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  • Deutschlandbild, Wissensproduktion und Friedensvorstellungen in der französischen Besatzung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg


    Valentin Bardet | Wer hat Angst vor Normativität? 40 Jahre Historische Friedens- und Konfliktforschung

    Schon ab Ende 1944 begannen in Frankreich die Planungen für die Besatzung Deutschlands. Nach dem Kriegsende und dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Staates wurde die Frage „Que faire de l’Allemagne? – Was sollen wir mit Deutschland tun?“ schließlich virulent. In Konferenzen diskutierten Offiziere der Militärregierung mit Wissenschaftlern, darunter prominenten Historikern und Deutschlandspezialisten, über nachhaltigen Frieden und den richtigen Umgang mit den deutschen Verlierern. Doch welches Wissen über Deutschland lag diesen Überlegungen zugrunde? Welche Vorstellungen von Frieden hatten die französischen Besatzer? In seinem Vortrag skizziert Valentine Bardet (Sciences Po Lyon) die Besatzung Deutschlands als Laboratorium der Wissensproduktion und zeigt, dass das Narrativ der Versöhnung in der Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen zu kurz greift.
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  • Freedom of Religion and its Limits in EU Relations with Orthodox Churches


    Julia Korniichuk | Europe's History of the Present: Universalism and Particularism

    As of today, two-thirds of EU accession candidate states are countries with a strong Orthodox majority. These countries are characterised by a specific relationship between religion and politics, which often poses a challenge to their democratisation process, particularly in the context of their alignment with the EU. This extends beyond traditionally "problematic" issues such as reproductive rights or sexual minorities. The stance of certain Orthodox churches during the 2015 migrant crisis, the weak reaction to the use of religious organisations as a tool of propaganda against the EU, and the inability to condemn the use of religion in the Russian war against Ukraine are just a few recent examples. Simultaneously, the Euro-integration movement in these countries is significantly rooted in religious considerations, thereby complicating the situation beyond the stereotypical confrontation between secular-liberal institutions and conservative churches. The aim of this study is to investigate differences in the understanding of religious freedom and beliefs in shaping relations between Orthodox churches and European Union institutions, particularly in cases where the right to religious freedom conflicts with other democratic rights.
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  • Die Menschen brauchen Ihr Wissen. Machen Sie mit bei savoir public


    Bei savoir public antworten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler persönlich, verständlich und präzise

    Wenn Falschinformationen, Echokammern und digitale Halluzinationen unser Verständnis der Welt verzerren, braucht es Orte für zuverlässiges Wissen. savoir public ist ein solcher Ort.
    savoir public funktioniert wie eine Dating-App. Wer eine komplizierte Frage hat, stellt sie auf https://savoirpublic.ch/ . Die Redaktion leitet die Frage an passende Forscher und Forscherinnen weiter, die persönlich, präzise und verständlich antwortet. Frage und Antwort werden anschließend auf der Webseite sowie im Newsfeed der mobilen App veröffentlicht. 
    Zielpublikum sind insbesondere junge Erwachsene. Die Plattform wurde mit über 400 Gymnasiastinnen und Gymnasiasten getestet und auf ihre Fragen und ihre Bedürfnisse hin ausgerichtet. 
    In den nächsten Monaten sollen sich auf savoir public möglichst viele Forscher und Forscherinnen versammeln, die nach bestem Wissen und Gewissen komplexe Fragen aus der Bevölkerung beantworten.
    Die Redaktion achtet darauf, dass niemand überlastet wird – ein Forscher erhält nicht mehr als eine Anfrage pro Monat.
    Machen Sie mit. Im Namen zuverlässigen Wissens. https://savoirpublic.ch/action
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  • Komplexität historischer Räume statt „Flicken­teppich“. Wissen um Herrschaft im Alten Reich und die Kartographie


    Falk Bretschneider | Frühneuzeittag 2024 „Wissenswelten“

    Geschichtskarten sind ein wichtiges Medium der Geschichts­wissen­schaft, dienen sie doch der Visuali­sie­rung komplizierter politischer Verhält­nis­se. Doch oft sind die Karten trügerisch, wie Prof. Dr. Falk Bretschneider (EHESS Paris) am Beispiel des Heiligen Römi­schen Reichs deutscher Nation zeigt. Denn die etablierte Darstellungs­form durch farbliche Flächen suggeriert eine Eindeutigkeit und territoriale Geschlos­sen­heit politischer Herrschaft, die den tatsächlichen Verhält­nissen kaum gerecht wird. Außer Acht bleibt dabei, dass an vielen Orten des Alten Reichs Herr­schafts­rechte in unter­schied­lichen Händen lagen. Mit Blick auf das Projekt der „Digitalen Kartenwerkstatt Altes Reich“ (DIGIKAR) zeigt Prof. Bretschneider Alternativen für die historische Karto­gra­phie auf.
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  • Die Hirsche von Lascaux und die Wiedergeburts­mythologie der Höhlenmalerei


    vhs.wissen live mit Constantin Rauer

    Anhand von 100 Abbildungen werden die Gravuren und Gemälde von Lascaux vorgestellt. Dabei geht es zunächst um die bildarchitektonische Aufteilung der Höhle und die symbolische Funktion der einzelnen Räume. Eine zentrale Bedeutung kommt den Wiedergeburten von Getöteten – Tieren und Menschen – zu. Diesen gelten die Zeremonien der beiden Magier, deren Kulthandlungen und Visionsreisen durch das Reich der Totengeister auf den Bildern zu sehen sind. Ein besonderes Augenmerk gilt den Hirsch-Mythen der 88 Hirschdarstellungen. Jeder Raum beinhaltet eine zentrale Hirsch-Szene. Miteinander verbunden stellen sie eine Erzählung dar. Am Beispiel von Lascaux können die animistischen Glaubensvorstellungen der Steinzeit nachvollzogen werden.  
    Constantin Rauer ist ein deutscher Philosoph, Religions- und Kulturwissenschaftler. Seit 15 Jahren arbeitet er an einer semiologischen Entschlüsselung der inhaltlichen, insbesondere religiösen Bedeutung der Höhlenmalerei und Eiszeitkunst. Zu Lascaux ist von ihm 2017 „Lascaux oder Die Geburt der Ethik“ in der Prähistorischen Zeitschrift erschienen.
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  • Ensouling Hunger


    Lecture by Naveeda Khan at the Cluster of Excellence “Religion and Politics”

    US anthropologist Professor Naveeda Khan from Johns Hopkins University in Baltimore spoke at University of Münster’s Cluster of Excellence “Religion and Politics” about the complex interrelationship between religious traditions, climate change and the experience of hunger. In her lecture in English entitled “Ensouling Hunger”, Khan examined this relationship by looking at how the Muslim population along the South Asian river Jamuna in Bangladesh deals with climate-related crises such as hunger. In addition to the political dimensions of famine, the researcher, herself a native of Bangladesh, also emphasized the metaphysical and spiritual meaning of the everyday use of food and the conscious renunciation of food, such as that which characterizes fasting.
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  • Unsicheres Wissen visualisieren. Vormoderne Herrschaftsräume als Herausforderung. Einleitung


    Matthias Schnettger | Frühneuzeittag 2024 „Wissenswelten“

    Geschichtskarten erfüllen eine wichtige Funktion im Rahmen der Vermitt­lung und Veran­schau­li­chung geschichts­wissen­schaft­licher Erkennt­nisse auch über den engeren Kreis der Fach­leute hinaus. Diese Darstellungs­form steht allerdings in einer erkenn­baren Spannung zum aktuellen Forschungs­stand zu vor­moder­ner Herr­schaft. Die meisten frühneu­zeit­lichen Monarchien setzten sich aus unter­schied­lichen Bestand­teilen zusammen, mit spezifischen Institutionen, rechtlichen Traditionen und sozialen Strukturen, die nicht nur klare Linien voneinander getrennt, sondern durch Grenz­räume verflochten waren (Stichwort: Composite monarchy). Vor diesem Hintergrund gilt es, die Möglichkeiten und Grenzen der Visu­a­li­sie­rung vormoderner Herrschaftsräume neu zu ermessen, um auch das Nichtwissen und prekäre Wissen angemessen einzubeziehen.
    Einleitung zur Sektion von Prof. Dr. Matthias Schnettger (Mainz), vorgetragen von Prof. Dr. Bettina Braun (Mainz)
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  • Hans Daucher | Relief Allegorie auf Dürers Tugenden (1522)


    Kunstgeschichten mit Jana Graul

    In der dreiunddreißigsten Folge von Kunst­geschich­ten erläutert die Kunsthistorikerin Dr. Jana Graul im Bode-Museum in Berlin ein Relief von Hans Daucher (1485–1538) aus dem Jahr 1522, in dessen Mittelpunkt Albrecht Dürer steht. Jana Graul lehrt an der Universität Hamburg und war Promotionsstipendiatin der Gerda Henkel Stiftung.
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  • Die Erfindung des Mittelalters


    Thomasius Club mit Livia Cárdenas am 12. Februar 2025

    Ist „das Mittelalter“ eine Erfindung der Frühen Neuzeit? Diese These diskutieren wir mit Livia Cárdenas. Anhand unterschiedlicher aristokratischer und bürgerlicher Sammlungen mittelalterlicher Artefakte hat sie die Vorstellungen untersucht, die sich die Zeitgenossen im 18. und 19. Jahrhundert vom Mittelalter machten. Welche Mittelalterbilder dabei entstanden und welche oft spannenden Funktionen solche Imaginationen hatten, diskutierten Uta Karstein und Ringo Rösener mit der Autorin an diesem Abend.
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  • Der Streit der Schwester-Künste: Episode 5 - Das Generalinterview mit Diletta Gamberini


    Konkurrenz belebt das Geschäft: Im Zentrum des Forschungsprojekts von Dr. habil. Diletta Gamberini stehen die doppeldeutigen Lobpreisungen in Gedichtform, mit denen Antonio Tebaldeo die Werke seiner Künstlerkollegen wie Michelangelo und Leonardo da Vinci kommentierte. Zwar rühmte er in seinen Versen die Schönheit der bildenden Künste, doch blieb ihre Ausdruckskraft in seinen Augen stets derjenigen der Poesie unterlegen. Im abschließenden Generalinterview betont die Literaturwissenschaftlerin, wie der Wettstreit der Schwester-Künste beide Seiten zu kreativen Höchstleistungen anregte.
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