L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung

L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung

By
Download on the App Store

L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung episodes

  • „Zeithistorische Forschungen“: Neue Ausgabe mit verbesserter Website


    Das aktuelle Heft der „Zeithistorischen Forschungen“ enthält fünf längere Aufsätze, außerdem einen Text über einen Quellenbestand zur Migrationsgeschichte, zwei Beiträge in der Rubrik „Neu gelesen“ und einen weiteren Beitrag in der Rubrik „Neu gehört“. Was häufigeren Leser:innen dieser Zeitschrift aber zuerst auffallen dürfte: Wir haben die Website leicht umgestaltet, es gibt grafisch und funktional einige Neuerungen. Dazu gehört erstens, dass die Rubrik „Neu gelesen“ mit inzwischen mehr als 100 Beiträgen jetzt auch über einen Zeitstrahl zugänglich ist, der die vorgestellten Bücher und Aufsätze in chronologischer Folge präsentiert – ein breites Panorama teils bekannter, teils weniger bekannter Publikationen des 20. Jahrhunderts, deren Neu- oder Wiederentdeckung sich lohnt.
    Eine zweite Neuerung ist, dass wir zu früheren Artikeln jetzt gelegentlich kurze redaktionelle Nachträge einbauen. Die Integrität der publizierten Originalbeiträge bleibt selbstverständlich erhalten, aber es sind nun auch Aktualisierungen möglich. Als Leser:in erkennen Sie dies, wenn oben rechts zu Beginn eines Beitrags der rote Button „Update“ steht (ein Beispiel etwa hier).
    Eine dritte Neuerung ist das übersichtlichere Register aller Autor:innen, das nun einen besseren Überblick zu denjenigen liefert, die die „Zeithistorischen Forschungen“ mit ihren Beiträgen bisher gestaltet und mitgetragen haben. Für die Suche nach Themenfeldern, Ländern oder Weltregionen sowie bestimmten Zeitabschnitten des 20./21. Jahrhunderts gibt es weiterhin ein differenziertes Schlagwortregister.
    Solche Umstellungen einer in gut 20 Jahren gewachsenen Website sind immer mit einigen technischen Hürden verbunden. Manche Änderungen lassen sich automatisieren, vieles muss aber auch einzeln nachgetragen werden. In den älteren Beiträgen des Online-Archivs sind momentan sicher noch Unstimmigkeiten enthalten; wir werden daran weiter arbeiten. Wenn Ihnen Fehler in der Darstellung oder der Navigation, bei der Einbindung von Bild-, Film- oder Tondokumenten etc. auffallen, ist die Redaktion dankbar für alle Hinweise und bemüht sich um rasche Verbesserungen.
    Nun aber zum Inhalt: Die Beiträge im Aufsatzteil widmen sich der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland bzw. auch der alliierten Besatzungszeit im frühen Nachkriegsdeutschland – überwiegend mit transnationalen Bezügen. Victor Jaeschke untersucht die Dürre von 1947 in der Bizone mit ihren politischen Effekten für das deutsch-amerikanische Verhältnis. Zugleich betrachtet er den damaligen Wassermangel aus der Perspektive einer heutigen historischen Klimaforschung. Alexander Zinn gibt am Beispiel der Stadt Frankfurt am Main differenzierte Antworten auf die Frage, wie stark Homosexuelle in den 1950er- und 1960er-Jahren einer repressiven Strafverfolgung ausgesetzt waren. Die „einfache“ Homosexualität unter Erwachsenen wurde allmählich milder beurteilt, für „schwere“ Fälle sogenannter „Jugendverführung“ galt dies dagegen nicht. David Kuchenbuch deutet die ZDF-Spielfilmserie „Keine Zeit für Abenteuer“ von 1970 als eine gescheiterte PR-Aktion des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die versuchte Werbung für „Entwicklungshilfe“ fiel in eine Phase, in der stereotype Darstellungen der „Dritten Welt“ generell stärkerer Kritik ausgesetzt waren. Torsten Konopka hat erforscht, mit welchen Motiven und in welchem Ausmaß die Bundesministerien von 1962 bis 1994 Ruanda unterstützten. Die Ausrüstungs- und Ausbildungshilfen durch die Bundeswehr standen primär im Kontext des Ost-West-Konflikts. Der Genozid von 1994 kam für die deutschen Akteure recht überraschend. Charlotte Adèle Murphy schildert, wie einige Werke des sowjetischen nonkonformistischen Bildhauers Vadim Sidur seit den 1970er-Jahren in die Bundesrepublik gelangten und hier als Denkmäler in neue Kontexte gebracht wurden. Dies ist ein Beispiel für inoffizielle Kulturbeziehungen während des Kalten Krieges und zugleich die historische Würdigung eines in der Ukraine geborenen Künstlers, der sich mit Kriegs- und Gewalterfahrungen auseinandersetzte.
    In der Rubrik „Neu gelesen“ beschäftigen sich Matthias Schwartz mit Wassili Grossmans Roman „Stalingrad“ und Maurus Reinkowski mit Dan Diners Buch „Das Jahrhundert verstehen“. In der Rubrik „Neu gehört“ diskutiert Daniel Morat anhand der Sammlung „Jahrhundertstimmen“ die Aussagekraft von Tondokumenten für die Zeitgeschichte. Und in der Rubrik „Quellen“ zeigt Klaas Anders, welche Einblicke in die Lebenswelt tschechoslowakischer Migrant:innen in Wien (seit den späten 1960er-Jahren) der Nachlass des Sozialdemokraten Ludwig Kolin bietet.
    Die „Zeithistorischen Forschungen“ werden am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam herausgegeben von Frank Bösch und Gabriele Metzler. Die Zeitschrift erscheint gedruckt im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht und zugleich im Open Access (seit dem Heft 1/2021 unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-SA 4.0 für alle neuen Texte). Beitragsideen und Manuskript-Einsendungen aus dem gesamten Spektrum der Zeitgeschichte sind für künftige Hefte jederzeit willkommen – nähere Hinweise für Autor:innen finden sich auf unserer Website.
    0 min
  • „Die Römer griffen auf relativ alte Waldbestände zurück“


    Interview mit Bernhard Muigg über die Nutzung der nordalpinen Wälder in römischer Zeit

    Jahresringe an Holzfunden ermög­lichen aufgrund ihrer unter­schied­lichen Breite die präzise Bestim­mung, wie alt das Holz ist. Aus der wissen­schaft­lichen Bear­bei­tung und Analyse von archäologisch gebor­ge­nen Hölzern hat sich eine eigene Fach­rich­tung entwickelt: die Dendro­­archäo­lo­gie. Für eine jüngst erschienene Studie haben Dendro­archäolo­ginnen und Dendro­archäo­logen Daten von über 20.000 Holz­fun­den zusammen­ge­tra­gen und aus­ge­wertet und auf diese Weise neue Schlüsse zur Holz­nutzung im nord­alpinen Europa zwischen der Eisen­zeit und dem Frühmittel­alter ziehen können. Dazu haben wir dem Erst­autor der Studie, Dr. Bernhard Muigg von der Albert-Ludwigs-Uni­ver­sität Freiburg, unsere Fragen gestellt.
    0 min
  • Otto Dix | Die Sieben Todsünden (1933)


    Kunstgeschichten mit Frederic Bußmann

    In der vierzigsten Ausgabe von Kunst­geschich­ten erklärt der Kunsthistoriker Dr. Frédéric Bußmann in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe das Gemälde Die Sieben Todsünden des Malers Otto Dix aus dem Jahr 1933. Frédéric Bußmann ist Direktor der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.
    0 min
  • Gefährliche Rivalitäten: Wirtschaftskriege – von den Anfängen bis zu Trumps Deal-Politik


    vhs.wissen live mit Werner Plumpe

    Dass die bislang geltende Weltordnung an ihr Ende gekommen ist, zeigt sich nicht nur an zunehmenden Kriegen und Eskalationen, sondern auch an sich verschärfenden Handels­konflikten – am dramatischsten und weitreichendsten zwischen China und den USA, vor allem aber mit Russland. In seinem Vortrag zeigt der Wirtschafts­historiker Professor Werner Plumpe (Frankfurt a. M.), wie die Geschichte immer schon von wirtschaftlichen Rivalitäten geprägt war, die nicht selten in offene Kriege mündeten – von der Eroberung der Neuen Welt und den Anfängen der Globalisierung über das Zeitalter des Kolonialismus, die Entstehung von National­staaten und die bipolare Weltordnung des Kalten Kriegs bis in die hyper­vernetzte Welt von heute.
    0 min
  • Masterclass: Ace your Poster!


    Posterausstellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    Wie gestaltet man ein überzeugendes wissenschaftliches Poster? Drei Ausstellende des VHD-Posterwettbewerbs haben auf dem Historikertag erzählt, wie ihre Entwürfe entstanden – von der Idee über Designentscheidungen bis hin zur Umsetzung mit digitalen Tools. Sie zeigen, dass ein gutes wissenschaftliches Poster nicht nur Kreativität, sondern auch erlernbare Grundlagen braucht – und geben ihr Know-how weiter!
    Für die digitale Posterausstellung haben Hjördis Bohse, Alexandra Evdokimova und Erik Kömpe ihre Präsentationen noch einmal aufgezeichnet.
    0 min
  • Ruptured Cities: Spatial and Temporal Disjunctions in Three Urban Contexts


    Oksana Zaporozhets, Ekaterina Lapina-Kratasyuk | Abandoned Cities

    Abandoned or lost cities are not only found in distant eras, but are also a phenomenon in today's societies. But who or what shapes lost cities, and what does such a multi-dimensional rupture mean for the citizens of a city? These questions are being investigated by a research team led by urban sociologist Dr. Oksana Zaporozhets and cultural historian Dr. Ekaterina Lapina-Kratasiuk. The different aspects of ‘lostness’ in relation to cities are shown by three different cases from Germany, Armenia, and Canada: a former British military base, an industrial site and a utopian settlement.
    0 min
  • Virtuelle „Zeitreisen“ knacken: Digitale Methoden im Promotionsprojekt zur Erinnerungskultur in immersiven VR-Medien


    Roman Smirnov | Digitale Geschichte(n). Projekte und Praktiken der Digital History

    Virtuelle Realitäten eröffnen neue Zugänge zur Vergangenheit. Sie ermöglichen Benutzer:innen, sich mithilfe eines VR-Headsets dreidimensional in historische Inszenierungen zu bewegen, mit Objekten zu interagieren und Geschichte scheinbar unmittelbar zu erleben. Doch wie verändern solche immersiven „Zeitreisen“ unser Geschichtsbewusstsein und unsere Erinnerungskultur? Diesen Fragen widmet sich mein Promotionsprojekt „As it (virtual) really was? Einfluss immersiver VR-Technologien auf die Erinnerungskultur(en) und kollektiven Geschichtsbilder“, das zwischen Juli 2023 und Juli 2025 an der Ruhr-Universität Bochum durchgeführt wurde.
    0 min
  • «Er hatt in vx wochen nich bey mir geleygen, Nu schelt er mich umer». Sexualität als Druckmittel im sächsischen Hochadel


    Maria Hauber | Konferenz „Körper und Herrschaft“

    In der Frühen Neuzeit hing von dem Körper der Fürstin der Fortbestand einer Dynastie ab. Er war eine öffentliche Angelegen­heit, die der Hof, aber auch andere Territorialherren genau registrierten. Die Körperlichkeit und Sexualität der Fürstin konnte, wenn sie denn „erfolg­reich“ war, ein nicht zu unterschätzendes Kapital darstellen, bot aber auch enorme Angriffs­fläche, vor allem wenn die fürstliche Ehe kinderlos blieb. Maria Hauber beleuchtet dieses Spannungs­feld am Beispiel von zwei sächsischen Fürstinnen aus dem 16. Jahrhundert: Elisabeth von Sachsen (1502-1557) und Anna von Sachsen-Coburg (1567-1613).
    0 min
  • Metropolen im Wettbewerb


    Thomasius Club mit Cosima Götz am 18. Oktober 2025

    Wie der Stadtraum Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem zunehmend umkämpften Raum wurde und welche Rolle dabei internationale städtebauliche Wettbewerbe spielten, darüber reden wir mit Cosima Götz. Denn Wettbewerbe erlebten zwischen den 1890er und den 1930er Jahren eine beispiellose Hochphase. Man versprach sich von diesen ihnen nichts Geringeres als einen »Generalplan« – für die Anlage von Verkehrswegen, Bau- sowie Freiflächen und vor allem auch für die gesellschaftliche Neuorganisation unter den Bedingungen einer als »modern« verstandenen Zeit. An den Städten Berlin, Ankara, Paris und Canberra zeigt Cosima Götz, wie die dabei entstehenden Konflikte bearbeitet wurden und welche planerischen, aber auch ideellen Folgen dies hatte. Uta Karstein und Thomas Schmidt-Lux haben nachgefragt, was das eigentlich bedeutet hat.
    0 min
  • Opening Roundtable: Universities and the Public Good


    Universities and the Public Good: Research, Education, and Democracy since 1945

    As the controversies currently engulfing colleges and universities around the globe indicate, institutions of higher education remain sites of conflict and contestation among competing social, cultural, economic, and ideological forces. These conflicts have deep historical roots. During the heyday of the so-called liberal consensus after World War II, universities on both sides of the Atlantic were celebrated as symbols of enlightened liberalism, promoting a democratic ethos and social responsibility. The 1960s saw these traditions tested and reinterpreted amidst generational conflicts over the ideals and realities of participatory democracy. By the early 1980s, higher education institutions faced twin challenges: a conservative backlash and the rise of neoliberal economic ideologies. To better understand higher education’s role in the current international political climate, the symposium provides an opportunity to reflect on the history of colleges and universities in North America and Europe since 1945.
    Suzanne L. Marchand, Louisiana State University/President-Elect, American Historical Association, USA
    Julie Reuben, Phillips Brooks Center for Public Service/Harvard University, USA
    Susanne Schregel, Universität Halle-Wittenberg, Germany
    Moderators: Axel Jansen, GHI Washington, USA / Charlotte Lerg, LMU München, Germany
    0 min

About L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung

From the publisher's feed

L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung