L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung

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  • Der Limes – Die erste Mauer zwischen Ost und West


    Podcast „Wer wird sind und warum das nicht klappte...“

    Der Limes der Römer: Fast 1000 km Grenze quer durch das heutige Deutschland. Erst der Rhein, als bewachter Grenzfluss: 400 km von der Nordsee bis nach Bonn. Daran schlossen sich 550 km lange Palisadenzäune und Mauern an. 900 Wachtürme und ein 6 Meter breiter und 2 Meter tiefer Graben von Rheinbrohl erstreckten sich südlich von Bonn quer durchs Land bis nach Regensburg. Das war die römische Antwort auf den Aufstand der Germanen. Die erste Mauer in Deutschland. Sie trennte die römischen Provinzen im Westen von den Regionen, die die Römer Germanien nannten. Wie lebten die Menschen unter der römischen Herrschaft? Eine aktuelle Studie behauptet, noch heute lebten die Menschen in den ehemals von Römern besetzten Gebieten glücklicher als an Orten, wo die Römer nicht waren. Auch nach 2000 Jahren. Kann das sein?
    Ein Gespräch mit Prof. Dr. Alexandra Busch, der Generaldirektorin des Leibnizzentrum für Archäologie in Mainz.
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  • Gerahmte Gewalt. Fotoalben von Deutschen im „Osteinsatz“ und die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg


    Württembergische Landesbibliothek Stuttgart und online

    Sie liegen in Schubladen und Kellern von Wohnhäusern, auf Verkaufstischen von Flohmärkten sowie in der Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek: Private Fotoalben sind materielle Zeugnisse, wie Deutsche den Zweiten Weltkrieg erlebten und wie sie ihn erinnert wissen wollten. Einige Alben haben in Ausstellungen oder Publikationen Aufmerksamkeit erregt; dennoch hat sich die Forschung bislang nur ansatzweise mit ihnen befasst. Basierend auf der Auswertung einiger Hundert Privatalben und mit Fokus auf den deutschen Vernichtungskrieg „im Osten“ untersucht Jürgen Matthäus, was ihre Kriegserzählung ausmacht, wie sie Gewalt repräsentierten und welche Spuren ihr Bild deutscher Verbrechen und deutscher Opferschaft bis heute im Familiengedächtnis hinterlassen hat.
    Dr. Jürgen Matthäus leitete von 2005 bis März 2025 die Forschungsabteilung am Jack, Joseph and Morton Mandel Center for Advanced Holocaust Studies des United States Holocaust Memorial Museum in Washington, DC. Er hat zahlreiche Publikationen zur Shoah vorgelegt.
    Mittwoch, 10. Dezember 2025, 18 UhrTeilnahme vor Ort in der Württembergischen Landesbibliothek, Saal (Konrad-Adenauer-Str. 10, 70173 Stuttgart) oder online über den Zugangslink: https://bitbw.webex.com/meet/wlb
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  • Das Adressbuch der Deutschen in Paris von 1854: Schicksalsjahre einer Datenbank


    Digitale Geschichte(n). Projekte und Praktiken der Digital History

    An einem Januarmorgen des Jahres 1853 verlässt F. A. Kronauge seine Wohnung in der Rue de Richelieu in Paris. Der Professor für englische und deutsche Literatur kennt sein Viertel nahe der Bibliothèque royale genau. Auf dem Weg zu seinem Lieblingsbäcker, einem preußischen Brotmeister mit dem passenden Namen „von Gluten“, grüßt er einen Schneider aus der Pfalz. Er kauft Tabak bei einem Hessen in der Passage des Panoramas. Dann bleibt er vor einem Geschäft für Kindermoden stehen, das eine Frau aus Hamburg betreibt. Überall begegnet er Menschen, die wie er aus dem deutschsprachigen Raum nach Paris kamen, um dort ihr Handwerk auszuüben oder Handel zu treiben. In der Rue de Richelieu allein sind es nicht weniger als 86 Landsleute, die Geschäfte oder Werkstätten führen. Die meisten von ihnen sind Schneider.
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  • Blumen und Brandsätze. Eine deutsche Geschichte, 1989–2023


    Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek | Buchvorstellung mit Klaus Neumann

    Spätestens seit den 1980er Jahren erregt kaum etwas die Öffent­lich­keit so sehr wie die Frage, wie viele und welche Menschen, „die wir nicht gerufen haben“, Deutsch­land aufnehmen sollte. Klaus Neumann beschäftigt sich mit Antworten auf diese Frage: von Forderungen nach der Änderung von Artikel 16 des Grund­ge­setzes in den frühen 1990er Jahren über die sogenannte Willkom­mens­kultur 2015 bis zur Neuauflage der Behauptung, das Boot sei voll, nach der Ankunft von Flücht­lingen aus der Ukraine 2022. Der Historiker untersucht die unterschied­lichen Motivationen, Schutz zu gewähren oder Schutz­suchende abzuweisen. Im Mittelpunkt seiner Betrachtung stehen dabei lokale und lokalpolitische Auseinan­der­setzun­gen: im Westen Hamburgs und im südöst­lichen Sachsen. Er macht anschaulich, wie sehr Aushandlungs­prozesse um die lokale Aufnahme von DDR-Übersiedlern und Asylsuchenden, Aussied­ler­innen und Kriegsflüchtlingen verquickt waren mit Debatten über Rassis­mus und Rechts­extremis­mus, demokratische Teilhabe sowie west- und ostdeutsche Identitäten.
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  • Körper und Herrschaft


    Referentialität, Räume und Transformationen von Körperlichkeit in politischen Settings im Übergang von Spätmittelalter und Früher Neuzeit

    Tagung am Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt, 11.–13. September 2025
    Körpergeschichte ist aktueller denn je: Debatten um die Gesundheit von Kandidatinnen und Kandidaten bei US-Präsidentschaftswahlen zeigen eindrucksvoll, wie sehr körperliche Erscheinung, Vitalität und Gesundheit bis heute politische Settings beeinflussen. Dabei handelt es sich keineswegs um ein rein modernes Phänomen. Schon in vormodernen Gesellschaften spielte die körperliche Konstitution von Herrschenden eine zentrale Rolle bei der Legitimation politischer Macht. Als Bedingung politischer Herrschaft blieb Körperlichkeit jedoch lange unterbelichtet – auch in der historischen Forschung. Besonders in mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Monarchien galten spezifische Erwartungen an die physischen Voraussetzungen von Herrscherinnen und Herrschern, um politische Ordnungen zu stabilisieren oder dynastische Kontinuität zu sichern.
    Die Tagung in Gotha widmete sich nun der Frage, wie sich Körper in politischen Kontexten methodisch und historisch erfassen lassen. Wie sichtbar oder unsichtbar ist der „bloße“ Körper hinter der Fassade von Inszenierung, Ritual und Symbolik? Welche Rückwirkungen entfalten politische Räume, Institutionen und Techniken der Herrschaft auf die Körper der Regierenden – und umgekehrt? Und lassen sich spezifische Transformationen in der Beziehung zwischen Körper und Herrschaft im Übergang von Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit erkennen?
    Die Veranstaltung wurde von der Fritz Thyssen Stiftung gefördert.
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  • Funkelndes Geschmeide – Zauber der Anziehung


    Archäologie trifft Literatur – Folge 4

    Warum schmückt sich der Mensch? Und womit? Aus dem frühen Mittelalter tritt uns das Schmuckbedürfnis vor allem an Grabfunden deutlich entgegen. Kostbare Fibeln oder Gürtelgarnituren bezaubern uns auch heute. Poetische Texte zeugen von Anziehungskraft und Glanz des Goldes und der Juwelen.
    In der Reihe „Archäologie trifft Literatur“ stellen der Archäologe Dr. Georg Kokkotidis und die Rezitatorin Barbara Greese Artefakte aus dem Landesmuseum Württemberg in einen kulturhistorischen Kontext. Im lockeren Zwiegespräch verbinden sich archäologische Erläuterungen zu ausgewählten Objekten mit der Lesung von Texten aus neun Jahrhunderten, die auf unterschiedliche Weise Schönheit, Pracht und Faszination wertvollen Geschmeides feiern.
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  • Book-Talk: Jürgen Luh im Gespräch mit Volker Heise zu „1945“


    Passage 1945 – Kriegsende und Neuordnung

    Das Gespräch mit dem Autor Volker Heise über seinen zweiteiliegen Film „Berlin 1945“ und sein Buch zu den Ereignissen des Jahres 1945 gibt einen Blick auf den Alltag der Menschen in diesem Jahr frei und zeigt darüber hinaus, dass es eine große Herausforderung ist, in dokumentarischer Darstellung mit Bild und Schrift gut und richtig umzugehen.
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  • „Politische Institutionen sind nicht so neutral wie sie versprechen“


    Interview mit Jan Meyer über „defensive Demokratisierung”

    Im Zuge der Verteidigung gegen Rechtspopulismus und andere tatsächliche oder vermeint­liche Gegner der liberalen Demokratie werden hierzulande vermehrt Rufe nach Partei­verboten oder nach der Einschränkung bestimmter demokratischer Grundrechte laut. Von einer „wehrhaften Demokratie“ ist dann die Rede, wenn nicht-majoritäre und nicht demokratisch gewählte Institutionen wie das Bundesverfassungs­gericht oder der Verfas­sungs­schutz hierfür in Stellung gebracht werden. Der Demokratie­historiker Dr. Jan Meyer sieht solche Forderungen in einer langen Tradition von Abwehrversuchen gegenüber den „Massen“ und den „unteren Klassen“. Dieser ideengeschicht­lichen Traditionslinie ist er in seiner von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Dissertation im Rahmen des Forschungs­projekts „Der Blick nach unten: Soziale Konflikte in der Ideengeschichte der Demokratie“ nachgegangen. David Winterhagen hat ihn dazu befragt.
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  • Katharina Grosse | Wunderbild (2018)


    Kunstgeschichten mit Ludger Schwarte

    In der neununddreißigsten Ausgabe von Kunst­geschich­ten bespricht der Philosoph Prof. Dr. Ludger Schwarte in den Hamburger Deichtor­hallen das Werk Wunderbild der Künstlerin Katharina Grosse aus dem Jahr 2018. Ludger Schwarte lehrt Philosophie an der Kunst­aka­demie Düsseldorf.
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  • Digitale Geschichte(n). Projekte und Praktiken der Digital History


    Eine Reihe von Holle Meding und Lilia Gaivan

    Digitalität als epistemischer Wandel: Geschichte ist vom Medium ihrer Überlie­fe­rung abhängig. Jede Form der Aufzeich­nung, Samm­lung und Vermitt­lung von Vergangenheit prägt auch die Art, wie sie inter­pre­tiert und verstanden wird. Mit der fort­schrei­tenden Digita­li­sie­rung betrifft dieser Zusammenhang nicht mehr nur die Überlieferung selbst, sondern auch die Grundlagen der geschichts­wissen­schaft­lichen Arbeit insgesamt. Forschung, Lehre, Kommu­nika­tion und Publikation finden heute zunehmend in digitalen Umgebungen statt, die Arbeits­strukturen verändern, neue Formen der Zusammen­arbeit ermöglichen und zugleich die Bedingungen historischer Wissens­pro­duk­tion mitbestimmen.
    Mit der Digital History hat sich in den letzten Dekaden ein weites, inter­diszi­pli­nä­res und dynamisches Praxisfeld entwickelt, das sich sowohl mit der Nutzung und Medien in der Geschichts­forschung als auch mit den episte­mi­schen, methodischen und gesell­schaft­lichen Dimensio­nen der Digitalität an sich befasst. Die Spannbreite reicht dabei von der digitalen Trans­for­ma­tion klassischer Arbeitsprak­tiken, wie beispielsweise der Online-Recher­che, der Digitalisierung von Quellen und der Publikation in Open-Access-Formaten bis hin zu Ansätzen der Computational History, die mit Hilfe von Algorithmen, Daten­modellen und Visu­ali­sie­rungen computer­gestützte Perspektiven auf historische Prozesse er­öff­net. In dieser Vielfalt spiegelt sich zugleich die Offenheit des Feldes. So existiert bis heute keine einheit­liche Definition dessen, was Digital History oder die „digital-historischen Fächer“ umfasst. Wie Jean-Christophe Plantin betont, liegt diese Unschärfe dabei nicht in einem theoretischen Defizit, sondern im bewussten Charakter eines trans­diszi­pli­nären Feldes, dessen Grenzen durch technische, methodische und institu­tio­nelle Entwicklungen fort­wäh­rend in Bewegung sind.
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