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  • Unter deutscher Besatzung. Europa 1939–1945


    Württembergische Landesbibliothek Stuttgart und online

    Buchvorstellung mit Prof. Dr. Tatjana Tönsmeyer (Wuppertal)
    Auf dem Höhepunkt der deutschen Machtentfaltung im Zweiten Weltkrieg lebten von Norwegen bis Griechenland und von Frankreich bis in die Sowjetunion 230 Millionen Menschen unter deutscher Herrschaft. Sie alle mussten sich mit den Besatzern arrangieren und machten Erfahrungen, die bis heute nachwirken. In ihrem Alltagsleben, am Arbeitsplatz, im Umgang mit Behörden und Militärs. Und jeder Kontakt mit den Besatzern konnte in Gewalt umschlagen. Tatjana Tönsmeyer hat die erste Geschichte des deutsch besetzten Europas geschrieben, die die Perspektive der Besetzten und nicht der Besatzer einnimmt – und legt damit ein dunkles Erbe frei, das unterschwellig immer noch im Verhältnis der europäischen Nachbarn zu Deutschland präsent ist
    Prof. Dr. Tatjana Tönsmeyer (Wuppertal)Tanja Tönsmeyer lehrt seit 2011 als Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Bergischen Universität Wuppertal. Sie ist Expertin für die Geschichte des Nationalsozialismus, der europäischen Besatzungsgesellschaften während des Zweiten Weltkriegs sowie für die Geschichte Osteuropas. Sie ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Beiräte.
     
    Mittwoch 12. März 2025, 18 UhrTeilnahme vor Ort in der Württembergischen Landesbibliothek, Saal (Konrad-Adenauer-Str. 10, 70173 Stuttgart) oder online über den Zugangslink: https://bitbw.webex.com/meet/wlbEine gemeinsame Veranstaltung des Stadtarchivs Stuttgart und der Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek.
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  • Nürnberg 2.0? Die Kriege in Osteuropa vor Gericht


    Angelika Nußberger | Europe's History of the Present: Universalism and Particularism

    Die meisten der Kriege, die im postsowjetischen Raum und im zerfallenden Jugoslawien geführt wurden, wurden vor Gericht gebracht. Einige Urteile, wie der Völkermordfall Bosniens vor dem Internationalen Gerichtshof oder der Fall Georgien gegen Russland vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte sind bahnbrechend, zugleich aber sehr umstritten. Soweit Eilentscheidungen ergingen, konnten sie die Gewalt nicht stoppen. Die Bilanz des nach anfangs hochfliegenden Hoffnungen Erreichten ist eher bescheiden und definiert den Rahmen für die Erwartungen an die Aufarbeitung des gegenwärtigen Angriffskriegs von Russland gegen die Ukraine. In Ihrem Vortrag stellt Prof. Dr. Angelika Nußberger die Fragen, inwieweit hat sich angesichts dieser gemischten Bilanz der Glaube an universelle Rechtsnormen und die regulierende und versöhnende Kraft der Gerichte nach dem Ende des Kalten Krieges in der Realität bewährt hat.
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  • 1848. Orte der Revolution – Orte der Erinnerung<br />


    LaG-Magazin 2/2025

    Die Revolution von 1848 gilt als wichtiger Markstein der deutschen Demokratiegeschichte. Diese Ausgabe des LaG-Magazins stellt die Frage, wie wir uns heute an den 18. März und an die Revolution von 1848/49 erinnern. Die Autor*innen der Beiträge erzählen, an welchen Orten die Revolution stattfand, wer ihre Akteur*innen waren und dass sie ein Ereignis von europäischer Dimension war.
    Link zum LaG-Magazin 2/2025
    Die Revolution von 1848 gilt als wichtiger Meilenstein der Demokratiegeschichte in Deutschland. Unter dem Einfluss revolutionärer Unruhen in Frankreich forderte man auch im Deutschen Bund Rede- und Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit, politische Gleichberechtigung und nationalstaatliche Einheit zum Teil auch ohne Monarchien. Der 18. März 1848 gilt als einer der Höhepunkte der Revolution von 1848 in Berlin: Gewaltsame Barrikadenkämpfe in Berlin führten zu zahlreichen Verletzten und Toten. Rund 250 Tote dieser Märzrevolution sind auf dem Friedhof der Märzgefallenen im Friedrichshain begraben. Zugleich ist der 18. März ein zentrales Datum für die Demokratiegeschichte in Deutschland und steht nicht nur für die Barrikadenkämpfe der Märzrevolution 1848 in Berlin, sondern auch für die Gründung der Mainzer Republik 1793 und für die erste freie Wahl zur Volkskammer der DDR 1990. Der Berliner Verein „Aktion 18. März“ setzt sich daher seit 1978 dafür ein, den 18. März zum nationalen Gedenktag zu erklären. Veranstaltungen wie auf dem Friedhof der Märzgefallenen, die Umbenennung des Platzes vor dem Brandenburger Tor in „Platz des 18. März“ oder Gedenktafeln an Orten der Barrikadenkämpfe erinnern heute an den 18. März als historisches Datum der Demokratiegeschichte.
    Das LaG-Magazin stellt in dieser Ausgabe die Frage, wie wir uns heute an den 18. März und an die Revolution von 1848/49 erinnern. Wann war „1848“? Kann man es auf das Datum des 18. März 1848 beschränken oder schreibt es sich ein in eine lange Geschichte von revolutionären Unruhen vom Hambacher Fest 1832 über 1848 hinaus? Wo fand die Revolution von 1848 statt? In der Frankfurter Paulskirche, auf den Barrikaden in Berlin, bei den Aufständen in Baden oder auch in Wien und Paris? An wen wird heute erinnert als Akteur der Märzrevolution? An Bürger*innen, Arbeiter*innen, Soldaten, Frauen, an die städtische Bevölkerung? Die Beiträge der Ausgabe widmen sich der Erinnerung an 1848 in Berlin, Baden und Frankfurt/Main, der Einordnung der Märzrevolution im heutigen kulturellen Gedächtnis und stellen verschiedene Initiativen und Bildungsmaterialien zu 1848 vor.
    Rüdiger Hachtmann beschreibt die Ereignisse und die Erinnerung an die Revolutionen von 1848 in verschiedenen Ländern Europas.
    Manfred Hettling erläutert, wie die heutige Erinnerung an die Revolution von 1848 von aktuellen Entwicklungen beeinflusst ist und das Bild von 1848 prägt.
    Kerstin Wolff zeigt in ihrem Beitrag die Rolle von Frauen in der Revolution von 1848 und die Erinnerung an einige ausgewählte Persönlichkeiten auf.
    Christoph Hamann zeichnet nach, wie die Initiative „Aktion 18. März“ entstand und welche Ziele und Projekte der Verein für eine wertschätzende Erinnerung an den 18. März 1848 verfolgt.
    Jürgen Karwelat nimmt die Leser*innen mit auf einen historischen Spaziergang durch Berlin und berichtet, welche Straßen und Plätze heute an die Revolution von 1848 erinnern.
    Susanne Kitschun und Paul Schmitz beschreiben die Geschichte des Friedhofs der Märzgefallenen in Berlin und wie heute vor Ort der Ereignisse und der „Märzgefallenen“ gedacht wird.
    Elisabeth Thalhofer stellt die Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte in Rastatt und die Besonderheit des badischen Erinnerungsortes der deutschen Revolution 1848 vor.
    Jan Merk widmet sich der Erinnerung an 1848 im Dreiländermuseum Lörrach aus einer lokalen deutschen als auch französischen und schweizerischen Perspektive.
    Jan Meiser stellt das Planspiel „In der Paulskirche“ vor, das Schüler*innen spielerisch die Debatten und Entwicklungen in der Frankfurter Paulskirche 1848 nahebringt.
    Sabrina Pfefferle beschreibt in ihrer Rezension der aktuellen Publikation Akteure eines Umbruchs verschiedene Persönlichkeiten, die für die Revolution von 1848 von Bedeutung waren.
    Stephanie Beetz empfiehlt aktuelle Bildungsmaterialien, die als PDF-Download, App oder Webseite zu historischen Ereignissen von 1848 informieren.
    Die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte förderte das Themenheft, das an die Ereignisse von 1848/49 erinnert. Die Ausgabe lädt dazu ein, sich mit den verschiedenen Räumen und Persönlichkeiten der Revolution von 1848 zu beschäftigen. Sie möchte anregen, über den 18. März als Gedenktag der deutschen Demokratiegeschichte nachzudenken und zu fragen, wie uns die Forderungen nach Wahlrecht, Pressefreiheit oder Selbstbestimmung von 1848 bis heute beeinflussen.
    Wir danken an dieser Stelle herzlich Daniel Hadwiger, der diese und die letzte Magazinausgabe zu „Straße als Ort demokratischer Aushandlungsprozesse“ mit hoher Fachkompetenz und ebensolchem Engagement redaktionell betreut hat. Er wendet sich nun verstärkt dem Vermittlungsformat Ausstellung zu, für diesen Weg wünschen wir ihm viel Erfolg. Auf die redaktionelle Leitung des LaG-Magazins freut sich nun Ulrike Rothe, langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin der Agentur für Bildung. Sie bereitet bereits die nächste LaG-Ausgabe anlässlich des 80. Jahrestages des Kriegsendes 1945 vor, die am 8. Mai 2025 erscheinen wird.
    Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!
    Ihre LaG-Redaktion
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  • Konstruktionen von Afrika


    Julia Allerstorfer-Hertel, Eva Wiegert und Stefan Gassenbauer | Ringvorlesung „Diskurse der Öffentlichkeit“

    Missions­fotografie und die strategische Populari­sie­rung des ‚Schwarzen Kontinents‘ in Österreich um 1900: Der Vortrag von Julia Allerstorfer-Hertel, Eva Wiegert und Stefan Gassenbauer untersucht die multi­media­len Popularisierungs­strategien eines damals in Europa wenig bekannten Kontinents durch die Missions­propaganda und gibt Einblick in die Vorbereitungen eines Ausstellungs- und Forschungs­­projektes.
    Im Missions­haus Maria Sorg in Salzburg wurden rund 2.000 Diapositive wieder­ent­deckt, die die Ordensgründerin Maria Theresia Ledóchowska (1863–1922) im frühen 20. Jahrhundert für ihre Vorträge verwendete, um Spenden­gelder für die katholische Mission in Afrika zu sammeln. Das Bildkonvolut umfasst neben kultur­histo­rischen und ethno­­gra­­fi­schen Aufnah­men zahlreiche Fotografien von afrikanischen Missions­stationen. Diese fungieren als wichtige Quellen für die Analyse des komplexen Beziehungs­­gefüges aus kolonialer Fremd­­herr­­schaft und Missio­nie­rung sowie der öffentlichen Wahrneh­mung von Afrika in Europa in den ersten Dekaden des 20. Jahrhun­derts.
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  • Thomasius Club mit Philipp Lenhard: Café Marx


    20:00 I Café Alibi, Universitätsbibliothek Leipzig

    Die Kritische Theorie und die Frankfurter Schule sind weit über die deutsche Universitätslandschaft hinaus bekannt. Weniger bekannt sind allerdings die Wurzeln. Philipp Lenhard ist der Geschichte des Frankfurter Instituts für Sozialforschung, das für Freunde und Feinde auch das 'Café Marx' war, bis zum Ersten Weltkrieg und den linken Revolutionen in Russland und Deutschland nachgegangen. Lenhard verspricht so die Netzwerke, Ideen und Orte, die die Frankfurter Schule zu dem gemacht haben, was sie heute ist, in neuem Licht zu zeigen. Wir fragen beim Autor nach, wie man so eine Entstehungsgeschichte schreibt, was sie für die Frankfurter Schule heute bedeutet und welche Rolle Marx immer noch spielt.
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  • Der Streit der Schwester-Künste


    Leonardo da Vinci vs. Antonio Tebaldeo

    Das ProjektIm Italien der Renaissance entschied die Gunst von Mäzenen über das Wohl und Weh von Künstlern, Wissenschaftlern und Architekten. Mächtige Familien wie die Medici in Florenz oder die Sforza in Mailand bestimmten mit lukrativen Aufträgen darüber, wer von seiner Arbeit leben konnte und wer nicht. Maler, Dichter und Bildhauer wetteiferten um die Gunst der Mäzene. Während die bildenden Künstler versuchten, durch innovative Darstellungsweisen die Ausdruckskraft der Poesie zu übertreffen, reagierten Dichter mit kunsttheoretischen Reflexionen, in denen sie die Überlegenheit des Wortes über das Bild betonten.Anhand der bislang wenig erforschten, teils unveröffentlichten Gedichte von Antonio Tebaldeo, die Werke von Künstlern wie Leonardo da Vinci, Michelangelo und Raffael kommentieren, untersucht die Kunsthistorikerin Dr. Diletta Gamberini erstmals systematisch, wie diese poetischen Reflexionen kunsthistorische Innovationen beeinflussten. Besonders im Dialog mit Leonardos eigenen Argumenten für die Überlegenheit der Malerei offenbart sich, wie stark künstlerische Praxis und literarische Theorie miteinander verflochten waren. Das Projekt beleuchtet die kreative Spannung zwischen Poesie und bildender Kunst und zeigt, wie Dichter und Maler gleichermaßen um die Vormachtstellung ihres Mediums rangen.
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  • Der elektronische Spiegel: Menschliches Denken und Künstliche Intelligenz


    vhs.wissen live mit Manuela Lenzen

    Während Künstliche Intelligenz (KI) landauf, landab diskutiert wird, ist kaum bekannt, dass die klugen Maschinen nie nur dazu da waren, uns langweilige oder gefährliche Arbeit abzunehmen. Sie waren von Beginn an Hypothesen über das Funktio­nie­ren des Geistes, elektronische Spiegel, in deren Zerrbild der Mensch nur umso besser erkennen kann, was Intelligenz ausmacht und was ganz offensichtlich nicht. Am Beginn der Künstliche-Intelligenz-Forschung stand die Vorstellung, man müsse das menschliche Denken nur genau genug beschreiben, um intelligente Maschinen bauen zu können. 70 Jahre später hat sich Ernüchterung eingestellt: Die größten Heraus­forde­run­gen bestehen nicht darin, im Schach zu gewinnen oder in Gedanken geometrische Figuren zu drehen, sondern in etwas so schwer Greifbarem wie Flexibilität, Kreativität und gesundem Menschen­verstand; darin, eine Situation zu verstehen und angemessen zu reagieren.
    Manuela Lenzen hat in Philosophie promoviert und schreibt als freie Wissen­schafts­journa­listin über Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Kognitions­forschung.
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  • Frühneuzeitliche Gefängnisse als Wissenswelten. Kommentar


    Martin Scheutz | Frühneuzeittag 2024 „Wissenswelten“

    In seinem Kommentar zur Sektion fasst Prof. Dr. Martin Scheutz (Wien) neuere Tendenzen zu einer wissens­geschicht­lichen Ausei­nan­der­setzung mit Gefäng­nissen und anderen „ge­schlos­se­nen Häu­sern“ zusammen. 
    In Abwesenheit von Martin Scheutz wurde der Kommentar von der Sektions­leiterin PD Dr. Riccarda Suitner (München) vorgelesen.
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  • In den Verstrickungen der Zeiten, oder: Mehr Nachhaltigkeit!


    Matthias Steinhart | Idee Archäologie. Positionen und Konturen einer Wissenschaft

    Fast wie ein Kunstwerk eigener Art kann der gerade in Würzburg entstandene 3D-Druck mit seinen ‚Druckkanälen‘ wirken, eine zur Statuette verkleinerte Athena Lemnia: Was für ein passendes Bild aber auch, diese vollkommen umschlungene Figur, für die Verstrickungen von Universitätsfächern wie der Klassischen Archäologie in ihren Zeitläufen.
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