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  • Thomasius Club mit Friedrich von Borries: Architektur im Anthropozän (Wiederholungstermin)


    20:00 I Café Alibi, Universitätsbibliothek Leipzig

    Nachdem die Veranstaltung im Juli ausfallen musste, kommt Friedrich von Borries nun im Dezember in den Thomasius Club. Wir freuen uns!
    Wir leben im Anthropozän. Die Menschheit hat der Erde ihren Stempel aufgedrückt: Es gibt mehr künstlich hergestellte als natürlich gewachsene Masse. Damit stellt sich auch die Frage nach der Verantwortung von Architektur: Sie soll die Welt bewohnbar machen, trägt aber durch immensen Ressourcenverbrauch und hohe CO2-Emissionen zur Zerstörung unserer Existenzgrundlagen bei. Wie kam es dazu? Und wie kann Architektur diese Entwicklung umkehren? Friedrich von Borries hat Antworten. Der Thomasius Club fragt nach.
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  • Digitale Geschichte(n)


    Projekte und Praktiken der Digital History

    Die Reihe Digitale Geschichte(n): Projekte und Praktiken der Digital History rückt jene Vorhaben in den Mittelpunkt, in denen digitale Methoden, Quellen und theoretische Reflexionen über Digitalität miteinander verbunden werden. Sie vereint Beiträge, die zeigen, wie vielfältig und breit die Digital History heute in Forschung und Praxis verankert ist, von der datenbasierten Analyse mittelalterlicher Quellen über die Visualisierung historischer Netz­werke bis hin zur Histori­sie­rung von Digi­tali­tät selbst.
    Es geht dabei nicht um reine Erfolgs­geschichten, denn digitale Projekte bringen auch Fallstricke mit sich, darunter Daten­lücken, algorith­mische Verzerrungen, infra­struk­tu­relle Abhängigkeiten und hohe technische Einstiegs­hürden. Solche Erfahrungen verstehen wir als wichtige Impulse für eine methoden­kritische Auseinan­der­setzung mit der Digital History. Zugleich halten sich hartnäckig zahlreiche Missverständnisse und Klischees, nach denen digitale Verfahren automatisch zu schnelleren Ergebnissen führten, Daten per se objektiv seien oder computer­gestützte Prozesse menschliche Urteilsfähigkeit ersetzen könnten. In der Forschungs­praxis zeigt sich jedoch, dass der Mehrwert digital-histo­ri­scher Ansätze weniger in der Beschleu­ni­gung liegt als in ihrer Skalier­bar­keit, Reproduzier­bar­keit und empirischen Nachvoll­zieh­bar­keit.
    Vor diesem Hintergrund laden wir digital-historisch Forschende dazu ein, ihre Perspektiven und Erfahrungen zu teilen. Anregungen oder Interesse an einer Beteiligung richten Sie gerne an: Holle Meding und Lilia Gaivan.
    Die Beiträge erscheinen fortlaufend in einer wachsenden Reihe, die als offenes Forum für Forschung, Diskussion und Austausch angelegt ist. Ziel ist es, ein aktuelles Panorama der Digital History zu zeichnen und den Dialog darüber anzuregen, wie die Geschichts­wissen­schaften im digitalen Zeitalter ihre eigenen Grundlagen, Werkzeuge und episte­mischen Prämissen neuverhandeln.
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  • Resilient Forest Cities: Utopia and Development in the Modern Amazon


    Danielle Heberle Viegas | Abandoned Cities

    In the Brazilian Amazon, a number of planned cities emerged in the 20th century for the extraction of natural resources or the production of industrial goods. One of the most well-known examples is Fordlândia, the settlement founded by Henry Ford to produce car tires. In the wake of deindustrialization and economic transformation, many of these forest cities have become lost cities marked by partial abandonment, shrinking populations, and deteriorating infrastructures. Drawing on this context, Danielle Heberle Viegas (Max Planck Institute of Geoanthropology, Jena) discusses in her lecture the diverse strategies and responses developed by these communities as they navigate the legacies of extractive urbanism and attempt to reinvent their futures.
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  • Globale Praktiken, lokale Materialitäten: (Post)koloniale Perspektiven auf die materielle Kultur von Rosenkränzen


    Historisches Kolleg | Vortrag von Anne Mariss

    Kleine, tragbare Objekte des christlichen Glaubens waren für die Mobilisierung und weltweite Formierung des frühneuzeitl­ichen Katholizismus sprichwörtlich unabdingbar. Gebetsperlen, Kreuze, Medaillen, Reliquien und Reliquiare, Amulette, Andachtsbilder und figürliche Darstellungen begleiteten europäische Seefahrer, Missionare, Kaufleute, Siedler und Siedlerinnen in die Neue Welt. Es war vor allem die ›physische Übertrag­bar­keit‹ der unzähligen Sakramentalien sowie die Möglichkeit, mit ihnen Handel zu treiben, die es der katholischen Kirche ermöglichte, zu Weltreligion zu werden. Anhand ausgewählter Objekte geht der Vortrag von Dr. Anne Mariss der Frage nach, wie sich die globale Verbreitung und lokale Aneignung von Rosen­kränzen in trans­kultu­reller Perspektive historisch beschreiben und analysieren lässt.
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  • Heidegger liest und wird gelesen


    Salon Sophie Charlotte 2025

    Martin Heidegger las meist mit dem Stift in der Hand. Glücklicher­weise! Erlaubt uns dies doch, seine Denkarbeit anhand von Spuren in Texten anderer nachzuvollziehen. Als der Philosoph 1970 seine Papiere – auf eine Empfehlung von Hannah Arendt – dem Deutschen Literatur­archiv übergab, blieb der größte Teil seiner Handbibliothek in Freiburg, weil sie für die Erarbeitung der Gesamtausgabe seiner Werke noch benötigt wurde. Nach Abschluss der Editionsarbeiten gute 50 Jahre später wurden die Bücher wie vereinbart dem Marbacher Archiv und damit der Forschung übergeben. Ulrich von Bülow und Lorenz Wesemann (beide DLA) werfen einen Blick in die Bücherkisten und zeigen wichtige Exemplare von Aristoteles bis Marx.
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  • Parodie, Variation, Abstraktion in Kunst und Literatur der Bonner Republik


    Eine Ringvorlesung des Forschungsverbunds zur Bonner Republik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

    Im Wintersemester veranstaltet der Forschungsverbund zur "Bonner Republik" der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf seine jährliche Ringvorlesung. In diesem Jahr liegt der Fokus auf Parodie, Variation und Abstraktion in Kunst und Literatur des historischen Zeitraums von 1949 bis zur Wiedervereinigung bzw. zum Umzug nach Berlin. Die Vorträge finden im Haus der Universität in Düsseldorf statt. Interessierte sind herzlich eingeladen. 
    Bitte um Anmeldung über [email protected]
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  • Im Übergang. Selbst­vergewisserungs­prozesse am langen Kriegsende


    Kim C. Priemel | Passage 1945 – Kriegsende und Neuordnung

    Im Mikrokosmos der Potsdamer Konferenz werden die geopolitischen Weichenstellungen mit ihren Spannungen und Bruchlinien deutlich, die in der Nachkriegszeit die internationale Ordnung prägten: vom Kalten Krieg bis hin zur Dekolonisation. Prof. Dr. Kim C. Priemel (Oslo) beleuchtet in seinem Abendvortrag die verschiedenen Aufarbeitungsprozesse am Ende bzw. nach dem Ende des Krieges und demonstriert unter dem Begriff „transitional justice“ am Beispiel von fünf verschiedener Prozessen aus fünf Weltregionen, der internationalen Umgang mit Kriegsverbrechen und Kollaboration nach 1945.
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  • Krise der Sicherheit?


    18:30 Uhr | Fritz Thyssen Stiftung | Köln

    Als ein politisch-soziales Konzept hat sich Sicherheit zu einem zentralen Leit- und Wertbegriff öffentlicher Diskurse in der Gegenwartsgesellschaft entwickelt. Für moderne Gesellschaften ist die Erwartung individueller wie gesellschaftlicher Sicherheit ebenso konstitutiv wie das politische Leistungsversprechen, diese Erwartung zu erfüllen.
    Das Podium diskutiert diese Konstellation im Horizont aktueller Konflikte und geopolitischer Verschiebungen. Es fragt, wie Sicherheitsrisiken und politische Gefahren in öffentlichen Debatten sichtbar werden und Handlungsdruck erzeugen. Im Vordergrund steht dabei die Perspektivendifferenz zweier sozialwissenschaftlicher Forschungsfelder: Friedens- und Konfliktforschung einerseits, Sicherheitsforschung andererseits: Wie verhalten sich diese Felder konzeptionell zueinander? Wie positionieren sie sich im wissenschaftlichen Umfeld? Welche Rolle spielen sie in der aktuellen geopolitischen Lage? Wie beraten sie Politik und Gesellschaft?
    Nicole Deitelhoff, Professorin für Internationale Beziehungen an der Goethe-Universität Frankfurt, Direktorin des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung und Expertin für globale Governance und Friedensforschung, diskutiert mit Sönke Neitzel, Professor für Militärgeschichte/Kulturgeschichte der Gewalt an der Universität Potsdam, bekannt für seine Forschungen zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs und zur Analyse von Gewaltkulturen.
    Moderiert wird die Debatte von Professor Armin Nassehi, Vizepräsident für die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München, Stellvertreter des LMU-Präsidenten sowie Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Fritz Thyssen Stiftung.
    Anmeldung zur Veranstaltung
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  • „Im Einklang mit der Politik der Regierung Adenauer“


    Interview mit Dirk Stolper über Adolf Eichmanns Anwalt Robert Servatius

    Der Eichmann-Prozess 1961 in Jerusalem gehört zu den prominentesten Gerichtsverhandlungen des 20. Jahrhunderts. Die Anklage gegen Adolf Eichmann lautete: Verbrechen gegen das jüdische Volk, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Organisation. Das Urteil war die Todestrafe durch Erhängen, vollstreckt am 1. Juni 1962. Die während der Verhandlungen vom 11. April bis zum 15. Dezember 1961 gemachten Bilder haben sich in das kollektive Gedächtnis eingraviert. Neben Eichmann erreichte aber auch sein Verteidiger weltweite Bekanntheit – zumindest für die Dauer des Prozesses: Rechtsanwalt Robert Servatius aus Köln. Der Historiker Dr. Dirk Stolper hat in seinem Promotionsarbeit untersucht, wer Robert Servatius war, warum er Eichmann verteidigt hat und in welcher internationalen Gemengelage er agierte. Wir haben Dirk Stolper dazu unsere Fragen gestellt.
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  • „Im Einklang mit der Regierung Adenauer, die versuchte einen Schlussstrich zu ziehen“


    Interview mit Dirk Stolper über Adolf Eichmanns Anwalt Robert Servatius

    Der Eichmann-Prozess 1961 in Jerusalem gehört zu den prominentesten Gerichts­ver­hand­lungen des 20. Jahrhunderts. Die Anklage gegen Adolf Eichmann lautete: Verbrechen gegen das jüdische Volk, Verbrechen gegen die Menschlich­keit, Kriegs­verbrechen und Mitglied­schaft in einer verbreche­ri­schen Organisation. Das Urteil war die Todestrafe durch Erhängen, vollstreckt am 1. Juni 1962. Die während der Verhand­lungen vom 11. April bis zum 15. Dezember 1961 gemachten Bilder haben sich in das kollektive Gedächtnis eingraviert. Neben Eichmann erreichte aber auch sein Verteidiger weltweite Bekanntheit – zumindest für die Dauer des Prozesses: Rechtsanwalt Robert Servatius aus Köln. Der Historiker Dr. Dirk Stolper hat in seiner Promotions­arbeit untersucht, wer Robert Servatius war, warum er Eichmann verteidigte und in welcher interna­tio­na­len Gemenge­lage er agierte. Wir haben Dirk Stolper dazu unsere Fragen gestellt.
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