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  • Religion und Materialität


    Frankfurter Religionsgespräch mit Birgit Meyer und Birgit Emich

    Seit die Religionsforschung um die Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert verstärkt die Erforschung der „gelebten“ Religion für sich entdeckt hat, hat sie sich vielfältige Dimensionen des Religiösen erschlossen, die sie davor im Dunkeln gelassen hatte. Denn seit Religion weniger auf Theologie oder Großkirchen beschränkt wird, sondern auch als das verstanden wird, was Menschen tatsächlich tun, ist eine Fülle von Praktiken in den Fokus gerückt. Religion zu erforschen, bedeutet heute so auch, Religion in einer materiellen Welt zu erforschen – zugleich aber auch, nicht in die Falle simpler Gegenüberstellungen von „Geist“ und „Materie“ zu tappen. Das letzte Frankfurter Religionsgespräch im Winter 2024/25 mit Birgit Meyer (Professorin für Religionswissenschaft, Universität Utrecht) und Birgit Emich (Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit und Sprecherin der Kolleg-Forschungsgruppe POLY, Goethe-Universität Frankfurt am Main) widmet sich grundlegenden Konzepten in der Untersuchung von Religion und Materialität und fragt nach konkreten Forschungsperspektiven der „material religion“, mit denen die Pluralität religiöser Erscheinungen in Vergangenheit und Gegenwart nicht außer Acht gerät.
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  • Papst und Zeit


    Ein Symposium mit Otto Kallscheuer

    Otto Kallscheuer, Philosoph und politischer Theoretiker, hat mit „Papst und Zeit. Heilsgeschichte und Weltpolitik“ ein Werk vorgelegt, das die Debatte über die katholische Kirche und das Papsttum auf eine neue Grundlage stellt. Die katholische Kirche wird hier als eine einzigartige religiöse Vergemeinschaftung und Institution vorgestellt: gefährdet, paradox, anachronistisch und zugleich resilient, auf Einheit bedacht und als Akteurin der Weltgeschichte unverzichtbar.Expertinnen und Experten aus Theologie, Geschichts- und Politik­wissen­schaft greifen in drei Foren zentrale Themen aus Kallscheuers Werk auf und eröffnen das Gespräch mit ihren jeweiligen Erkenntnissen. Otto Kallscheuer ist jeweils eingeladen, zu replizieren.
    Das Symposium zu Otto Kallscheuers Werk fand am 30. Januar 2025 in der Karl Rahner Akademie in Köln statt und wurde in Kooperation mit dem Arbeits­bereich Politische Theorie und Ideen­geschichte der Georg-August-Uni­versi­tät Göttingen ausgerichtet.
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  • Der Prinz, die Partei und das „erfundene“ Schloss – das Landgrafenmuseum in Kassel


    Justus Lange | Schlösser in der Zeit des Nationalsozialismus

    Wer an Kassel im „Dritten Reich“ denkt, dem fallen vielleicht zuerst kriegswichtige Industrien wie die Henschel-Werke oder auch der 1938 eingeweihte Sitz des Wehr­kreis­komman­dos ein. Doch in jener Zeit, als das hessische Fürstenhaus eigentlich an Bedeutung verlor, nutzte Prinz Philipp von Hessen seine guten Verbin­dun­gen zu Hermann Göring und Adolf Hitler, um in Kassel ein Museum zu schaffen, das an das Erbe seiner Vorfahren erinnern sollte. In seinem Vortrag spricht Dr. Justus Lange (Kurator Gemäldegalerie Alte Meister in Kassel) über das „Land­grafen­museum“ in Kassel, das während der NS-Zeit unter Prinz Philipp von Hessen im Bellevue-Schloss geplant, jedoch nie vollständig realisiert wurde.
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  • Social Sciences in Russia before the War: Integration, Isolation, Political Impact


    Alexander Libman | Europe's History of the Present: Universalism and Particularism

    After the collapse of the socialist system, complex processes unfolded in the post-Soviet academic community. This period was marked by integration into the global academic community, but also by the development of schools of thought on a national level as well as the rejection of the concept of global scholarship. These processes often led to a fluid transition between the semantics of universalism and particularism. The initially universalist Marxism had to be reinterpreted as particularist “Russian” theory. In his lecture Alexander Libman analyzes the interplay of historical and contemporary factors in the development of particularist and universalist semantics within the Russian social sciences.
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  • „Riot“ und „Rebellion“ im England der Frühen Neuzeit: Ursachen – Praktiken – Medialität


    Ulrich Niggemann | Aufruhr und Gewalt. Forum Neuzeit des Instituts für Geschichtswissenschaft an der HHU Düsseldorf

    Wo endet eine Revolte, wo beginnt eine Revolution? Ulrich Niggemann (Universität Augsburg) plädiert in seinem Vortrag dafür, diese strikte Trennung aufzugeben. Statt Ex-Post-Definitionen vorzunehmen, richtet er den Blick auf die zeitgenössische Wahrnehmung und die Dynamik der jeweiligen revolutionären Situation. Auf dieser Grundlage entwirft er ein neues Bild der Revolutions- und Revoltengeschichte der britischen Inseln in der Frühen Neuzeit. Anhand markanter Beispiele – dem Englischen Bürgerkrieg, der Glorious Revolution, dem ersten Jakobiten­aufstand und den Gordon Riots – zeigt Niggemann, dass drei zentrale Merkmale all diese revolutionären Situationen prägten.
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  • „Der liebe vnd werthe Fried“ und die Bellizität – Friedensideale und Kriegserfahrungen in der Frühen Neuzeit


    Anke Fischer-Kattner | Wer hat Angst vor Normativität? 40 Jahre Historische Friedens- und Konfliktforschung

    Wie beeinflussen Kriegs- und Gewalt­erfah­rungen Friedens­ideale und Vorstellungen von Friedens­ord­nungen? In ihrem Vortrag liefert PD Dr. Anke Fischer-Kattner (Universität der Bundeswehr München) einen Überblick über die historische Friedens­forschung zur bellizistischen Frühen Neuzeit und zeigt, wie die damaligen Belagerungskriege zur Skandalisierung von Gewalt beitrugen. Dabei wird deutlich, dass insbe­son­dere die als „Kabinettskriege“ irreführend benannten militärischen Konflikte des 18. Jahrhunderts die Sehnsucht nach dem „ewigen Frieden“ (Immanuel Kant, 1795) befeuerten.
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  • Sterben auf Japanisch


    Thomasius Club mit Dorothea Madlenova am 22. Januar 2025

    Japan zählt zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung weltweit. Man könnte denken, über den Tod müsste eigentlich gar nicht nachgedacht werden. Trotz dessen beobachtet Dorothea Mladenova in jüngster Zeit einschneidende Veränderungen: Die Japaner und Japanerinnen beginnen zunehmend ihr Lebensende aktiv zu planen (shukatsu). Hier ist mittlerweile eine ganze Industrie entstanden, es gibt Ratgeberliteratur und digitale Plattformen. Welche Ausmaße und Gründe diese Entwicklung hat und inwiefern Japan auch hier zum Vorreiter von globaleren Entwicklungen wird, diskutiert Annika Schadewaldt und Thomas Schmidt-Lux mit der Autorin.
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  • DADA TAMTAM: Episode 6 - Das Generalinterview mit Dr. Lenka Kerdová


    Die europäische Kunstszene der Zwischenkriegs­zeit war stark vernetzt. Besonders deutsch­sprachige Künstlerinnen und Künstler der Avantgarde in Berlin, Prag, Wien und Zürich pflegten einen intensiven künstlerischen und privaten Austausch. Die Bedeutung dieser Verbindungen wurde lange unterschätzt, da nationale Perspektiven oft im Vordergrund standen. Dr. Lenka Kerdová setzt sich in ihrem von der Gerda Henkel Stiftung unterstützten Forschungsprojekt dafür ein, diese etablierten Narrative aufzubrechen und zu erweitern. Im abschließenden Generalinterview reflektiert sie die Herausforderungen dieser Arbeit und erläutert, warum diese Perspektiverweiterung für das Verständnis der mitteleuropäischen Kunst- und Geistesgeschichte entscheidend ist.
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  • Zur rechten Zeit 2.0? – Die Bundestagswahl 2025 in zeithistorischer Perspektive


    Ein Gespräch zwischen Norbert Frei, Franka Maubach und Christina Morina

    Die Bundestagswahl am 23. Februar hat für Gesprächsstoff und großen Einordnungsbedarf gesorgt: Die Parteien der ehemaligen „Ampel-Regierung“ erlitten massive Verluste, während die Partei Die Linke – wohl auch dank ihres erfolgreichen Social-Media-Wahlkampfs – einen überraschenden Wahlerfolg verbuchen konnte. Erstmals ist zudem die Alternative für Deutschland (AfD) zweitstärkste Kraft im deutschen Parlament und führt nun die Opposition an. Nach dem erstmaligen Einzug der AfD in den Bundestag 2017 haben die Zeit­histo­ri­ke­rin­nen und -historiker Norbert Frei, Franka Maubach, Christina Morina und Maik Tändler in Ihrem Buch Zur rechten Zeit – Wider die Rückkehr des Nationalismus eine historische Ein­ord­nung unternommen. Anlässlich der Bundestagswahl 2025 diskutieren die Autorinnen und Autoren mögliche Aktualisierungen ihres Werks und reflektieren über die Heraus­forde­run­gen, die sich aus der aktuellen politischen Lage in Deutschland und weltweit für die (zeit-)histo­ri­sche Forschung ergeben.
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  • “The Dead Sea serves as a unique time capsule”


    Interview with Nir Arielli on the history of the Dead Sea

    The Dead Sea is a place of contrasts. Despite its seemingly inhospitable nature, the iconic saltwater lake—located at the border between Israel, Jordan, and the Palestinian territories—has been extensively utilized by surrounding civilizations for thousands of years. Today, the Dead Sea is in danger of drying up. Environmental historian Professor Nir Arielli from the University of Leeds has examined ten thousand years of this history in his book “The Dead Sea. A 10.000 Year History,” which was supported by the Gerda Henkel Foundation. In this interview, he explains why the Dead Sea is in fact anything but dead and why it is crucial to prevent it from truly dying.
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