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  • Deutsche Identität im 21. Jahrhundert
    Debatten über deutsche Identität gibt es zuhauf. Die Anfänge reichen weit zurück in die Geschichte. Aber selbst die ältesten Fragen stellen sich immer wieder, weil sich die gesellschaftspolitischen Koordinaten und die diskursiven Formationen ändern, insbesondere in sogenannten Umbruchphasen bzw. zu Krisenzeiten. Die Gegenwart wird als solch eine Krisenzeit empfunden, als eine Art Übergangsphase von einer sich abschließenden zu einer sich neu anbahnenden Epoche. Insofern stellt sich auch eine wiederkehrende Frage wie die nach der deutschen Identität heute neu. Das noch umso mehr, als dass das Konzept von Identität gegenwärtig hohe politische und kulturelle Konjunktur zu haben scheint.  Diskutiert haben wir dieses Mal an einem Ort, der für die Bestimmung deutscher Identität von Bedeutung ist: in der Steinwache in Dortmund, die unter anderem von der Gestapo als Gefängnis genutzt wurde und den schrecklichen Ruf erhielt, die "Hölle von Westdeutschland" zu sein. Ob der Nationalsozialismus auch im 21. Jahrhundert noch Teil deutscher Identität ist bzw. sein wird, auch darüber haben wir in einer neuen Ausgabe des Geschichtstalks mit unseren Gästen diskutiert: Prof. Dr. Antje Flüchter (Frühe Neuzeit | Universität Bielefeld), Dr. Christina Dongowski (Kulturwissenschaften | Universum Twitter), Prof. Dr. Ralf Behrwald (Alte Geschichte | Universität Bayreuth) und Prof. Dr. Marko Demantowsky (Neuere Geschichte und Geschichstdidaktik | Universität Basel).
    1 hr 13 min
  • Naturgemälde, Kulturforschung, Kolonialprogramm: die Reisen der Brüder Schlagintweit in Indien und dem Himalaya
    Die Forschungsreisen der drei Gebrüder Schlagintweit nach Indien und Hochasien während der 1850er Jahre im Dienste des preußischen Königs und der britischen Ostindienkompanie gehören zu den wichtigsten und zugleich kontroversesten Explorationsvorhaben Mitte des 19. Jahrhunderts. Ihre Expedition war in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich. Sie führte zu einer einzigartigen Sammlung von schriftlichen sowie bildlichen Aufzeichnungen und Artefakten aus Süd- und Zentralasien – insgesamt über 40.000 Objekte der Natur- und Kulturgeschichte aus den durchreisten Gebieten. Die Brüder gründeten mit den Sammlungen ein heutzutage vergessenes „Indisches Museum“ im Schloss Monbijou in Berlin, das nach ihrer Rückkehr 1857 für einige Jahre fortbestand. Der Vortrag untersucht neben der Rolle deutscher Forscher im kolonialen Indien insbesondere das soziale und wissenschaftliche ‚Innenleben’ der heterogenen Expeditionsgruppe und arbeitet die eminente Bedeutung indischer Partner, Wegführer und Übersetzer für die Realisierung der Mission heraus. Er schließt mit Reflexionen über das enge Verhältnis der Schlagintweits zu A. v. Humboldt, ihrem wichtigsten Förderer, und zum Konzept des Humboldt Forums.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/naturgemaelde_kulturforschung_kolonialprogramm_die_reisen_der_brueder_schlagintweit_in_indien_und_dem_himalaya?nav_id=8409
    59 min
  • Von Fliegen und Photographie
    Die Fliege gehört zu den Lebewesen, die uns als Menschen lästig erscheinen und mit denen unsere utilitaristisch geprägte Zivilisation keinerlei Nutzen verbindet. Fliegen sind im besten Fall überflüssig, treiben sich auf Mist herum und verbreiten Krankheitserreger, so könnte man unsere Sicht auf Fliegen vielleicht auf die Spitze treiben. Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Peter Geimer von der FU Berlin hat sich der hexapoden Diptera namens Brachycera anders genähert und darüber ein kleines Buch geschrieben - eine Art Kulturgeschichte der Fliege. Eine seiner zentralen Fragen: Welche Rolle spielt die Fliege in Malerei und Photographie? Bei der Gelegenheit haben wir Peter Geimer auch Fragen zur Photographie als Ikonographie der Gegenwart gestellt - unter anderen zum bekannten Bild des toten Jungen am Strand sowie zur Kunsttechnik Gerhard Richters.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/petergeimer_fliegen
    45 min
  • Experimente am absoluten Temperatur-Nullpunkt
    Der Physiker und Nobelpreisträger Prof. Dr. Wolfgang Ketterle hat bei seinen Experimenten Materie soweit heruntergekühlt, dass mit herkömmlichen Methoden eine Messung der Temperatur nicht mehr möglich war. Er erreichte dabei Temperaturen, die eine Milliarde mal kälter waren als der interstellare Raum, also eine Abkühlung von Atomen auf Nano-Kelvin-Temperaturen. Für Laien schließen sich da gleich mehrere Frage an: Warum macht man sowas? Welchen Erkenntniswert haben solche Experimente? Und wie macht man das? Wolfgang Ketterle berichtet in seinem Vortrag von einer bislang ungekannten Welt.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/experimente_am_absoluten_temperatur_nullpunkt?nav_id=8207
    53 min
  • Ein Volk unter Beobachtung. Die Stimmungsberichterstattung der DDR-Staatssicherheit 1953 bis 1989
    Im Zentrum des Forschungsvorhabens von Prof. Dr. Daniela Münkel steht das DDR-Landwirtschaftsministerium als politsicher Akteur und dessen Personal. Das Ministerium war nur einer von vielen Agierenden, die an der Ausgestaltung der Landwirtschaftspolitik in der DDR beteiligt waren. Die Studie verortet das Ministerium im Institutionengefüge des Staats- und Parteiapparates und fragt nach der Rolle, welche es bei den agrarpolitischen Umwälzungen in Ostdeutschland spielte. Als handelnde Subjekte, die die Agrarpolitik prägten und umsetzten steht das Personal des Ministeriums im Fokus. Dabei wird den Logiken der Personalrekrutierung sowie der soziopolitischen Zusammensetzung der Führungsebene besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Kaderpolitik der SED auch auf dem für die Herrschaftssicherung stets zentralen Agrarsektor als Hebel zur Durchsetzung ihres Vormachtanspruches diente, von entscheidender Bedeutung. Ebenso zentral wird die Frage nach personellen und sachlichen Kontinuitäten aus der Zeit vor 1945 sein. Der Grad beruflicher und politischer Vorverfahrungen des Personals und der Umgang mit diesem Erbe werden ausführlich mit Blick auf das Ministerium und ihren Implikationen für die Vergangenheitspolitik in Ost und West behandelt. Mit der Untersuchung des Ministeriums und seines Personal betritt die Studie Neuland. So wird ein Forschungsdesiderat geschlossen und ein wichtiger Baustein für eine weitere Beschäftigung mit der DDR-Agrarpolitik vorgelegt. Im öffentlichen Vortrag des Historischen Kollegs gibt die Historikerin erste Einblicke in ihre Forschung und spricht über die Stimmungsberichterstattung der DDR-Staatssicherheit in den Jahren 1953 bis 1989.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historischeskolleg_danielamuenkel
    38 min
  • Audio: Das Leben sammeln
    Im 20. Jahrhundert wurden die alten Kulturtechniken des Sammelns und Lagerns von Samen zu Biobanken weiterentwickelt. Die Objekte dieser biologischen Ressourcenzentren sind Gene, Genome, aber auch Mikroben und Tiere. Solche „Biofakte“ sind lebende Entitäten, die sowohl gemacht als auch geworden sind. Mit der Braunschweiger Philosophin Karafyllis sprachen wir über Techniken des Sammelns und diskutierten dabei auch Probleme der Züchtung und der Biodiversität.
    1 hr 11 min
  • Vermessung der Gesellschaft: Sozialer Wandel und soziale Ungleichheit
    In Zeiten, in denen dem Begriff "Kultur" eine allumfassende Aura zukommt beziehungsweise "Kultur" das Prä- und Suffix von allem zu sein scheint, klingen Begrifflichkeiten wie "sozialer Wandel" und "soziale Ungleichheit" wie ein verhallendes Echo aus einer längst vergangenen Epoche. Von der Soziologie inspiriert, beschäftigten sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts Historiker und Historikerinnen - ausgestattet mit soziologischen Apparaten und Kenntnissen - mit der historischen Analyse von sozialem Wandel, der zum Dreh- und Angelpunkt der Geschichtswissenschaft wurde. In den 1980er Jahren verschob sich mit dem sogenannten "cultural turn" der Schwerpunkt - seither scheint alles menschliche Denken und Tun sich aus Kultur abzuleiten. Im Einstein-Saal des Salons Sophie Charlotte 2019 haben Karl Ulrich Mayer (Soziologe, MPI für Bildungsforschung, Berlin, Akademiemitglied) mit Axel Börsch-Supan (Wirtschaftswissenschaftler, MPI für Sozialrecht und Sozialpolitik, München, Akademiemitglied), Heike Solga (Soziologin, WZB für Sozialforschung und FU Berlin, Akademiemitglied) und Katharina Spieß (Wirtschaftswissenschaftlerin, DIW und FU Berlin) Relevanz, Messverfahren und Ergebnisse der Forschung zum sozialen Wandel und zu sozialer Ungleichheit vorgestellt.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/vermessung_der_gesellschaft_sozialer_wandel_und_soziale_ungleichheit?nav_id=8229
    57 min
  • 1979 – Schlüsseljahr der Gegenwart?
    Jede Generation von Historikerinnen und Historikern erkennt für sich neue Zäsuren und Schlüsseljahre in der Vergangenheit. Einige davon überdauern, andere verblassen bald wieder oder werden korrigiert. Daten wie beispielsweise 1914, 1933, 1945, 1968 und 1989 sind bis heute unverrückbare Marker des vergangenen Jahrhunderts - zumindest aus europäischer bzw. westlicher Perspektive. Diesen Jahren ist gemeinsam, dass mit Ihnen eine Zeit einsetzte, die weit in die jeweilige Gegenwart ausstrahlte und diese prägte. Der Zeithistoriker und Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam (ZZF), Prof. Dr. Frank Bösch, hat mit seinem aktuellen Buch eine neuen Pflock in das 20. Jahrhundert gesteckt: das Jahr 1979. Wir haben uns mit ihm darüber unterhalten.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/frankboesch_1979
    55 min
  • Gamification - Zukunftsversprechen oder Risiko?
    Wer kennt sie nicht, die Candy Crush-Spiele, die auf dem Smartphone aufleuchten? Seitdem wir alle über einen transportablen Minicomputer jederzeit verfügen, spielen wir auch - die einen mehr, die anderen weniger. Und selbst die, die von sich behaupten würden, weder Candy Crush noch andere Spiele auf ihrem Mobiltelefon heruntergeladen zu haben, spielen bewusst oder unbewusst im Zusammenhang mit anderen Apps - seien es Apps zum Einkaufen, zur Urlaubsbuchung oder zur Mediennutzung. Spiellogiken halten zunehmend auch in vermeintlich spielfreien Bereichen Einzug: Rankings, Levels, Strategien und Taktiken, Belohnung oder Bestrafung, Sieg oder Niederlage. Die Rede ist von Gamification. In unserer zehnten Ausgabe von #gts7000. Der Geschichtstalk haben wir uns dem Phänomen der Gamification angenommen und gefragt, wie diese entstanden ist, unsere Gegenwart prägt und möglicherweise die Zukunft bereichern oder riskieren wird. Zu Gast waren wir dieses Mal im Kloster Dießen am Ammersee, wo vom 3. bis zum 5. Mai die Klausur Mensch | Maschine | Zukunft (#dkmmz19) stattgefunden hat. Diskutiert haben wir dort mit Prof. Dr. Linda Breitlauch von der Hochschule Trier, PD Dr. Bert te Wildt von der Psychosomatischen Klinik Kloster Dießen und der Journalistin Kathrin Passig. Moderiert wurde das Gespräch von Prof. Dr. Marko Demantowsky und Georgios Chatzoudis.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/gts7000_gamification
    1 hr 8 min
  • Gamification - Zukunftsversprechen oder Risiko?
    Wer kennt sie nicht, die Candy Crush-Spiele, die auf dem Smartphone aufleuchten? Seitdem wir alle über einen transportablen Minicomputer jederzeit verfügen, spielen wir auch - die einen mehr, die anderen weniger. Und selbst die, die von sich behaupten würden, weder Candy Crush noch andere Spiele auf ihrem Mobiltelefon heruntergeladen zu haben, spielen bewusst oder unbewusst im Zusammenhang mit anderen Apps - seien es Apps zum Einkaufen, zur Urlaubsbuchung oder zur Mediennutzung. Spiellogiken halten zunehmend auch in vermeintlich spielfreien Bereichen Einzug: Rankings, Levels, Strategien und Taktiken, Belohnung oder Bestrafung, Sieg oder Niederlage. Die Rede ist von Gamification. In unserer zehnten Ausgabe von #gts7000. Der Geschichtstalk haben wir uns dem Phänomen der Gamification angenommen und gefragt, wie diese entstanden ist, unsere Gegenwart prägt und möglicherweise die Zukunft bereichern oder riskieren wird. Zu Gast waren wir dieses Mal im Kloster Dießen am Ammersee, wo vom 3. bis zum 5. Mai die Klausur Mensch | Maschine | Zukunft (#dkmmz19) stattgefunden hat. Diskutiert haben wir dort mit Prof. Dr. Linda Breitlauch von der Hochschule Trier, PD Dr. Bert te Wildt von der Psychosomatischen Klinik Kloster Dießen und der Journalistin Kathrin Passig. Moderiert wurde das Gespräch von Prof. Dr. Marko Demantowsky und Georgios Chatzoudis.
    1 hr 8 min

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