"Wenn jemand sagt, das kannst du nicht, dann mach ich es erst Recht!"
Franzi kann die Frage, wo sie herkommt nicht wirklich beantworten. Geboren in München, ist sie mit ihren Eltern oft umgezogen und hat an vielen Orten in Deutschland ihre Kindheit verbracht. Je nach Alter fand sie es mal cool, mal nicht so cool, aber heute sagt sie, dass es sie positiv geprägt hat – sie kann sich schnell auf neues und neue Menschen einlassen, ist anpassungsfähig und offen.
Als Schlüsselerlebnis beschreibt sie ihre Entscheidung, statt mit allen anderen zur Abireise nach Malle zu fliegen, ein Angebot ihrer Eltern anzunehmen und für 6 Wochen Freunde der Familie in Hongkong zu besuchen. Wollte sie vorher noch Journalismus studieren, so merkte sie in dieser Zeit, dass es die chinesische Sprache, die Kultur und das Land ist, was sie unbedingt besser verstehen und näher kennenlernen wollte.
So zog sie nach ihrer Rückkehr nach Würzburg und studierte dort, nicht ganz zur Freude ihrer Eltern, ein „Orchideenfach“: Modern China. Auch wenn das nicht immer einfach war, so blieb sie dran, kämpfte sich durch, lernte die Sprache und entschied nach dem Studium direkt nach China zu gehen, um dort einen Job zu suchen.
Mit einem Koffer ging sie nach Shanghai und sollte erst 10 Jahre später zurückkehren. Ihre erste Station war nach einigen Wochen Bewerbung ein chinesisches Staatsunternehmen in Hunan, „ein ziemliches Kaff in China“, wie sie sagt. Alle rieten ihr damals ab, dieses Angebot anzunehmen, deshalb machte sie es erst recht. Wieder war es zunächst nicht einfach, wieder blieb sie dran, ließ sich drauf ein, biss sich durch.
Nach 3 Jahren war aber auch hier die Zeit gekommen, dass es wieder kribbelte und sie etwas neues brauchte. Da ihr dies bei ihrem damaligen Arbeitgeber nicht ermöglicht wurde, bereitete sie also einen Umzug nach Deutschland vor, den sie auch zunächst antrat – um dann ein Jobangebot von Volkswagen in China zu erhalten und quasi auf halbem Weg umzudrehen.
In der internen Kommunikation eines Produktionswerks war ihr dort zwar schnell langweilig, aber sie suchte sich ihre Aufgaben und so wurde sie die Moderatorin eines großen Events. Als die Werkleitung sie anschließend fragte, ob und was sie denn gerne anderes machen würde, sagte sie unvorbereitet und irgendwie doch vorbereitet, dass sie gerne deren Assistenz werden würde.
So folgte ein weiterer Umzug und ein neues spannendes Aufgabenfeld. Doch wieder nicht für lange, denn schon nach einem Jahr bekam sie das Angebot, nach Peking zu gehen und dort Assistenz des Volkswagen China Vorstands zu werden.
Drei spannende, aber auch arbeitsreiche Jahre, in denen sie menschlich und inhaltlich viel lernte, viele Menschen kennenlernte und die sie als eine der besten Zeiten ihres Lebens beschreibt.
Wie es danach weiterging, über ihre Rückkehr Hals über Kopf nach Deutschland in der Coronazeit und ihren langen Entscheidungsprozess für ein Sabbatical erzählt sie uns in der kommenden Folge.
Franzi erklärt uns, was für sie Bauchgefühl ist und dass es ihr nicht möglich ist, dieses zu lange zu verdrängen, sie wird regelrecht krank dadurch. Sie ist ein Beispiel und Vorbild, wie man glücklich werden kann, wenn man seinen Leidenschaften folgt und unerwartete Wege geht.
Wir freuen uns, wenn ihr wieder dabei seid.
Danke Franzi, für deine Offenheit und dein Vertrauen!
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Über diesen Podcast:
Mit unserem Podcast wollen wir vermeintlich „ganz normalen“ Menschen eine Stimme geben. Denn viele Menschen haben spannende Wege in ihrem Leben beschritten, Entscheidungen für Abzweigungen getroffen, Herausforderungen bewältigt - und genau das in ihrem Leben auch noch vor sich, oder sind sogar gerade mittendrin.
Die Idee zu diesem Podcast kam uns, weil wir das Gefühl hatten, dass in den meisten Interviewformaten vor allem die Menschen zu Wort kommen, die sehr erfolgreich sind und oft in Positionen, die es in unserer Gesellschaft selten gibt – und damit auch die Lebensrealität selten ist (z.B. Politiker:innen, Geschäftsführer:innen, Gründer:innen). Oft fällt es schwer, daraus konkret etwas für sich selbst abzuleiten, da der eigene Alltag zu verschieden ist.
Und doch sind gerade Vorbilder (oder neudeutsch: Role Models) so wichtig für die persönliche Entwicklung und (nochmal neudeutsch) self empowerment.
Wir sind der Meinung: Viele Menschen können Vorbild sein und Denkanstöße geben, gerade diejenigen, die an ähnlichen Punkten im Leben stehen wie man oder frau selbst.