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Albert Schweitzer vertritt in seinen Büchern die These, dass der Mensch erst durch gelebtes Mitgefühl mit allen Wesen Mensch werde. Mitgefühl – Empathie als die Fähigkeit, sich in andere Wesen einzufühlen und in Respekt vor dem Lebenswunsch des Anderen in Beziehung zu sein. Diese Fähigkeit kann erlernt, entwickelt und gefördert werden. Die westlichen Gesellschaften sind stark geprägt von Narzissmus und Konkurrenz. Und die Politik?
Ingolfur Blühdorn, Sozialwissenschaftler und Vorstand des „Institutes für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit“ an der WU Wien, hat einen Sammelband mit Beiträgen verschiedener Autor*innen veröffentlicht mit dem Titel „Nachhaltige Nichnachhaltigkeit“. Aus dem einleitenden Beitrag von Blühdorn werden 7 zusammenfassende Thesen präsentiert. Diese besagen, dass in den modernen Konsumgesellschaften eine große Transformation stattfindet, die allerdings nicht die große sozial – ökologische Transformation ist. Aus seiner Sicht ist dies ein Prozess, den er mit dem Begriff „Nachhaltige Nichtnachhaltigkeit“ bezeichnet.
„Kapitalismus und Todestrieb“ – so der Titel eines neuen Buches des Philosphen Byung-Chul Han. Darin spürt er den tiefer liegenden Bewegungen unserer Kultur, unserer Lebensweise und unserer gesellschaftlichen Beziehungen nach. In Anbetracht der globalen politischen und ökologischen Situation liegt die Frage nach dem Todestrieb nicht allzu fern. Gibt es diesen Todestrieb, verborgen hinter gewissen politischen Prozesssen? Welche Rolle spielt das Naturverhältnis des Menschen dabei?
Ein neues Jahr hat begonnen, manche sagen – ein neues Jahrzehnt, eine neue Regierung in neuer, erstmaliger Konstellation – Türkis – Grün. Die Beurteilung dieser Konstellation fällt teilweise sehr kontrovers aus – von hoffnungsvoll bis empört (aus Sicht mancher grüner Sympathisant*innen). Fest steht: die großen Unterschiede bei den Regierungsparteien spiegeln große gesellschaftliche Spannungen. In dieser Situation stellt sich auch die Frage nach der Rolle und Funktion politischer Führung sowie deren Ausgestaltung.
2019 war geprägt durch das Thema der drohenden Klimakatastrophe, in die Öffentlichkeit eingebracht durch wiederholte weltweite Demonstrationen von Schülerinnen und Schülern. Ihr Appell an die Politik: sofort wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz des Weltklimas! Erleben wir damit den Beginn einer neuen Entwicklung, oder müssen wir befürchten, dass das politische Geschäft weiter verläuft wie bisher? Im Übrigen gestatten wir uns, einen Blick darauf zu werfen, was denn die traditionelle katholische Lehre von den 7 Todsünden beitragen könnte zum Verständnis der gesellschaftlichen und politischen Situation.
David Steindl-Rast, Benediktinermönch im Kloster Gut Aich, bezeichnet die Sorge um die Menschenwürde als seine größte Sorge. Klimakrise, politische und wirtschaftliche/gesellschaftliche Entwicklungen – weltweit geraten die Würde und die Rechte von Menschen zunehmend in Gefahr. Welche Strukturen und Entwicklungen befördern dies? Was kann bzw. muss geschehen, damit diese Entwicklung gestoppt werden kann? Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist dazu ein zentraler Anhaltspunkt.
Carola Rackete, ausgebildet in Nautik und Naturschutzmanagement, wurde bekannt als Kapitänin des Flüchtlingsrettungsschiffes „Seawatch 3“. Jetzt hat sie ein Buch veröffentlicht mit dem Titel „Handeln statt Hoffen. Aufruf an die letzte Generation“. Ausgehend von der Verantwortung Europas sieht sie 3 zusammenhängende Krisensymptome: die Krise der Ökosysteme, die soziale Ungerechtigkeit und die Klimakrise. Eine Lösung dieser Problemstellungen erfordert aus ihrer Sicht eine radikale Systemänderung. Es werden in dieser Sendung einige Textstellen des Buches gelesen und besprochen.
Spätestens seit der diesjährigen Nationalratswahl ist es angemessen, von einer Krise der SPÖ zu sprechen. Aber auch in Deutschland ist die Schwesterpartei nicht gerade erfolgsverwöhnt. Wenngleich nach wie vor in Regierungsverantwortung sieht sich die SPD mit sinkenden Umfragewerten konfrontiert. Wir fragen nach den tieferen Ursachen. Welche Verbindungen zu der Wirkgeschichte von Liberalismus und Aufklärung lassen sich erheben? Müssten die sozialdemokratischen Parteien Mitträgerinnen einer neuen Aufklärung sein?
In dieser Sendung blicken wir zurück auf ein paar politische Ereignisse der vergangenen Woche: die Landtagswahl in der Steiermark, die Verhandlungen zur Bildung einer neuen Bundesregierung. Wir fragen nach der Präsenz des Klimathemas in der deutschen und österreichischen Öffentlichkeit, und lesen und besprechen einen aktuellen Text der „Fridays for Future“ anlässlich der bevorstehenden Klimakonferenz in Madrid.
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