Susanne Franz über ikonische Marken, Transformation und Less of the Same.
In dieser Folge von „Less of the Same“ spricht Charlotte mit Susanne Franz – Marketing-Expertin, Markenarchitektin und eine Frau, die man auch als Tsunami kennenlernen kann. Nach Stationen bei SEAT, Audi, VW und Alfa Romeo bewegt sie sich seit Jahrzehnten in einer Branche, die sich mitten in einem der größten Umbrüche ihrer Geschichte neu erfinden muss. Es geht um ikonische Marken, um Transformation als täglichen Prozess, um Algorithmen und Selbstbestimmung – und darum, warum kreative Eintönigkeit selten an fehlenden Ideen liegt.
Susanne Franz erzählt, wie eine Marke überhaupt zur Ikone wird: nicht durch Ansage auf einem Blatt Papier, sondern über Jahrzehnte, in denen sie Bestandteil im Leben vieler Menschen wird. Sie spricht darüber, warum Ikonen bleiben, auch wenn sie im Alltag der Menschen nicht mehr stattfinden, und was es braucht, um eine solche Marke in die Zukunft zu tragen, ohne ihre Herkunft zu verlieren.
Wir sprechen über:
Ikonische Marken: Warum VW für sie neben Nike und Apple steht und weshalb Ikonizität nichts ist, was man plant, sondern etwas, das entsteht.
Transformation ist kein PowerPoint: Weshalb Transformation längst kein strategisches Dokument mehr ist, sondern ein aktiver Prozess, den man jeden Tag betreibt – inklusive Rückschritten.
Global und lokal: Wie eine Marken-DNA in anderen Märkten Heimat findet, warum local flavor kein Zugeständnis ist und one fits all noch nie funktioniert hat.
Zielgruppen verstehen: Warum Methodik am Anfang steht, Zahlen, Daten und Fakten aber nicht reichen, und weshalb Intuition und Vorstellungsvermögen die halbe Party sind.
Algorithmus und Selbstbestimmung: Wie man den eigenen digitalen Footprint aufräumt, den Algorithmus mit Neugier austrickst – und trotzdem anerkennt, dass die Sea of Sameness im Verdrängungswettbewerb funktioniert.
Die Zielgruppen-Lücke: Warum eine Frau mit 56, die unzähligen Automobilmarken folgt, kaum Automobilwerbung ausgespielt bekommt und was das über Häkchen, Framing und Budgets erzählt.
Mut kostet Geld: Weshalb Budgets endlich sind, neue Wege erst definiert werden müssen und Mut im Business-Kontext behutsam gehört.Leadership und Innovation: Wie man Teams ermutigt, damit Ideen nicht in der Schublade landen, und weshalb das juristische Korsett Innovation heute enger macht als vor fünfzehn Jahren.
Markenführung ist mehr als Social Media: Warum für sie das Produkterlebnis der Kern der Marke ist und Kommunikation das Ergebnis guter Markenführung.
Wow-Momente: Warum die großen Überraschungen fast immer im Dezember passieren und welcher Weihnachtsspot sie Jahre später noch berührt.
Ein zentrales Thema der Folge: Kreative Eintönigkeit entsteht selten aus Ideenmangel. Susanne Franz beschreibt, wie gute Konzepte im Prozess weichgespült werden – durch Gremien, Kompromisse, Meinungen und Rahmenbedingungen, die sich über die Jahrzehnte verschärft haben. Ihr Wunsch für die nächsten fünf Jahre: eine Neuordnung, ein bisschen Ruhe und wieder Raum für den halben Schritt über die Kante.
Weitere Themen:
Warum wir uns als Gesellschaft gern beschallen lassen, statt selbst positive Botschaften zu setzen.
Wie sich Konsumverhalten von Millennials zu Gen Z verschoben hat und was das für Marken bedeutet.
Weshalb sie 2012 bei Alfa Romeo ohne Anschlussfunktion ausgestiegen ist und nach Spanien ging, ohne fließend Spanisch zu sprechen.
Warum Leadership vor allem bedeutet, Verantwortung mit allen Konsequenzen zu tragen.
Diese Episode ist für alle, die wissen wollen, wie Marken ikonisch werden und bleiben, wie Transformation vom Buzzword zur täglichen Arbeit wird und warum ein Satz wie „keine Angst zu verlieren, aber mehr Lust zu gewinnen“ mehr über Führung sagt als jedes Leitbild.