadt. „Ich hatte plötzlich einfach alles Mögliche gesehen und wollte das festhalten." Die Q2 wurde, wie er es selbst nennt, zur „Einstiegsdroge": Es folgten eine SL für die Studioarbeit, die dann doch zu schwer und zu unpersönlich blieb, die M10 mit Voigtländer-Objektiven, später die M11 mit besserer Akkulaufzeit und Tethering-Funktion fürs Studio – und inzwischen ist Ben wieder bei einer Q3 43 gelandet, mit der er auch Autofokus-Situationen wie Kitesurfer am Ostseestrand einfangen kann.

    Zwischen Messsucher und FarblookEin zentrales Thema der Folge ist der Farblook der verschiedenen Leica-M-Kameras. Ben beschreibt die M10 als wärmer und weniger „klinisch" als die M11 – ein Unterschied, den viele M-Fotografinnen und -Fotografen aus eigener Erfahrung kennen, und über den er mit Michel auch die Möglichkeiten des individuellen Weißabgleich-Shifts der M11 diskutiert. Außerdem geht es um den bewussteren Umgang mit Brennweiten zwischen 40 und 90 Millimetern, um das Fotografieren von Hochzeiten mit der Leica M als reines Hobby und darüber, warum Reduktion – nur eine Kamera, wenige Objektive – für Ben am Ende mehr Kreativität freisetzt als jedes technische Zubehör. Eine Folge über Leica-M-Fotografie, Streetfotografie und Porträtarbeit, die zeigt: Nicht die Ausrüstung macht das Bild, sondern die Bereitschaft, sich auf Menschen einzulassen.
    Linksammlung:
    LFI-Galerie: https://lfi-online.de/de/galerie/Ben-Relzview-904512.html
    Instagram: https://www.instagram.com/ben_relzview/

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    1 hr 6 min
  • Pascal Rolin – Der besondere Moment im Vorbeigehen

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    ShownotesWas macht ein Foto zu einem besonderen Bild? 
    Für Pascal Rolin, Hobbyfotograf und Gast dieser Folge des Leica Enthusiast Podcast, ist die Antwort denkbar unspektakulär: Es ist der Moment, in dem man kurz innehält, hinschaut und lächelt. Genau diese Momente fängt er ein – nicht, weil er sie sucht, sondern weil er sie beim Spazierengehen sieht.

    Der Bauchfotograf: Momente statt MotivsuchePascal beschreibt sich selbst als Bauchfotografen. Statt gezielt loszuziehen, um bestimmte Motive abzuhaken, hat er einfach immer eine Kamera dabei – zum Leidwesen seiner Begleitung, wie er lachend zugibt. Ob ein älterer Herr mit Weinglas und Zigarette am französischen Strand, ein Fischer in knapper Badehose oder zwei weiße Pferde, die in der Camargue im Gegenlicht durchs Wasser galoppieren: Die schönsten Bilder seines Portfolios sind spontan entstanden, oft nach kurzer, freundlicher Ansprache der Fotografierten. Dass diese Herangehensweise nicht immer konfliktfrei ist, musste er auf einem Weinfest lernen, als eine Großmutter ihn wegen eines fotografierten Kindes zur Rede stellte – ein Erlebnis, das ihn seither vorsichtiger macht.

    Vom Zeiss-Klassiker bis zur Ricoh GR: Kamerawahl nach GefühlTechnisch ist Pascal alles andere als festgelegt. Neben seiner Leica M6 für analoge Aufnahmen nutzt er die M11, eine SL2S als "Schweizer Taschenmesser" für praktisch jedes Objektiv, dazu Q2, Q3, eine Leica R sowie eine monochrome Ricoh GR für unauffällige Street-Fotografie. An der SL2S adaptiert er sogar ein Zeiss-Objektiv aus dem Jahr 1937. Welche Kamera und Brennweite mitkommt, entscheidet die Stimmung des Tages – vergleichbar, sagt er, mit der Wahl der Kleidung oder des Essens. Schärfe und Pixel-Peeping interessieren ihn dabei wenig: Lieber ein Bild mit Charakter als ein technisch perfektes, aber seelenloses Foto.

    Achtsamkeit als Feierabend-AusgleichInspiriert vom Buch "Achtsam fotografieren" von Prof. Sven Bardow beschreibt Pascal die Fotografie als eine Art Therapie. Nach einem lauten Arbeitstag im Großraumbüro ohne Tageslicht bedeutet für ihn der Griff zur Kamera: raus an die frische Luft, Kopfhörer auf und die Welt bewusster wahrnehmen als die Menschen, die einfach vorbeilaufen. Gerade lange Brennweiten zwingen ihn dabei zu echter Konzentration auf das Motiv, während der Messsucher der Leica M eine ganz eigene Form von Achtsamkeit verlangt: Wer durch ihn schaut, muss sich Belichtung, Schärfentiefe und Bildausschnitt zu einem guten Teil vorstellen, statt sie elektronisch vorgeführt zu bekommen.

    Auch dem vieldiskutierten roten Punkt widmet sich das Gespräch: Pascal ist überzeugt, dass eine Leica ihn nicht automatisch zum besseren Fotografen macht, aber spürbar etwas mit dem eigenen Blick und mit der Reaktion der Menschen ringsum macht – vom Weinfest bis zum zufälligen Werbedreh, bei dem allein der rote Punkt für Respekt sorgte. Wie viel Automatik er bei Gegenlichtaufnahmen wie den Camargue-Pferden zulässt, warum ihm ISO-Automatik grundsätzlich suspekt ist und wie viel Kameraequipment für die bevorstehende Reise nach Taiwan im November tatsächlich ins Gepäck darf, verrät Pascal im Gespräch mit Michel Birnbacher – inklusive der Frage, ob er sich dafür sogar von einer KI beraten lässt.

    Alle Links zu Pascal Rolin:
    Homepage: https://rolinpascal.myportfolio.com
    Instagram: https://www.instagram.com/my_leica_and_me
    LFI-Galerie: https://lfi-online.de/en/gallery/pascal-rolin-868593/pascal-rolin.html

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    1 hr 2 min
  • Warum Sven Lorenz seine besten Fotos nicht selbst aussucht

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    • 26.09.2026 Nürnberg - Conceptual Street Photography - Mit Stefan Czurda
    • 05.-08.11.2026 Venedig - Für alle Kameramarken - Veranstalter: fotosafari.de
    • 26.-29.11.2026 Venedig - WORK THE M - Masterclass Leica M
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    ShownotesSven Lorenz kann seine fotografische Biografie fast lückenlos erzählen – von der ersten Nikon FM, die er als Schüler in Hongkong kaufte, weil sie dort günstiger war, bis zur Leica Q3, mit der er heute überwiegend unterwegs ist. Dazwischen liegen Jahrzehnte als Kreativdirektor einer Werbeagentur, ein eigenes Fotostudio mit Hasselblatt 500 C/M, eine Dozentur an der Universität Karlsruhe und zwölf Jahre als Juror eines internationalen Fotowettbewerbs. Im Gespräch mit Michel Birnbacher zieht sich ein roter Faden durch all diese Stationen: die Frage, was ein Foto eigentlich ausmacht – technisch wie emotional.

    Von der Hasselblatt zur Leica MAls Werbefotograf arbeitete Sven Lorenz jahrelang mit Mittelformat- und Großbildkameras, weil nur sie die Auflösung für große Plakate und Anzeigenmotive lieferten. Die Umstellung auf Leica kam spät und aus Neugier: Sven wollte selbst herausfinden, ob der vielzitierte Leica-Look tatsächlich existiert. Der Einstieg erfolgte gleich mit der Leica M11 – scheiterte aber zunächst an einer Kontaktlinsen-bedingten Fokussierschwäche, die beim manuellen Fokussieren der Messsucherkamera zu einer Ausschussquote von 60 bis 70 Prozent führte. Für seine Street-Fotografie, sein eigentliches Hauptrevier, wechselte er deshalb zur Leica Q3 mit Autofokus und festem 28-mm-Objektiv.

    Gibt es den Leica-Look wirklich?Genau dieser Frage geht die Episode auf den Grund. Sven Lorenz ist überzeugt: Ja, es gibt ihn – aber er lässt sich nicht an einem einzelnen technischen Faktor festmachen. Es ist die Summe aus Objektivqualität, der bewussten Entschleunigung durch manuelles Fokussieren, der Nähe zum Motiv und der tiefen Verwurzelung der Schwarz-Weiß-Fotografie in der Leica-DNA. Zum Vergleich zieht er einen Automobil-Workshop mit Phase-One-Mittelformatkameras heran, bei dem sich noch einzelne Staubkörner auf dem Armaturenbrett scharf abbilden ließen – beeindruckende technische Schärfe, die für ihn dennoch nicht automatisch den entscheidenden Unterschied macht. Sein Fazit: "Meine Fotografie ist nichts anderes als Licht und Schatten." Diese Haltung, sagt er, verdankt er auch seiner Ausbildung im Zeichnen und in der Malerei, lange bevor er zur Kamera griff.

    Fine Art, Lehre und der Mut zur KritikAls Fine-Art-Fotograf verbindet Sven Lorenz Street-Fotografie mit einer fast surrealistisch geprägten Bildsprache: Architektur, urbaner Raum und Menschen, die wie Schemen durchs Bild wandern, bis hin zu klassischen Doppelbelichtungen als Hommage an M. C. Escher. Als Dozent an der Universität Karlsruhe bringt er Studierenden bei, Fotoserien statt Einzelbilder zu entwickeln und eigene Konzepte schriftlich zu begründen. Seine Erfahrung als Juror beim internationalen Fotowettbewerb der Hoepfner Stiftung – über 1.000 Einsendungen pro Ausschreibung, ausgewählt von einer zehnköpfigen Jury – hat ihn zudem eine unbequeme, aber wertvolle Lektion gelehrt: Fotografinnen und Fotografen sollten ihre besten Bilder nicht allein auswählen. Die emotionale Bindung an Entstehungsort und -moment verzerre das eigene Urteil. Sein Rat: anderen die eigenen Bilder zeigen lassen – und die Kritik aushalten, ohne sich zu verteidigen.Eine Folge für alle, die wissen wollen, ob an der Leica-Legende etwas dran ist, und für alle, die selbst noch nach ihrem fotografischen Blick suchen.

    Linksammlung
    Homepage: https://sul-fotografie.de/
    Instagram: https://www.instagram.com/sul.photographer
    Fotowettbewerb der Hoepfner Stiftung: https://fotowettbewerb-hoepfner-stiftung.de 

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    1 hr 13 min
  • Sandro Elbers: Der Chemiker, der seine eigenen Filme nicht entwickelt

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    Shownotes (KI Unterstützt)Vom Musiker zur KameraBevor Sandro Elbers zur Fotografie kam, war Musik sein Leben. Mit vier, fünf Jahren saß er am Klavier, mit zehn, elf griff er zur Gitarre, später kamen eigene Bands und Vorprogramme für bekannte deutsche Künstler dazu. Ein Sprung, der wehtat: mehrere Hörstürze und ein bleibender Tinnitus zwangen ihn, das Musizieren fast vollständig aufzugeben. 
    Aus dem Loch, das die aufgegebene Leidenschaft hinterließ, half ihm ausgerechnet ein befreundeter Fotograf heraus, der mit einer Leica Q2 unterwegs war. Sandro und seine Freundin waren damals wie die meisten Reisenden mit dem Smartphone unterwegs – bis ihm klar wurde, dass da noch mehr geht als „nur eine Kamera". 

    So kaufte er sich seine erste Leica, eine Q3, kurz darauf folgte die M11, die bis heute sein Hauptwerkzeug ist.

    Die M11, die M6 und ein Spontankauf in WetzlarWeil Wetzlar von seinem Wohnort Essen aus nur zwei Autostunden entfernt liegt, machten Sandro und seine Freundin dort spontan einen Tagesausflug – nur um sich Leica einmal vor Ort anzusehen. 
    Am Ende des Tages hatten sie eine gebrauchte M6 samt Summilux 50 in der Hand gedrückt bekommen, durften damit einen ganzen Film volltesten – und fuhren mit einer eigenen M6 wieder nach Hause. Seitdem fotografiert Sandros Freundin ausschließlich analog, komplett out of camera, ohne Nachbearbeitung und ohne zu croppen. 

    Sandro selbst pendelt zwischen digital und analog, aktuell etwa im Verhältnis 50 zu 50, Tendenz steigend Richtung Film. 
    Entwickeln lässt er seine Filme noch in einem Fotolabor in Düsseldorf, will aber in den kommenden ein, zwei Monaten selbst einsteigen – mit einer improvisierten Dunkelkammer in der heimischen Garage, sofern die Familie mitspielt.

    Das Leica-Farbgeheimnis und die nächste große ReiseEin wiederkehrendes Thema im Gespräch: das berühmte „Leica-Look"-Phänomen. Sandro erkennt in „Welche Kamera hat das Foto gemacht"-Rateshows Leica-Bilder zuverlässig, kann aber nicht genau erklären, woran es liegt. Seine Vermutung: der zentrale, bewusst gesetzte Schärfepunkt und eine grundsätzlich langsamere, überlegtere Art zu fotografieren – bei analogen Aufnahmen sogar noch verstärkt, weil „jeder Klick ein Euro" ist.
    Seine Trefferquote bei digitalen Aufnahmen liegt bei rund 15 Prozent brauchbarer Bilder, bei analogen dagegen bei rund 90 Prozent.

    Zum Abschluss blickt Sandro auf seine bevorstehende USA-Reise voraus: Von Denver geht es über Jackson Hole und die Grand Tetons bis in den Yellowstone-Nationalpark, bevor es weiter nach Moab, Utah geht – eine der lichtärmsten Regionen der USA und damit ideal für Astrofotografie und Milchstraßen-Aufnahmen. Im Gepäck: natürlich beide Kameras, M11 und M6, für alle Fälle.

    Linksammlung
    https://www.elboncamera.com/
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    1 hr 6 min
  • Bilder brauchen Zeit – Jens Guagliardo auf dem Weg zur Leica M

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    Jens Guagliardo ist nicht über eine Bewerbung oder eine klassische Gästeanfrage in den Podcast gekommen. Seine Partnerin Lara schrieb mir, weil der Leica Enthusiast Podcast bei ihnen zu Hause, im Büro und unterwegs offenbar zum festen Begleiter geworden ist – und weil Jens zur Fotografie und zu Leica einiges zu erzählen hat. Eine ungewöhnliche Einladung, der ich gerne gefolgt bin.

    Seine ersten fotografischen Erinnerungen reichen zurück zu den großen Familienfeiern seiner italienischen Verwandtschaft. Ein Fotograf aus dem Umfeld der Familie hielt diese Treffen fest. Die Bilder wurden für Jens zu Erinnerungen an Menschen und Momente, deren Bedeutung erst später sichtbar wurde. Selbst begann er digital: zunächst mit einfachen Kameras, später mit einer Olympus µ 300 und schließlich mit bewusster eingesetzter Technik.

    Ein unspektakuläres Motiv wurde dabei zu einem kleinen Wendepunkt. Das Foto einer Schnecke war scharf, gut aufgebaut und bekam in einer frühen Fotocommunity positive Resonanz. Im Gespräch geht es deshalb nicht nur um Kameras, sondern auch um Anerkennung: Warum zeigen wir unsere Bilder? Wann ist ein Foto erfolgreich? Und welchen Unterschied gibt es zwischen einer überschaubaren Fotocommunity von damals und den heutigen sozialen Netzwerken? Jens richtet seine Motive nicht nach einem Algorithmus aus. Entscheidend ist für ihn, dass Bilder gesehen werden können – als Ausdruck dessen, was er wahrnimmt.

    Aus den frühen Schnappschüssen entwickelte sich eine persönlichere dokumentarische Fotografie. Jens begleitete ein befreundetes Paar während der Schwangerschaft und fotografierte später auch die Kinder der Familie. Daraus entstanden Fotobücher, die heute einen ganz anderen Wert besitzen als am Tag der Aufnahme. Manche Fotos, so sein Gedanke, müssen erst eine Weile liegen, bevor sie ihre eigentliche Bedeutung entfalten.

    Mit der Fujifilm X100 verlagerte sich sein Blick stärker in die Stadt. Menschen wurden zum entscheidenden Teil der Szene, Schwarzweiß, Licht und Schatten zu wiederkehrenden Elementen. Jens wartet an einem interessanten Ort, wenn er dort bereits ein mögliches Bild erkennt. Menschen hinterherzulaufen oder die Konfrontation zu suchen, entspricht ihm weniger. Seine Streetfotografie entsteht eher aus Aufmerksamkeit als aus einer festen Jagd nach Motiven.

    Eine zweite Form des Sehens entdeckte er beim Wandern. Mit einem gebrauchten Leica Trinovid 8x20 konnte er entfernte Kapellen und Details betrachten, ohne sie unbedingt fotografieren zu müssen. Das Fernglas brachte Ruhe in seinen Blick. Nicht jeder Eindruck braucht eine Datei; manche Bilder dürfen nur im Kopf bleiben.

    Trotzdem führte der Weg weiter zu Leica: zunächst zur Q2, die Jens aus Unsicherheit über die 28 Millimeter zu früh wieder verkaufte, später zur kompakten digitalen Leica CL. Mit adaptiertem M-Objektiv entdeckte er die Freude am manuellen Fokussieren und an mechanischer Präzision. Auf einer Wanderung begegnete er zufällig einem Restaurator historischer Kunstgegenstände und Waffen. Aus dem Gespräch, einem späteren Besuch und Jens’ Aufnahmen entstand ein Fotobuch – ein schönes Beispiel dafür, wie Fotografie fremde Menschen miteinander verbinden kann.

    Am Ende sprechen wir über die Leica M. Jens reizt nicht allein die Kamera, sondern die Art des Sehens: durch einen optischen Sucher auf die wirkliche Welt statt auf ein elektronisches Vorschaubild. Ob das seine Motive verändert, kann er noch nicht beantworten. Vielleicht ist genau diese offene Frage der Anfang seines nächsten fotografischen Kapitels.

    Links zur Episode
    • Jens Guagliardo auf Instagram: https://www.instagram.com/gart.vision/


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  • Street Gallery, alte Leicas und gefundene Negative – Haymo Bachmaier im Gespräch

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    Ausführliche Shownotes für den Audio-Podcast

    Was geschieht, wenn eine Fotografie plötzlich auf einer Parkbank liegt? Für seine „Street Gallery“ steckt Haymo Bachmaier analoge Straßenfotografien in selbst gefaltete Umschläge und platziert sie in Salzburg. Die Finder dürfen das Bild behalten; manchmal weist eine Instagram-Story den Weg. Wo die bisher rund 25 bis 30 Bilder gelandet sind, weiß Haymo nicht – genau das gehört zum Projekt. Für den ehemaligen Radiomoderator bei Soundburg Radio in Salzburg ist dieses Gespräch zugleich ein Wechsel auf die andere Seite des Mikrofons.

    Seine ersten intensiven Erfahrungen sammelte Haymo Ende der 1990er-Jahre bei Veranstaltungen der Wiener Technoszene. Später erlebte er, wie rasant die digitale Bildermenge anwuchs und Aufnahmen auf Speicherkarten verschwanden. Das analoge Bild wurde für ihn wieder interessant, weil es sichtbar und greifbar bleibt.

    Alte Kameras stellt Haymo nicht nur in die Vitrine: Er möchte sie benutzen. Bei einer Leica IIIg suchte er mehrere Filme lang nach einem rätselhaften Lichteinfall. Erst mit einer Lampe im dunklen Raum fand er eine winzige undichte Stelle nahe der Gurtöse. Auch eine stark verschmutzte Leica M4-P brachte er mit Geduld wieder zum Fotografieren. Unterschiedliche Kameras verändern für ihn das Gefühl und den Blick. Er arbeitet gern mit Schwarzweißfilm, schätzt zunehmend das Licht selbst und sucht unscheinbare Szenen, an denen andere vorbeigehen.

    Eine seiner Kameras, eine Leica III aus dem Jahr 1937, wurde laut einer Auskunft anhand der Seriennummer damals nach Berlin geliefert. Viel mehr ist über ihren Weg nicht bekannt. Daraus entstand im Gespräch ein Aufruf: Wer eine Kamera besitzt, deren Geschichte bekannt ist, kann sich gern melden. Vielleicht lässt sich ihre Biografie in einer künftigen Episode erzählen – unabhängig von Marke oder Modell.

    Zum Schluss geht es um einen besonderen Fund aus dem Jahr 2022. Auf dem Flohmarkt in Salzburg-Klessheim kaufte Haymo ein Paket aus Minox-Kamera, Stativ, Blitzbirnen und sieben Umschlägen mit winzigen Negativen. Es stammte aus einer Hausauflösung. Die Scans reichen von Silvester 1966 über Rosenheim und das Oskar-von-Miller-Polytechnikum in München bis zu einer Reise, die laut Beschriftungen 1972/73 in die Türkei oder möglicherweise nach Indien führte. Mehrere Rosenheimer Kennzeichen und ein Stempel vom 30. Januar 1973 geben weitere Anhaltspunkte. Haymo möchte diesen Momenten wieder Leben geben. Vielleicht erkennt jemand seine Eltern, Großeltern oder sogar sich selbst und kann die Geschichte respektvoll ergänzen.

    Hinweise zur Suche nach der Geschichte der Minox-Negative

    Haymo hat die Negative gescannt und in einem YouTube-Video zusammengestellt. Folgende Spuren sind darauf zu erkennen:

    • Die ersten Aufnahmen stammen laut Beschriftung auf dem Negativkuvert von **Silvester 1966**.
    • Ein Kuvert verweist auf eine Reise in die **Türkei oder möglicherweise nach Indien** um **1972/73**; ein Stempel trägt das Datum **30. Januar 1973**.
    •  **Oskar-von-Miller-Polytechnikum, Akademie für angewandte Technik, München:** 08:44
    • **Betonmischer-Lkw auf dem Max-Josefs-Platz in Rosenheim:** 09:00
    • **RO-C 847**, VW-Bus: 08:58 und 14:46
    • **RO-AO (?) 217:** 09:23
    • **RO-N 332:** 09:45 und 14:34
    • **RO-C 125**, VW-Bus: 14:42

    Wer Personen, Fahrzeuge, Orte oder Zusammenhänge erkennt, kann sich bei Haymo oder beim Leica Enthusiast Podcast melden. Es geht ausdrücklich um einen respektvollen Umgang mit privaten Erinnerungen und darum, die Geschichte der unbekannten Menschen wiederzufinden.

    Ausstellung

    Haymo Bachmaier ist an der Gruppenausstellung **„Schatten löschen die Sonne nicht aus“** beteiligt. Sie ist vom **16. Januar bis 25. Februar 2027** in der **Berchtoldvilla Salzburg** zu sehen.


    Links zu Haymo Bachmaier
    • Website: https://www.haymobachmaier.com
    • Instagram: https://www.instagram.com/haymo.bachmaier
    • Facebook: https://www.facebook.com/haymo.bachmaier
    • LFI Online – „busted“: https://lfi-online.de/en/gallery/Haymo-Bachmaier/busted-2810276.html
    • LFI Online – „1929 Austro Daimler Double Phaeton“: https://lfi-online.de/en/gallery/Haymo-Bachmaier/1929-Austro-Daimler-Double-Phaeton-2863489.html
    • LFI Online – „Photocrash“: https://lfi-online.de/en/gallery/Haymo-Bachmaier/Photocrash-5178408.html
    • Film über die gefundenen Minox-Negative: https://www.youtube.com/watch?v=NhkhpnpRnGY
    • „Swirl around him“: https://www.instagram.com/p/CmEtGzKIACA/
    • Oskar-von-Miller-Polytechnikum: https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar-von-Miller-Polytechnikum


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    -.-.-


    Ganz bewusst hier der gesamte Text der Episode - fast genauso vorgelesen:


    Willkommen zu einer besonderen Episode des Leica Enthusiast Podcasts.

    Heute bin ich alleine im Studio.

    Und ich möchte noch einmal auf das Gespräch mit Maik Kroner und vor allem auf die Reaktionen darauf zurückblicken.

    Nicht, um einzelne Kommentare zu beantworten.

    Nicht, um jemanden zu überzeugen.

    Und auch nicht, um das Gespräch nachträglich umzudeuten.

    Mich interessiert vielmehr die Stimmung, die rund um diese Episode entstanden ist.

    Denn diese Stimmung sagt nicht nur etwas über Maik Kroner aus.

    Sie sagt auch etwas über uns als Publikum.

    Über unsere Erwartungen.

    Und darüber, welche Geschichten unsere Aufmerksamkeit besonders schnell wecken.

    Eine Erkenntnis steht für mich dabei im Mittelpunkt:

    Die persönliche Kontroverse erzeugt den Klick.

    Ein Fotograf verlässt Leica.

    Er probiert andere Marken aus.

    Er spricht öffentlich über seine Enttäuschung, über verletzten Stolz und über seine Suche nach der richtigen Kamera.

    Und dann kehrt er zur Leica M zurück.

    Das ist natürlich eine Geschichte, die neugierig macht.

    Es geht nicht nur um Fotografie.

    Es geht um persönliche Entscheidungen.

    Um Widersprüche.

    Um Glaubwürdigkeit.

    Und vielleicht auch um die Frage, ob jemand wirklich angekommen ist – oder ob der nächste Wechsel bereits vorprogrammiert ist.

    Genau diese persönliche Ebene hat sehr viele Menschen dazu gebracht, die Episode aufzurufen.

    Deutlich mehr als bei vielen fachlichen Gesprächen.

    Auch mehr als bei manchen Episoden mit Menschen, die für Leica eine außerordentlich wichtige Rolle spielen.

    Mit Dr. Andreas Kaufmann habe ich über die Entwicklung und die Zukunft von Leica gesprochen.

    Mit Stefan Daniel über Produkte, Entscheidungen und die Leica M.

    Das sind Gespräche mit Menschen, die das Unternehmen und seine Kameras ganz unmittelbar prägen.

    Trotzdem erzeugt eine persönliche Geschichte über Abschied, Enttäuschung und Rückkehr zunächst mehr Aufmerksamkeit.

    Das finde ich bemerkenswert.

    Denn es führt zu einer unbequemen Frage:

    Interessieren wir uns mehr für Fotografie?

    Oder interessieren wir uns manchmal stärker für die Geschichten, Widersprüche und Konflikte der Menschen dahinter?

    Persönliche Widersprüche und Markenwechsel wecken offenbar mehr unmittelbare Neugier als ein fachliches Gespräch.

    Das bedeutet nicht automatisch, dass uns Klatsch und Tratsch wichtiger sind als Fotografie.

    Aber persönliche Kontroversen sind schneller verständlich.

    Man kann sofort Stellung beziehen.

    Man kann zustimmen.

    Man kann widersprechen.

    Und man kann sich über eine Person und ihre Entscheidungen ein Urteil bilden.

    Ein Gespräch über Produktentwicklung, Unternehmensstrategie oder die Zukunft eines Kamerasystems verlangt dagegen mehr Geduld.

    Es erzeugt vielleicht weniger spontane Reaktion.

    Deshalb ist es aber nicht weniger wichtig.

    Die Zahlen rund um die Maik-Kroner-Episode zeigen genau diesen Unterschied.

    Auf YouTube wurde das Gespräch innerhalb kurzer Zeit außergewöhnlich häufig aufgerufen.

    Gleichzeitig lag die durchschnittliche Wiedergabedauer nur bei ungefähr zwölf Minuten.

    Die vollständige Episode dauert rund eine Stunde.

    Viele Menschen waren also neugierig.

    Aber deutlich weniger Menschen blieben bis zum Ende.

    Das ist für mich ein wichtiger Unterschied:

    Ein Klick zeigt Aufmerksamkeit.

    Er beweist noch kein nachhaltiges Interesse.

    Und Aufmerksamkeit ist nicht dasselbe wie Bedeutung.

    Auch im Audio-Podcast war die Episode erfolgreicher als viele andere Folgen.

    Dort war die Reaktion allerdings deutlich weniger kontrovers sichtbar.

    Das hat einen einfachen Grund:

    Ein Audio-Podcast besitzt keine öffentliche Kommentarspalte.

    Die Menschen können zustimmen, zweifeln oder sich ärgern.

    Aber diese Reaktionen sammeln sich nicht sichtbar an einem Ort.

    Auf YouTube ist das anders.

    Dort wird Zustimmung sofort sichtbar.

    Und dort werden auch Widersprüche, Kritik und persönliche Urteile öffentlich.

    Dadurch kann leicht der Eindruck entstehen, die gesamte Hörerschaft habe eine bestimmte Meinung.

    Tatsächlich sehen wir jedoch nur die Stimmen derjenigen, die sich aktiv äußern.

    Trotzdem nehme ich die Kritik ernst.

    Ich war in diesem Gespräch der Moderator.

    Ich habe die Fragen gestellt und entschieden, an welchen Punkten ich nachhake.

    Es ist mir nicht gelungen, von Maik eine wirklich konkrete Antwort darauf zu bekommen, was damals letztlich zum Bruch mit Leica geführt hat.

    Vielleicht hätte ich an dieser Stelle noch deutlicher nachfragen können.

    Ein Moderator kann Widersprüche sichtbar machen und um konkrete Antworten bitten.

    Er kann einen Gast aber nicht dazu zwingen, Hintergründe offenzulegen, über die dieser nicht sprechen möchte oder die er selbst nicht eindeutig benennen kann.

    Diese offene Stelle gehört deshalb ebenfalls zur Geschichte dieser Episode.

    Viele Zuschauer hatten offenbar eine klare Auflösung erwartet:

    Warum ist Maik wirklich von Leica weggegangen?

    Was war damals passiert?

    Und warum ist seine Rückkehr diesmal anders als frühere Wechsel?

    Diese eindeutige Auflösung hat das Gespräch nicht geliefert.

    Auch daraus dürfte ein Teil der Enttäuschung und der Kritik entstanden sein.

    Ein weiterer Punkt in den Kommentaren hat mich besonders beschäftigt.

    Die große Bedeutung, die Leica im Gespräch hatte, wurde teilweise als übertrieben empfunden.

    Einige sprachen sogar von Religion, Glauben oder Bekehrung.

    Ich kann nachvollziehen, wie dieser Eindruck entstehen kann.

    Wenn Menschen über Leica sprechen, geht es häufig nicht nur um technische Daten.

    Es geht um Geschichte.

    Um Gestaltung.

    Um Arbeitsweise.

    Um Erinnerungen.

    Um Zugehörigkeit.

    Und natürlich auch um Emotionen.

    Aber genau an dieser Stelle möchte ich an den Namen dieses Podcasts erinnern:

    Leica Enthusiast Podcast.

    Dieser Podcast behauptet nicht, eine vollständig neutrale Sendung über alle Kameramarken zu sein.

    Er ist auch kein allgemeines Technikmagazin.

    Er richtet sich an Menschen, die sich für Leica interessieren und häufig eine besondere Beziehung zur Marke, ihrer Geschichte und ihren Kameras haben.

    Deshalb hat Leica hier selbstverständlich ein großes Gewicht.

    Das ist keine zufällige Verzerrung.

    Es ist Teil des Konzepts.

    Ich vergleiche das gerne mit einem Fan-Podcast über einen Fußballverein.

    Wer einen Podcast über den 1. FC Nürnberg, Bayern München oder Borussia Dortmund hört, erwartet dort ebenfalls keine vollkommen distanzierte Betrachtung aller Vereine.

    Die Menschen sprechen über ihren Verein.

    Sie kennen seine Geschichte.

    Sie erinnern sich an besondere Spiele, Siege und Niederlagen.

    Sie kritisieren Entscheidungen – und verteidigen ihren Verein manchmal trotzdem.

    Es gibt Farben, Rituale, Legenden und ein starkes Gefühl von Zugehörigkeit.

    Von außen betrachtet kann auch das beinahe religiös wirken.

    Niemand wäre überrascht, wenn ein Fan-Podcast emotionaler über den eigenen Verein spricht als über dessen Konkurrenten.

    Ähnlich ist es im Leica Enthusiast Podcast.

    Leica ist hier nicht irgendeine austauschbare Kameramarke.

    Die Marke ist der Ausgangspunkt des Podcasts.

    Wer diesen Podcast einschaltet, darf diese Nähe und Begeisterung erwarten.

    Begeisterung bedeutet allerdings nicht, dass Leica unkritisch betrachtet werden muss.

    Und sie bedeutet auch nicht, dass andere Kameras schlechtere Bilder machen.

    Schon gar nicht bedeutet sie, dass man nur mit einer Leica ein ernsthafter Fotograf sein kann.

    Die eigentliche Herausforderung besteht darin, Begeisterung und kritische Distanz miteinander zu verbinden.

    Nähe zu einer Marke darf schwierige Fragen nicht verhindern.

    Aber eine kritische Haltung verlangt auch nicht, dass man die eigene Begeisterung verleugnet.

    Beides darf nebeneinander bestehen.

    Genau deshalb habe ich Maik mit seinen früheren Aussagen und seinen Markenwechseln konfrontiert.

    Mit der Aussage, niemals von Leica wegzugehen.

    Mit seinen späteren Wechseln.

    Mit der wiederholten Überzeugung, nun endgültig die richtige Kamera gefunden zu haben.

    Und mit der Frage, warum es diesmal anders sein sollte.

    Ob seine Antworten überzeugen, muss jeder Zuhörer selbst entscheiden.

    Ich werde die einzelnen Kommentare nicht beantworten.

    Aber ich finde die Diskussion wertvoll.

    Denn sie zeigt, wie schnell eine persönliche Geschichte mehr Aufmerksamkeit erzeugt als ein fachliches Thema.

    Sie zeigt auch, wie unterschiedlich die Erwartungen an einen Leica Enthusiast Podcast sind.

    Einige erwarten vor allem Begeisterung für die Marke.

    Andere wünschen sich größere Distanz.

    Manche interessieren sich für die Kameras.

    Andere vor allem für die Menschen und ihre Widersprüche.

    Für mich gehört das alles zur Fotografie.

    Die Kamera ist ein Werkzeug.

    Aber sie ist für viele Menschen auch mit Erinnerungen, Hoffnungen, Entscheidungen und Identität verbunden.

    Wir kaufen Kameras.

    Wir verkaufen sie wieder.

    Wir zweifeln an unseren Entscheidungen.

    Und manchmal verbinden wir mit einem Werkzeug mehr Gefühl, als wir öffentlich zugeben möchten.

    Vielleicht hat uns Maiks Geschichte gerade deshalb so beschäftigt.

    Weil viele darin auch einen Teil der eigenen Suche erkennen.

    Die persönliche Kontroverse erzeugte den Klick.

    Doch die Zahl der Aufrufe sagt nicht automatisch etwas über die Bedeutung eines Gesprächs aus.

    Und sie sagt auch nicht, dass Klatsch und Tratsch wichtiger wären als Fotografie.

    Sie zeigt zunächst nur, wie Aufmerksamkeit entsteht.

    Für mich bleibt deshalb die entscheidende Frage:

    Interessieren wir uns mehr für Fotografie?

    Oder interessieren wir uns manchmal stärker für die Geschichten und Konflikte der Menschen dahinter?

    Wahrscheinlich gehört beides zusammen.

    Die Begeisterung für die Fotografie und für Leica.

    Und der kritische Blick auf die Menschen, die darüber sprechen.

    Vielen Dank fürs Zuhören.



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  • Zwei teure Jahre: Maik Kroner erzählt Michel Birnbacher von seiner Rückkehr zur M

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    Vor rund zwei Jahren, ungefähr 100 Folgen zuvor, sagte Maik Kroner in diesem Podcast noch, ein Abschied von der Leica M komme für ihn zu „110 Prozent" nicht infrage. Kurz darauf wechselte er trotzdem die Marke – der Beginn einer zweijährigen Reise durch nahezu die gesamte Kamerawelt.

    Eine teure Reise durch alle Systeme
    Fuji, Sony, Nikon, Ricoh, sogar eine geliehene Hasselblatt: Maik Kroner hat in den vergangenen zwei Jahren fast jedes System ausprobiert. Im Gespräch mit Michel Birnbacher beschreibt er diese Phase offen als teuer und getrieben von Ego, verletztem Stolz und der ständigen Suche nach etwas Neuem. Immer wieder verkaufte er Ausrüstung mit Verlust und kaufte weiter.

    Follower, Kritik und der Blick von außen
    Die Rückkehr zur Leica M sorgte für geteilte Reaktionen: Dutzende kritische Nachrichten, aber auch hunderte neue Follower auf allen Kanälen. Maik Kroner erklärt, warum er sich trotz Angeboten von anderen Marken bewusst gegen bezahlte Kooperationen entschieden hat und wie er heute mit dem Unterschied zwischen Followern und echten Freunden umgeht.

    Der Wohlfühleffekt und der Messsucher
    Im Zentrum des Gesprächs steht der von Michel Birnbacher und Maik Kroner geprägte Begriff des „Wohlfühleffekts": das Gefühl, das eine Kamera vermittelt, unabhängig von technischen Daten. Maik Kroner beschreibt, wie ihn der Messsucher zwingt, sich das Bild vorzustellen, bevor er auslöst – ein Gedanke, den zuletzt auch Peter Karbe bei den Erlebnistagen des Leica Store Nürnberg in seinem Vortrag über die Geschichte des Entfernungsmessers aufgriff.

    Objektive, Leihgaben und ein iPhone als Regenkamera
    Zur Sprache kommen außerdem ein von Walter Mandler entworfenes 35-mm-Objektiv, das Summilux 1.4 sowie mehrere von Unterstützern geliehene Objektive. Als regensichere Alternative nutzt Maik Kroner derzeit ein iPhone 15 Pro mit der Leica-Lux-App. Zum Abschluss spricht er über seine Pläne für Podcast und YouTube-Kanal – mit mehr Fokus auf die kreative statt auf die technische Seite der Fotografie.

    Linksammlung
    Leica Enthusiast Podcast - Episode vom 2.8.2024
    Leica Enthusiast Podcast - Episode vom 3.11.2023
    Leica Enthusiast Podcast - Episode vom 13.10.2021

    Homepage: https://www.maikkroner.com/
    Instagram: https://www.instagram.com/maikkroner_photography/
    YouTube: https://www.youtube.com/c/MaikKronerPhotography



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    1 hr 3 min
  • Thomas Jung zu Gast bei Michel Birnbacher

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    Ausführliche Zusammenfassung (Shownotes) — (durch KI erstellt)

    Von der Dunkelkammer zur Straße
    Thomas Jung fotografiert, seit er ein Kind war. Mit der Kamera seines Vaters durfte er als Junge genau ein Bild machen, entwickelt wurde später im heimischen Badezimmer. Auch sein Großvater war Fotograf: Ein Koffer mit Negativen bis zurück ins Jahr 1890 fand sich Jahre später auf dem Dachboden. Es folgten Jahrzehnte mit Nikon und Canon, große Reisen wie 1997 der Chilkoot Trail in Alaska, genau 100 Jahre nach dem Goldrausch, und ein früher, aber schmerzhafter Umstieg auf Digital: Viele Aufnahmen aus der Londoner Zeit, etwa von der Concorde im Landeanflug, gingen mit alten Rechnern verloren.

    Der Weg zu Leica
    2019 wechselte Thomas von NEF, dem RAW-Format von Nikon, zu DNG und damit zu Leica. Ausschlaggebend war ein Leica Store in Nürnberg, an dem er jahrelang vorbeigelaufen war, und ein Katalog, der ihn schließlich überzeugte, eine gebrauchte M10 ungesehen zu bestellen. Bis heute fotografiert er mit der Leica M11 und bevorzugt 24 Millimeter als Brennweite.

    Die Straße als Bühne
    Den entscheidenden Impuls zur Street-Fotografie gab eine Pfütze am winterlichen Erfurter Dom und ein Workshop mit Mitgliedern des Nürnberg Unposed Collective. Thomas beschreibt Street-Fotografie als eine Bühne, die 24 Stunden geöffnet ist: Es geht ums Sehen-Lernen und ums Antizipieren von Momenten, nicht ums Inszenieren. Sein Stil hat sich seither gewandelt, vom starken Hell-Dunkel-Kontrast hin zu Menschen, die er direkt im Vorbeigehen porträtiert.

    Fotobücher und Messsucher
    Als Inspirationsquelle dienen ihm unkommentierte Bildbände klassischer Fotografen wie Bill Brandt, Weegee und Walker Evans. In Workshops bei Wolfgang Zurborn von der Kölner Lichtblick School, unter anderem im mehrmonatigen Format „Theatre of Real Life", lernte er das Editieren eigener Bildserien für ein Fotobuch. Warum er bewusst mit manuellem Fokus und Messsucher statt Autofokus arbeitet, erklärt er auch mit Verweis auf einen Vortrag von Peter Karbe, dem langjährigen Leica-Objektiventwickler, bei den Nürnberger Leica Erlebnistagen.

    Neu im Kollektiv
    Erst kürzlich wurde Thomas als neues Mitglied ins Nürnberg Unposed Collective aufgenommen, gemeinsam mit zwei weiteren Fotografinnen und Fotografen. Im Gespräch erzählt er, was ihn an der Gemeinschaft reizt und wie er das Meet & Street, das mittlerweile zum sechsten Mal stattfand, erlebt hat.

    Linksammlung
    Instagram: https://www.instagram.com/jnug.thomas/

    NÜRNBERG UNPOSED COLLECTIVE
    Homepage: https://www.nurnberg-unposed.de/
    Instagram: https://www.instagram.com/nuernberg_unposed_collective/

    Lichtblick School - Wolfgang Zurborn
    Homepage: https://www.lichtblick-school.com/

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    1 hr 8 min

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