Ilaria Hoppe | Ringvorlesung „Diskurse der Öffentlichkeit“
Der Vortrag von Prof. Dr. Ilaria Hoppe (KU Linz) stellt die künstlerische Praxis der italienischen Street Art-Kollektive Res Publica Temporanea und Collettivo FX in Catania (Sizilien) vor, die in jeweils schwierigen urbanen Zonen der Stadt (San Berillo, Librino, Palestra Lupo) agieren. Daraus ist eine Fallstudie entstanden, die in den kritischen Diskurs der Street Art-Forschung eingebettet ist, welche diese schon vor einigen Jahren als ästhetisch und ideologisch erschöpft diskutiert: Street Art sei nur mehr bloße Wiederholung sowie in Prozesse der Gentrifizierung und damit der urbanen Kommerzialisierung eingebunden. Obwohl man diese Aspekte auch anhand der Künstlerkollektive in Catania diskutieren kann, erinnert ihre Arbeitsweise als sozialer Aktivismus, der in Absprache mit den Bewohnerinnen und Bewohnern entsteht, an den Ursprung der Street Art in den 1960er Jahren.
Der Vortrag stellt diese Praxis als ein Medium vor, das sich deutlich von den zeitgenössischen Formen des legalen Muralismus unterscheidet, und als eine kritische Praxis im neoliberalen städtischen Raum betrachtet werden kann.