L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung

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L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung episodes

  • „Eine gelungene Tafel ist so etwas wie ein Gesamtkunstwerk“


    Interview mit Josef Matzerath über Kulinarik an den Weihnachtstagen

    Gans, Hering, Wurst oder Fondue? Die Traditionen dessen, was an Weihnachten auf den Tisch kommt, sind zahlreich und vielgestaltig. Es fängt allein schon damit an, dass Weihnachten drei Tage umfasst, angefangen mit Heiligabend. Auch die konfessionelle Ausrichtung, aber auch regionale Bräuche sowie Einbrüche der (Post-)Moderne spielen bei einem so bedeutenden Ritual wie dem Weihnachtsfest eine entscheidende Rolle. Der Ernährungshistoriker Prof. Dr. Josef Matzerath von der Technischen Universität Dresden ist den unterschiedlichen kulinarischen Sitten und Gebräuchen an den Weihnachtstagen nachgegangen. Wir haben ihm dazu unsere Fragen gestellt und wollten letztlich auch wissen, was bei Matzeraths zu den Festtagen auf den Tisch kommt.
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  • Die Gnosis. Wie kommt das Böse in die Welt?


    Zu Gast bei L.I.S.A. mit Christoph Markschies

    Warum gibt es das Böse? Auf diese fundamentale Frage der Menschheit hatten die Anhänger der Gnosis eine nur auf den ersten Blick einfache Antwort: Neben den absolut guten Gott setzten sie eine zweite, ethisch unvollkommene Gottheit, die für die Irrungen der irdischen Welt veranwortlich sei: den Demiurgen. Die Gnosis (altgriechisch für „Erkenntnis“) wird oft als Reaktion auf die vermeintlich krisenhafte Welt der Spätantike verstanden, was die Lehren der Gnosis wiederum anschlussfähig für aktuelle Zeitdeutungen macht. Der Theologie und Historiker Prof. Dr. Christoph Markschies sieht in der Frühphase des Christentums eher eine Art „Laboratorium“, in dem mit philosophischen Ideen und religiösen sowie mythischen Stoffen experimentiert wurde. In einer neuen Ausgabe von Zu Gast bei L.I.S.A. sprechen wir mit Christoph Markschies über die Mythen und Lehren der antiken Gnosis, die dunkle Seite der Freiheit und was die Gnosis uns heute noch zu sagen hat.
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  • Theophanu – Kaiserin mit Migrationshintergrund


    Podcast „Wer wird sind und warum das nicht klappte...“

    Für sie muss es ein Kulturschock gewesen sein. Theophanu war eine junge byzantinische Prinzessin, als sie aus der glanzvollen Weltmetropole Konstantinopel im Jahr 972 nach Westeuropa segelte, um einen „Barbaren“ zu heiraten. Ihr Bräutigam, Otto II., war der Sohn des ersten deutschen Kaisers. Trotzdem kann man sich das kulturelle Gefälle zwischen den beiden nicht steil genug vorstellen. Konstantinopel, die glanzvolle Hauptstadt des byzantinischen Reiches, hatte damals schon 400.000 Einwohner, dagegen verfügte das Reich ihres Zukünftigen noch nicht mal über eine Hauptstadt. Wie Nomaden ritten der Kaiser und sein Gefolge von Pfalz zu Pfalz. Die Byzantiner blickten eigentlich mit Verachtung auf die neue Herrscherfamilie im Westen, die sich seit Kurzem auch „Kaiser“ nannten.
    Über das Leben der Theophanu, der Kaiserin mit Migrationshintergrund, spreche ich in dieser Folge mit Prof. Dr. Gisela Muschiol vom Institut für Kirchengeschichte der Uni Bonn.
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  • Das Parlament als Schaubühne oder Von der (Un-)Sichtbarkeit der Politik


    Vortrag von Michael Diers am DHI Paris

    Eine häufig geführte Klage lautet, die bürgerliche Demokratie besitze kein Bild von sich selber. Als These formuliert ist auch von der „unästhetischen Demokratie“ die Rede, deren blasses Erscheinungsbild im Gegensatz zur Prachtentfaltung der Tyrannis stehe. Richtig ist, dass die moderne Demokratie weniger auf heroische Bilder und visuell starke Symbole, sondern auf eine Vielzahl von Bildern setzt, für die im Verein mit der Politik die diversen Instanzen der Publizistik, darunter Presse, Fernsehen und Social Media verantwortlich zeichnen.
    Das Parlament als Ort der Rede wurde im Zuge des medialen Wandels auch zum Gegenstand von Bildpolitik. Die Redner und Rednerinnen werfen sich in Posen, kleiden sich auffällig und gestikulieren programmatisch nicht nur vor den Abgeordneten im Plenarsaal, sondern auch im Blick auf die Tribünen von Presse und Publikum. Es geht verstärkt um visuellen Ausdruck und Nachdruck und, grundsätzlich, um Aufmerksamkeit - für die Sache und nicht zuletzt auch für die eigene Person.
    Wie steht es heute um das Parlament als politisches Schaufenster? Am Beispiel des Deutschen Bundestags und des Europäischen Parlaments sollen einige ausgeprägte visuelle Phänomene der Gegenwart in den Blick genommen und kunsthistorisch und politisch analysiert werden. Dabei geht es in drei Schritten um das Parlament im Bild, das Parlament als Bild und das Parlament ohne Bild.
    Ein Vortrag im Rahmen des Kolloquiums "Visuelle Repräsentationen des Parlamentarismus seit 1789. Ein europäisches Panorama" vom 26. bis 28. November im Deutschen Historischen Institut Paris.
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  • Gerahmte Gewalt. Fotoalben von Deutschen im „Osteinsatz“ und die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg


    Buchvorstellung mit Dr. Jürgen Matthäus | Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek

    Sie liegen in Schubladen und Kellern von Wohnhäusern, auf Verkaufstischen von Flohmärkten sowie in der Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek: Private Fotoalben sind materielle Zeugnisse, wie Deutsche den Zweiten Weltkrieg erlebten und wie sie ihn erinnert wissen wollten. Einige Alben haben in Ausstellungen oder Publikationen Aufmerksamkeit erregt; dennoch hat sich die Forschung bislang nur ansatzweise mit ihnen befasst. Basierend auf der Auswertung einiger Hundert Privatalben und mit Fokus auf den deutschen Vernichtungskrieg „im Osten“ untersucht Jürgen Matthäus, was ihre Kriegserzählung ausmacht, wie sie Gewalt repräsentierten und welche Spuren ihr Bild deutscher Verbrechen und deutscher Opferschaft bis heute im Familiengedächtnis hinterlassen hat.
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  • Thomasius Club mit Laura Bieger: Lesen für die Demokratie


    20:00 I Café Alibi, Universitätsbibliothek Leipzig

    Hat Literatur einen politischen Sinn – und wenn ja, welchen? Ist beispielsweise das, was wir tun, wenn wir lesen oder über unsere Lektüre diskutieren, eine politische Tätigkeit? Wie ließe sich das definieren?
    Die Literaturwissenschaftlerin Laura Bieger vertritt in ihrem neuen Buch die These, dass Literatur politisch ist, wenn und weil sie dazu beiträgt, die Form unserer gemeinsamen Welt zu verhandeln. Wir fragen bei der Autorin nach, was es bedeutet, Literatur als soziale Praxis zu verstehen, in was für einem Bezugsgewebe literarische Texte sich befinden, und was an der Praxis des gemeinsamen Sprechens und Urteilens über Literatur – jenseits engagierter Literatur – bereits politisch sein kann.
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  • Nationalsozialistisches Völkerrecht im Kontext


    Miloš Vec | Kölner Vorträge zur Neueren und Neuesten Geschichte

    Im Kölner Vortrag gibt der Rechtshistoriker Prof. Dr. Miloš Vec (Universität Wien) einen Über­blick über die Überlegungen und Debatten innerhalb der deutschen Völker­rechts­wissen­schaft in der Zwischen­kriegs­zeit. Existierten in den Jahren der Weimarer Republik noch eine große Bandbreite verschie­de­ner Denk­stile und metho­dische Über­zeu­gun­gen neben­ei­nan­der – bei nahezu ein­hel­li­ger Ablehnung des Versailler Vertrages –, erlebte die Völker­­rechts­lehre nach 1933 eine Politisierung im Zeichen der national­sozia­lis­tischen Ideologie. Neo-kolonia­lis­tische Argu­men­ta­tio­nen und eine immer stärkere Indienst­stellung für die Außen­politik führten schließlich zum Relevanz­ver­lust der Disziplin während des Zweiten Weltkriegs, so die These von Vec.
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  • Im Rausch der Kunst: die Bentvueghels zwischen Trunksucht und Inspiration


    Zwischen Pinsel und Pranger | Ein Podcast über Kunst und Moral im Italien der Frühen Neuzeit (Folge 8)

    Rom, 1620: In den Tavernen der Stadt versammeln sich junge Niederländer, um in einer berühmt-berüchtigten Künstlergemeinschaft Aufnahme zu finden – den Bentvueghels. Deren ausgelassene Initiationsfeiern, „Bent-Taufen“ genannt, dauern oft mehr als vierundzwanzig Stunden, in denen viel Alkohol fließt und freudvoll, teils im Exzess und mit derbem Humor, das Leben und die Kunst gefeiert werden, u.a. durch die Inszenierung lebendiger Kunstwerke. Einige Zeitgenossen sind vom Verhalten der Fremden empört, die kirchliche Obrigkeit misstraut ihnen, und doch zieht die Bruderschaft über Jahrzehnte hunderte Maler, Bildhauer und Dichter an. Bei ihren Taufen verhöhnen sie auch katholische Zeremonien – ein Affront gegen die Kirche? Und was hat es mit dem Dauerrausch dieser Künstler auf sich? Bloß exzessive Entgleisung in der Fremde, oder doch tieferes künstlerisches Programm?
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  • 9 Sommer in der Türkei and still counting...


    Paula Michalski | Idee Archäologie. Positionen und Konturen einer Wissenschaft

    Eine meiner ersten Kindheitserinnerungen überhaupt ist der Moment, in dem meine Tante mit mir an der Hand die Treppenstufen im römischen Theater von Aspendos in der Nähe von Antalya hochgeht. Das war im April 1998 und ich war zweieinhalb Jahre alt. Ob das eine Art foreshadowing auf meinen späteren Lebensweg als Archäologin war?
    Nun lerne ich immer wieder Archäolog:innen kennen, die seit den 80er- oder 90er-Jahren in der Türkei arbeiten. Obwohl auch ich mittlerweile die letzten knapp zehn Jahre in diesem wunderschönen Land mit der für mich faszinierendsten Archäologie verbracht habe – und ich mich regelmäßig daran erinnern muss, wie lang das eigentlich schon ist und wie viel seitdem passiert ist, sich verändert hat – kann ich mir kaum vorstellen, und ich möchte hiermit nichts jinxen, die nächsten Jahrzehnte ebenso dort zu verbringen. Wie meine ich das?
    Bevor ich für meine Dissertation zur Prienegrabung an die südwestliche Türkei gewechselt bin, habe ich während des Studiums meine Sommer auf der Pergamongrabung verbracht und dort hauptsächlich in der Fundbearbeitung gearbeitet. Diese Zeit war schön, anstrengend und lehrreich und ich werde wohl mein gesamtes Leben darauf zurückblicken. Schon von Anfang an habe ich eine gewisse Demut vor diesem Ort und vor allem vor der Möglichkeit, dort zu arbeiten gehabt. Dieses Gefühl ist schwer in Worte zu fassen und die Archäolog:innen unter Ihnen werden vielleicht verstehen, was ich meine: man wacht in der Früh auf und man erwartet wieder einen langen und heißen Tag. Der Geruch von Sonnencreme und das klebrige Hautgefühl beim Verlassen des chaotischen Zimmers, das Frühstück im mal ruhigen und mal hektischen Grabungshaus am Morgen – das sind in mein Gedächtnis eingebrannte Schlüsselmomente. Das Geräusch von quietschenden Depotschlössern, wobei sich die meisten nur mit einer Spezialhandbewegung öffnen lassen, das Gefühl von der mittlerweile ganz staubig-trockenen Haut durch die Arbeit mit Keramik. Teepause im Schatten, weil die Sonne ihre sengende Hitze schon vormittags verteilt. Aber zurück zur Demut: es ist diese – zugegebenermaßen etwas pathetisch klingende – allumfassende Anwesenheit der Antike, von der man permanent umgeben ist. Dies gilt für Priene, für Pergamon und andere antike Stätten. Während eines Besuchs im Museum oder beim theoretischen Studium des Faches kann man das nur bedingt spüren, aber auf einer Ausgrabung – egal, ob man in der Fundbearbeitung oder im Gelände arbeitet – ist das omnipräsent.
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  • Können Universitäten die Demokratie retten?


    Universities and the Public Good: Research, Education, and Democracy since 1945

    Diese Podiumsdiskussion widmet sich der Rolle von Universitäten in demokratischen Kulturen. Im Zentrum stehen Fragen wie: Können Universitäten dazu beitragen, demo­kra­ti­sche Haltungen zu fördern? Und falls ja, auf welche Weise können sie zur Stärkung der politischen, kulturellen und sozialen Voraussetzungen von Demokratie beitragen?
    This panel focusses on the role of European and North American universities in supporting a democratic culture. Can universities help cultivate democracy as a way of life, and if so, how can they help strengthen and renew the political, cultural, and social preconditions of democracy?
    Ian McNeely, Professor und Senior Associate Dean for Undergraduate Education, University of North Carolina at Chapel Hill, USA
    Shalini Randeria, Rektorin, Central European University, Vienna, Austia
    Till van Rahden, Bad Homburg, Germany
    Moderator: Johannes Völz, Goethe-Universität Frankfurt, Germany
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