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  • Kolonialfotografie und kritisches Blickregime


    Franz und Marie Pauline Thorbeckes Fotosammlungen zu Kamerun (1911–1913)

    Der vorliegende Beitrag will zeigen, wie eine quellenkritische Auseinandersetzung mit Geschichtsbildern zu einem besseren Verständnis sowohl der (kolonialen) Vergangenheit als auch der (postkolonialen) Gegenwart beitragen kann. In den letzten Jahren ist das wissenschaftliche Interesse an historischen Fotografien stetig gewachsen, insbesondere die frühe Fotografie hat eine beispiellose Aufwertung erfahren. Fotografien aus der Kolonialzeit gehören zu den umstrittenen Artefakten, die seit einigen Jahren Gegenstand öffentlicher Debatten sind. Gegenstand des Aufsatzes bilden ethnologische Fotografien aus Franz und Marie Pauline Thorbeckes zweiter Forschungsexpedition nach Kamerun. Ziel ist es, am Beispiel der ethnografischen Fotografien aus dem Kameruner Grasland zu zeigen, dass die Auseinandersetzung mit Kolonialfotografien nicht auf eine einzige Sinndimension reduziert werden kann. Indem der Aufsatz die Rolle des Ehepaars Thorbecke in der fotografischen Sammlungstätigkeit des deutschen Kolonialreiches beleuchtet, leistet er auch einen Beitrag zu den Debatten um die Handlungsfähigkeit der Abgebildeten.
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  • Ein Ende und ein Anfang. Wie der Sommer 45 die Welt veränderte


    Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek | Buchvorstellung mit Oliver Hilmes

    In diesem Sommer ist nichts mehr, wie es war: In den vier Monaten von Mai bis September 1945 bricht die alte Welt zusammen, und eine neue tut sich auf. Das verbrecherische »Dritte Reich« ist am Ende, und eine Zeit der Freiheit, aber auch neuer Konflikte, nimmt ihren Anfang. Wie erleben die Menschen diesen Sommer – Sieger wie Besiegte, Opfer wie Täter, Prominente wie Unbekannte? Die »Großen Drei« bestimmen auf der Potsdamer Konferenz den Gang der Geschichte, und die Berliner Hausfrau Else Tietze bangt um das Leben ihres Sohnes. Der US-Soldat Klaus Mann spürt Nazi-Verbrecher auf, und in Berlin plant Billy Wilder eine Komödie über das Leben in den Ruinen, und der Rotarmist Wassili Petrowitsch wird von deutschen Kindern um Brot angebettelt. In vielen Geschichten und Szenen fängt Oliver Hilmes die einzigartige Atmosphäre dieser Zeit der Extreme ein: das große Glück und die Hoffnung der Befreiten, das Elend und die Trauer, die Ängste der Besiegten und die neue Freiheit.
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  • Der ökologische Arbeitsabdruck


    Thomasius Club mit Simon Schaupp am 2. April 2025

    Während populäre Messinstrumente wie der ökologische Fußabdruck den Klimawandel zu einem Problem der Konsumsphäre machen, nimmt Simon Schaupp in seinem Buch „Stoffwechselpolitik“ vor allem die Seite der Produktion in den Blick und geht den vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Arbeit und Umwelt auf den Grund. Dabei zeigt sich immer wieder ein bemerkenswerter Eigensinn der Natur, die sich nicht nur als passives, vom Menschen zugerichtetes Objekt erweist, sondern ihrerseits Einfluss auf die Organisation von Gesellschaften zu nehmen scheint. Thomas Schmidt-Lux und Anton Marchel fragten unter anderem nach, was die stofflichen Eigenschaften der Kohle mit der Entstehung von Gewerkschaften zu tun haben und wie Sand-Abbau und Finanzkrisen miteinander zusammenhängen.
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  • Xiphilinos’ Heilige: Episode 6 - Das Generalinterview mit Dr. Marijana Vukovic


    Forschung ist Teamarbeit – besonders bei komplexen Projekten wie der Edition der mittelalterlichen Heiligenviten des Xiphilinos. Die auf Altgeorgisch überlieferten Texte werden im Rahmen des Forschungsprojekts unter der Leitung von Dr. Marijana Vukovic zunächst transkribiert, anschließend mit griechischen und slawischen Fassungen verglichen und schließlich ins moderne Englisch übersetzt. Dafür braucht es nicht nur tiefgehende linguistische Expertise, sondern auch die Zusammenarbeit mit Fach­leuten verschie­de­ner wissen­schaft­licher Disziplinen. Im abschließenden Generalinterview erklärt Marijana Vukovic, wie diese anspruchs­volle Arbeit gelingt – und weshalb die Erschließung dieser Textsammlung auch heute noch von besonderer Bedeutung ist. Denn die Viten und ihre Überlieferung sind ein eindrucksvolles Zeugnis eines geteilten europäischen Kulturerbes.
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  • “Inscriptions are the elixir of youth for ancient historians”


    Peter Thonemann | 20 Jahre Jacobi-Stipendienprogramm

    The Jacobi Fellowship of the Commission for Ancient History and Epigraphy for doctoral students celebrates its 20th anniversary in 2025. In this anniversary year, we will be presenting twelve former Jacobi scholarship holders, who will talk about their current work. We asked them five questions, which they answered in writing. In May, we get to know Peter Thonemann, Professor of Ancient History at the University of Oxford and Forrest-Derow Fellow and Tutor in Ancient History at Wadham College. Professor Thonemann was a Jacobi Fellow in Munich in 2006 with the project Studies in the Historical Geography of the Maeander Valley.
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  • Vertreter des ganzen Volkes? Repräsentation und Wahlverhalten


    Zu Gast bei L.I.S.A. mit Armin Schäfer

    Bei der jüngsten Bundes­tags­wahl stieg die Wahl­betei­li­gung erneut an und erreichte mit 82,5 Pro­zent den höchsten Wert seit der Wieder­verei­ni­gung. Ist diese Ent­wick­lung ein Indikator dafür, dass sich die Bürgerinnen und Bürger von ihren Abge­ord­ne­ten gut vertreten fühlen? Oder sollte es bei demo­kra­tischer Reprä­sen­ta­tion auch darauf ankommen, wer eigent­lich das Volk vertritt, also aus welchen Bevöl­ke­rungs­gruppen die Volks­ver­tre­ter stammen? Müssten Frauen, Migrantinnen und Migranten oder Menschen mit niedrigen Bildungs­ab­schlüs­sen gemäß ihres Anteils an der Bevölkerung ins Parla­ment einziehen? Diese und weitere Fragen haben wir in der neuen Ausgabe von „Zu Gast bei L.I.S.A.“ dem Politik­wissen­schaft­ler Prof. Dr. Armin Schäfer von der Johannes Gutenberg-Uni­ver­si­tät Mainz gestellt. Im Interview sprach er über Repräsentation und Reprä­sen­ta­tivi­tät, den Zusam­men­hang von Wahl­verhal­ten und sozialer Ungleich­heit, und er skizzierte, inwie­weit Los­ver­fah­ren eine sinn­volle Ergän­zung zum bestehenden System darstellen können.
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  • Metamorphose von Demokratien


    Salon Sophie Charlotte 2025

    Demokratien können ohne drama­ti­schen Bruch als Folge imma­nen­ter Prozesse ihr Wesen verändern. Das kann auf unter­schied­liche Weise erfolgen. Schweigende Mehrheiten mögen sich gegen die wahr­ge­nom­mene Dominanz von konsti­tu­tio­nel­len Beschrän­kun­gen erheben. Dann werden beispielsweise Verfassungs­gerichte und der Minder­heiten­­schutz ausgehebelt. Minder­heiten können aber auch minder­heiten­schützende Ver­fah­rens­regeln nützen, um ein autoritäres Projekt durchzuboxen. So kann man die Entwicklung in den USA lesen. Der Prozess der Meta­mor­phose unter­schei­det sich aber auch je nach Wahl­system. Und schließlich ist auch das Ergebnis der Meta­mor­phose offen. Es gibt ver­schie­de­ne Projekte, die das Ergebnis der Meta­­mor­­phose von Demokratien sein können.
    Die Politik­wissen­schaft­ler Michael Zürn (Wis­sen­schafts­­zen­trum Berlin, FU Berlin, Aka­demie­­­mit­glied) und Daniel Ziblatt (Wissen­schafts­­zen­trum Berlin, Eaton-Pro­fessor für Regierungs­wissen­schaften Harvard Uni­ver­sität) disku­tier­ten mit Bettina Martin (Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bun­des- und Europa­­ange­le­gen­­heiten des Landes Mecklenburg-Vor­pom­mern), mode­riert von Anna Sauerbrey (Außen­poli­ti­sche Koor­di­na­to­rin der ZEIT).
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  • Frech & Frevelhaft. Der selbsternannte „Sodomit“ Giovanni Antonio Bazzi


    Zwischen Pinsel und Pranger | Ein Podcast über Kunst und Moral im Italien der Frühen Neuzeit (Folge 1)


    Ein Künstler, der sich selbst „der Sodomit“ nennt – ausgerechnet in der italienischen Renaissance? Was wie ein Skandal klingt, war tatsächlich ein Statement – provokant, verspielt und queer? Giovanni Antonio Bazzi, genannt Il Sodoma, war ein Meister der Selbst­insze­nie­rung. Zwischen Pferderennen, Fresken und tierischen Begleitern hinterfragt er mit Witz und Stil gängige Männlich­keits­bilder. Dies bleibt allerdings nicht ohne Kritik. Vor allem der Künstler­biograph Vasari hat zu Sodomas Lebensweise und deshalb auch zu seiner Kunst eine klare Meinung. Diese Folge taucht ein in die Welt der italienischen Hochrenaissance, wo gleich­geschlecht­liches Begehren sichtbar – und zugleich verfolgt – war.
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  • Schicksalsjahr 1925. Als Hindenburg Präsident wurde


    Autorengespräch mit Wolfgang Niess

    Wahlen entscheiden über das Schicksal von Demokratien. Das ist heute wieder so bewusst, wie lange nicht. Kommen die Falschen in höchste Ämter, können Demokratien scheitern. Im April 1925 wählen die Deutschen Paul von Hindenburg zu ihrem Reichspräsidenten und legen damit eine Zeitbombe, die 1933 mit zerstörerischer Gewalt explodieren sollte. Wolfgang Niess zeigt, wie es dazu kam, und warum Hindenburg zum Totengräber der ersten deutschen Demokratie wurde.
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  • Ph.D. Scholarship Program “Uncertainty”


    Call for Applications 2025

    We live in times of global uncertainty – this is the tenor of many current debates. As individuals, groups and societies, we are increasingly confronted with events and developments leaving us with insufficient or uncertain grounds on which to base our decisions and actions. In situations and contexts of uncertainty, the future seems unpredictable, and alternatives or probabilities of occurrence are open.
    The Ph.D. scholarship program “Uncertainty” by the ZEIT STIFTUNG BUCERIUS responds to these current diagnoses of the times. The foundation calls for research proposals from the Humanities, Social Sciences, Economics and Law that shed light on this urgent and complex topic.
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