Projekte und Praktiken der Digital History
Die Reihe Digitale Geschichte(n): Projekte und Praktiken der Digital History rückt jene Vorhaben in den Mittelpunkt, in denen digitale Methoden, Quellen und theoretische Reflexionen über Digitalität miteinander verbunden werden. Sie vereint Beiträge, die zeigen, wie vielfältig und breit die Digital History heute in Forschung und Praxis verankert ist, von der datenbasierten Analyse mittelalterlicher Quellen über die Visualisierung historischer Netzwerke bis hin zur Historisierung von Digitalität selbst.
Es geht dabei nicht um reine Erfolgsgeschichten, denn digitale Projekte bringen auch Fallstricke mit sich, darunter Datenlücken, algorithmische Verzerrungen, infrastrukturelle Abhängigkeiten und hohe technische Einstiegshürden. Solche Erfahrungen verstehen wir als wichtige Impulse für eine methodenkritische Auseinandersetzung mit der Digital History. Zugleich halten sich hartnäckig zahlreiche Missverständnisse und Klischees, nach denen digitale Verfahren automatisch zu schnelleren Ergebnissen führten, Daten per se objektiv seien oder computergestützte Prozesse menschliche Urteilsfähigkeit ersetzen könnten. In der Forschungspraxis zeigt sich jedoch, dass der Mehrwert digital-historischer Ansätze weniger in der Beschleunigung liegt als in ihrer Skalierbarkeit, Reproduzierbarkeit und empirischen Nachvollziehbarkeit.
Vor diesem Hintergrund laden wir digital-historisch Forschende dazu ein, ihre Perspektiven und Erfahrungen zu teilen. Anregungen oder Interesse an einer Beteiligung richten Sie gerne an: Holle Meding und Lilia Gaivan.
Die Beiträge erscheinen fortlaufend in einer wachsenden Reihe, die als offenes Forum für Forschung, Diskussion und Austausch angelegt ist. Ziel ist es, ein aktuelles Panorama der Digital History zu zeichnen und den Dialog darüber anzuregen, wie die Geschichtswissenschaften im digitalen Zeitalter ihre eigenen Grundlagen, Werkzeuge und epistemischen Prämissen neuverhandeln.